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Gemeinschaftsempfänger 1933 - 1945

Hier handelt es sich nicht um eine Firma im eigentlichen Sinne. Jedoch wird in einiger Literatur diese Bezeichnung verwendet.

"Gemeinschaftsempfänger" (auch "Gemeinschaftserzeugnis der Deutschen Radio-Fabriken") sind Rundfunkgeräte welche auf Anregung und unter Mitwirkung des "Reichsministeriums für Propaganda und Volksaufklärung" im Deutschen Reich zwischen 1933 und 1945 von der gesamten Rundfunkindustrie (oder zumindest von mehreren Firmen) einheitlich hergestellt wurden. Die Produktion erfolgte zum Teil auch in den besetzten Gebieten. Die Firmen wurden verpflichtet, Gemeinschaftsempfänger her zu stellen.

Zu diesem Zweck wurde eine "Rundfunktechnische Erzeugergemeinschaft G.m.b.H." gegründet.

Zu dieser gehörten folgende Firmen:

  • AEG
  • Blaupunkt (Ideal)
  • Brandt (Roland Brandt)
  • Braun
  • DeTeWe
  • DERUFA - Deutsche Rundfunkfabrik (Warschau - Polen)
  • Emud (Ernst Mästling Ulm/Donau)
  • Eumig (Östereich)
  • Graetz
  • Grassmann (RFW Berlin)
  • Hagenuk (Hanseatische Apparatebau-Gesellschaft Neufeldt & Kuhnke)
  • Heliowatt (NORA)
  • Hornyphon (Horny), (Östereich)
  • Radiotechnische Fabrik IKA Litzmannstadt (Polen)
  • Ingelen (Östereich)
  • Kapsch (Östereich)
  • Körting (Dr. Dietz & Ritter)
  • Lange
  • Loewe
  • Lorenz
  • Lumophon (Bruckner & Stark)
  • Mende
  • Minerva (Österreich)
  • Owin
  • Philips
  • Radione (Östereich)
  • Rundfunktechnische Erzeuger Gemeinschaft
  • Saba
  • Sachsenwerk
  • Schaleco
  • Schaub
  • Seibt
  • Siemens
  • Staßfurt
  • Tefag
  • TeKaDe
  • Telefunken
  • Valvo
  • Wega (Württembg. Radio-G.m.b.H.)
  • Zerdik (Östereich)
  • Die Kennzeichnung der Geräte erfolgte auf den Typenschildern. Auf diesen wurden gleiche Firmen zum Teil mit unterschiedlichen Namen gekennzeichnet. So gibt es beispielsweise Geräte der Firma "Lumophon" mit der Firmenbezeichnung "Bruckner & Stark". Geräte der Firma "Hagenuk" trugen auch die Firmenkennzeichnung "Hanseatische Apparatebau-Gesellschaft Neufeldt & Kuhnke". Geräte der Firma "Heliowatt" trugen den Markennamen "NORA". Weiterhin sind Geräte bekannt, bei denen eine konkrete Zuordnung zu einem Hersteller nicht möglich ist. Diese tragen auf dem Typenschild nur die Firmierung "Rundfunktechnische Erzeugergemeinschaft G.m.b.H.".

    Nicht jede Firma stellte alle Geräte her. Eine Übersicht der, durch Bildnachweis des Typenschildes und / oder der Rückwand, bekannten Geräte ist hier zu sehen.
    In Katalogen und Prospekten sind zwar weitere Geräte aufgeführt, konnten jedoch noch nicht nachgewiesen werden.

    Die Firmen in Östereich stellten ausschließlich VE dyn- und DKE-Geräte her, die Firmen im Polen ausschließlich den DKE.


    Die Gemeinschaftsempfänger sollten der ärmeren Bevölkerung den Erwerb von Rundfunkempfängern ermöglichen, um mit der nationalsozialistischen Propaganda erreicht werden zu können. Die Devise lautete: "Ganz Deutschland hört den Führer". Aus diesem Grund wurden die Preise vorgeschrieben.
      Ganz Deutschland hört den Führer

    Quelle: [13]
     

    Quelle: [13]
     
    Dieses Konzept sowie eine intensive Hörerwerbung bewirkten, dass die Zahl der Rundfunkhörer in den Jahren 1935 bis 1939 steil an stieg. 1943 gab es 16 Millionen zahlende Rundfunkhörer (2 RM/Monat).

