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bis 1920 1921 - 1926 1927 - 1935 1936 - 1946 1947 - 1955 1956 - 1964 1965 - 1976 1977 - 1983 1984 - 1988 1989 - jetzt Geschichte Old Time Radio

Rundfunkgeschichte − 1927 bis 1935

01.01.1927 Gründung der "British Broadcasting Corporation" (BBC).
15.01.1927 Die "Westdeutsche Rundfunk AG" (WERAG) in Köln löst die "WEFAG" ab. Die Sender Dortmund und Elberfeld verstummen. Ihre Studios werden in Laufe der Zeit geschlossen. Der Sender Münster wird bis zum 31. März 1932 als Nebensender betrieben. Das Programm der "WERAG" verbreitet der Sender Langenberg mit 20 kW Leistung.
Februar 1927 Der amerikanische Kongress schafft mit dem "Radio Act" die Grundlagen für die "Federal Radio Commission" (FRC) als nationales Aufsichtsorgan. Diese Kommission erhält weitgehende Kompetenzen bei der Zuteilung von Frequenzen und bei der technischen Überwachung, aber sie besitzt keinerlei Recht auf inhaltliche Zensur. 1934 reorganisiert die Behörde ihre Kommunikationspolitik. Mit dem "Communications Act" von 1934 wird die "FRC" aufgelöst und neu die "Federal Communications Commission" (FCC) geschaffen.
11.03.1927 In der Nacht vom 11. auf den 12. März kommt die erste Kurzwellenrundfunkverbindung zwischen dem Sender "PCJJ" in Eindhoven und Niederländisch-Indien zustande. Ein Radioamateur in Bandung (Java) bestätigt den Empfang des 35 kW-Senders. Die folgenden, als Test deklarierten, Sendungen werden von dem am 18. Juni 1927 eilends ins Leben gerufenen Rundfunk-Unternehmen "Philips-Omroep Holland-Indie" (PHOHI) betreut. Neben eigenen Sendungen wird auch für kurze Zeit das Programm der Londoner BBC-Stationen "2LO" und "Daventry" auf der Wellenlänge 30,2 m übertragen.
21.03.1927 "Radio Bern" beginnt mit Berichterstattungen direkt aus dem Bundeshaus.
01.04.1927 Ein Theater- und Kinokonzern erwirbt mit Genehmigung der Regierung alle südafrikanischen Rundfunkrechte. Die bisher voneinander unabhängig operierenden Sender werden zur "African Broadcasting Corporation" zusammengeschlossen.
14.04.1927 Der Direktor und Ansager Léon Plouviet eröffnet die Station Radio PTT Nord in Lille. Das offizielle Programm aus dem Studio am Place Simon-Vollant wird am 25. Juni 1927 aufgenommen. 1939 werden die Sendungen eingestellt.
Aus Grenoble meldet sich Radio Alpes-Grenoble. Das Studio befindet sich an der Grande Rue Grenoble. Betrieben wird die Station vom Radio-Club du Dauphiné und der PTT.
27.04.1927 Mit einem Kapital von 100.000 Pfund Sterling wird in London die "Baird Television Development Company" gegründet.
06.05.1927 Die erste türkische Rundfunksendung geht mit Hilfe eines 5 kW-Senders in den Äther. Das Studio der "Türkischen Drahtlosen Telefon AG" ist im Postgebäude von Istambul untergebracht. Ausgebildete Journalisten gibt es so wenig wie gesetzliche Regelungen. Immer am Rande des Ruins, sendet die kleine Gesellschaft zunächst sieben, später nur noch dreieinhalb Stunden täglich.
24.05.1927 John Logie Baird sendet von seinem Labor in London 30-zeilige Fernsehbilder über eine gewöhnliche Fernsprechleitung nach Glasgow. Die stabilen Bilder legen eine Strecke von 438 Meilen zurück.
25.05.1927 Walter S. Lemmon, Radio-Ingenieur und Erfinder erhält von der "Federal Radio Commission" (FRC) eine Lizenz im Raum Boston den ersten offiziellen Kurzwellensender der USA für sein Projekt "World Radio University" zu betreiben. Die Station erhält das Rufzeichen "W1XAL" und beginnt am 15. Oktober 1927 mit Testsendungen. Die regelmässigen Sendungen werden 1931 aufgenommen.
27.05.1927 Aus dem Studio an der Rue du Consulat in Limoges, meldet sich Radio Limoges PTT.
Mai 1927 Die Station "WGY" in Schenectady (New York) strahlt ihr Programm jetzt auch über den Kurzwellensender "2XAF" in Australien aus.
01.06.1927 Der Kurzwellensender "PCJJ" der "Philips"-Werke überträgt eine Rede von Königin Wilhelmina in ihr Kolonialreich.
Der Sender Innsbruck überträgt nun das RAVAG-Programm.
Als Relaissender für Radio Paris PTT beginnt in Rennes Radio Rennes zu senden. Teilweise werden auch eigene Programme aus dem Studio im Hôtel des Postes produziert. Ab 1936 befindet sich der Sender nicht mehr in Rennes, sondern in Thourie.
