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bis 1920 1921 - 1926 1927 - 1935 1936 - 1946 1947 - 1955 1956 - 1964 1965 - 1976 1977 - 1983 1984 - 1988 1989 - jetzt Geschichte Old Time Radio

Rundfunkgeschichte − 1921 bis 1926

11.04.1921 Erste Sportreportage im Radio in den USA.
08.06.1921 Die C. Lorenz AG überträgt vom Sender Königs Wusterhausen aus der Staatsoper Berlin "Madame Butterfly". Jetzt hatte die Hauptfunkstelle einen Durchbruch in ihren Bemühungen der Funkübertragung erzielt.
17.06.1921 Auf der Hauptversammlung der "Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft" verwendet Hans Bredow, Staatssekretär im Reichspostministerium und zuständig für das Nachrichtenwesen, zum ersten Mal die deutsche Bezeichnung "Rundfunk" für das bisher überall gebräuchliche Wort "Radio".
18.06.1921 In der Sowjetunion werden über öffentlich aufgestellte Lautsprecher in einigen Städten tägliche Rundfunknachrichten übertragen.
21.06.1921 Vom Eiffelturm aus verbreitet der erste französische Sender sein Programm.
Acht Monate später strahlt die Station unter dem Namen "Radio Tour Eiffel" regelmässig sein Programm aus.
Juli 1921 Während der Weltausstellung in Valencia, nimmt Spaniens erster Versuchssender den Betrieb auf.
23.08.1921 E.G. Schoultz beantragt ein französisches Patent auf "Fernsehübertragung beweglicher Bilder", das ihm 1922 erteilt wird.
27.09.1921 Die beiden Mexikaner Augustin Flores und José de Valdovinos strahlen die erste Radiosendung aus. Der Sender ist im Legislativ-Palast untergebracht.
In Springfield (Massachusetts) nimmt "WBZ" als zweite amerikanische Radiostation den Sendebetrieb auf. Eigentümer ist die "Westinghouse Company".
01.10.1921 Die Station "WJZ" in Newark (New Jersey) meldet sich im Äther. Im Gebäude der Firma Westinghouse ist ein kleines Studio eingerichtet, bestehend aus einem Klavier, Plattenspieler sowie Mikrofon. Die ersten Ansager von "WJZ" sind Thomas A. Cowan und Joe Watts, der zugleich für die Technik zuständig ist. Um 20 Uhr eröffnet Cowan die Station mit der Ankündigung: "This is WJZ, WJZ, WJZ".
09.10.1921 Mit der Radiostation "24A Experimental" beginnen in der mexikanischen Industriestadt Monterrey die ersten Rundfunkversuche.
10.11.1921 In Chicago (Illinois) eröffnet die "Westinghouse Company" die Station "KYW".
17.11.1921 In Dunedin (Neuseeland) eröffnet der Physikprofessor Dr. R. Jack die experimentelle Radiostation "4XO" auf 2.140 kHz.
14.12.1921 RCA nimmt in Roselle Park (New Jersey) die Station "WDY" in Betrieb. Das Eröffnungsprogramm von 21.15 bis 22.15 Uhr bestreiten die Musiker Louis Brean, Harry Howard, Jack Cook und der Komödiant Nat Saunders. Als Stationsmanager wird Major J. Andrew White, Gründer und Herausgeber des Radiofachblattes "Wireless Age", verpflichtet. Aus finanziellen Gründen stellt "WDY" am 24. Februar 1922 den Betrieb wieder ein.
24.12.1921 Frankreichs erster Rundfunksender "Poste Tour Eiffel" meldet sich erstmals mit einem halbstündigen Testprogramm. Der Sender auf dem Eiffelturm verbreitet Presseberichte, eine musikalische Darbietung sowie einen Wetterbericht.
Aus dem Studio am Nordfuss des Eiffelturms melden sich Sacha Guitry, Yvonne Printemps und der Direktor Général Ferrie mit dem Eröffnungsprogramm.
1921 In Spanien wird die "Compania Ibérica de Telecommunication" gegründet.
06.02.1922 Offizieller Start von Frankreichs ersten Rundfunksender "Poste Tour Eiffel" auf dem Eiffelturm.
14.02.1922 Die Marconi-Gesellschaft eröffnet ihre Versuchsstation "2MT" in Writtle (Essex). Der 100 W-Sender strahlt jeden Dienstag ein halbstündiges Programm aus, das vorwiegend aus Grammofonplatten besteht. Chefsprecher und Mädchen für alles, Peter Eckersley, eröffnet die Station mit den Worten: "This is Two Emma Toc Writtlee Testing". Später wird er Chef-Ingenieur bei der "BBC".
Die Stadt Lausanne (Schweiz) erteilt die Bewilligung für den ersten öffentlichen Senders des Landes an Roland Pièce. Der Sender wird auf dem Champ-de-l Air installiert.
01.04.1922 Die Tageszeitung "San Francisco Examiner" nimmt ihre eigene Station in Betrieb.
17.30 Uhr eröffnet Ansager Charles A. "Sparks" Gaal die Station mit den Worten: "Hello, hello, hello. This is KUO ... K-U-O.... the San Francisco Examiner broadcasting station, calling". Anschliessend meldet sich Mayor Rolph am Mikrofon, gefolgt von einer Darbietung des Herp Meyerinck's St. Francis Hotel Orchestra. Das Programm wird 18.45 Uhr mit Schallplattenmusik beendet.
1924 zieht sich die Tageszeitung aus dem Radio-Geschäft zurück. Ein unregelmässiges Programm mit Wetter- und Farmberichten sowie Nachrichten und Sportmeldungen wird bis 1927 aufrechterhalten.
03.04.1922 Harold R. Shaw und Harrison Holliway betreiben für ein Jahr in San Francisco die Station "KSL".
05.04.1922 Die Station "KOB" In Albuquerque (New Mexico) erhält für 1 kW Sendeleistung eine offizielle Sendelizenz.
13.04.1922 Mit dem Rufzeichen "KHJ" meldet sich in Los Angeles eine neue Station auf 720 kHz. Im Volksmund stehen die Buchstaben "KHJ" für "Kindness, Happiness, and Joy". Ab November 1928 wird die von der "Federal Radio Commission" zugewiesene Frequenz 900 kHz belegt.
Aus dem "Fair Store"-Gebäude in Chicago meldet sich die Station "WGU". Am Sender beteiligt sind das Fair Store Unternehmen und die Tageszeitung Chicago Dayli News. Der schwache Telefoniesender, der für Musikübertragungen nicht geeignet war, wird im Oktober des gleichen Jahres durch einen 500 W-Sender ersetzt, moderne Studioeinrichtung wird angeschafft und das Rufzeichen in "WMAQ" umgeändert.
17.04.1922 Joe Martineau nimmt in San Francisco die Station "KPO" als Einmann-Unternehmen in Betrieb. Die Hale-Brüder stellen ihm in ihrem Warenhaus einen Senderaum zur Verfügung. Mit einem 50 W-Eigenbau-Sender und einer A-Lizenz teilt sich "KPO" die Sendefrequenz von 833 kHz (360 m) mit anderen Stationen. Täglich werden eine Stunde Klassische Musik von Schallplatten und Live-Musik aus dem Studio geboten.
26.04.1922 In Münchenbuchsee (Schweiz) wird eine Radio-Schnelltelegrafieanlage der "Marconi Radio Station Aktiengesellschaft Bern" feierlich in Betrieb genommen.
11.05.1922 Die private Station "2LO" in London beginnt mit Testsendungen aus dem Marconi-House.
12.05.1922 Die erste Rundfunkstation auf Hawaii, "KGU", beginnt mit 500 W auf 833 kHz zu senden. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag wird von 7.30 bis 9 Uhr ein Musikprogramm ausgestrahlt.
16.05.1922 In Manchester beginnt die experimentelle Station "2ZY" auf der Welle 400 m zu senden. Täglich werden von 16.30 bis 17.30 Uhr Konzerte und Vorträge ausgestrahlt. Betrieben wird die Station von der "Metropolitan Vickers Electrical Company", einem ameriknischen Unternehmen, das in Konkurrenz zu Marconi's Gesellschaft steht.
Mai 1922 "Telefunken" und "Lorenz", die größten Firmen der deutschen Funkindustrie, beantragen beim Reichsinnenministerium eine Konzession, um in mehreren Städten Rundfunksender errichten und betreiben zu dürfen. Das Gesuch wird abgelehnt.
26.06.1922 Als erster französischer Privatsender startet die Pariser Station "Radiola" Testsendungen.
Juni 1922 Auf den Philippinen eröffnet eine Elektrofima drei 50 W-Sender für Demonstrationszwecke.
Hauptsächliches Zielgebiet ist Manila und Passay City. 1924 werden diese Sender durch die 100 W-Station "KZKZ" ersetzt. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges etablieren sich noch drei weitere Stationen, die alle von Warenhäusern betrieben werden.
08.07.1922 In St. Johns (Neufundland) wird für kurze Zeit die Station "VOS" aktiv.
25.07.1922 Die "American Telephone & Telegraph Company" eröffnet an der 24 Walker Street in New York die Station "WBAY". Der 500 W-Sender erhält einige Zeit später das Rufzeichen "WEAF". Im April 1923 wechselt "WEAF" in ein größeres und moderneres Studiogebäude am Broadway. Die neuen Studios sind mittels schalldichter Fenster von der Technik getrennt.
Juli 1922 Die Pionierstation "2YK" in Wellington (Neuseeland) nimmt den Sendebetrieb auf. Viermal wöchentlich ist der 15 W-Sender für jeweils vier Stunden auf 1.090 kHz zu hören.
01.08.1922 In Berlin wird der "Deutsche Wirtschaftsrundfunk" offiziell in Betrieb genommen. Die Empfangsgeräte werden den Teilnehmern nur geliehen, nicht verkauft.
03.08.1922 Die Station "WGY" in Schenectady (New York) strahlt das erste Hörspiel im Rundfunk aus. Gesendet wird das Melodrama "Der Wolf" von Eugen Walter.
19.08.1922 In Chile findet die erste Radioübertragung statt. In der Halle der Zeitung "El Mercurio" werden Sprache und Musik übertragen. Die Zeitung hatte seit Anfang 1922 wiederholt auf dieses neue Medium aufmerksam gemacht. Das Radio wurde damals noch als "Strahlentelefon" umschrieben. "Radio Mercurio" strahlt von nun an jeden Donnerstag und Samstag ein Programm aus. 1924 folgt die Station "Cerro Alegre de Valparaiso" und 1925 gesellt sich "Radio Club Valparaiso" dazu.
21.08.1922 "Radio Moskau" nimmt, vorläufig noch unregelmässig, den Sendebetrieb mit 12 kW Leistung auf.
22.08.1922 Roland Pièce setzt den ersten öffentlichen Sender der Schweiz auf dem Champ-de-l Air nach längeren Versuchen offiziell in Betrieb. Die Station trägt das Rufzeichen "HB2".
28.08.1922 Die New Yorker Station "WEAF" strahlt 15.15 Uhr die erste Radiowerbung aus.
Auftraggeber ist die "Queensboro Corporation". Gegenstand der Werbung ist ein neues Appartementhaus in Jackson Heights, New York.
01.09.1922 Der Wirtschafts-Rundspruchdienst (WRD) erfolgt ab jetzt in Telefonie. 1924 sind es schon 1.800 Teilnehmer.
17.09.1922 In Berlin wird "Der Brandstifter", als erster Tonfilm der Welt mit Lichttonspur, vorgeführt.
Radio Moskau sendet mit 12 kW. Die Sendungen konnten im Umkreis von 2.000 km empfangen werden.
14.10.1922 Das Schweizer Bundesgesetz über den Telegrafen- und Telefonverkehr tritt in Kraft. Es räumt der Obertelegrafendirektion das ausschließliche Recht ein, radiofonische Installationen zu errichten und zu betreiben.