    Das Ministerium legte fest, dass die Empfänger unbedingt einen sicheren Empfang des jeweiligen Bezirkssenders und zusätzlich den Empfang des Deutschlandsenders im ganzen deutschen Reichsgebiet sicherstellen mussten. Es sollten möglichst keine ausländischen Sender empfangen werden können.

    Nach Versuchsmessungen durch das Heinrich-Herz-Institut, im April 1933, zu den Empfangsverhältnissen in ganz Deutschland wurde festgestellt, dass eine einfache technische Ausführung der Geräte ausreicht, um diese Zielstellung zu ermöglichen.

    Da es jedoch technisch gar nicht anders möglich war, konnte (in den Nachtstunden) einen "Fernempfang" weiterer europäischer Sender nicht verhindert werden.


    Aus diesem Grund wurde mit Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 per Reichsgesetzblatt Teil 1, Nr. 169 vom "Ministerrat für die Reichsverteidigung" eine "Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen" erlassen. Der Ministerrat verordnete "für das Gebiet des Großdeutschen Reiches mit Gesetzeskraft:
    § 1
    Das absichtliche Abhören ausländischer Sender ist verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Zuchthaus bestraft. In leichteren Fällen kann auf Gefängnis erkannt werden. Die benutzten Empfangsanlagen werden eingezogen.
    § 2
    Wer Nachrichten ausländischer Sender, die geeignet sind, die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu gefährden, vorsätzlich verbreitet, wird mit Zuchthaus, in besonders schweren Fällen mit dem Tode bestraft ...
    § 6
    Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda erlässt die zur Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften ..."

    Nahezu zeitgleich veröffentlichte das "Goebbels-Ministerium" eine Liste mit 73 Sendern im Gebiet von Großdeutschland einschließlich Protektorat und Generalgouvernement welche gehört werden durften.
    Diese Liste wurde, je nach Kriegsverlauf, bis 1945 mehrfach aktualisiert.

     

    Quelle: [1]

    Die Begriffe "Gemeinschaftsempfänger" und
    "Volksempfänger" werden oft gleichgestellt.
    Die einzigen Volksempfänger sind jedoch nur die "VE 301".

         Quelle: [10]

    Volksempfänger VE 301

    Als erster "Gemeinschaftsempfänger" wurde der "VE 301 W" hergestellt.
    Die Bezeichnung VE 301 bedeutet: VE = Volksempfänger, 301 = 30.01.1933, Tag der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch den Reichspräsidenten, Paul v. Hindenburg.
    Der VE 301 wurde, auf Geheiß von Dr. Joseph Goebbels, in der Firma Seibt (Chefkonstrukteur Otto Griessing) entwickelt. W.M. Kersting gestaltete bereits in den 20er Jahren das Emblem, den rufenden Adler.
      VE 301   Quelle: [1] VE 301   Quelle: [1]

    Vorgestellt wurde er auf der "10. Großen Deutschen Funk-Ausstellung in Berlin" am 18.03.1933 durch Joseph Goebbels. Am gleichen Tag wurden dort bereits die ersten 100.000 Geräte verkauft.
    Für die VE 301 wurden, zusätzlich zu den festgesetzten Niedrigpreisen, "Ratenkaufverträge" durch die Elektrizitätswerke angeboten. Hier konnte die Radiorate mit der monatlichen Stromrechnung getilgt werden. Bis Ende Mai 1934 wurden insgesamt 700.000 Geräte hergestellt. 75 % davon stellten Kleinhersteller her, 25 % große Hersteller.
    Alle VE 301 sind Einkreis-Geradeaus-Empfänger mit Rückkopplung. Eine Röhre arbeitet als Empfangsaudion, eine Zweite als Lautsprecherverstärker und ggf. eine Dritte als Gleichrichter. Die variable Antennenkopplung und die Rückkopplung dienten gleichzeitig zur Regelung der Lautstärke. Sie sind geeignet zum Empfang von Mittelwelle und Langwelle (Anfangs bezeichnet als Kurz- und Langwelle).

    Als Zubehör wurden Sperrkreise, Entstörfilter, Kurzwellenvorsätze, eine abstimmbare HF-Vorstufe und ein Superhet-Vorsatz angeboten.