Der "Hilversumsche Draatlooze Omroep" wird in "Algemeene Nederlandsche Radio Omroep" (ANRO) umbenannt.
23.07.1927 Die "Indian Broadcasting Company" eröffnet in Bombay einen 1,5 kW-Mittelwellensender. Am 26. August 1927 wird in Kalkutta die zweite, gleichstarke Station in Betrieb genommen. Beide Sender haben eine Reichweite von jeweils 30 Meilen. Im Jahre 1930 muss die Gesellschaft Konkurs anmelden. Im gleichen Jahr wird der Rundfunkdienst unter dem Namen "The Indian State Broadcasting Service" von der Regierung übernommen, wo er der Abteilung für Arbeit und Industrie untersteht.
01.08.1927 Das "Heinrich Hertz-Institut" für Schwingungsforschung wird in Berlin-Charlottenburg gegründet.
09.08.1927 Auf der Insel Mauritius, vor der Ostküste Afrikas, gründet Charles Jollivet eine Radiostation. Mit seinem 1 kW-Sender Marke "Eigenbau", zwei Plattenspieler und ein Mikrofon, gestaltet er täglich ein zweistündiges Musik- und Nachrichtenprogramm.
1937 nimmt die "Société des Radiophiles" einen 60 W-Kurzwellensender von "Philips" in Betrieb.
Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges übernimmt das Britische Verteidigungsministerium die Kontrolle über die beiden Stationen und stellt sie in ihre Dienste.
18.09.1927 In den USA beginnt das Vorläuferunternehmen der Columbia Broadcasting System (CBS) mit dem Senden von Radioprogrammen.
01.10.1927 Verlegung der Studioräume von "Radio Zürich" ins Geschäftshaus Sihlporte, Ecke Löwenstrasse / Sihlstrasse.
22.10.1927 Der Langwellensender Huizen wird offiziell von der "KRO" in Dienst genommen. Betrieben wird dieser neue Sender von der "Nederlandsche Draatlooze Omroep", einer Dachorganisation der Rundfunkgesellschaften "NCRV" und "KRO" sowie der "NSF".
02.11.1927
4. "Große Deutsche Funkausstellung" vom 2.11. bis 11.11.1927 in Berlin.

Quelle: [19]
12.11.1927 Die "BBC" strahlt erste Kurzwellen-Versuchssendungen in Richtung "British Empire" aus. Der 20 kW-Kurzwellensender mit dem Rufzeichen "G5SW" befindet sich in Chelmsford und ist auf der Welle 25,43 m während fünf Tagen der Woche zu hören.
25.11.1927 In Washington wird ein neuer Weltfunkvertrag ausgehandelt. An der Konferenz nehmen 400 Vertreter aus 76 Staaten teil. Die Bestimmungen treten am 1. Januar 1929 in Kraft. Der Vertrag verpflichtet in Artikel 10 die Vertragsländer, dafür zu sorgen, dass öffentliche und private Sendestationen nach dem besten Verfahren eingerichtet und betrieben werden, und zwar so, dass sie den radioelektronischen Verkehr oder Dienst der übrigen Vertragsstaaten nicht stören. Dem Rundfunk stehen ein Langwellenbereich von 160 bis 228 kHz und ein Mittelwellenbereich von 675 bis 1.500 kHz zur Verfügung. Im Kurzwellenbereich, der zu Beginn der 20er Jahre von Amateuren erschlossen worden war, erhält der Rundfunk sechs Bänder bei 49, 31, 25, 19, 17, und 14 m Wellenlänge. Überdies wird der "Internationale Beratende Ausschuss für den Funkdienst" (CCIR, Comité Consultatif International des Radiocommunications) gegründet. Die Washingtoner Beschlüsse machen für Europa eine Revision des Genfer Frequenzplans von 1925 erforderlich.
22.12.1927
Mit einer Sendeleistung von 120 kW wird der neue "Deutschlandsender" in Zeesen bei Berlin eingeschaltet. Die Einweihung fand am 20.12. statt.
Senderhaus 4 und Richtstrahler    Quelle: [37]
31.12.1927 Aus dem Hôtel de Ville in Nimes meldet sich Radio Nimes als Privatsender. 1944 werden die Sendungen unter deutscher Herrschaft eingestellt.
Dezember 1927 Neben den 24 deutschen Sendern arbeiteten Ende 1927 noch 178 ausländische Mittel- und Langwellensender.
1927 Es gab in Deutschland 28 Rundfunkzeitschriften, die über das Programm informierten.
Der Privatsender West-Vlaamse Radio-Omroep aus Kortrijk meldet sich im Äther.
Der Finische Rundfunk nimmt in Lathi einen 20 kW-Langwellensender in Dienst.
Der holländische Ingenieur Freek Kerkhoff aus Eindhoven führt erste Fernsehversuche in den Niederlanden durch. Seine Schattenbilder bestehen aus 10 Zeilen.
Die "Storage Battery Co." In Philadelphia stellt als erste Firma Autoradios industriell her. Sie bringt den "Philco Transitone" auf den Markt.