18.10.1922 Die beiden größten englischen Radiofirmen, die "Marconi Telegraph Wireless Co. Ltd." und die "Radio Communucation Co. Ltd." gründen die "British Broadcasting Company" (Vorläufer der heutigen "British Broadcasting Corporation). Der BBC werden die Sender "2LO" in London, "5IT" in Birmingham und "2ZY" in Manchester unterstellt.
01.11.1922 Aus Chicago meldet sich die Station "KYW" im Äther.
Als erste Bank in den USA betreibt die "Mercantile Trust Company" in San Francisco eine Radiostation. Nach Testsendungen im August mit dem Rufzeichen "6XB" wird jetzt der reguläre Sendebetrieb als "KFDB" aufgenommen. Täglich werden 10 und 14 Uhr Landwirtschafts- und Börsenberichte auf 360 m ausgestrahlt. Morgens ist auch ein einstündiges Konzertprogramm zu hören. Aus finanziellen Gründen wird "KFDB" am 30. November 1923 geschlossen.
06.11.1922 Als erster französischer Privatsender mit regelmässigen Sendungen startet die Pariser Station „Radiola“.
14.11.1922 Die "British Broadcasting Company" sendet ihr erstes Programm über die Londoner Station "2LO" Um 18 Uhr meldet sich aus dem Marconi-House der Sprecher Arthur R. Burrow mit Nachrichten. Die Station verwendet einen 1,5 kW-Telefonsender.
26.11.1922 Die Schweizer Radioamateure gründen einen gesamtschweizer "Radioklub". Die westschweizer Radiopioniere haben sich schon seit Anfang 1921 in einem Radioklub zusammengefunden.
November 1922 In den USA gibt es 564 Rundfunkstationen. An 670 Stationen wurden Sendelizenzen vergeben.
Dezember 1922 Der amerikanische Geschäftsmann P. Osborn eröffnet in Shanghai die erste Rundfunkstation. Einen Monat später nimmt er eine zweite Station in Betrieb. Dieser Sender bringt in Zusammenarbeit mit einer Shanghaier Zeitung die ersten lokalen Nachrichtensendungen in China.
1922 Die "American Telephon and Telegraph Company" (ATT) installiert in Habanna einen 500 W-Sender. Der Ansager Raul P. Falcon eröffnet die Station mit den Worten: "PWX of Cuban Telephone Co., in Habanna, Cuba. We are transmitting on the 400 meters wavelength with a power of 500 Watt.."
In San Juan, Puerto Rico, nimmt die Station mit dem Rufzeichen "WKAQ" den Sendebetrieb auf. Dieser Sender namens "Radio Reloj, besitzt noch lange das gleiche Rufzeichen und sendet mit 10 kW auf 580 kHz.
In Dänemark entstehen sogenannte Radio-Clubs, die auf lokaler Ebene private Sender betreiben. Als erster Sender meldet sich Radio Lyngby im Äther. 1925 werden die freien Sender vom Gesetzgeber aufgelöst und durch ein Interimsmonopol ersetzt.
Gründung der erste Rundfunkgesellschaft, der "Deutschen Stunde, Gesellschaft für drahtlose Belehrung und Unterhaltung mbH", Berlin.
In München wird die "Deutsche Stunde in Bayern mbH" als erste Bezirksgesellschaft gegründet. Die Reichspost hatte Deutschland zuvor aus technischen Gründen in neun etwa gleich große Sendebezirke eingeteilt.
Der Londoner Rundfunk beginnt mit der regelmäßigen Ausstrahlung von Sendungen.
04.01.1923 "Network"-Start in den USA. Die Stationen "WEAF" New York und "WNAC" Boston strahlen gleichzeitig das selbe Programm aus. Die beiden Sender sind untereinander mit einer Telefonleitung verbunden.
10.01.1923 Der Schweizer Bundesrat bewilligt den Flugplatzsendern Cointrin (Genf), Champ-de-l'Air (Lausanne) und Kloten (Zürich), versuchsweise Rundfunkprogramme zu verbreiten.
16.01.1923 "KPO" sendet jetzt mit einem 500 W-Western-Electric-Sender und einer B-Lizenz im Äther. Die B-Lizenz beinhaltet, dass sämtliche Programme Live aus dem Studio gesendet werden müssen. Joe Martineau wird Stationsdirektor und ein Mitarbeiterstab wird engagiert. Als Ansagerin wird Claire Morrison verpflichtet.
20.01.1923 Aus dem Studio an der Rue de Grenelle in Paris, wo auch der Sender untergebracht ist, meldet sich Radio Paris PTT.
26.02.1923 In Lausanne entsteht die erste lokale Radiogesellschaft mit Namen "Utilitas", die über den Sender auf dem Champ-de-l'Air regelmässig musikalische Programme ausstrahlt.
Der Flugplatzsender von Genf strahlt regelmässig ein Testprogramm aus. Dieser Versuch dient nur dem Zweck, die geeignetste Wellenlänge für den künftigen Schweizer Rundspruch festzulegen.
27.02.1923 Spanien erklärt den Rundfunk zur "öffentliche" Angelegenheit", zum Staatsmonopol. Gleichzeitig wird er ermächtigt, Sendelizenzen zu vergeben.
26.03.1923 Die chilenische Elektrofima Errazuriz kauft die Sendelizenz der Station "Mercurico" und startet den noch lange existierenden Sender "Radio Chilena".
01.04.1923 Mit den Worten "Hallo, Hallo - hier Radio Hekaphon auf Welle 600", meldet sich die erste österreichische Rundfunkstation.
06.04.1923 Der erste deutsche Radioklub wird in Berlin gegründet. Fünf Tage später erscheint die erste deutsche Rundfunkzeitschrift "RADIO"
11.04.1923 Die erste deutsche Rundfunkzeitung erscheint. Der Name: RADIO.
14.04.1923 Ein im Bernoullianum (Basel) installierter 20 W-Tonfunkensender strahlt während der Basler Mustermesse Werbesendungen aus, um das neue Medium einem breiten Publikum vorzustellen. Das Studio befindet sich auf dem Messegelände. Hierbei handelt es sich um die erste öffentliche Radiosendung in Basel.
21.04.1923 Erstmaliges Erscheinen der Schweizer Radioprogrammzeitschrift "Le Radio" in Lausanne.
April 1923 R. Pinto, H. Morize und E. Dias gründen den Sender "Radio Sociedade do Rio de Janeiro". Bereits im September 1922 gab es in Brasilien vereinzelte Rundfunkaktivitäten.
13.05.1923 Auf 833 kHz meldet sich mit 20 W die Station "WJAZ" in Chicago. Sie wird von der Radiofirma "Zenith" betrieben. Sender und Studios befinden sich an der Sheridan Road. Im April 1924 wird die Station wieder geschlossen und an das Edgewater Beach Hotel verkauft, die ihrerseits mit der Stationsbezeichnung "WEBH" weitersendet.
18.05.1923 Von der Aktiengesellschaft "Radio Journal" wird in der Tschechoslowakei die erste Rundfunksendung ausgestrahlt. Aus einem Zelt in der Nähe von Kbely (bei Prag) wird 20.15 Uhr zum ersten Mal eine tschechoslowakische Stimme in den Äther geschickt. 1925 erwirbt der Staat die Mehrheitsbeteiligung an "Radio Journal".
Mai 1923 Nach mehrmonatigen Versuchen nimmt der spanische Radiosender, "Radio Ibérica" in Madrid, seine experimentellen Sendungen auf. "Radio Ibérica" sendet mit 0,5 kW auf der Langwellenfrequenz 176 kHz. Später erhält die Station das Rufzeichen "EAJ6" und ist mit 3 kW auf 765 kHz aktiv.
In Neuseeland wird der Rundfunk freigegeben. Die Ausgabe von Lizenzen erfolgt nur an britische Staatsangehörige und ist von einer Erklärung abhängig, die zur Geheimhaltung nicht öffentlicher Meldungen verpflichtet.
07.06.1923 Zweiter "Network"-Versuch in den USA. Die Stationen "WEAF" und "WGY" in Schenectady, "KDKA" in Pittsburgh und "KYW" in Chicago strahlen simultan das gleiche Programm aus.
08.07.1923 Die niederländische Rundfunkorganisation "Hilversumsche Draatlooze Omroep" (HDO), beginnt über die Sendeanlagen der "Nederlandsche Seintoestellen Fabriek" mit einem allgemeinen Rundfunkprogramm (politisch und religiös neutral). Kurz nach dem Start wird die "HDO" in "Algemeene Nederlandsche Omroep Vereeniging" umbenannt. Nach der Fusion mit der "Nederlandsche Omroep Vereniging" wird unter der späteren Bezeichnung "Algemeene Vereniging Radio Omroep" (AVRO) weitergefahren. Gründer und Inspirator der "AVRO" ist Willem Vogt.
14.07.1923 Im Hotel des Deux-Gares in Lausanne wird die Gesellschaft "Broadcasting Romand" gegründet. Ihr steht der Flugplatzsender auf dem Champ-de-l'Air zur Verfügung.
Juli 1923 Beginn der regelmäßigen Sonntagskonzerte über den Sender Königs Wusterhausen. Die Konzerte, jeweils von 11 bis 13 Uhr, finden in ganz Europa begeisterte Zuhörer. Erst am 24. Januar 1926 werden die Versuchssendungen eingestellt.
Aufhebung des Rundfunkempfangverbotes für Private in Deutschland. Der Radioindustrie wird die Einschränkung auferlegt, nur solche Empfangsgeräte zu produzieren, die nicht mehr als den Wellenbereich von 250 bis 700 Metern aufnehmen können.
20.09.1923 Die Reichstelegraphenverwaltung erteilt dem Telegraphentechnischen Reichsamt den Auftrag, für die "Deutsche Stunde" einen Sender zu bauen. Dabei fallen die Worte: "Kosten dürfen nicht entstehen." In zehn Tagen entstand im Dachgeschoss des Vox-Hauses in Berlin eine Anlage, die aus Laboratoriumsbeständen zusammengebaut wurde.
23.09.1923 Aus dem Teatro Griego in Bacelona werden Testsendungen ausgestrahlt. Daraufhin wird die "Asociacion Nacional de Radiodifusion" ins Leben gerufen. Aus ihr geht die spätere Station "Radio Barcelona" (EAJ1), hervor.
28.09.1923 In England erscheint die erste Nummer der Programmzeitschrift "Radio Times". Das offizielle Organ der "BBC" erscheint von nun an wöchentlich.
September 1923 Das Prager "Radio Journal" sendet ab sofort täglich 14 Uhr Wirtschafts- und Finanznachrichten, abends dann Sportberichte, Wettervorhersagen, Nachrichten und anschliessend Vorträge und Musik.
In Mexiko tritt eine Radiogesetzgebung in Kraft. Gleichzeitig werden die ersten Konzessionen erteilt. Dieses Hörfunkstatut (Reglamento Radiofonico) bestimmte, dass jeder Interessierte seinen Antrag auf Konzessionserteilung im Kommunikationsministerium einreichen musste. Konzessionen sollen nur an Mexikaner gegen eine, je nach Stärke der Station, festgelegte Gebühr vergeben werden. Die Antragsteller mussten ausserdem eine Prüfung über telegrafische Kenntnisse vor dem Ministerium ablegen. Alle Rundfunkempfänger sollten eine einmalige Gebühr von fünf Pesos für ihr neugekauftes Radio an den Staat zahlen. Die Nutzung der Stationen durch Dritte wurde untersagt, wodurch eine mögliche Beteiligung der Rundfunkteilnehmer an der Programmgestaltung ausgeschlossen wurde.
02.10.1923 Beginn der Versuchssendungen aus dem Voxhaus in Berlin.
14.10.1923 Die erste deutsche Programmzeitschrift "Der Deutsche Rundfunk" erscheint.
21.10.1923 Offizieller Sendebeginn in Österreich mit 700 Watt.
29.10.1923
Der erste deutsche Rundfunksender im Vox-Haus