    Auf der "15. Großen Deutschen Funk-Ausstellung in Berlin" am 05.08.1938 wurde der VE 301 dyn. vorgestellt. Dieser ersetzte (gemeinsam mit den DKE 38) den "alten" VE 301. Das neu gestaltete Gehäuse des VE 301 dyn. entwarf Prof. Schneckenberg. Das Pressstoffgehäuse bekam eine beleuchtete Linearskala, auf der alle deutschen Sender verzeichnet waren. Im Skalenblatt befand sich ein schmaler Lichtschlitz, in dem ein direkt auf dem Skalenseil aufgeklebter roter Punkt sichtbar war. Dadurch konnte auf den Zeiger verzichtet werden. Alle Bedienelemente waren an der Frontseite angeordnet.

    1938 wurde das bisherige Emblem des VE 301, der rufende Adler, durch das Hoheitszeichen der Nationalsozialisten (Hakenkreuz) ersetzt.

    Quelle: [1]

    Quelle: [142]     
     
    Im Katalog "Deutsche Rundfunkgeräte Jahrgang 1938-39 der Fachgruppe Rundfunk der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel findet sich folgende Anzeige:

    Quelle: [21]
     


    Wie beim VE 301 W wurden "Finanzierungsbedingungen der politischen Gemeinschaftsgeräte" festgelegt um der einfachen Bevölkerung den Kauf zu ermöglichen.
    Diese sind im gleichen Katalog abgedruckt:

    Quelle: [21]
     

    Anfangs wurde das Gerät nur für Wechselstrom in der Variante "VE 301 dyn. W" gebaut, später auch als Allstromgerät "VE 301 dyn. GW".
    Das Gerät hat ein stärkeres Netzteil mit einer RGN 1064 und Elektrolytkondensatoren für die Speisung des elektrodynamischen Lautsprechers.

    Als Zubehör für die Wechselstromausführung wurde ein Wechselrichter angeboten.

    Einführung gebaut bis Typ Ausführung Preis Röhrenbestückung     Lautsprecher
    1933 1937 VE 301 W Wechselstrom 76,00 RM (ab 1937: 59,00 RM) REN 904 RES 164 RGN 354 hochohmiger Freischwinger
    1933 1938 VE 301 G Gleichstrom 76,00 RM (ab 1937: 59,00 RM) REN 1821 RENS 1823 d   hochohmiger Freischwinger
    1933 1934 VE 301 B (1) Batterie 65,00 RM RE 034 RE 034 RES 174 d hochohmiger Freischwinger
    1933 1938 VE 301 B 2 Batterie 65,00 RM KC 1 KC 1 KL 1 hochohmiger Freischwinger
    1935 1938 VE 301 GW Allstrom 76,00 RM (ab 1937: 59,00 RM) VC 1 VL 1 VY 1 hochohmiger Freischwinger
    1937 1938 VE 301 Wn Wechselstrom neu 65,00 RM AF 7 RES 164 RGN 354 hochohmiger Freischwinger
    1937 1938 VE 301 dyn. W Wn Wechselstrom 65,00 RM AF 7 RES 164 RGN 1064 elektrodynamischer Lautsprecher
    1938 1944 VE 301 dyn. GW Allstrom 65,00 RM VF 7 VL 1 VY 1 dynamischer Lautsprecher

    Arbeitsfrontempfänger DAF 1011

    Die Bezeichnung DAF 1011 bedeutet: DAF = Deutscher- Arbeitsfront-Empfänger, 1011 = 10.11.1933, Tag der Rundfunkübertragung einer Rede Adolf Hitlers vor Arbeitern im Berliner Siemens-Werk. Das Motto lautete: "Rundfunk für jeden Betrieb".

    Dieser wurde von der Firmengruppe Telefunken/Seibt (unter Leitung von. Oberin. Klotz) speziell entwickelt "damit auch im Betrieb, beim Reichsarbeitsdienst oder in der Kaserne jeder Deutsche für die Propaganda erreichbar war".
    Die vorgegebene Daten waren eine Ausgangsleistung von 5 Watt bei einem Klirrfaktor < 5 %.