Erste Rundfunkaktivitäten in Nigeria. In Lagos werden die "BBC"-Programme aus London via Kabel-Service verbreitet.
09.02.1928 John L. Baird überträgt mit Hilfe von Kurzwellen die ersten Fernsehbilder über den Atlantik. Einige Monate später entwickelt er ein 30-zeiliges Farbfernsehbild mit Hilfe einer rot-, grün- und blaugefilterten Lochreihe der Nipkow-Scheibe.
13.02.1928 Es gelingt die erste Übertragung eines Diapositiv-Bildes aus dem Laboratorium von Denis von Mihaly in Berlin-Wilmersdorf zum telegraphentechnischen Reichsamt über Fernsprechleitungen. Das Raster besteht aus 30 Zeilen bei 10 Bildwechseln in der Sekunde.
Februar 1928 Aus Rabat, Marokko, meldet sich "Radio Maroc" mit einem 2 kW-Mittelwellensender.
03.03.1928 Gründung der rumänischen Sendegesellschaft "Societatea de Difuziune Radiotelefonica".
06.03.1928 Wegen der ungünstigen Versorgungslage im Ballungsgebiet Köln/Aachen wird hier ein 1,5 kW-Nebensender eingesetzt, der das Programm der "WERAG" überträgt.
11.03.1928 Erste Sportreportage im holländischen Radio. Han Hollander reportiert für die "AVRO" das Fussballspiel Holland-Belgien.
01.05.1928 In der besetzten Pfalz bei Kaiserslautern wird der Pfalzsender offiziell in Betrieb genommen. Der 0,5 kW-Nebensender überträgt das Programm der "Deutsche Stunde in Bayern". Die bayerische Regierung hatte zuvor von der französischen Militärregierung die Zustimmung für den Bau des Senders erhalten.
10.05.1928 Aus der "Marconi Radio Station AG, Bern" (gegründet am 23. Februar 1922) geht die "Radio Schweiz Aktiengesellschaft für drahtlose Telegraphie und Telephonie" hervor. Dies wird an der Generalversammlung beschlossen. Die Hauptaufgaben von "RSAG" liegen in den Bereichen Flugsicherung, Telekommunikation, Informatik und Seefunk.
11.05.1928 Die Fernsehstation der "General Electric Co.", "WGY" in Schenectady, nimmt den Versuchsbetrieb auf. Die Sendungen werden jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag von 13.30 bis 14 Uhr ausgestrahlt. Es wird dabei das grobzeilige System mit mechanischer Bildabtastung verwendet.
Ein Jahr zuvor führte das "Bell-Laboratorium" Fernsehversuche durch. Zwischen New York und Washington wurde über Kabel ein Fernsehbild übertragen. Verschiedene Gesellschaften wie "Zenith", "Westinghouse", "Paramount", "CBS" und "NBC" beginnen ebenfalls mit dem neuen Medium zu experimentieren. Anfänglich gilt die 60-Zeilen-Norm bei mechanischer Bildzerlegung. 1933 sind es schon 240 Zeilen und sechs Jahre später wird bei vollelektronischem Fernsehsystem die 441 Zeilen-Norm eingeführt.
Der Elektrophysiker Denis v. Mihaly führt vor geladenen Gästen Fernsehversuche mit mechanischer Bildzerlegung durch. Die deutsche Post stellt ihm zwei Fernsprechleitungen zur Verfügung.
Juni 1928 Für kurze Zeit meldet sich aus Cannes die gleichnamige Privatstation aus der Brasserie de la Poste. Betrieben wird die Station vom Radio-Club in Cannes.
01.08.1928 Die Kuomintang-Partei in China eröffnet die "Central Broadcasting Station". Mit Inbetriebnahme des 75 kW-Kurzwellensenders im Jahre 1932 gehört ganz China und ein grosser Teil von Asien zum Empfangsgebiet. In den vierziger Jahren werden die Rundfunkaktivitäten in die "Broadcasting Corporation of China" (BCC) zusammengefasst. 1949 Umzug auf die Inselrepublik Taiwan.
22.08.1928 Die erste Live-Fernsehübertragung in den USA wird anläßlich des demokratischen Parteikonvents in Albany, New York, ausgestrahlt.
31.08.1928
5. "Große Deutsche Funkausstellung Berlin 1928" vom 31.8. bis 9.9.1928. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer ist zum Zeitpunkt der Ausstellung schon auf 2 Millionen angewachsen.
Hier wird erstmals das Fernsehen auf mechanischer Basis unter Verwendung der Nipkowscheibe vorgeführt. Diese wird bis 1938 als mechanischer Bildabtaster bei der Entwicklung der Fernsehtechnik genutzt.
Denis v. Mihaly zeigt seine "Fernschau", 30-zeilige Fernsehbilder von 4 x 4 cm mit 900 Bildpunkten. Professor August Karolus präsentiert in Zusammenarbeit mit "Telefunken" sein Abtastungsverfahren mit 96 Zeilen durch einen Mechau-Projektor und eine Vierfach-Spirallochscheibe. Die Bildfläche beträgt 8 x 10 cm.