Quelle: [13] Atlantic
Der erste deutsche Rundfunksender im Vox-Haus

Quelle: [31] 20014789
In Berlin eröffnet Friedrich Georg Knöpfke offiziell den "Deutschen Rundfunk".
"Achtung! Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin, im Vox-Haus auf Welle 400 Meter. Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, daß am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos-telefonischem Wege beginnt. Die Benutzung ist genehmigungspflichtig."

Anhören:
  
Mit diesen Worten beginnt am 29.Oktober 1923 um 20 Uhr aus einer Dachkammer des Vox-Haus-Studios in der Potsdamer Straße 4 am Potsdamer Platz in Berlin der regelmäßige Rundfunkbetrieb in Deutschland.
In Deutschland gab es ca. 10.000 Schwarzhörer - kein zahlender Hörer. Es durften nur plombierte Firmenfabrikate verwendet werden.
31.10.1923 Der Berliner Tabakwarenhändler Wilhelm Hollhof meldete sich als erster Rundfunkhörer an und zahlte dafür eine Rundfunkgebühr von 350 Milliarden Mark. Im November mussten bereits 3,5 Billionen Mark Rundfunkgebühr entrichtet werden.
02.11.1923 Übertragung des Fussball-Länderspiels Schweiz-Uruguay aus Paris in den kleinen Tonhallensaal in Zürich.
04.11.1923 Über eine 50-W-Sendestation verbreitet der "Radioclub Zürich" seine erste öffentliche Versuchssendung. Die Ausstrahlung erfolgt auf der Welle 500 m. Auf dem Programm stehen verschiedene Vorträge und Musik. Für die Versuchssendungen stehen die Flugplatzstation Kloten sowie ein Spezialsender des Physikalischen Instituts der Universität Zürich zur Verfügung. Der Physiker Prof. Gustav Eichhorn ruft ein "Institut für Radiophonie" ins Leben. Auf das Gesuch zur Genehmigung von Radioempfangsvorführungen erhält Prof. Eichhorn folgende Antwort des verantwortlichen Beamten der PTT: "Nehmen sie von mir die amtliche Erklärung an, dass wir das Radio in der Schweiz nicht aufkommen lassen werden. Ihr Institut ist also gänzlich zwecklos".
09.11.1923 In Deutschland werden im Rundfunkprogramm auch politische Nachrichten ausgestrahlt. Damit ist der Start für den Rundfunk-Nachrichtendienst erfolgt.
23.11.1923 Radio Belgique sendet regelmäßig.
Die Rundfunkgesellschaft "Broadcasters Sydney Ltd." Eröffnet die erste australische Radiostation "2SB" (später umbenannt in "2BL"). Zuständig für die Lizenzvergabe ist die Postbehörde.
24.11.1923 Per Dekret wird durch die französische Regierung das staaliche Monopol für Sendung und Empfang radioelektronischer Signale festgelegt. Die technischen Einrichtungen, Programme und Finanzen der Privatsender sollen staatlich kontrolliert werden.
November 1923 Mit der Einrichtung eines von Amateuren geleiteten Radio-Clubs beginnt der Hörfunk in Indien.
01.12.1923 In Deutschland gibt es ganze 467 zahlende Rundfunkteilnehmer. "Zaungäste", Schwarzhörer, gibt es dafür schon reichlich.
05.12.1923 Die australische Radiostation "2FC", betrieben von der "Farmer & Co.", beginnt zu senden.
07.12.1923 Gründung der "Südwestdeutschen Rundfunkdienst AG" in Frankfurt. Auf der Wellenlänge 470 m stahlt ein 1,5 kW-Sender täglich ab 19.30 Uhr ein Konzertprogramm aus. Sonntags stehen religiöse Darbietungen auf dem Programm.
Bis Oktober 1924 werden auch in den übrigen Bezirken unter Beteiligung privater Geldgeber Sendegesellschaften gegründet: Radio-Stunde AG, Berlin (Sie löst die Deutsche Stunde, Berlin ab und wird bald in Funk-Stunde AG umbenannt.), Ostmarken-Rundfunk AG, Königsberg i. Pr., Nordische Rundfunk AG, Hamburg, Mitteldeutsche Rundfunk AG, Leipzig, Süddeutsche Rundfunk AG, Stuttgart, Schlesische Funkstunde AG, Breslau und Westdeutsche Funkstunde AG, Münster, später Köln.
18.12.1923 In Südafrika finden erste Rundfunkversuchssendungen statt.
23.12.1923 Von einem Kaufhaus in Johannesburg aus beginnt ein Versuchssender der südafrikanischen Eisenbahn mit einem Musikprogramm und Nachrichten. 1924 wird die Sendetätigkeit wieder eingestellt.
25.12.1923 Erste Rundfunk-Weihnachtsansprache in Deutschland durch Reichskanzler Dr. Wilhelm Marx.
1923 Wladimir Zworyldn lässt in den USA ein vollelektronisches Fernsehsystem patentieren (US-Patent Nr. 683 337). Dieses basiert auf der Braun´schen Röhre als Wiedergabeorgan und einem "Ikonoskop", welches von ihm erfunden wurde.
Für zwei Jahre meldet sich aus Cean die gleichnamige französische Privatstation. Studio und Sender befinden sich an der Rue Saint-Manvieu.
Mit 500 W Sendeleistung macht sich in Nice Radio Riviera auf 360 m bemerkbar.
Die finnische "Amateur-Radio-Liga" und der "Finnische Rundfunkverband" nehmen die regelmässige Sendetätigkeit über einen Militärsender in Helsinki auf.
Die private "Compagnie francaise de Radiophonie" wird gegründet. Sie geht aus der "Compagnie Générale de Télégraphie sans Fil" (CSF) hervor.
Einführung des Rundfunks in Dänemark durch verschiedene Privatgesellschaften, Unternehmer und Radioenthusiasten, die ihre Programme ohne offizielle Genehmigung über staatliche Sender ausstrahlen.
01.01.1924 Es gab in Deutschland 1.500 angemeldete Hörer.
Die jährliche Rundfunkgebühr in Deutschland wird von 24 auf 60 Reichsmark erhöht.
15.01.1924 Die "British Broadcasting Company" strahlt das erste Hörspiel über die Sender "2LO" (London), "5IT" (Birmingham) und "2ZY" (Manchester) aus.
22.01.1924 Gründung der Mitteldeutsche Rundfunk AG - Gesellschaft für Belehrung und Unterhaltung in Leipzig (MIRAG) mit 80.000 Goldmark. Sendebeginn war am 01.03.1924.
26.01.1924 Die von der "Melbourne Associated Radio Co." betriebene australische Radiostation "3AR" nimmt den Programmdienst auf.
05.02.1924 Ein von der amerikanischen "Westinghouse Electric & Co." In Pittsburgh ausgestrahltes Radioprogramm wird in England aufgenommen und durch Relaisdienste im Lande verbreitet.
16.02.1924 Im Zunfthaus für Zimmerleute findet die Gründungsversammlung der Radiogenossenschaft in Zürich mit kantonaler und städtischer Beteiligung statt.
19.02.1924 Die Generaldirektion der Post- und Telegrafenverwaltung in Wien erteilt der "Radio-Verkehrs AG" (RAVAG) eine Sendekonzession.
01.03.1924 Es gab 7.342 angemeldete Hörer.
Am Vorabend der Leipziger Frühjahrsmesse 1924 erfolgte am 01. März 1924 14:30 Uhr in Leipzig der Sendestart des zweiten offiziellen Rundfunksenders in Deutschland.

"Hallo, hallo, hier ist Leipzig, hier ist der Leipziger Meßamtssender der Reichs-Telegraphen-Verwaltung für Mitteldeutschland, wir senden auf Welle 450!"
Sendegesellschaft war die MIRAG (Mitteldeutsche Rundfunk-A.-G., Gesellschaft für drahtlose Unterhaltung und Belehrung Leipzig). Das Sendestudio befand sich in der "Alten Waage", am Markt 4, der Sender im Gebäude des "Neuen Johannis-Hospital" in der Hospitalstraße 36.

Pausenzeichen:
  
Da der Sender aus dem Berliner VOX-Haus eine zu geringe Reichweite hatte, wird dieser Tag als „Geburtsstunde“ des Rundfunks in Mitteldeutschland angesehen.