    Vorstellung auf der "12. Großen Deutschen Funk-Ausstellung in Berlin" am 16.08.1935

    Dreikreis-Vierröhren-Empfänger mit einer HF-Stufe mit Bandfiltereingang, Rückkopplungsaudion, widerstandsgekoppelte Vorröhre und Endstufe. Vorhanden war ein schaltbarer NF-Ausgang für mehrstufige Verstärker sowie ein Tonabnehmer- und Mikrofoneingang. Das Gerät hatte keinen eingebauten Lautsprecher, dafür Anschlussmöglichkeit über einen, für ein bis zwei Lautsprecher (200 Ohm-Ausgang).

    Quelle: [13]   
    Quelle: [142]

    Einführung gebaut bis Typ Ausführung Preis Röhrenbestückung Lautsprecher
    1935 1944 ? DAF 1011 Wechselstrom 295,00 RM AF 3 AF 7 AC 2 RE 614 AZ 1 ohne

    Zu erwähnen ist für den DAF 1011 ein Zubehör-Lautsprecher, der

    Arbeitsfrontrundstrahler AFR 354

    Dieser war ebenfalls ein Gemeinschaftsprodukt führender Hersteller von Lausprechern.

        Quelle: [152] 6/36 S. 196

    Zu dieser gehörten folgende Firmen:

  • Beteco
  • Feho
  • Grawor
  • Hegra
  • Helios (Grassmann)
  • Telefunken
  • Beim AFR 354 handelt es sich nur um ein leeres Gehäuse in Metall oder Holzausführung zur Aufnahme der Lautsprecher-Chassis: GPM 365 (Übertrager 1,0/3,5/7,0 kΩ) oder wahlweise AFC 353 (Übertrager 200/400 Ω) je nach vorhandener Verstärkeranlage. Die Chassis stellte die "Deutsche Edelstahlwerke AG Krefeld" her.

        Quelle: : [142]

    Neben der Ampelausführung gab es auch eine Ständervariante.

    Es galt für den "AFR 354" ein einheitlicher Preis von 51,00 RM. Die Preise für den kompletten Lautsprecher variierten je nach Ausführung. Die üblichsten Gesamtpreise waren 97,20 RM und 105,00 RM.

    Union - Einkreiser RU

    1935 schlossen sich einige Firmen der "Rundfunktechnische Erzeugergemeinschaft G.m.b.H." zusätzlich noch zur "Radio-Union" zusammen um darüber hinaus weitere Gemeinschaftsempfänger herzustellen.

                    Zu dieser "Radio-Union" gehörten folgende Firmen:

  • Brandt (Roland Brandt)
  • Braun
  • Emud (Ernst Mästling Ulm/Donau)
  • Grassmann (RFW Berlin)
  • Rundfunktechnische Erzeugergemeinschaft G.m.b.H.
  • Schaleco
  • Wega (Württembg. Radio-G.m.b.H.)
  • Quelle: [4]         Quelle: [142]  

    Die Typenschilder dieser Geräte tragen die Firmierung "Radio Union" und zusätzlich die der konkreten Herstellerfirma.

    Typenschild   Quelle: [142]

    Auch hier gibt es jedoch Geräte, die neben der Firmierung "Radio Union", anstelle der konkreten Herstellerfirma, nur die "Rundfunktechnische Erzeugergemeinschaft G.m.b.H." nennen.

    Sie entwickelten die RU - 1 und RU - 3 und brachten sie in den Handel.
    Trotz besseren Empfangsleistungen und einem ansprechenderen Äußeren (ggü. dem VE 301) konnte sich dieses Gerät nicht auf dem Markt durchsetzen, da er einen erheblich höheren Preis hatte.

    Quelle: [142]

    Einführung gebaut bis Typ Ausführung Preis Röhrenbestückung Lautsprecher
    1936 1937 RU 1 W Wechselstrom 137,50 RM AF 7 AL 1 AZ 1 permanentdynamischer Lautsprecher
    1936 1937 RU 1 GW Allstrom 137,50 RM CF 7 CL 4 AZ 1 permanentdynamischer Lautsprecher
    1937 1938 RU 3 W Wechselstrom 137,50 RM AF 7 AL 4 AZ 1 volldynamischer Lautsprecher
    1937 1938 RU 3 GW Allstrom 135,50 RM (ohne AZ 1)
    160,00 RM (mit AZ 1)
    CF 7 CL 4 (AZ 1) permanentdynamischer Lautsprecher
    1937 1938 RU 3 WF Wechselstrom 125,25 RM AF 7 RES 164 RGN 564 hochohmiger Edelton-Freischwinger