Paul Nipkow erlebt die Verwirklichung seines Fernsehsystems.
Quelle: [12]
August 1928 Der Kurzwellensender "VQ7LO" in Nayrobi (Kenia) beginnt mit seinem Rundfunkprogramm. Die Geschichte des kenianischen Rundfunks begann 1927 mit dem Übereinkommen zwischen der britischen Regierung und der privaten "British East African Broadcasting Company", einen Rundfunksender in Nayrobi zu eröffnen. Im darauffolgenden Jahr gab es somit in Kenia als erstem Land Schwarzafrikas regelmässige Rundfunksendungen (davor gab es auf dem afrikanischen Kontinent nur in Ägypten seit 1920 einen Rundfunkdienst). Diese frühzeitige Einführung des Rundfunks ist auf den hohen Anteil europäischer Bevölkerung zurückzuführen. Seit 1902 war es für Europäer möglich, von der britischen Regierung Land in ihrem Protektorat zu kaufen, um sich dort anzusiedeln. Initiator und Agitator der massiv einsetzenden Besiedlung Kenias war Lord Delamare, der 1928 auch erster Vorsitzender der "East African Broadcasting Company" wurde. Betreiber und Direktor dieser Gesellschaft war Commander Mansfield Robinson. Gesendet wurde in englischer Sprache "von weißen Siedlern für weiße Siedler". Für die Finanzierung eines Rundfunksenders war dieses begrenzte Auditorium allerdings zu klein und bereits nach kurzer Zeit zwangen Finanzprobleme zur Einstellung der Sendungen. 1931 schloss die Kolonialregierung einen neuen 25-jährigen Vertrag diesmal mit der "East African Cable and Wireless Ltd.". Zur Lösung der Finanzprobleme erhielt "Cable and Wireless" das Monopol über das telegrafische Fernmeldewesen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch Programme in afrikanischen und asiatischen Sprachen eingeführt.
01.09.1928 Die 1924 in Ljubljana, der Hauptstadt von Slowenien, gegründete experimentelle Radiostation nimmt den regulären Sendebetrieb auf. Der slowenische Priester und Schriftsteller Franc Saleski Finzgar weiht "Radio Ljubljana" ein.
11.09.1928 Die "General Electric Co." strahlt im Rahmen ihrer frühen Fernsehversuche über den Sender "WGY" in Schenectady das erste Fernsehspiel aus. Mit drei Kameras werden Szenen des Melodramas "Der Bote des Königs" aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen.
04.10.1928 Die RAVAG führt versuchsweise Schallplattensendungen ein. Ab dem 16. Dezember 1929 gehören sie zum festen Programmteil.
01.11.1928 Der Landessender Rumäniens wird 17 Uhr mit der ersten offiziellen Sendung aus einem dürftig eingerichteten Studio in der Bukarester General-Berthelot-Strasse 60 eingeweiht. Dieser Sendebeginn wurde von der Rumänischen Gesellschaft für Radiotelefonische Sendungen mit Hilfe einer 18 kW starken Sendestation der "Marconi Wireless Telegraph Ltd." verwirklicht. Bereits vor diesem historischen Beginn hatte es aber eine Reihe von zivilen und militärischen Hörfunksendungen mit experimentellem Charakter gegeben. 1908 hatte das rumänische Hochseeamt einen eigenen Hörfunksender der Marke "Telefunken" in Constanta aufgebaut.
14.11.1928 "Radio Oriental" mit dem Rufzeichen "OAX" startet in Uruguay.
19.11.1928 Der von den niederländischen Philipswerken betriebene Kurzwellensender "PCJ" beginnt mit der Ausstrahlung des Familienprogramms "Happy Station". Das Wunschprogramm wird vom sprachgewannten Ansager Edward Startz betreut. Nach seiner Auslegung stehen die Buchstaben "PCJ" für "Peace, Cheer and Joy: The Happy Station of a Friendly Nation". Sein Wunschkonzert erfreut sich großer Beliebtheit unter den Kurzwellenhörern auf der ganzen Welt, spricht er doch perfekt Niederländisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. "PCJ" sendet mit 20 kW im 19 und 31-Meterband (15.220 und 9.590 kHz). Erst am 17. September 1995 streicht der niederländische Auslandsdienst, "Radio Nederland Wereldomroep", diese Sendung aus dem Programm.
20.11.1928 Die deutsche Reichspost führt probeweise erste Bildfunkübertragungen über ihren Sender Königs Wusterhausen mit Hilfe eines Fultographen durch. Sie testet damit eine Vorstufe in der deutschen Geschichte des Fernsehens.
28.11.1928 Der "Südfunk" nimmt einen 0,7 kW-Nebensender in Freiburg (Welle 577 m) in Betrieb. Gleichzeitig löst ein neuer Stuttgarter Sender auf dem Hoffeld bei Stuttgart-Degerloch (1,5 kW - 379,8 m) den schwächeren Sender in Feuerbach ab.
09.12.1928 "RCA" patentiert eine "Krachtöterschaltung" für Radioempfänger, mit deren Hilfe Störungen unterdrückt werden, die mit dem Schwundausgleich beim Suchen von Sendern auftreten.