Die schweizerische Oberpostdirektion gibt eine Vorschrift heraus, in welcher das Erstellen und die Benutzung von radioelektronischen Empfangsanlagen mit einer Hörgebühr von 10 Franken geregelt werden.



Quelle: [4] Wolfgang Eckardt Quelle [4] Hagen Pfau Quelle [4] Hagen Pfau

03.03.1924 Fünf Privatleute haben mit einem Stammkapital von 60.000 Goldmark in Stuttgart die "Süddeutsche Rundfunk AG" (SÜRAG) eintragen lassen.
08.03.1924 "Funknotverordnung":
Sie beinhatete Strafverschärfungen fur ungenehmigte Empfangsanlagen, eine Amnestie für ehrlich werdende Rundfunkhörer (es sollen allein 54.000 Schwarzhörer legalisiert worden sein) und die Genehmigung einer "Audion-Versuchserlaubnis" für diejenigen, die ihre technischen Fähigkeiten zum Eigenbau eines Radios in einem der postalisch anerkannten Funktechnischen Vereine oder Radio-Klubs per Prüfung bewiesen haben.
09.03.1924 Der Sender Frankfurt 1 strahlt bis zum 18. März Versuchssendungen aus.
29.03.1924
Umbenennung der Berliner "Radio-Stunde AG" in "Funk-Stunde AG".
Hans Bredow vor einem Mikrophon der Funk-Stunde (Briefmarke der Deutschen Bundespost Berlin von 1973).
Quelle: [10]
30.03.1924 Gründung der Deutsche Stunde Bayern GmbH in München - Sendebeginn, 1,5 kW, 563 kHz.
Gründung der "Südwestdeutschen Rundfunkdienst AG" (SWR) in Frankfurt.
Erste reguläre Sendung von Radio Poste Petit Parisien aus dem Studio an der Rue d‘Ènghien in Paris.
01.04.1924
Gründung des Verbandes der Funkindustrie (VDFI) in Berlin.
In Deutschland gab es 8.600 angemeldete Hörer. Die Rundfunkgebühr wurde auf 2,00 M/Monat festgelegt.
Gründung der SWR - Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG in Frankfurt/M - Sendebeginn, 1,5 kW, 770 kHz.

Quelle: [1] Rückwand VE 301

04.04.1924 Einführung des Schulrundfunks in England.
07.04.1924 Die Züricher Radiogenossenschaft beginnt mit dem Bau des Sendehauses und der Antennentürme oberhalb Höngg.
10.04.1924 Gründung des "Arbeiter-Radio-Klub Deutschland e.V." (ARK).
02.05.1924
Gründung der Nordische Rundfunk AG (NORAG) in Hamburg - Sendebeginn, 1,5 kW; 806 kHz.


Anhören:
  
1924 - NORAG-Sender Bremen - Selbstdarstellung
Quelle: [13]   
10.05.1924 Sendebeginn der Süddeutsche Rundfunk AG (SÜRAG) in Stuttgart, 60 kW, 832 kHz. Start: 11 Uhr, es sind 116 Hörer registriert. Am Jahresende waren es 18.868.
12.05.1924
Inbetriebnahme des
Berliner Senders Magdeburger Platz.

Quelle [32] 1924 Seite 59
14.05.1924 Senkung der monatlichen Rundfunkgebühren auf zwei Mark. Diesem Umstand ist das "Radio-Fieber" in Deutschland zu verdanken.
21.05.1924 In Genf eröffnet Bundesrat Robert Haab die erste Radioausstellung von nationaler Bedeutung (Exposition nationale T.S.F.), bis 1. Juni. Auch Frankreich beteiligt sich an der Ausstellung.
26.05.1924
Gründung der Schlesische Funkstunde AG in Breslau -
Sendebeginn, 60 kW, 923 kHz.

Quelle: alte Postkarte
03.06.1924 Im Berliner Vox-Haus beschließt der Reichsrundfunkverband demnächst in maßvoller Weise mit einem Rundfunkreklamedienst zu beginnen um damit einer alten Forderung wirtschaftlicher Kreise nachzukommen. 1925 werden bei sämtlichen Rundfunkgesellschaften Werbefunkprogramme eingeführt.
14.06.1924
Die "Ostmarken-Rundfunk AG" (ORAG) nimmt ihren ersten Sender (Königsberg, 0,5 kW, 463 m) in Betrieb. Am darauffolgenden Tag findet die feierliche Programmeröffnung durch Hans Bredow statt. Als Studio dient zunächst der große Chorprobesaal des Königlichen Opernhauses im Stadttheater.
ORAG Sendebezirk
Quelle: [13]
15.06.1924 "Radio Bloemendaal" beginnt im gleichnamigen Städtchen zwischen Ijmuiden und Zandvoort (Niederlande) mit der Verbreitung religiöser Programme. Iniziator ist J. H. Monnik, der im Mai 1924 die Sendeerlaubnis erhalten hatte.
21.06.1924 Gründungsversammlung der "Nederlandse Christelijke Radio-Vereeniging" (NCRV).
24.06.1924 In Spanien tritt ein Rundfunkgesetz in Kraft. Die Sendestationen werden in vier Kategorien nach Sendeleistung eingeteilt (höchstens 8 kW). Pro Sendestunde werden fünf Minuten Werbung bewilligt.
01.07.1924 In Deutschland gab es 99.000 angemeldete Hörer.
Die "Schlesische Funkstunde Breslau" beginnt mit Rundfunkwerbung.
Der "Wissenschaftliche und Technische Club" in Johannesburg gründen die Rundfunkstation "Johannesburg Broadcasting".
11.07.1924 In Zürich erscheint die erste Nummer der Zeitschrift "Radioprogramm".
12.07.1924 Die erste öffentliche Rundfunkdemonstration in Sri Lanka wird mit der Ansprache des Gouverneurs eingeleitet. Von 1934 bis 1938 wird auch auf Kurzwelle experimentiert.
17.07.1924 Der Sender Münster 1 der "Westdeutschen Funkstunde AG" strahlt Versuchssendungen aus. Die Sendeleistung beträgt 0,25 kW.
Der australische Postmaster-General ändert das Rundfunksystem. Die Stationen der A-Klasse werden durch Hörgebühren, die Stationen der neuen B-Klasse durch Werbung finanziert.
21.07.1924 Mit dem Rufzeichen "5XX" beginnt in England eine Langwellenstation mit Testsendungen.
23.07.1924 Beginn der systematischen Testsendungen des Senders Münster auf Welle 407 m mit 0,7 kW. Aus ganz Europa kommen bald Empfangsbestätigungen über guten Empfang.
28.07.1924 Der Rat der Volkskommissare der UdSSR erlässt eine Verordnung zum " Privaten Empfang von Radiostationen ", welche den Bürgern das Recht auf den Besitz eines Radiogerätes einräumte.
Im Herbst 1924 lieferten die "Vereinigten Moskauer Schwachstrom-Werke" das erste industrielle Radiogerät, den " LDV " ("Lyubitelskij Detektornyj Veshatelnyj - Heim Detektor Empfänger"). Es hatte eine fest eingestellte Wellenlänge für die Komintern Radiostation (3.200 m). Gegen Ende 1924 wurde das erste Röhrenradio produziert. Es handelte sich um die Empfangs Anlage Typ " Radiolina " und bestand aus mehreren zu kombinierenden Einheiten.
02.08.1924 Im Radio wird erstmals ein Konzert der "Berliner Philharmonie" übertragen.
Auf der Welle 340 m wird der erste deutsche Nebensender Nürnberg in Betrieb genommen.
23.08.1924 Der schweizer Bundesrat Dr. Robert Haab eröffnet die Radiostation Zürich in den Räumlichkeiten des Amtshauses 4 an der Lindenhofstrasse. Der Sender befindet sich auf dem Hönggerberg und ist der erste, ausschließlich für Rundfunkzwecke reservierte Sender der Schweiz.
27.08.1924 Nach ersten experimentellen Radioerfahrungen der Station in Milano und der Araldo-Radiotelefonie-Station in Rom, werden die Rundfunkaktivitäten in Italien vereinigt. Auf Initiative des Kommunikationsministers Costanzo Ciano hin, werden die beiden Gesellschaften "Radiofono" (Produzentin von Telefonapparaten), und "S.I.R.A.C." (von der amerikanischen "Western Electronic" dominiert), zur "Unione Radiofonica Italiana" (URI) zusammengeschlossen.
August 1924 Aus dem ehemaligen Kriegsministerium in Wien beginnt die Radio-Verkehrs AG (RAVAG) mit Probesendungen.
15.09.1924 Ferdinant de Sevin gründet das französische Provinz-Radio "Agen" mit Studio und Sender im gleichnamigen Ort. Beliebt ist Radio Agen bei den Landwirten wegen den Agrarsendungen, Wetterberichte und Hochwassermeldungen. Am 3.März 1930 beschädigt das Hochwasser der Garonne die Infrastruktur des Senders so stark, dass erst am 8. Januar 1933 die Sendungen wieder aufgenommen werden konnten. Als neuer Geschäftsführer tritt Jaques Trémoulet hervor. Ein weiterer Schicksalsschlag in der Geschichte von Radio Agen ist ist der Feuerausbruch vom 7. Juli 1934. Doch am 2. Januar 1935 ist die Station wieder im Äther.
Gründung der "Westdeutschen Funkstunde AG" (WEFAG). Eintragung in das Handelsregister beim Amtsgericht Münster.
In Kapstadt, Südafrika, etabliert sich der "Kap- und Halbinsel-Rundfunkverein".
01.10.1924 Eröffnung des offiziellen Rundfunks in Österreich. Im ganzen Land gibt es 11.000 Empfangsgeräte. Es steht ein 350 W-Sender zur Verfügung. 16 Uhr erklingt die Ansage: "Hallo, Hallo, hier Radio Wien auf Welle 530". Gesendet wird aus dem Dachgeschoss des Bundesministeriums für Heereswesen auf dem Stubenring in Wien.
Der "Süddeutsche Rundfunk" führt werktags 19 und 22.15 Uhr ein Nachrichtenbulletin ein. Die Meldungen stammen aus den üblichen Pressequellen. Später übernimmt der "Süddeutsche Rundfunk" die Nachrichten vom "Berliner drahtlosen Dienst", der Nachrichtenagentur der Reichsrundfunkgesellschaft.
06.10.1924 Das erste reguläre Radioprogramm Italiens wird in Rom durch die Gesellschaft "Unione Radiofonica Italiana" ausgestrahlt. Der erste Präsident der "URI" ist der vormalige Fiat-Direktor Enrico Marchesi. Der 1,5 kW-Sender von "Western Electronic" mit dem Rufzeichen "1RO" sendet auf 425 m. Ansager von "Radio Roma" ist Maria Luisa Boncompagni. Die "URI" erhielt vom Staat für die Dauer von sechs Jahren eine verlängerbare exklusive Konzession für die Übertragung von "Hördienstleistungen" auf nationalem Territorium (27. November 1924). Die Gesellschaft nannte sich 1928 "Ente Italiano Audizioni Radiofoniche" (EIAR).
10.10.1924 Übergabe des Rundfunksenders Münster an die "WEFAG" durch den Staatssekretär im Reichspostministerium Dr. Hans Bredow. Von nun an kommen tägliche Sendungen aus dem Studio auf dem Gelände der "Städtischen Betriebsverwaltung" am Stadthafen 1. Der "WEFAG"-Ansager Heinz Bisping eröffnet das Programm mit der Ansage: "Achtung - hier ist die Sendestelle Münster in Westfalen auf Welle 407". Nach dem von einem Hörner-Quartet dargebotenen Adagio von Lorenz, spricht als erster der Mann, dessen umsichtiger Tatkraft es zu verdanken ist, dass acht Monate nach der Entscheidung für den Standort Münster ein sendebereites Funkhaus existiert. Richard Tormin dankt Hans Bredow, dass er es sich "nicht habe nehmen lassen, als Vater und Schöpfer des deutschen Rundfunks persönlich hierherzukommen, um dem jüngsten Spross der Mutter Radio bei seinem heutigen Eintritt in den Weltfunkverkehr das Geleit zu geben"....
19.10.1924 Die Programmzeitschrift "Radio Wien" wird von der RAVAG herausgegeben.
23.10.1924 "Radio Moskau" strahlt von nun an ein regelmässiges Rundfunkprogramm aus. In der zweiten Hälfte der 20er Jahre entwickelt sich der Hörfunk unter aktiver Beteiligung des Verbands der Radioamateure zu einem Massenmedium.
24.10.1924 Die "British Broadcasting Company" eröffnet in Belfast die Station "2BE".
14.11.1924 Die Station "EAJ 1", besser bekannt als "Radio Barcelona", beginnt mit dem offiziellen Programm auf 325 m (300 W-Western-Electric-Sender). Die Antenne ist auf dem Dach des Hotels "Colòn" am "Plaza de Cataluna" installiert.
Dies ist der erste Sender Spaniens, der aus privater Initiative hervorging. Gegründet wurde die Station von Guillén Garcia, der gemeinsam mit einer Gruppe katalanischer Industrieller die erste Sendelizenz erhielt.
20.11.1924 In Australien nimmt die "Central Broadcasters Ltd" in Adelaide die Station "5CL" in Betrieb.
30.11.1924 Das Erziehungsministerium von Mexiko weiht den Sender "CZE" ein. Das vorrangige inhaltliche Ziel dieses Senders bestand in einer massengerechten Verbreitung von Erziehung und Kultur, wobei das Angebot gleichzeitig informativ und unterhaltsam gestaltet wurde. Der aus den USA importierte Sender genoss bereits 1926 hohes Prestige in Mexiko und wurde in Kanada, USA, Puerto Rico und Europa empfangen. In dieser Zeit war "CZE" der einzige Sender, der täglich zu festen Sendezeiten morgens, mittags und abends sein Programm ausstrahlte.