        Werbung für RU-3 1937, Quelle: [4]

    Deutscher Olympiakoffer DOK 36

    Er ist, genau genommen, kein Gemeinschaftsempfänger, da er ausschließlich von der Firma "Schaleco" hergestellt wurde.
    Der Olympiakoffer 1936 entstand aus einem Preisausschreiben zur Schaffung eines "volkstümlichen Kofferempfängers". Angeregt wurde dieser Wettbewerb von der Wirtschaftsstelle Deutscher Rundfunkgroßhändler WDRG.
    Die offizielle Bezeichnung für das Gerät war "Olympia Kofferempfänger". Mit diesem Gerät sollte der Rundfunkempfang während der Olympiade 1936 auch außerhalb der Wohnung sichergestellt werden.
    Zweikreis-Geradeausempfänger mit HF-Verstärker, Audion und 2-facher NF-Verstärkung. Eine beigelegte Antenne musste erst umständlich an Ort und Stelle ausgeworfen oder ausgespannt werden. Der Lautsprecheraustritt kann mit einem Deckel verschlossen werden.
    Als Zubehör war ein Netzanschlussteil lieferbar. Die Abmessungen waren so gewählt, daß das Netzgerät sowohl in den Batterieraum des DOK 36 als auch in denjenigen des Modells 1937 gut hinein passte.

                   
    Quelle: [94]         Quelle: [13]         Quelle: [142]

    Einführung gebaut bis Typ Ausführung Preis Röhrenbestückung Lautsprecher
    1936 1936 DOK 36 Batterie 156,00 RM KF 4 KC 1 KC 1 KL 1 permanentdynamischer Lautsprecher

    Deutscher Olympiakoffer DOK 37

    Ebenfalls, genau genommen, kein Gemeinschaftsempfänger, da er ausschließlich von den Firmen "Braun" und "Heliowatt" ("NORA") und "Wega" hergestellt wurde.
    Beim DOK 37 wurde eine Rahmenantenne im Deckel des Gerätes untergebracht. Damit entfiel das Auswerfen der Antenne. Betrieben wurde der Empfänger mit einer Anodenbatterie und einem säuredichten Akkumulator. Der Lautsprecher wurde geneigt im Chassis untergebracht, damit die Metallteile die Rahmenantenne nicht störten. Die Lautstärkeregelung erfolgte durch Heizregelung der ersten Röhre. Das Gerät schaltete sich automatisch beim Schließen des Deckels ab.

               
    Quelle: [94]         Quelle: [142]

    Einführung gebaut bis Typ Ausführung Preis Röhrenbestückung Lautsprecher
    1937 1937 DOK 37 Batterie/Akku 161,50 RM KF 4 KC 1 KC 1 KL 1 permanentdynamischer Lautsprecher

    Übersee-Empfänger Stuttgart

    Auch dieses Gerät zählt zu den Gemeinschaftsempfängern, obwohl es ausschließlich von der Firma "Blaupunkt (Ideal)" hergestellt wurde.

       Quelle: [4] Manfred Kröll

    Der Name "Stuttgart" wurde gewählt, weil in der Stadt Stuttgart das damalige "Deutsche Auslandsinstitut (DAI)" seinen Sitz hatte und Stuttgart zeitweilig den Namenszusatz "Stadt der Auslandsdeutschen" führte.

    Der Übersee-Empfänger war in Deutschland selbst nicht erhältlich. Er wurde ausschließlich von den Auslandsvertriebsorganisationen, auch anderer deutscher Hersteller, speziell für sogenannte Auslands- und Überseedeutsche angeboten. Diese sollten damit in die Lage versetzt werden, Kontakt zur Heimat durch Hören deutscher Sender zu halten.
    Das leistungsstarke Superhet-Gerät gab es in Wechselstrom- oder Allstromausführung. Es hatte 7 Kreise, zwei Kurzwellenbereiche, eine Bandbreitenregelung und einen Schattenzeiger (Feldstärkeanzeiger). Auf den, sonst üblichen, Langwellenbereiches wurde verzichtet.
    Nach der Gleichschaltung aller deutschen Rundfunkstationen und, vor allem, nach Ausbruch des Krieges 1939 war eine große Empfangsleistung für den zivilen Gebrauch nicht mehr erwünscht.
    Unter Anderem aus diesem Grund kam es nicht mehr zur geplanten Produktion durch weitere Hersteller.