1928


Mit dem Rufzeichen "4PJ" meldet sich in Thailand die erste Radiostation im Äther. 1930 wird der Rundfunk offiziell eingeführt. Ein 2,5 kW Mittelwellensender (Rufzeichen HSP1) und ein Kurzwellensender (HSP2) verbreiten das Programm. Am 20. Oktober 1938 wird neben der Landessprache auch ein englisches und ein französisches Programm verbreitet.
Radioamateure in Hongkong eröffnen den 250 W-Sender mit dem Rufzeichen "ZBW". Ab 1935 sendet "Radio Hong Kong" unter der Bezeichnung "ZBW 2" auch auf Kurzwelle.
Gründung der "Ente Italiano per le Audizione Radiofoniche" (EIAR) in Turin.
In San Jose, Costa Rica, startet die Station "Ti4NRH" mit nur 7,5 W Sendeleistung. Der Stationsbesitzer Sr. Amando Cespedes Marin versucht via Kurzwelle Weltweit für Freundschaft und Toleranz zu werben. In den dreissiger Jahren wird die Sendeleistung auf 500 W erhöht.
Mit der 50 W-Station "CTIAA" von Abilio Nunes dos Santos, beginnen in Portugal die regelmässigen Rundfunksendungen, die bis zum Erscheinen des offiziellen Rundfunks in Lissabon ausgestrahlt werden.
Veranlasst durch die überall entstehenden privaten Sender sicherte sich der Staat 1930 das Monopol über das Radiowesen und regelte die Vergabe von Lizenzen sowie die Bedingungen für Sendung und Empfang durch Private. Im selben Jahr wurden die staatlichen "Servicos Radioélectronicos" gegründet und zwei Sender für Mittel- und Kurzwellenbetrieb erworben. Regelmässige Programme wurden ab April 1933 für das Inland und ein Jahr später auch für die Portugiesen in Übersee ausgestrahlt.
Erste systematische Sendeversuche und Reichweitenmessungen mit UKW-Funk in Jena und ein Jahr später in Chemnitz werden durch das Reichspost-Zentralamt in Berlin unterstützt. Ein wirklicher UKW-Rundfunk wird erst durch die Verbesserung der Röhren als Voraussetzung für stärkere, fremdgesteuerte Sender möglich.
Sendebezirke in Deutschland, 1928
Quelle: [13]
13.01.1929 In Brüssel wurde 1928 eine Zwischenregelung zum "Genfer Wellenplan" vereinbart. Das Raster der Kanäle wird auf 9 kHz unterhalb 1.000 kHz und 10 kHz darüber fesgelegt. Diese erhält am 13. Januar 1929 Gültigkeit.
08.03.1929 Das Reichspost-Zentralamt führt erste drahtlose Fernsehversuchssendungen mit Hilfe eines Mihaly-Bildabtasters durch. In der Zeit von 23.10 bis 00.30 Uhr überträgt der Sender Berlin-Witzleben Fernsehbildsendungen ohne Ton auf der Welle 468 m mit 1,5 kW. Das Bild besteht aus 30 Zeilen (100 Bildpunkte bei 12,5 Bildwechseln in der Sekunde).
03.04.1929 In Deutschland wird das Patent auf den Hellschreiber gültig, ein von Rudolf Hell erfundenes Fernschreibgerät.
29.04.1929 Die österreichische Versuchsstation "UOR" auf dem Wiener Rosenhügel strahlt mit einer Leistung von 40 W die ersten offiziellen Kurzwellensendungen aus. Zunächst wird viermal wöchentlich Musik von Schallplatten ausgestrahlt. Ab Dezember wird abwechselnd auf zwei Frequenzen zwölf Stunden pro Woche gesendet. Tagsüber wird das "RAVAG"-Programm übernommen und in den Nachtstunden gibt es Eigenproduktionen. Mitte 1930 wird die Versuchsstation "UOR" abgeschaltet.
29.05.1929 Die "Finish Broadcasting Company" wird gegründet. Verschiedene private Radio-Stationen werden von der Regierung übernommen und zusammengeschlossen. Gesendet wird aus Tammerforst und Pori.
Grundsteinlegung des Berliner Rundfunkhauses. Sie gilt als Auftakt für den Bau eigener Funkhäuser der meisten deutschen Sendegesellschaften.
27.06.1929 In New York wird der erste Farbfernseher vorgeführt.
01.07.1929 Der neue Wellenverteilungsplan der "UIR" (Union internationale de radiodiffusion) tritt in Kraft. Er bringt eine Verbesserung der Sende- und Empfangsverhältnisse auf internationaler Ebene.
09.07.1929 Das Hamburger Hafenkonzert wird erstmals im deutschen Rundfunk übertragen. Die Sendung wird an Bord des Dampfers "Antonio Delphino" aufgenommen und direkt auf die angeschlossenen Sender übertragen.
20.07.1929
Die erste deutsche Fernsehnorm, 30 Horizontalzeilen bei einer Bildfrequenz von 12,5 Hertz,
wird von der Deutschen Reichspost bekanntgegeben.