Sendebeginn eines "Zwischensenders" in Bremen, 0,25 kW; 1112 kHz.

November 1924 Aus Bordeaux meldet sich "Radio Sud-Ouest". Ab dem 30. Juni 1930 nennt sich die Station mit Studio und Sender an der Rue du Loup "Radio Bordeaux Sud-Ouest".
01.12.1924 Radio Lyon beginnt mit Testsendungen. Offizieller Start des Privatsenders ist am 1. April 1925. Studio und Sender sind an der Rue de Marseille in Lyon beheimatet. Im Laufe der Zeit kommen Studios in St. Etienne und Vichy dazu. 1935 wird ein neuer Sender in Dardilly in Dienst genommen. Das populäre Variété- und Konzertprogramm beinhaltet auch Nachrichtensendungen.
Am 22. August 1944 werden die Sendeanlagen von Radio Lyon von den Deutschen zerstört.
03.12.1924 Im Süden Berlins wird die Errichtung des 243 m hohen Funkmastes für die Großfunkstelle Königswusterhausen begonnen. Für viele Jahre war dieser freistehende Stahlfachwerkturm das höchste Bauwerk Deutschlands.
04.12.1924 Vom 4. bis 14.12.1924 findet die 1. "Große Deutsche Funkausstellung" in Berlin statt. Eröffnet wurde sie von Hans Bredow im Beisein des Reichspräsidenten Friedrich Ebert und Berlins Oberbürgermeister Dr. Böß.
05.12.1924 Abschaltung des Senders Berlin-Voxhaus. Die „Funkstunde“ wurde nur noch über den Sender am Magdeburger Platz abgestrahlt.
10.12.1924 In Durban (Südafrika) wird ein stadteigener Radiosender in Betrieb genommen.
24.12.1924 Die Rundfunkgesellschaft "Nederlandse Christelijke Radio Vereeniging" (NCRV) nimmt den Programmdienst auf. Für ein Jahr wird der "NSF"-Sender in Hilversum gemietet, der jeden Mittwochabend das "NCRV"-Programm ausstrahlt.
31.12.1924 Bisher wurden in Deutschland 584.749 Rundfunkgenehmigungen erteilt.
Dezember 1924 Ende Dezember 1924 registrierte die Reichspost in ihrem Direktionsbezirk Leipzig 48.000 Gebührenzahler.
Sendebeginn in Hannover, 0,25 kW; 530 kHz
1924 Es gibt in Deutschland 187 von der RTV zugelassene Firmen. 73 Firmen liefern in Deutschland zugelassene Apparate und Teile. Weiterhin gab es 26 Firmen, die Apparate und Einzelteile liefern, aber nicht zugelassen waren.
Es findet die erste Internationale Wellenkonferenz statt. Sie legt die Frequenzen für die vielfältigen Dienste und Bereiche für Amateure fest.
1924 kostete ein Radio mit 4 Röhren (nach damaligen Stand ein optimaler Empfänger) zwischen 400 und 500 Reichsmark. Ein einfacher Detktorempfänger kostete ca. 70 RM. Ein gelernter Arbeiter (verheiratet, 2 Kinder) verdiente jedoch im Schnitt 88 Pfennige pro Stunde, ein kleiner Angestellter ca. 160 RM im Monat. Als Folge entstand ein neues Hobby: Schwarzhören.
Auf den Betrieb eines selbstgebauten, nicht genehmigten, Empfängers wurden vom Staat erhebliche Geldstrafen erhoben, sogar Gefängnisstrafen bis zu 6 Monaten.

In St. Johns (Neufundland) nimmt ein kirchlicher Sender mit dem Rufzeichen "VCWR" den regelmässigen Betrieb auf.

Als erste Rundfunkstation Marokkos meldet sich in Casablanca der 500 W-Sender "CNL" auf 250 m. Ende der 20er Jahre nimmt der Mittelwellensender "AIN", ebenfalls in Casablanca den Programmdienst auf. In Rabat wird gleichzeitig der Sender "CNR" eingeschaltet.

In Anchorage, Alaska, nimmt die Station "KFQD" den Betrieb auf. Das Programm wird mit 100 W auf 1.320 kHz ausgestrahlt.

Die Brüder Francois und Marcel Ahnen erwerben die erste Rundfunklizenz in Luxemburg. Vom Dachboden ihres Hauses an der Rue Beaumont Nr 28 in Luxemburg-Stadt melden sie sich als "Radio Luxemburg". Mit ihrem 100 W-Sender übertragen sie hauptsächlich die Militärkonzerte aus dem Musikpavillon der Innenstadt.

Hennry Field, der Besitzer des gleichnamigen Samenvertriebs, eröffnet in Shenandoah (Iowa) seine Broadcastingstation mit dem Rufzeichen "KFNF". Die 500 W-Station preist auf 1.130 kHz den dortigen Farmern die Produkte der "Hennry Field Seed Co." an.

In der Zeit von 1924 bis 1939 entstehen in Frankreich im Rahmen eines Konzessionssystems zahlreiche private Radiostationen wie "Radio Normandie", "Radio Toulouse", "Radio Côte d'Azur", "Radio Béziers", "Poste Parisien", "Radio Marseille-Provence" und "Radio Agen". Der Lebensnerv der privaten Sender ist die Reklame. Aus ihren Einnahmen müssen der Bau und Betrieb der Station sowie die gesamten Programmkosten bestritten werden. Die Reklameeinnahmen des größten Senders, "Poste Parisien" mit 60 kW Sendeleistung, belaufen sich täglich auf etwa 18.000 sFr. Auch die französischen Staatssender, mit Ausnahme von "Radio Paris" und "Tour Eiffel", beteiligen sich am Werbegeschäft.

In München überträgt die Oberpostdirektion Darbietungen der Staatsoper über spezielle Hörleitungen in sog. Opernhörräume oder über Fernsprechleitungen in die Wohnungen der Fernsprechteilnehmer.
Die Stempelungspflicht für Detektorgeräte in Deutschland wird aufgehoben und der Selbstbau von "Detektorempfängern ohne Verstärker" freigegeben.
Anfang 1924 ersetzt man im Deutschen Rundfunk das einfache Kohlekörnermikrophon durch eine Anordnung aus zwölf Kohlekörnerkapseln, ohne damit entscheidende Fortschritte zu erzielen. Im Februar wird das von der Triergon-Gruppe für den Tonfilm entwickelte Lichtbogenmikrophon (Kathodophon) versuchsweise eingeführt. Bei diesem Mikrophon wird die Intensität eines Ionenstroms durch die Schallwellen geändert. Obwohl es einen großen Frequenzbereich umfasst und nur geringe Verzerrungen aufweist, kann sich dieser Mikrofontyp nicht durchsetzen, da im Betrieb häufig elektrische Entladungen und infolgedessen starke Knackgeräusche auftreten. Bei dem am 5. April 1924 eingeführten Bändchenmikrophon der Firma Siemens & Halske bewegen die Schallwellen ein dünnes Aluminiumbändchen zwischen den Polen eines Elektromagneten, wodurch in dem Bändchen elektrische Spannungen induziert werden. Ein Nachteil des Bändchenmikrophons ist seine Unhandlichkeit. Man entscheidet sich daher Ende 1924 für das nach seinem Erfinder E. Reisz benannte Reiszmikrophon, das in einem Marmorblock Kohlepulver verschiedener Körnung enthält und einen Übertragungsbereich zwischen 50 und 6.000 Hz besitzt.

Edward Kellogg und Chester Rice (General Electronic Co.) erfinden den elektrodynamischen Konuslautsprecher, der noch heute verwendet wird. Der Lautsprecher löst die lautverstärkenden Trichter der Grammophone und Rundfunkempfänger ab.