    Deutscher Kleinempfänger 1938 (DKE 1938)

    Im Volksmund "Goebbels-Schnauze".
    Er ersetzte (gemeinsam mit den VE 301 dyn.) den "alten" VE 301.
    Der DKE 1938 wurde von der Firma Lorenz entwickelt.
    Das Gehäuse des DKE 1938 entwarf Prof. Schneckenberg.
       
        Quelle: [1]   Quelle: [1]

    Vorstellung auf der "15. Großen Deutschen Funk-Ausstellung in Berlin" am 05.08.1938. Bis Oktober 1938 wurden bereits über 220.000 Stück produziert.

    Im Katalog "Deutsche Rundfunkgeräte Jahrgang 1938-39 der Fachgruppe Rundfunk der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel findet sich folgende Anzeige:  
    Quelle: [21]

    Es gab auch hier die Möglichkeit zur Ratenzahlung. Bei 5.- RM Anzahlung konnte das Gerät z.B. in 15 weiteren Raten zu je 2,30 RM abbezahlt werden. Die Finanzierungsbedingungen finden sich weiter oben beim VE 301 dyn.
    Für den DKE wurde eine neue, spezielle, Verbundröhre (VCL 11, zwei elektrische Systeme in einem gemeinsamen Kolben) entwickelt.
    Der Empfangsbereich erstreckte sich von 200 m bis 600 m und von 800 m bis 2000 m. Die Umschaltung des Empfangsbereiches erfolgte selbsttätig beim Durchdrehen des Abstimmrades (Rote Zahlen / weiße Zahlen).

    Der Schalter befindet sich auf dem Papier-Drehkondensator.

    Varianten:

    Einführung gebaut bis Typ Ausführung Preis Röhrenbestückung Lautsprecher
    1938 1939 DKE 38 GW Allstrom 35,00 RM VCL 11 VY 2   Freischwinger
    1938 1939 DKE 38 B Batterie/Akku 35,00 RM KC 1 KC 1 KL 1 Freischwinger

    Deutscher Kleinempfänger (DKE)

    Ab 1939 wurden, durch die Rohstoffverknappung während des Krieges, verschiedene Einsparungen am DKE 1938 vorgenommen. Das führte erstmals zu mehreren unterschiedlichen Varianten bei Gemeinschaftsempfängern des gleichen Typs.
    Es sind Geräte mit und ohne Netzdrossel, mit und ohne „Entbrummer“ oder mit und ohne Gittervorspannungsregler bekannt. Meist wurden auch Lautsprecher mit Befestigungsohren eingesetzt um die Befestigungsklemmen einzusparen.

    Wichtigster äußerlicher Unterschied dieser „Sparvarianten“ ist, dass auf der Rückwand die Zahl 1938 wegfiel.

       Quelle: [1]

    Andere Modellnamen, wie z.B. "DKE 40", "DKE 44" oder "Ausführung II", sind in der Realität (auf den Geräten) jedoch nicht bekannt.
    Diese Modellnamen wurden nur in Form von Schaltbildern dokumentiert, in denen sie z.B. so bezeichnet wurden.

    Varianten:

    Einführung gebaut bis Typ Ausführung Preis Röhrenbestückung Lautsprecher
    1939 1945 DKE GW Allstrom 35,00 RM VCL 11 VY 2   Freischwinger
    1939 1945 DKE B Batterie/Akku 35,00 RM KC 1 KC 1 KL 1 Freischwinger

    Einheits-Fernsehempfänger E 1

    1938 wurde unter Leitung des Zentralamtes der Reichspost und führenden deutschen Herstellern eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, mit dem Ziel einen preisgünstigen Fernsehempfänger in den Handel bringen zu können.