Quelle: [35]
26.08.1929 Der erste Kurzwellen-Rundfunk-Sender in Zeesen (bei Königs Wusterhausen) wird nach zehn Probetagen in Betrieb genommen. Der "Deutschlandsender der Deutschen Welle GmbH" wurde auch als "Weltrundfunksender" bekannt.
30.08.1929
6. "Große Deutsche Funkausstellung Berlin 1929" vom 30.8. bis 8.9.1929. Während der Ausstellung überträgt der posteigene Sender Witzleben auf der Frequenz 166,3 kHz Fernsehbilder über eine Entfernung von knapp einem Kilometer.
Quelle: [35]
11.09.1929 Mitglieder des, 1924 gegründeten, "Arbeiter-Radio-Klubs" gründen den "Freien Radio-Bund Deutschland". Sein Organ "Arbeiter Sender" erscheint bis zum Verbot im Jahre 1933.
30.09.1929 Erste öffentliche Fernsehsendung in England. In Zusammenarbeit mit der "Baird Company" produziert die "BBC" von Montag bis Freitag jeweils ein halbstündiges Programm im Long-Acre-Studio. 11 Uhr erscheint der Ansager Sydney Moseley auf dem Bildschirm, gefolgt von einer Darbietung des Artistenduos Sydney Howard und Lulu Stanley. Bild- und Tonsendungen sind nicht gleichzeitig möglich. Das Signal aus dem Studio wird über Kabel bis zum Savoy Hill's -Kontrollpunkt geleitet und von dort bis zum 12 kW-Sender "LO".
07.11.1929 Mit einer Reportage von den Revolutionsfeierlichkeiten auf dem Roten Platz in Moskau beginnt der sowjetische Rundfunk mit der Ausstrahlung deutschsprachiger Programme.
02.12.1929 "Radio Madrid" übernimmt ein, vom deutschen Kurzwellensender, auf Welle 31,38 m ausgestrahltes Konzert.
25.12.1929 Zwischen dem deutschen Kurzwellensender und der amerikanischen Kurzwellenstation "WGY" in Schenectady, New York, findet der erste Programmaustausch statt. Aus Deutschland wird das Weihnachtskonzert empfangen und über die Senderkette der "NBC" weitergeleitet. Am daraufvolgenden Tag überträgt der deutsche Kurzwellensender ein Weihnachtsprogramm das von "WGY" augestrahlt wird.
1929 In Deutschland gibt es 3 Mio. Rundfunkhörer. Hier werden erstmals Empfangsgeräte mit eingebautem Kurzwellenteil vorgestellt. Der deutsche Weltrundfunksender geht über Kurzwelle in Betrieb.
In der Sowjetunion gab es 23 Rundfunkstationen, darunter eine mit 75 kW, damals die stärkste der Welt.
Unter dem Namen "Radio Nacional" nimmt in Bolivien die erste kommerzielle Station den Sendebetrieb mit 1 kW auf. In La Paz, Sitz der Regierung des Andenlandes, stehen 150 Atwater-Kent und Crosley-Empfänger bereit. 1933 nimmt als offizielles Sprachrohr des Bolivianischen Staates "Radio Illimani" den Sendebetrieb auf.
Fünf Jahre nach den ersten Radioversuchen in Riobamba (Ecuador) beginnt "Radio Estadio El Parabo" offiziell mit seinen Übertragungen. Dieser Sender ist in Zusammenarbeit mit einem nordamerikanischen Unternehmen ein Pionier in der Aufnahme von Aluminiumschallplatten.
Auf den Falkland Inseln wird ein Radiodienst über Telefonkabel eingerichtet. Das Studio ist im Regierungsgebäude von Stanley untergebracht. Neben eigenen Serviceleistungen werden auch Kurzwellenprogramme der "BBC" und amerikanischen Stationen verbreitet.
In Warschau wird die 8 kW-Langwellenstation "AXO" auf 270 kHz dem Betrieb übergeben. 1931 wird ein 120 kW-Sender auf 212,5 kHz eingesetzt.
Ins "Südfunk"-Musikprogramm werden "Mitteilungen der Deutschen Reichspostreklame" eingestreut. Vom Monopol-Werbeunternehmen der Post erhält der "Südfunk" allerdings keinen Pfenning.
01.01.1930 Die "Reichs-Rundfunkgesellschaft" beginnt damit, von eigenen Wachsplattenaufnahmen für den internen Gebrauch Schwarzplatten herzustellen. Noch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist anfangs die inzwischen verbesserte Wachsplattenaufnahme das qualitativ beste Verfahren der Tonaufzeichnung. Zu ihren Nachteilen gehören die kurze Abspieldauer (viereinhalb Minuten), die unhandlichkeit im Betrieb sowie die Empfindlichkeit gegen Erschütterungen und mechanische Beschädigungen. Ihre Verwendung bleibt daher im wesentlichen auf den stationären Funkhausbetrieb beschränkt.