Die Rundfunkgebühr in Deutschland wird zum Jahresbeginn von 24 auf 60 Mark jährlich angehoben. Um dem Schwarzhören entgegenzutreten und die Verbreitung des neuen Mediums zu fördern, wird die Gebühr aber schon zum 1. April wieder auf monatlich 2 Mark reduziert.
Gründung der Deutschen Welle GmbH, Berlin, als zentraler Rundfunkgesellschaft mit einem reichsweiten Bildungsprogramm (Sendebeginn 1926).

01.01.1925 Die "British Broadcasting Company" nimmt den Langwellensender Daventry (Borough Hill) im Versuch Betrieb. Der 25 kW-Sender mit dem Rufzeichen "5XX" verbreitet das Programm landesweit auf 1.600 m.
08.01.1925 Der "Hilversumsche Draatlooze Omroep" (HDO) veröffentlicht die erste Programmzeitschrift in den Niederlanden - "Radio Luistergids".
13.01.1925 Der Pariser Sender "Tour Eiffel" (2.600 m) strahlt unter dem Titel "Journal Parlé" zum ersten Mal Nachrichtensendungen aus.
20.01.1925 Der Wiener Stubenringsender verbreitet das Programm mit 0,7 kW.
31.01.1925 Der Rundfunksender Stuttgart strahlt die ersten über Kurzwelle empfangenen Darbietungen aus Pittsburgh (USA).
Januar 1925 In Österreich wird der 100.000. Rundfunkteilnehmer registriert. Die RAVAG bezieht die neuen Studioräume an der Johannesgasse in Wien.
01.02.1925 Polnische Rundfunkgerätehersteller eröffnen mit englischer und französischer Unterstützung eine Versuchsstation mit dem Ziel, Radiogeräte zu vermarkten. Der 0,5 kW-Sender arbeitet auf 385 m und steht in Warschau. Jedoch wird keine Lizenz vergeben und der Sendebetrieb im Frühling 1926 wieder eingestellt.
12.02.1925 Eine Gruppe von Firmen und interessierten Kreisen gründet in Norwegen eine Aktiengesellschaft mit der Absicht, eine Sendekonzession von der Regierung zu erhalten.
09.03.1925 Der Arzt Dr. Louis L. Sherman eröffnet in San Francisco die Station "KFUS". Über den 50 W-Western-Electric-Sender werden medizinische Tips und religiöse Programme der umliegenden christlichen Gemeinden verbreitet. 1928 wird die Lizenz von der "Federal Radio Commission" zurückgezogen, weil Frequenzprobleme nicht behoben wurden.
10.03.1925 In Genf wird nach Meinungsunterschieden zwischen Genf und Lausanne die "Société Emissions Radio Genéve" gegründet. Das Studio befindet sich im Hotel Métropole, von wo aus weiterhin der Sender auf dem Flugplatz Cointrin bedient wird. Die offizielle Einweihung von "Radio Genéve" findet am 13. und 15. Oktober 1925 statt.
14.03.1925 "NORAG" überträgt ein Programm des britischen Senders Chelmsford über Ballempfang auf die angeschlossenen Sender. Der drahtlose Weg ist für einen regelmässigen Programmaustausch wegen der atmosphärischen Störungen und der Schwunderscheinungen nicht gut geeignet. Man bemüht sich, diese Mängel durch gleichzeitige Ausstrahlung desselben Programms auf mehreren Kurzwellenfrequenzen auszugleichen.
22.03.1925 Der Radiosender Tokio beginnt mit der Abstrahlung von Rundfunksendungen, gefolgt von Stationen in Osaka und Nagoya. Diese drei Stationen sind nur kurze Zeit in Betrieb. Anderthalb Jahre später ruft der japanische Kommunikationsminister die landesweite Sendekette "Nippon Hoso Kyokai" (NHK) ins Leben. Zur Eröffnung der Tokio-Station weist der erste Intendant, Shimpéi Gotô, auf die Funktionen des Rundfunks hin, nämlich kulturelle Chancengleichheit, Unterhaltung für die Familien, Aufklärung der Gesellschaft und Dienst für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
29.03.1925 Die "Colburn Radio Laboratories" in San Francisco meldet sich mit der Station "KFUU" dreimal wöchentlich mit einem Schallplattenprogramm im Äther. Nach einem halben Jahr wird die Sendelizenz an die "Matthewson Motors" in Oakland verkauft.
31.03.1925 Verstärkung des Senders Münster auf 3 KW.
04.04.1925 Gründung des Weltrundfunkvereins (Union Internationale de Radiodiffusion, UIR) in Genf auf private Initiative. Als erste internationale Organisation befasst diese sich mit einer internationalen Ordnung für die Frequenzzuteilung an Rundfunksender.
11.04.1925 Der erste kommerzielle Radiosportreporter der Welt ist der Australier Mick Ferry. Er beginnt seine Karriere mit einer Reportage vom Pferderennen in Randwick für die Station "2FC" in Sydney.
16.04.1925 Aus der Villa Schmidt an der Rue Monié in Toulouse meldet sich der Privatsender Radio Toulouse. Zum Ansagerteam gehören Jean Roy, Louise Bigorre, Maddy Bertel und Henri Botta. Als Direktor zeichnet Jaques Tremoulet.
29.04.1925 Erste reguläre Sendung der privaten norwegischen Rundfunkgesellschaft "Kristiana Kringkastingsselskapet A/S". Die Station sendet von Oslo aus auf 682 kHz Im Verlaufe der nächsten Jahre etablieren sich noch drei weitere Stationen in Bergen, Alesund und Tromso, die eine kurzbefristete Sendelizenz erhalten.
15.05.1925 Die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) wird als Dachorganisation von 9 Rundfunkgesellschaften, mit Ausnahme der "Deutschen Stunde in Bayern", gegründet.
01.06.1925 Hans Bredow wird Leiter der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG).
16.06.1925 Aus einem Hotelzimmer in Batavia (Indonesien) beginnt die "Bataviase Radio-Vereeniging" als Sprachrohr der niederländischen Kolonialregierung zu senden. Täglich wird ein dreistündiges niederländisches Programm ausgestrahlt. Innerhalb weniger Jahre etabliert sich ein Dutzend weiterer privater Rundfunkunternehmen, die vor allem auf Java und Sumatra aktiv sind.
17.06.1925 Die japanische Kolonialregierung eröffnet in der Stadt Taipeh den 50 W-Sender "Radio Taiwan".
20.06.1925 Mit dem Rufzeichen "OAX" meldet sich "Radio Peru" im Äther.
Juni 1925 Im Juni 1925 wurden im Direktionsbereich Leipzig der Reichspost die Grenze von 100.000 registrierten Gebührenzahlern überschritten.
01.07.1925 Mit einem Testprogramm meldet sich Radio Marseille PTT aus dem Hôtel des Postes in Marseille. Im September 1939 werden die Sendungen eingestellt.
07.07.1925 Radio Marseille PTT sendet jetzt offiziell aus dem Hôtel des Postes in Marseille. Im September 1939 werden die Sendungen eingestellt.
27.07.1925 Die "British Broadcasting Company" nimmt den regulären Sendebetrieb über Langwellensender Daventry (Borough Hill) in Betrieb. Der 25 kW-Sender mit dem Rufzeichen "5XX" verbreitet das Programm landesweit auf 1.600 m.
Juli 1925 Der französische Privatsender Radio Béziers meldet sich im Äther. Studio und Sender sind an der rue Capus in Béziers untergebracht. Der Name Radio Midi wird am 14. Oktober 1935 eingeführt. Das populäre Unterhaltungsprogramm bestehend aus Konzerten, Variété und Jazz wird bis zum Sendeschluss am 26. Juni 1936 beibehalten.
15.08.1925 Gründung der "Radiogenossenschaft Bern" mit einem Genossenschaftskapital von 150.000 Franken. Ihr eigener Sender wird in Verbindung mit der Marconi-Gesellschaft für drahtlose Telegraphie (Direktor Dr. Fritz Rothen) in Münchenbuchsee errichtet.
18.08.1925 Gründung der Gesellschaft "Polskie Radio". Vom Staat erhält sie eine Sendelizenz.
01.09.1925 "Bekanntmachung über den Unterhaltungsrundfunk":
In dieser wurden alle bisherigen Vorschriften aufgehoben, damit bekamen alle Bastler freie Fahrt für ihr Tun. Hören durften sie allerdings auch mit ihren selbstgebastelten Geräten nur, wenn die seit Mai 1924 geltende monatliche Rundfunkgebür von 2,00 RM bezahlt wurde.
04.09.1925 2. "Große Deutsche Funkausstellung" vom 4. bis 13.9.1925 in Berlin. Zu dieser Zeit registrierte die Reichspost rund 1 Million Rundfunkempfänger, darunter rund 500.000 Bastelgeräte.
11.09.1925 Vertrag zwischen dem "Verband zum Schutze musikalischer Aufführungsrechte" und der "Genossenschaft Deutscher Tonsetzer" mit der "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" über die Zahlung von Autorenlizenzen.
25.09.1925
Aufnahme des Sendebetriebes vom Berliner Funkturm Witzleben.
Quelle: [33]
September 1925 L. N. Smith führt in Nashville die Rundfunkstation "WDAD" ein. Vaters Radiogeschäft an der Eight Avenue North beherbergt Sender und Studio.
02.10.1925 Dem Schotten John L. Baird gelang es, noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bewegte Halbton-Bilder von einem Zimmer ins Andere zu übertragen. Er war somit seinen Rivalen, welche bis danhin noch mit Schattenbildern experimentierten, um Riesenschritte voraus. Zu ihnen gehörten der ungarische Erfinder Denis v. Mihaly, der Amerikaner C.F. Jenkins und der deutsche Physiker A. Karolus.
04.10.1925 Der "NSF"-Sender in Hilversum strahlt die erste Sendung der "KRO"-Radiovereinigung aus.
05.10.1925 Mit einem Signal von 1 kW sucht sich die Station "WSM" (We Shield Millions) aus Nashville einen Platz im Äther. Betrieben wird die Station von der "National Life and Accident"-Versicherung an der Seventh Avenue, wo auch die Studios und Sender untergebracht sind. Vize-Präsident Erwin W. Craig ist fasziniert vom neuen Medium Radio, und will auf diese Weise neue Lebensversicherungskunden gewinnen.
1927 wird die Sendeleistung auf 5 kW erhöht. Als "Clear-Channel"- Station (Exklusiv-Frequenz) sendet "WSM" ab 1939 mit 50 kW.
Die wöchentliche Live-Übertragung von "Country-Music" aus dem Grand Ole Opry House, trägt sehr zur Popularität des Senders bei, trifft er doch genau den musikalischen Geschmack der ländlichen Bevölkerung.
13.10.1925 In der Zeit vom 13. - 15. 10 wird "Radio Genéve" in Genf offiziell eingeweiht.
15.10.1925 Die "Watchtower Society (Zeugen Jehovas) eröffnet in Oakland ihre Station "KFWM". Die Frequenz wird mit der "Glad Thidings Temple"- Organisation geteilt, die ihrerseits mit der Station "KGTT" am 30. November 1925 startet. Pastor Robert J. Craig ist zugleich Stationsmanager und Ansager.
01.11.1925 Mit einer Direktübertragung von "Madame Butterfly" aus dem Rigaer Opernhaus findet die offizielle Eröffnung des staatlichen Hörfunks Lettlands statt, Anfangs wird von 20 bis 22 Uhr gesendet, je eine Stunde Nachrichten und Musik. Ein eigenes Radiosinfonieorchester wird 1926 aus einem Trio geschaffen und besteht in den 30er Jahren schon aus 40 Musikern. Die erste Radioreportage am 29. Juni 1929 berichtet vom Empfang des schwedischen Königs in Riga.
In Amsterdam wird die Radiovereinigung "VARA" (Vereeniging van Arbeiders Radio Amateurs) gegründet.
07.11.1925 Über den "NSF"-Sender meldet sich die "VARA" (Vereeniging van Arbeiders Radio Amateurs) Amsterdam erstmals im Äther.
15.11.1925 Inbetriebnahme des Rundfunksenders in Gleiwitz, Stadtteil Petersdorf. Zum Senden verwendete er eine T-Antenne, die an zwei 75 Meter hohen Stahltürmen befestigt war. Er diente als Relaisstation für die „Schlesische Funkstunde“ mit Sitz in Breslau. Er sendete kein eigenes Rundfunkprogramm.
19.11.1925 Eröffnung der Station "Radio Bern". Die Sprecherin Betty Spengler meldet erstmals im Äther: "Hallo, hier Radio Bern auf Welle 302". Das Programm aus dem Studio im Kursaalwird über einen Sender der Telegrafie-Sendestation Münchenbuchsee ausgestrahlt.
22.11.1925 Als 25jähriger nimmt Louis Armstrong in Chicago seine erste Platte auf.
24.11.1925 Der "Katholieke Radio Omroep" nimmt den Sendebetrieb offiziell auf. Jeden Dienstag steht der "NSF"-Sender der "KRO" zur Verfügung.
26.11.1925 Die Versuchssendungen der Gesellschaft "Polskie Radio" beginnen.
01.12.1925 Ein festliches Konzert gibt den Auftakt zur ersten Radiosendung in Ungarn.
24.12.1925 Vierzehn Tage nach Sendeerlaubnis strahlt Radio Strassbourg als erster Privatsender im Osten von Frankreich sein Programm aus.
Dezember 1925 Es gab 1 Million Rundfunkteilnehmer in Deutschland.
1925 Einführung der Morgengymnastik im Rundfunk.
In Deutschland stellen noch rund 60 Firmen Rundfunkgeräte her.
Aus der Rue de la République in Montpellier, wo Studio und Sender untergebracht sind, meldet sich Radio Montpellie bis 1944.
Die erste peruanische Radiostation wird gegründet. Nach nur zwei Jahren meldet die private "Peruvian Broadcasting Company" Konkurs an und wird vom Staat übernommen. Als "Radio Nacional" sendet sie weiter.
Zwei 200 W-Sender von Telefunken bringen in Afghanistan "Radio Kabul" in den Äther. Die Sender befinden sich in Kabul und Kandahar. In Kabul verteilt die Regierung anfangs 30, später 1.000 Empfangsgeräte unter die Bevölkerung.
Private Kreise führen in Algerien den Rundfunk ein. Die Station "8DB" sendet mit 100 Watt auf 1.665 kHz. 1926 erhält Algier einen staatlichen Sender von 0,5 kW, der vier Jahre darauf durch eine neue Station mit 11,5 kW ersetzt und später mit Nebensender in Constantine, Bône und Oran verbunden wird. Die Programme werden von der Hörervereinigung "Amicale de la Radio" betreut, die auch Werbesendungen ausstrahlen darf.