    Zu dieser "Arbeitsgemeinschaft" gehörten folgende Firmen:

  • Fernseh AG
  • Loewe
  • Lorenz
  • TeKaDe
  • Telefunken
  • Auf der 16. "Großen Deutschen Funk- und Fernseh-Ausstellung in Berlin" im Sommer 1939 wurde der Einheits-Fernsehempfänger "E 1" der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Er gab die deutsche Fernsehnorm von 1938 wieder, nach welcher ein Bild 441 Zeilen und 25 Vollbildern (50 Halbbildern) je Sekunde im Zeilensprungverfahren hatte. Die Bildauflösung erreichte damit noch nicht die des Nachkriegsfernsehens mit seinen 625 Zeilen. Sie war jedoch erstaunlich gut. Die Bildqualität stand aufgrund der hochwertigen Bildröhre mit dem flachen Leuchtschirm der späterer Geräte aus den 1950er- oder 1960er-Jahren in nichts nach. Sie soll vergleichbar mit einer späteren VHS-Aufnahme (in schwarz-weiß) gewesen sein.

          
    Quelle: [10] Eckhard Etzold        Quelle: [10] Eckhard Etzold

    Bis Weihnachten 1939 sollte es damit für mehr Menschen möglich sein die, über den Berliner Sender "Paul Nipkow" ausgestrahlten, Sendungen der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft sehen zu können.

       Quelle: [51]

    Unter den beteiligten Firmen wurden Lizenzrechte und Produktionskapazitäten getauscht und aufgeteilt, die Geräte der jeweiligen Hersteller sollten weitestgehend baugleich sein.
    Der Verkaufspreis sollte pro Gerät 650 RM betragen.
    Vorgesehen war eine erste Serienproduktion für den Großraum Berlin von 10.000 Geräten. Zu dieser kam es jedoch nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges infolge der Beschränkungen für die Zivilwirtschaft nicht mehr.
    Es wurden nur ca. 50 Geräte fertiggestellt. Diese "E 1" wurden auf Lazarette und verschiedene Dienststellen verteilt. Laut [10] ist davon heute nur noch die Existenz von 7 Stück bekannt.
    Ex existieren allerdings auch einige Nachbildungen, die vorwiegend für Filmaufnahmen hergestellt wurden, u.a. für den ZDF-Dreiteiler "Die Rebellin".

       Nachbau des "E1" für den ZDF-Dreiteiler "Die Rebellin", Quelle: [12] Britta Binzer

    Einführung gebaut bis Typ Ausführung Preis Röhrenbestückung Lautsprecher
    1939 1939 E 1 Wechselstrom 650,00 RM RFB/T2 5 x EF 14 ECH 11 EF 11 EBF 11 EL 11 EZ 11 2 x ES 111 RFG 5 AZ 11 AZ 12 elektrodynamischer Lautsprecher

    Weitere

    Besonders in alten Schaltungsunterlagen (auch VADE-MECUM) tauchen weitere Geräte unter dem Begriff "Gemeinschaftsempfänger" auf. Natürlich wurden in den Jahren 1933 - 1945 im Deutschen Reich weitere Rundfunkempfänger hergestellt. Diese wurden jedoch von einzelnen Firmen gebaut und erfüllen damit nicht diese, hier gestellten, Voraussetzungen.
    Das Gleiche trifft zu für Geräte der Nachkriegsproduktion. Hier erfolgten sowohl Nachbauten als auch (aus der Not geborene) Modifikationen von "Gemeinschaftsempfängern".
    Diese (die Gemeinschaftsempfänger) gab es weder mit Wehrmachts-, Oktal- E- oder U-Röhren.

    Nach dem 2. Weltkrieg erhielt Deutschland von den damaligen Alliierten (USA, GB, UdSSR, Frankreich) strenge Auflagen zur "Entnazifizierung". Die Nicht-Einhaltung war eine Straftat und wurde z.B. mit Zuchthaus bestraft. Davon waren auch die Gemeinschaftsempfänger betroffen. Aus diesem Grund mussten die Hoheitszeichen (Hakenkreuz) auf den Außenseiten der Geräte entfernt werden. Man findet folglich heute kaum mehr Geräte ohne diese nachträgliche Veränderung, Dies ist Teil der Geschichte und keinesfalls wertmindernd! Eine "Entnazifizierung" im Inneren der Geräte musste nicht erfolgen und war nicht strafbar.
      Hier ein Beispiel:

    Quelle: [1]
     
    Quellen: [4], [10], [95] 2/97, [105]


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    Letzte Änderung dieser Seite: 18.03.2017