07.01.1930 Zwischen London und Berlin gelingt die erste Bildübertragung auf Drahtleitung.
19.02.1930 Die Radiogenossenschaft Bern nimmt den Lokalsender Bern auf Welle 403 m (743 kHz) in Betrieb. Die Sendeleistung beträgt 1,5 kW.
16.03.1930 Arbeiter Funktag des Arbeiter-Radio-Bundes mit einer Ansprache des Reichsinnenministers Carl Severing zur Rolle des Rundfunks und der Zensur.


Anhören:
  
März 1930 Leonard Plugge gründet die "International Broadcasting Company" (IBC) mit der Absicht, gesponserte Radiosendungen vom europäischen Festland aus nach England auszustrahlen. Das erste Sonntagskonzert für englische Hörer wird am 11. Oktober 1931 8 Uhr von "Radio Normandy" verbreitet. 10.40 Uhr gelangt "Radio Toulouse" mit der ersten "Radioshow" an die englischen Hörer. Es folgt "Radio Paris" (29. November 1931) und "Radio Rome" (24. Januar 1932). Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stellt die "IBC" ihre Tätigkeit ein.
12.04.1930 Gründung der "Ostschweizerischen Radio-Gesellschaft" (ORG).
26.04.1930 Die Radioamateurvereine der Schweiz schließen sich zum "Arbeiter-Radiobund der Schweiz" (ARBUS) zusammen.
17.05.1930 Die Deutsche Reichspost führt mit dem Sender Zeesen auf 183,5 kHz weitere Fernsehversuchssendungen durch. Im gleichen Jahr werden erstmals Versuche im UKW-Bereich (42,8 MHz) durchgeführt.
15.06.1930 Die erste bulgarische Radiostation nimmt den Sendebetrieb auf.
Über den Sender Döberiz führt das Reichspost-Zentralamt eine Fernsehversuchssendung durch. Etwas später wird auch ein Ton-Sender im UKW-Bereich eingeschaltet.
18.06.1930 Nach dem Vorbild der britischen BBC wird in Belgien das „Nationaal Instituut voor Radio / Institut National Belge de la Radio-Diffusion (NIR / INR) gegründet. In diesem öffentlichrechtlichen Dienst werden alle bisherigen privaten Rundfunkaktivitäten, mit Ausnahmen einiger lokalen privaten Sender, zusammengeschlossen.
30.06.1930 Aufgrund heftiger Widerstände gegen die Vereinbarungen von Genf 1926 und der ungenügenden Änderungen von Brüssel 1928 wurde der Kanalraster geändert. Im Mittelwellenbereich wurde zwischen 500 und 1.300 kHz ein 9 kHz-Frequenzraster und zwischen 1.300 und 1.500 kHz ein 10 kHz-Frequenzraster fetgelegt und im Langwellenband ein Kanalabstand zwischen 7 und 11 kHz vereinbart. Der "Prager Wellenplan" trat in Kraft.
07.07.1930 Der Tessiner Große Rat verabschiedet ein Dekret über die Schaffung des "Ente autonamo per la radiodiffusione nella Svizzera italiana", welche mit öffentlichen Mitteln des Kantons Tessin und zum kleineren Teil Graubündens, sowie privater Beiträge den Bau und Betrieb des Radiostudios in Lugano zum Ziel hat.
14.07.1930 Die "BBC" strahlt aus dem "Baird"-Studio in Long Acre das erste Fernsehspiel aus.
18.07.1930 In Saigon nimmt "Radio Saigon" den Sendebetrieb auf. Nach zwei Jahren wird dieser Dienst eingestellt, da in ganz Indochina kaum mehr als 100 Radioempfänger vorhanden sind.
Juli 1930 Der "RCA"-Pioniersender "W2XBS" beginnt mit der Ausstrahlung eines Fernsehversuchsprogramms.
22.08.1930
7. "Große Deutsche Funkausstellung und Phonoschau Berlin 1930" vom 22. - 31.08.1930.
Die Eröffnungsrede hielt Albert Einstein. Auf der Ausstellung übertrug erstmalig ein UKW-Sender das Berliner Programm.


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Quelle [36] S. 240
      Einstein
August 1930 Dem jungen Manfred von Ardenne gelingt es, in seinem Labor die ersten Fernsehbilder mit Hilfe der Braunschen Röhre zu erzeugen.
08.09.1930 Inbetriebnahme des neuen Lokalsenders von "Radio Basel" auf dem Areal der Physikalischen Anstalt der Universität. Wellenlänge: 381 m. Unter der Leitung von Mr. Petersen fanden seit dem 18. August Testsendungen statt. Anfang 1931 wird der 0,5 kW-Marconi-Sender in der Basler Kaserne untergebracht.
28.10.1930 Über den Sender von "Radio Bern" wird die erste Schulfunksendung ausgestrahlt. Inizianten dieser Versuchssendung sind der Direktor des Radiostudios Bern, Kurt Schenker und der Berner Gymnasiallehrer Hans Gilomen.
