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Firmengeschichte

1918 - 1933 - Schwarzwälder-Apparate-Bau-Anstalt, August Schwer & Söhne, Villingen

Die ersten Schritte des Familienunternehmens gehen auf die Gründung einer Uhrenfabrik in Triberg durch Joseph Benedikt Schwer im Jahre 1835 zurück.

1864 tritt der Sohn, August Schwer als gelernter Uhrmacher ein und 1865 nennen sie den Betrieb August Schwer Söhne Metallwaren-Fabrik. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts erweitert Sohn August die Produktion mit verwandten Artikeln wie Briefwaagen und kleineren Metallfabrikaten.
Hermann Schwer, Enkel des Firmengründers, leitet den Betrieb von 20 Mitarbeitern ab 1905 im Alter von 27 Jahren. Er gliedert eine Herstellung von Rasierapparaten, Türklingeln und Fahrradglocken an.

Ab 1918 Firmierung unter Schwarzwälder-Apparate-Bau-Anstalt, August Schwer & Söhne, Villingen.

Ca. 1923 beginnt die Herstellung von Einzelteilen wie Stiel- und Doppelkopfhörern, später auch von NF-Trafos (NT1, 2 und 3), Drehkondensatoren, Spulen und Widerständen etc. für den Verkauf an Radiobastler.
Für die Produkte wirbt die Firma mit den vier ersten Anfangsbuchstaben des Firmennamens: SABA (Schwarzwälder Apparate-Bau-Anstalt). Das Werk beschäftigt 1923 ca. 200 Mitarbeiter.

Ab 1926 bietet SABA fertige Selbstbausätze mit Aufbau nach Browing-Drake aus den USA. 1927 erhält die Firma die Bauerlaubnis und bietet nun auch fertige Radios an, mit dabei auch ein KW-Audion. Eine Werbung von 1927 in Japan bezeugt, dass SABA frühzeitig an weltweiten Export dachte.

1929 verpflichtet SABA Eugen Leuthold aus der Schweiz . Er entwickelt unter der Typenbezeichnung (S)35 einen Apparat, der auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1931 wegen seines überaus großen Erfolges den Beinamen "Sieger" erhält. Bis Ende des Jahres verkauft die Firma mehr als 100.000 dieser Geräte mit für Deutschland neuartigem Schaltungskonzept eines rückgekoppelten Anodengleichrichters mit Kathodengegenkopplung. SABA verwendet ein dynamisches Lautsprechersystem.

1931 zeigt die Modellreihe S41 (31W, 44, T44) von Leuthold den ersten automatisch geregelten Schwundausgleich (AGC, aut. gain control) auf dem deutschen Markt. Ab diesem Jahr stellt SABA für jede neue Modellreihe eine Kundendienstschrift mit Reparaturanleitung bereit. Dies zieht sich bis in die Nachkriegsjahre.

1932 kann SABA aus Gewinnen mit S35 und Nachfolgetypen die Investitionen für ein Hauptfabrikgebäude und diverse Nebengebäude planen und 1932/33 sowie 1934/35 realisieren. Der Umsatz beträgt nun 11,4 Mio. RM. SABA beschäftigt gegen 500 Mitarbeiter.

SABA kommt in den entscheidenden Rundfunkjahren 1932 bis 1935 auf einen Marktanteil von rund 10% (1932 12,3%) und liegt damit knapp vor Mende an zweiter Stelle hinter Telefunken mit 12 bis 17%.

1933 - 1950 - Schwarzwälder-Apparate-Bau-Anstalt August Schwer Söhne GmbH = SABA Radio Werke

1935 bestehen in 13 Ländern SABA-Vertretungen. Leider baut die Firma in den Jahren 1933-38/39 Drehkondensatoren aus Zinkguss. Diese sind heute unbrauchbar, wenn sie Feuchtigkeit ausgesetzt waren/sind.

1938 entsteht der millionste SABA-Apparat. Die Firma verwendet nun statt Differential-Kondensatoren ein regelbares Dreifachbandfilter sowie NF-Gegenkopplung und bringt ihren letzten Geradeaus-Empfänger.

1939 erweitert SABA den Betrieb im Auftrag der Wehrmacht und 1940 beträgt die Kriegsproduktion 88%. Es entstehen Funkgeräte, UKW-Empfänger und -Sender für Panzer, Feldtelefone, Bordsprechanlagen, Suchgeräte etc.

1940 - 1945 - dnz

In dieser Zeit kennzeichnete "SABA" seine Produkte mit dem "getarnten" Fertigungskennzeichen des Heeres "dnz".

1943 entfallen vom Gesamtumsatz von 22 Mio. RM lediglich 332.000 RM auf zivile Rundfunkproduktion.