Die erste Radiostation in Grönland, ein 500 W-Sender, wird für den Schiffsfunk in Betrieb genommen. Täglich wird ein 45-minütiges Nachrichtenprogramm für die Fischer und Bewohner von Godhab ausgestrahlt.
Das Elektrotechnische Institut der Bukarester Universität setzt den ersten 100 W-Versuchssender in Betrieb. Einige Monate später wird auch ein 500 W-Sender der Postverwaltung eingeschaltet.
Dem Physiker und Hochfrequenztechniker Abraham Esau gelingt es mit seinen Mitarbeitern am Technisch-Physikalischen Institut der Universität Jena auf einer Wellenlänge von drei Metern einen Sender mit 100 W Leistung zu betreiben. Die Modulation dieses Senders kann mit einem selbstgebauten Laborempfänger, einem rückgekoppelten Audion mit drei Niederfrequenzstufen, im Winter 1925/26 noch in 40 km Entfernung empfangen werden.
Gründung der zentralen Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mbH in Berlin zur Wahrnehmung gemeinsamer Interessen der regionalen Sendegesellschaften.


Mädchen mit Rundfunkdetektor und Kopfhörern
Quelle: [13]

01.01.1926 Es gab 1.022.000 angemeldete Hörer in Deutschland.
Aus Dublin meldet sich die irische Station ""Dublin 2RN"". Zum Einsatz gelangt ein 1 kW-Marconi-Sender, der im Umkreis von 80 Meilen hörbar ist. Der Rundfunk in Irland ist bis 1960 der direkten staatlichen Kontrolle unterstellt.
07.01.1926
Gründung der "Deutsche Welle GmbH" in Berlin und Sendebeginn - Deutschlandsender in Königs Wusterhausen (LW).
Die Funktürme des Deutschlandsenders in Königs Wusterhausen 1926
Quelle: [11] Bild 102-00863A / CC-BY-SA
22.01.1926 Mit 500 W meldet sich in San Francisco die Station "KFWI" auf 1.200 kHz. Betrieben wird der Sender von der "Radio Entertainments, Inc.". Stationsmanager wird Thomas Catton, der Gründer der Station "KFRC". Nach der Auflage der "Federal Radio Commission", die neue Frequenz 930 kHz mit der Station "KFWM" in Oakland zu teilen, und finanziellen Problemen, wird der Sendebetrieb 1933 eingestellt.
27.01.1926 Die erste öffentliche Fernsehvorführung zeigt der Schotte John Logie Baird, der eine Weiterentwicklung des mechanischen Bildfeldreglers benutzt, den Paul Nipkow im Jahre 1883 entwickelt hat. In seiner Wohnung in London demonstriert er die "Noctovision".
30.01.1926 Die Radio-Verkehrs AG eröffnet den 7 kW-Sender auf dem Rosenhügel in Wien. Am 8. Mai 1928 wird er auf 15 kW verstärkt.
03.02.1926 Gründung der "Radiogenossenschaft Basel" mit einem Gründungskapital von 35.100 Franken. Für ihre Sendungen mietet sie den Flugplatzsender hinter dem Basler Zeughaus. Das erste Studio ist im SBB-Bahnhofsgebäude untergebracht. Die Aufgaben werden folgendermaßen definiert: "Die Genossenschaft bezweckt, in Basel einen lokalen, öffentlichen Rundspruchdienst einzurichten, auf Grund einer Konzession des Eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartements und unter Benützung der Sendestation der Genossenschaft Aviatik Basel. Zu den Aufgaben des Unternehmens gehören: Die Emission von musikalischen und literarischen Darbietungen aller Art, von Vorträgen, Tagesneuigkeiten, wirtschaftlichen Mitteilungen, Sportnachrichten, Wetterberichten, Zeitzeichen und Mitteilungen von allgemeinem Interesse. Die Radiogenossenschaft hat keine Erwerbsabsichten".
21.02.1926 Der türkischen Postverwaltung wird das Hörfunkmonopol übertragen. Im darauf folgenden Jahr erhält die "Türkische Drahtlose Telefon AG", an der auch die Post beteiligt ist, eine staatliche Konzession von der Postverwaltung für zehn Jahre Radioprogramme auszustrahlen.
26.02.1926 Die Deutsche Reichspost tritt der RRG bei und übernimmt gleichzeitig Gesellschafteranteile i.H. von 51%. Somit lag Verwaltung und Wirtschaft in den Händen der Reichspost.
Februar 1926 Versuchsweise werden die ersten Kurzwellensendungen der "RAVAG" in Richtung USA ausgestrahlt. Im Frühjahr 1928 wird das österreichische Mittelwellenprogramm auch auf der Kurzwelle verbreitet.
15.03.1926 Die "Union Radiophonique Suisse", eine Vereinigung schweizerischer Sendestationen und Vorläuferin der späteren "Schweizerischen Rundspruchgesellschaft" (SRG), wird in Bern gegründet. Der Union treten die Radiogenossenschaften von Bern, Lausanne, Genf und etwas später Basel bei. 1928 gesellt sich auch Zürich dazu.
18.03.1926 Erste schweizerische Gemeinschaftssendung der Studios Bern, Lausanne und Genf.
26.03.1926 Mit der Einweihung eines neuen, von der Stadt Lausanne sowie dem Kanton Waadt finanzierten, Marconi-Senders erweitert die "Société Romande de Radiodiffusion" ihr Einzugsgebiet über den Kanton Waadt hinaus auf die Kantone Neuenburg, Freiburg und Wallis.
28.03.1926 Aus dem Palais de la Bourse in Toulon meldet sich der Privatsender Radio Toulon.
30.03.1926 In Island nimmt der erste Privatsender den Rundfunkdienst auf. Das erste Rundfunkgesetz aus dem Jahre 1925 wird etwas später durch ein neues abgelöst, das keine Privatsender mehr vorsieht.
März 1926 Erstmals meldet sich in Paris der Privatsender Radio LL aus dem Studio an der Rue de Javel, wo auch der Sender steht. Gründer und Direktor ist Lucien Lévy. Seit dem 29. September 1935 nennt sich die Station Radio Cite mit neuem Studio an der Boulevard Haussmann. Neuer Besitzer ist Marchel Bleustein.
01.04.1926 Die Marconi Gesellschaft Bern beordert ihren Mitarbeiter Albert Müller nach Basel, um das zukünftige Studio van "Radio Basel" an der Zentralbahnstrasse einzurichten.
18.04.1926 Die Gesellschaft "Polskie Radio" beginnt 17 Uhr mit der ersten regulären Sendung des ständigen Rundfunkprogramms aus Warschau auf 460 m mit einer Sendeleistung von 1,5 kW. Dieser Tag wird als Geburtsstunde des polnischen Rundfunks bezeichnet. Im Jahre 1927 werden die Stationen in Krakau und Poznan eröffnet.
15.05.1926 Auf dem Gebiet des damaligen Königreichs Serbien, Kroatien und Slowenien nimmt "Radio Zagreb" den Sendebetrieb auf (Mittelwelle 350 m). In den folgenden Jahren werden die Sender Belgrad und Skopje eröffnet. Bis zur Verstaatlichung 1940 ist "Radio Zagreb" privatrechtlich als Aktiengesellschaft organisiert. Nach 1940 werden die ersten Regionalstudios in Dubrovnik, Banja Luka und Sarajevo in Betrieb genommen. 1952 tritt "Radio Zagreb" dem Zusammenschluss der Rundfunkanstalten Jugoslawiens "JRT" bei.
30.05.1926 Die niederländische Radioorganisation "Vrijzinnig Protestantse Radio Omroep" (VPRO) nimmt von Hilversum aus den Sendebetrieb auf.
31.05.1926 Über den Telefoniesender der Aviatik bei Basel beginnt "Radio Basel" mit Versuchssendungen. Die musikalische Ausrüstung des Studios im SBB-Bahnhof besteht aus einem Ibach-Flügel, einem Hinkel-Harmonium und einem Grammofonapparat "His Masters Voice". Sie waren sämtlich von der Firma Hug & Co. "freundlichst zur Verfügung gestellt", wie jeweils im offiziellen Programmheft, der "Radio-Zeitung", und in der Mikrofonansage angezeigt wurde.
01.06.1926 Hans Bredow wird zum Rundfunkkommissar des Reichspostministers ernannt.
12.06.1926 Der litauische Rundfunk führt mit "Radio Kaunas" den regulären Rundfunkdienst ein. Mit dem Sturz der verfassungsmässigen Regierung der linken Mitte durch einen Militärputsch am 17. Dezember 1926 entstand in Litauen ein autoritäres Präsidialregime, was zu einer Einschränkung der Pressefreiheit führte. Der Rundfunk stand so fast von Beginn an unter staatlicher Aufsicht und politischer Zensur.
