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Old Time Radio - Die Seite für Sammler und Liebhaber alter Radiogeräte
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Firmengeschichte

1923 - 1933 - Radio H. Mende & Co. (GmbH), Dresden

Am 1.11.1923 gründen Hermann Mende und Rudolf Müller die Radio H. Mende & Co. (GmbH), in der Königsbrücker Str. 125 in Dresden. Die Firma produziert ursprünglich die sogenannte "Dreikantklemme", was noch aus dem Signet ersichtlich ist, und Elektroartikel aus Pressstoff, bald aber auch Detektor-Empfänger.

1925 tritt Martin Mende (MM) als Verkaufsleiter in die Firma seines Onkels ein. MM erhält die Prokura, wird Gesellschafter und nach einigen Jahren Geschäftsleiter. Die Firma steigt mit 3000 Mitarbeitern zu einer der größten ihrer Art in Deutschland auf.

1925 produziert Mende 2000 Geräte. Interessant ist der Zusatz im Markenzeichen "System Günther": Ulrich Günther kommt von Koch & Sterzel, Dresden, wo er am 16.2.1924 das Patent DRP 414018 für "Audionempfänger mit gleichbleibender Dämpfung" registrieren ließ. Er entwickelt Geräte (wahrscheinlich ab E45 von 1927), lässt einige Erfindungen patentieren und arbeitet als technischer Direktor. Mende's Vertriebsgesellschaft "Magnaphon Radio GmbH" übernimmt Patente von Günther.

Für den Absatz sorgt während kurzer Zeit (1926) das Mende-Unternehmen Magnaphon Radio GmbH.

In der zweiten Hälfte der 30er Jahre ist Mende eine der grössten Radiohersteller Deutschlands und überholt vor dem Krieg sogar SABA.

Mit dem Modell 100 bringt Mende 1930 als Besonderheit eine Umschaltmöglichkeit als Schirmgitter- oder Kraftaudion. Als Schirmgitteraudion weist das Gerät eine besonders große Verstärkung auf und in der Nähe eines Großsenders bringt die Schirmgitter-Kraftaudion-Schaltung eine größere Trennschärfe und gleichzeitig eine weiter verbesserte Wiedergabequalität.

1931 baut Mende 111.000 Empfänger.
1932 kann Mende die Radioabteilung samt einiger Arbeitskräfte von Koch & Sterzel übernehmen, da diese Großfirma ihre Radiofertigung einstellt. Grund zu diesem Entscheid bei Koch & Sterzel sollen bedeutende finanzielle Einbußen wegen störanfälliger Kondensatoren und kalter Lötstellen, vor allem bei einer großen Lieferung in die Schweiz, gewesen sein. Einen weiteren Grund haben wohl teure Radiopatent-Streitigkeiten geliefert.

Logo Mende     Logo Mende     Logo Mende    
Logo Mende
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Quelle: [4]     Quelle: [4]     Quelle: [4]     Quelle: [4]     Quelle: [4]     Quelle: [4]

Danach Mende KG.

1933 - 1945 - Mende KG

1933 verändert sich die Firma in eine Kommanditgesellschaft; Günther ist einer der Kommanditäre. Er bleibt dem Unternehmen bis zum Ende des Krieges treu und begibt sich darauf in die USA. Mende bestimmt während einiger Jahre die Modellnummern gemäß dem Endverkaufspreis. 1934 wirbt Mende für die "Großsicht-Propellerskala mit Lichtspalt-Optik".
1933 gelten die Modelle der "Weltklasse" mit LMK als Empfänger mit besten KW-Eigenschaften und Mende preist den "Super 1934" mit der hohen ZF von 1648 kHz als Zukunftstypen des deutschen Qualitätssupers. Argumente: Es entstehen keine Pfeifausstrahlungen auf dem Rundfunkband, der Apparat bringt auch den Ortssender nur an einer Stelle der Skala, also "ohne" Spiegelfrequenzen und er zeigt "absolute Rauschfreiheit".

Am 21.10.1937 feiert Mende den Millionsten Rundfunk-Empfänger, wobei die Produktion von 1937 200.000 Geräte umfasst. Einige Modelle (z.B. 8-Röhren-Super) finden Absatz in Italien, England und Skandinavien. Nahezu alle Bauteile wie Chassis, Spulensätze, Wellenschalter, Kondensatoren, Drehteile, Abschirmungen, HF-Eisenkerne, Gehäuse etc. stellt Mende im eigenen Werk her.

1938 ist jeder dritte in Deutschland gebaute 2-Kreis-3-Röhrenempfänger ein Mende. Die Jahresproduktion beträgt rund 250.000 Geräte bei einer Belegschaft von ca. 3000 Personen auf einem Gelände von 50.000 qm. Die Firma entwickelt spezielle Geräte für die Tropen.

Mende hat in der ersten Hälfte der 30er Jahre einen Marktanteil von rund 10%und liegt damit knapp hinter Saba an dritter Stelle. In den letzten drei Vorkriegsjahren erreicht das Unternehmen die zweite Position hinter Telefunken bzw. den ersten Platz unter den Bauerlaubnisnehmern.

1940 - 1945 - bl

In dieser Zeit kennzeichnete die "Mende KG" ihre Produkte mit dem "getarnten" Fertigungskennzeichen des Heeres "bl".

Im Juni 1945 demontiert die russische Besatzungsmacht das Werk und transportiert alles inkl. Rohmaterial nach Russland. Danach “SAG Radio H. Mende & Co. Dresden ”.