1944 liegt der Umsatz mit 19 Mio. RM noch über dem Vorkriegsergebnis. Ein wichtiges Zivilgerät bildet von 1941-44 das von Philips übernommene "Auslagerungs-Modell" 208U mit der SABA-Bezeichnung 500ZGW.

Am 19.4.45 vernichten zwei Volltreffer vor allem die kürzlich erstellten Werksbauten; dem Verwaltungsgebäude fehlt das Dach. Erst gegen Ende 1945 kann SABA einen Spielzeugkran, Tablettenröhrchen und andere Kleinigkeiten herstellen, dann bekommt die Firma ein Kontingent zur Herstellung von Fernsprechapparaten.

Im April 1947 gründen die Eigner die SABA-Vertriebs GmbH. Gegen Ende 1947 erhält SABA von der französischen Militärbehörde den Auftrag, ausschließlich für Angehörige der französischen Besatzungsarmee Radios zu produzieren. Die Franzosen lassen jedoch stillschweigend zu, dass SABA Geräte für Kompensationsgeschäfte abzweigt. Die Geräte sind praktisch identisch mit der Vorkriegsserie.

1948 gibt es neue, rundliche Formen. Zudem ist die Produktion nun von Einschränkungen frei.

1949 wandelt sich die unter der Obhut des Testamentvollstreckers stehende Einzelfirma in eine GmbH um. SABA-Geräte erleben einen reissenden Absatz; der Umsatz beträgt mehr als 21 Mio. DM und der Betrieb beschäftigt wie vor dem Krieg etwa 1.000 Personen.

Logo SABA Radio Werke   Logo 1935, Quelle: [4]            Logo SABA Radio Werke   Logo 1938-39, Quelle: [21]

1950 - 1980 - SABA Werke GmbH

Auch in den 50er Jahren arbeitet SABA sehr erfolgreich, doch die 60er Jahre sind von finanziellen Schwierigkeiten geprägt.

Ab Saison 1954/55 (Typen Freiburg und Bodensee) bringt SABA wieder Geräte mit Sendersuchlauf und automatischer Scharfabstimmung, wobei die meisten mit Fernbedienung ausrüstbar sind.

1956 beginnt das Werk 3, ein neu erstellter Betrieb in Friedrichshafen, mit der Produktion von selbst entwickelten Tonbandgeräten (sabafon).

1957 gibt SABA das Kühlschrankgeschäft mit großen Verlusten auf und beginnt in den frei werdenden Räumlichkeiten SABA-TV herzustellen. SABA stößt jedoch auf einen Verdrängungswettbewerb und kann die fetten Jahre der großen Nachfrage nicht nutzen.

Erst 1960 kommt das Unternehmen mit einem Koffergerät auf den Markt.

1961 beträgt die Belegschaft 4.500 Personen. SABA zählt zu den wichtigsten TV-Anbietern. Trotzdem steht es schlecht; die Eigenmittel sind zu gering.

Am 18.5.1962 versucht die Firma ihr Wohl mit einer engeren Bindung an 130 Großhändler und 9.000 Einzelhändler (von 500 bzw. 20.000), da Ende der 50er Jahre allgemein die Preisbindung aufhört. Damit kann SABA tatsächlich den Umsatz von 118 Mio. DM auf 155 im Jahre 1965 steigern, doch sind Schwarz-Weiss-Fernseher immer schwieriger abzusetzen, obwohl die Firma dafür hinter Nordmende als Nummer zwei gilt.

1964 kommt das "SABAmobil", eine Tonband-Radiokombi für Autos auf den Markt, doch löst die auch dann neu eingeführte Philips-Kassette das Gerät innerhalb drei Jahren ab.

1966-70 baut die Firma den vollstransistorisierten Stereoempfänger "HiFi-Studio Freiburg Stereo" als letzten dieser Reihe.

1967 ist der Einstieg ins Farbfernsehgeschäft für die ganze Branche problematisch, denn Neckermann bietet ein von Körting hergestelltes Gerät unter 2.000 DM an. SABA bekommt technische Probleme aufgrund falsch dimensionierter Baugruppen.

Der Bau von eigenen Radios endet 1979.

Logo SABA Werke GmbHQuelle: [4]       Logo SABA Werke GmbHQuelle: [4]       Logo SABA Werke GmbH   Quelle: [4]

SABA wird 1980 an den französischen Konzern Thomson-Brandt verkauft. Nachdem Thomson auch Telefunken übernimmt, lässt sie dort produzieren.
SABA gibt es danach nur noch als Vertriebsgesellschaft und -Marke.

Quelle: [4]


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Letzte Änderung dieser Seite: 24.03.2015