19.06.1926 Offizielle Eröffnung von "Radio Basel" und Inbetriebnahme des Studios im Central-Bahnhof. Das Eröffnungsprogramm findet am folgenden Tag statt und wird über den 0,24 kW-Telefoniesender des Flugplatzes Sternenfeld auf der Welle 1.000 Meter ausgestrahlt. Die "Radiogenossenschaft Basel", gegründet von Wilhelm Meile und Physikprofessor Hans Zickendraht, produziert ab jetzt ein tägliches Programm von fast zwei Stunden, das mit den 22 Uhr-Nachrichten der Schweizerischen Depeschenagentur beendet wird. Der Sendebeginn variiert zwischen 19.30 und 20.15 Uhr, abhängig von der Landung des letzten Flugzeuges. Noch im gleichen Jahr schließen sich die Basler Pioniere der "Union Schweizerischer Radiostationen" und so den anderen Städtesendern an.
25.06.1926 Rechnungslegung für den Funkturm Berlin-Witzleben durch die Firma Hein, Lehmann & Co. AG., Berlin-Reinickendorf. Ihre Höhe betrug 203.660 RM.
Juni 1926 In den "Philips"-Werken in Eindhoven werden mit einem 300 W-Kurzwellensender Testsendungen im 90 m-Band durchgeführt.
Juli 1926 Die "RAVAG" verlegt das Studio in die Wiener Innenstadt. In der Johannesgasse wird ein altes Schulhaus als Radiostudio eingerichtet.
03.08.1926 Der slowakische Sender Bratislava nimmt den Betrieb aus einem provisorischen Studio auf. Das Radio meldet sich mit den Worten: „Hallo Bratislava, wir senden auf der 300 m-Welle.“ Auf dem Programm steht ein Musikkonzert. Gesendet wird aus dem Polizeidirektionsgebäude. Im Juni 1929 wird in Prievoz, einem Vorort von Bratislava, ein stärkerer Sender eingeschaltet, der das ganze Land abdeckt.
01.09.1926 Das Telegraphische Reichsamt führt Kurzwellen-Versuchssendungen bis Ende 1927 durch. Zum Einsatz gelangt ein 250 W-Telefunken-Sender in Königs Wusterhausen.
03.09.1926 3. "Große Deutsche Funkausstellung" vom 3. bis 12.9.1926 in Berlin. Am ersten Tag der Funkausstellung wird der Funkturm von Gustav Stresemann und Berlins OB Dr. Böß eingeweiht.
14.09.1926 Gründung der "National Broadcasting Company" (NBC). In diesem "Network" sind verschiedene amerikanische Radiostationen zusammengeschlossen, die sich in so genannte "Red"- und "Blue"-Gruppen unterteilen. "NBC" ist eine Tochtergesellschaft der "RCA"-Gruppe.
20.09.1926 Feierliche Eröffnung des Senders Danzig, der von nun an die Programme der "Königsberger Rundfunkgesellschaft" (ORAG) verbreitet.
30.10.1926 In Korea meldet sich das "Korean Broadcasting System" mit einem Rundfunkprogramm im Äther.
Oktober 1926 Als erste von den Chinesen errichtete Rundfunkstation, nimmt "Radio Haarbin" den Sendebetrieb auf.
01.11.1926 Radio Belgique eröffnet einen täglichen Nachrichtendienst.
14.11.1926 Der erste Versuch, in Europa eine Ordnung in die rasch wachsende Anzahl an Rundfunkstationen zu bringen, fand 1926 in Genf statt. Im Mittelwellenbereich 500 bis 1.500 kHz wurden in einem Raster von 10 kHz 99 Kanäle festgelegt, wovon 77 exklusiv für jeweils nur einen leistungsstarken Sender vergeben wurden, während die übrigen 20 Kanäle (in Deutsch Gemeinschaftswellen genannt) mit 2 bis 10 Sendern geringer Leistung (maximal 0,5 kW) belegt wurden. Deutschland erhält 12 Haupt- und 11 Gemeinschaftswellen. Der "Genfer Wellenplan" trat am 14. November 1926 in Kraft und verursachte heftige Kontroversen, da die Beschränkungen kaum Entwicklungsmöglichkeiten für das neue Medium erlaubten.
18.11.1926 Der französische Privatsender Radio Fécamp beginnt zu senden. Betrieben wird die Station vom Radio-Club Fécamp der bereits 1925 erste Testsendungen mit 20 W Leistung durchführte. Am 7. Juli 1928 wird die Station umbenannt in Radio Normandie. Das Studio ist in der Villa la Grandière an der rue Théagène-Boufart in Fécamp untergebracht. Ab April 1933 stehen zwei Sendemaste von 100 bez. 113 m bereit. Ein 25 kW-Sender wird am 12. Dezember 1938 eingeschaltet , der von nun an täglich von 6.30 bis 1.00 Uhr das Programm von Radio Normandie auf 269,5 m verbreitet. Die populären Ansager Francine Lemaitre und Roland Violette bestreiten das Programm bis zum Sendeschluss am 7. September 1939. Im Juni 1940 wird die Station von der deutschen Besatzungsmacht als Relaissender für Radio Paris eingesetzt.
01.12.1926 Der Ingenieur Ferinand Vitus startet in Paris sein Radio Vitus. Studio und Sender sind an der Rue Damrémont untergebracht.
18.12.1926 Nach ersten Versuchssendungen im Januar 1924, nimmt nun der Estnische Rundfunk seine reguläre Programmtätigkeit auf. Er verfügt über Studios in Tallinn und Tartu. Die erste estnische Radiostation war das ursprünglich privat finanzierte "Raadio Ringhääling" (RR) mit Vertretern von Philips und Telefunken im Vorstand. Diese Gesellschaft erhielt das Monopol, in Estland zu senden sowie Radioempfänger zu importieren und zu verkaufen. Im Dezember 1925 billigte das estnische Parlament ein Rundfunkgesetz, nachdem bereits 1923 ein Pressegesetz verabschiedet worden war. Dem Rundfunkgesetz zufolge gehörten die exklusiven Rundfunkrechte dem estnischen Staat, der aber unter bestimmten Bedingungen dieses Monopol auf private oder staatliche Aktiengesellschaften oder Privatpersonen delegieren konnte. Im Januar 1927 wurde eine Rundfunkgebühr eingeführt. Um eine landesweite Radioübertragung zu erreichen, wurde als Ergänzung zu Tallinn 1937 eine neue Station im zentralen Estland, in Türi, gebaut. Der Mast dieser Station war mit 197 Metern der höchste im Baltikum.
31.12.1926 Die "British Broadcasting Company" wird aufgelöst.
1926 Erste Radios mit Netzversorgung.
Der deutsche Hochfrequenzphysiker Manfred von Ardenne entwickelt bei LOEWE die erste Niederfrequenz-Mehrfach-Verstärkerröhre und ermöglicht dadurch, dass im Jahre 1926 ein sehr preiswerter und qualitativ hochwertiger Orts-Rundfunkempfänger gebaut werden kann.
Aus Antwerpen meldet sich die gleichnamige private Radiostation mit dem Rufzeichen „ON4ED“. Da die Sendeantenne auf einem Kirchturm montiert ist, erhält der populäre Sender bald den Übernamen Radio Kerkske (kleine Kirche). Im zweiten Weltkrieg verstummt die Station und der Betreiber, Georges de Caluwe zerstört die Sendeeinrichtung. Nach Kriegsende bringt er Radio Antwerpen für kurze Zeit nochmals in den Äther, aber das neue belgische Rundfunkgesetz sieht keine privaten Radiostationen mehr vor.
Der erste Radiosender Venezuelas, die Station "AYRE", nimmt den Betrieb auf. Vier Jahre später folgt der bekannte Sender "Broadcasting Caracas" der heute unter den Inizialen "RCR" arbeitet.

Die Reichsregierung erläßt "Richtlinien über die Regelung des Rundfunks". Es werden Politische Überwachungsausschüsse und Kulturbeiräte eingerichtet, die dem Reich und den Ländern Mitwirkungsrechte bei Programmfragen und - durch Mehrheitsanteile an den einzelnen Sendegesellschaften - auch bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Rundfunks sichern. Die Regierungen des Reiches und der Länder dürfen jederzeit "Auflagenachrichten" verbreiten lassen.
Die Drahlose Dienst AG wird zur Nachrichtenstelle des deutschen Rundfunks und damit zur zentralen Nachrichtenredaktion bestimmt.
Der bisherige Staatssekretär im Reichspostministerium Hans Bredow wird Rundfunkkommissar des Reichspostministers und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft.
Hans Bredow vor Reisz-Mikrofon, 2. Hälfte der 20er Jahre
Quelle: [13] Hermann Meier

nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 04.09.2014