1945 - 1948 - SAG Radio H. Mende & Co. Dresden

Ab Herbst 1945 heißt der Betrieb bis 1. Juli 1948 “SAG Radio H. Mende & Co. Dresden “.

Begonnen wurde mit der Herstellung von Kinderspielzeug, Schlüsselringen, Möbelgriffen usw. Weiterhin nahm eine Reparaturwerkstatt für Rundfunkgeräte ihren Betrieb auf.

Ab Oktober 1945 entstehen erste Notgeräte.

1946 begann die Herstellung des Einkreisers „Mende 01“ auf Basis des DKE.

Ab 1947 wurde der Kleinsuper „Mende 5“ hergestellt. Dieses Gerät wurde auch als „Kartoffelsuper“ bekannt, da es sich hervorragend als Tauschobjekt eignete.

Danach VEB Funk Werk Dresden.

1948 - 1967 - VEB Funkwerk Dresden

Als VEB Funkwerk Dresden (FWD) überführt die sowjetische Militärverwaltung am 1.7.48 das Unternehmen in einen volkseigenen Betrieb (VEB). Die Belegschaft hatte bereits wieder eine Stärke von ca. 300 Personen.

1949, auf der Leipziger Frühjahrsmesse, wurde der RFT-Standardsuper „4 U 61“ in 2 Gehäusevarianten vorgestellt.

Es folgten die RFT-Standardsuper „4 U 64“ und „ 4 U 65“.

Ab 1951 wurden Rundfunkgeräte in Großserie hergestellt. Etwa alle 1,5 – 2 Minuten lief ein Gerät vom Band.

Dieses stellte zur damaligen Zeit eine logistische Meisterleistung dar, denn die Zulieferteile kamen von verschiedenen Orten wie Eppendorf und Tharandt (Gehäuse), Dorfhain (Potentiometer), Erfurt, Mühlhausen, Neuhaus und Berlin (Röhren), Leipzig (Übertrager und Lautsprecher), Babelsberg und Radebeul (Skalen), Polenz (Rückwände), Mittweida (Trafos), Schalkau (Drehkondensatoren), Freiberg, Gera, Hermsdorf (Kondensatoren), Teltow (Widerstände) und Eisenach (Tastensätze).

Nur einige Trafos und Lautsprecher (bis etwa 1959) kamen aus eigener Produktion in Dresden.  

1952/53 wurde in den Geräten „Zwinger“ und „Orienta“ erstmals die neue Noval-Röhrengeneration eingesetzt. 

Ab 1958 kamen im Typ „Dominante W 101“ erstmals standardisierte Baugruppen zum Einsatz. Dies waren ein ZF-Filter/Demodulator, ein UKW-Eingangsteil ein Tastensatz und ein AM/FM-Duplexantrieb. Das Radio „Minorette A 201“ war im gleichen Jahr das erste Gerät der DDR-Rundfunkindustrie in gedruckter Schaltung.  

1962 stellt man die Produktion von Radios ein , sie wurde nach Staßfurt abgegeben. Der Typ „Dominante A 122“ wurde dort noch als „Staßfurt 62“ weiterproduziert.

Es wurden nun Messgeräte und UKW-Verkehrsfunktechnik hergestellt.

Logo Funkwerk Dresden       Logo Funkwerk Dresden      
Logo Funkwerk Dresden
     
Logo Funkwerk Dresden
Logo 1957
Quelle: [4]
      Quelle: [4]       Quelle: [4]       Quelle: [4]

Danach VEB Messelektronik Otto Schön (siehe weiter unten).

1961 - 1969 - VEB Schwingungstechnik und Akustik Dresden

1961 wurde der wissenschaftliche Industriebetrieb "VEB Schwingungstechnik und Akustik Dresden" (SAD) gegründet.
W. Kraak übernahm den Aufbau und am 1. Oktober die Leitung des Betriebes. Es entstand ein umfangreiches Sortiment von Geräten zur Messung, Analyse und Registrierung statischer und dynamischer Größen (Schwingungen, Dehnungen, Drücke, Kräfte), Geräte zur Messung akustischer Größen, aber auch vollautomatische Kontrollwaagen, Auswuchtgeräte, Turbinenschutzanlagen u. a. m. Bekannt ist auch das Röhrenvoltmeter QRV 2.

1969 Übernahme von SAD in VEB Messelektronik Otto Schön Dresden (siehe weiter unten).

? - 1967 - VEB Vakutronik

1967 Zusammenschluss mit VEB Funk Werk Dresden zu VEB Messelektronik Otto Schön.

1967 - 1978 - VEB Messelektronik Otto Schön

Zusammenschluss mit VEB Vakutronik zu VEB Messelektronik Otto Schön. Danach VEB Robotron-Messelektronik "Otto Schön" Dresden.

? - ? - VEB Elektronische Geräte Dresden

Unter dieser Firmierung wurde 1977 der Kassettengrundbaustein KGB 4 gefertigt.

1978 - (1990) - VEB Robotron-Messelektronik "Otto Schön" Dresden

Wie alle VEB mussten auch branchenfremde Betriebe Artikel für die "Konsumgüterproduktion" herstellen.
Ab 1974 wurde vom "Funkwerk Zittau" die Herstellung des HiFi-Verstärkers "HSV 921" übernommen, danach weiter entwickelt und als "HSV 922 HiFi", "HSV 925 HiFi", "HSV 926" und als HiFi-Anlage "Granat 516" hergestellt.

Quellen: [4], [132]


Meine Modelle von dieser Firma:

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Letzte Änderung dieser Seite: 14.01.2017