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Firmengeschichte

ca. 1933 - 1971 - Ing. Walter Clausnitzer

Der selbständige Handwerksmeister Walter Clausnitzer gründete die Firma bereits vor dem Krieg.

Ing. Walter Clausnitzer  Quelle: [240]
Ing. Walter Clausnitzer

Der Wohn- und Firmensitz war in der Augustusburger Str. 109 in Chemnitz / Karl-Marx-Stadt.

  Quelle: [240]
Aufnahme 1991, kurz vor dem Abriss.

Während des Krieges ruhte die Firma.

1948 war Wiedereröffnung.

Am 28.07.1954 erfolgte eine Eintragung in die Handwerkerrolle der Handwerkskammer des Bezirkes Karl-Marx-Stadt als "Elektromechaniker".

Zeitzeugen berichteten, dass danach nicht nur Tonbandgeräte, sondern auch ein Rundfunkgerät entwickelt und gefertigt wurde. Die Rundfunk- und Tonbandgeräte könnten eine Stückzahl von ca. 40 - 50 Stück erreicht haben.
Ein Sohn von Walter C., Dieter Clausnitzer, war gelernter Schreiner und hat, mit seinem Freund, Manfred Fichtner, die ersten Gehäuse und Schränke nach Clausnitzer´s Wünschen gefertigt.
Danach wurden diese in einer Möbeltischlerei gefertigt.

Vermutlich handelt es sich hierbei um folgendes Gerät, wovon vor einigen Jahren wieder erste Bilder bei ebay auftauchten:

  Quelle: [120]        Quelle: [120]

  Quelle: [120]        Quelle: [120]

Die sichtbare Welle bei der Andruckrolle ist die Motorwelle. Dadurch wurde ein gute gleichbleibende Bandgeschwindigkeit erreicht und damit eine gute Tonwiedergabe.
Alle mechanischen Teile wie Umlenkrolle, beide Bandspanner, Kunststoffabdeckung sowie die Rändelmuttern wurden selbst hergestellt.
Ebenso alle nicht sichtbare mechanische Teile innerhalb des Chassis.

Besonders hervorzuheben: auch die drei Tonköpfe hat Clausnitzer selbst hergestellt, sowohl mechanisch als auch den elektrischen Teil.

Die Geräte wurden aber auch in Musiktruhen der Tonmöbelfabrik Peter aus Plauen eingebaut.

Weiterhin wurden ein Kondensatormikrofon (Stückzahl nicht bekannt) und (später) Regeltrafos bzw. Spannungsregler in größerer Stückzahl gebaut.

Die beiden folgenden Bilder stellte dankenswerterweise Herr Hans-Jürgen Clausnitzer zur Verfügung:

  Quelle: [240]        Quelle: [240]

Es handelt sich um 2 verschiedene Chassis, welche sich mindestens durch die drei Drucktasten im Vordergrund des rechten Gerätes unterscheiden.

Die Tonbandgeräte waren mit zwei Motoren ausgestattet. Der größere, im Foto sichtbar, war nur für den Vorlauf und der kleinere, nicht sichtbar, war nur für den Rücklauf bestimmt.
Bei Bandende erfolgte eine automatische Abschaltung des Motors durch die Bandspanner über einen Federkontakt.

  Quelle: [240]

Kaum zu glauben: in diesem Hintergebäude der Augustusburger Str. 109 wurden die Geräte bis ca. 1961 hergestellt. Aufnahme 1991, kurz vor dem Abriss.
Danach befanden sich die Werkstatträume und das Büro im Hauptgebäude, in der ehemaligen Wohnung.

Ca. 1962 endete die Herstellung von Rundfunk- und Tonbandgeräten. Es wurden Reparaturen von Rundfunk- und Fernsehgeräten durchgeführt. Die Firma war Vertragswerkstatt für Elektronenblitzgeräte des "VEB Elgawa Plauen" und für Handbelichtungsmesser des "Feingerätewerk Weimar".

Am 29.05.1970 verstarb Walter Clausnitzer.
Die Löschung in der Handwerksrolle erfolgte am 30.05.1970. Gleichzeitig erfolgte der Eintrag, dass der Betrieb von Frau Else Clausnitzer im Witwenrecht weitergeführt wird.

Vom 13.07.1970 bis zum 31.08.1972 war Hans-Jürgen Clausnitzer bei seiner Mutter als Angestellter tätig, bevor er die Firma übernahm.

Das Firmenlogo "Iwac" wurde auf allen Tonbandgeräten und auf allen Regeltrafos bzw. Spannungsreglern angebracht.

Logo Iwag   Quelle: [120]

01.09.1972 - 31.12.1984 - Ing. Walter Clausnitzer, Inh. Hans-Jürgen Clausnitzer

Am 01.09.1972 übernahm sein Sohn, Hans-Jürgen Clausnitzer, nach erfolgreichem Abschluss der Meisterprüfung, die Firma (Eintragung in die Handwerksrolle 01.10.1972).

Es gab jedoch für den privaten Handwerksbetrieb vorerst die Auflage nur Familienmitglieder zu beschäftigen.

Die Vertragswerkstatt für Elektronenblitzgeräte des "VEB Elgawa Plauen" und für Handbelichtungsmesser des "Feingerätewerk Weimar" wurde weitergeführt.

Zum Kundenkreis gehörten weiterhin: Betriebszeitungen der Großbetriebe, lokale Zeitungen, viele Sektionen der TH, Forschungszentren, Feuerwehr, Verkehrs- und Kriminalpolizei, Strahlenklinik, Fotostudios, freischaffende Fotografen, Annahmestellen des DLK-Werdau (Dienstleistungskombinat) vom ganzen Bezirk Karl-Marx-Stadt, viele Kontaktring-Verkaufsstellen sowie Privatkundschaft aus der gesamten DDR.

1977 durfte Herr Clausnitzer auf Antrag eine (!) Arbeitskraft beschäftigen, die nicht zur Familie gehörte. Jetzt wurde auch eine kleine Serienproduktion von verschiedenen Spulen aufgenommen. Kunden hierfür waren der VEB Grubenlampe Zwickau, der VEB Rema-Stollberg (z.B. Spulen für Frequenzweichen der Lautsprecherboxen des "Toccata") und eine Berliner Firma für Medizintechnik.

Am 31.12.1984 schloss Herr Clausnitzer den Betrieb aufgrund seines Ausreiseantrages in die BRD.

Am 31.03.1985 wurde der Betrieb aus der Handwerksrolle Karl-Marx-Stadt gelöscht.

Einen besonderen Dank an Hans-Jürgen Clausnitzer und Michael Zierke für die Bereitstellung der Informationen und Bilder und die freundlichen Genehmigungen zur Veröffentlichung.

Quellen: [120], [240]


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Letzte Änderung dieser Seite: 06.01.2017