10.11.1930 Umbenennung von "Radio Poste Petit Parisien" (Paris) in "Radio Poste Parisien". Direktor ist Paul Dupuy. Ihm steht ein großer Mitarbeiterstab zus Seite, u.a. Marcel Laporte, André Gaudelette, Maurice Pierrat, Henri Garden, Claude Darget und Lola Robert. Das neue Studio ander Champs Elysées wird am 25. April 1932 eingeweiht.
11.11.1930 Die „Association Radio Strassbourg PTT“, ein von der französischen Post lizensierter Verein, nimmt den 12 kW-Mittelwellensender Strasbourg in Betrieb. Die Antenne des deutsch-französischsprachigen Senders befindet sich in Brumath. Das Studio ist an der Rue de la Nuée Bleue untergebracht. Direktor ist Robert Petitot-Chartelier. Gründer von Radio Strassbourg PTT ist Charles Staeling. Am 14. Juni 1940 verstummt der Sender.
12.11.1930 Auf einem von der "BBC" geliehenen "Blattnerphone" wird als erste Aufnahme mit diesem Gerät eine Ansprache von König George V. mitgeschnitten und am selben Tag zu verschiedenen Zeiten gesendet. Das Stahlband für das "Blattnerphone" wird auf eine Breite von 3 mm reduziert und erhält so bei einer Laufgeschwindigkeit von 1,5 m/s eine Spieldauer von 32 Minuten. Dieses Format wird auch beim Bau der für die "BBC" entworfenen "Marconi-Stille-Maschine", einer Gemeinschaftsproduktion von Blattner, Marconi und Stille, herangezogen. Die letzte dieser Maschinen ist bis 1954 bei der "BBC" im Einsatz.
21.11.1930 Mit einer feierlichen Ansage des Schauspielers Ludwig Wüllner nimmt 19.45 Uhr die Rundfunkgesellschaft "SÜRAG" in Stuttgart den von "Telefunken" gebaute Großsender Mühlacker (60 kW) in Betrieb.
14.12.1930 Manfred von Ardenne testet in seinem Privatlaboratorium in Berlin-Lichterfelde erfolgreich ein vollelektronisches Fernsehsystem mit 100 Zeilen und 20 Bildern pro Sekunde.
Am Heiligabend gelingen von Ardenne erstmals Fernsehbild- und Filmübertragungen mit Elektronenstrahlröhren (der Braunschen Röhre) auf Sender- und Empfängerseite - und ohne Nipkow-Scheibe.
15.12.1930
Der Sender Heilsberg ging als Großsender im ehemaligen Ostpreußen mit einer Sendeleistung von 60 kW in Betrieb.

Quelle: alte Postkarte
20.12.1930 Der Staatsrundfunk in Island nimmt den regelmässigen Programmdienst auf. Der Marconi-Sender arbeitet mit 16 kW auf Langwelle.
21.12.1930 Der Sender Salzburg wird in Betrieb genommen.
29.12.1930 Die "Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion" erhält von der Luxembourgischen Regierung eine Sendekonzession.
1930 Erste Fernseh-Versuchssendungen im "Radio Laboratoria" in Italien.
Die "Philips"-Werke in Eindhoven führen erste Fernsehversuchssendungen mit selbstentwickelter Apparatur durch.
22.01.1931 Die Rundfunkgesellschaft "VARA" führt in Amsterdam Fernsehtestsendungen durch. Das Signal gelangt über ein Telefonkabel nach Huizen, von wo es mittels eines Senders nach Amsterdam ausgestrahlt wird.
In Berlin-Witzleben wird das von Hans Pölzing erbaute "Haus des Rundfunks" an der Masurenallee, seiner Bestimmung übergeben. Es enthält außer dem großen Sendesaal von 14.000 m² zwei größere Studios und 15 kleinere Aufnahmestudios.
01.02.1931 Das erste Programm des "Belgisch Nationaal Instituut voor Radio-Om-roep" (NIR / INR) wird von 17 bis 22 Uhr ausgestrahlt (getrennte französische und flämische Programme). Das flämische Programm wird auf 322 m und das französische Programm wird auf 484 m von den beiden 15 kW-Mittelwellensendern in Veltem ausgestrahlt. Der Journalist Mon de Goeyse spricht die Nachrichtensendungen, was bei den Tageszeitungen nicht gerne gehört wird. Die verschiedenen Radiovereinigungen (KVRO- katholisch, SAROV – sozialistisch, LIBRADO – liberal und VLANARA – flämisch-nationalistisch) erhalten in bescheidenem Rahmen Sendezeit bei der NIR, die den grössten Teil des Programms bestreitet.
12.02.1931 "Radio Vatikan" nimmt mit einem 10 kW-Kurzwellensender den Betrieb auf. Guglielmo Marconi, der den Sender nach dem neuesten Stand der Wissenschaft und Technik entworfen und gebaut hat, übergibt dem Papst den neuen Sender mit den Worten: "Jetzt werden Eure Heiligkeit zu allen Völkern der Erde sprechen können".
17.02.1931 Das japanische Versuchsfernsehen überträgt die erste Sportsendung der Welt.
24.02.1931 In Bern wird die "Schweizerische Rundspruchgesellschaft" (SRG) aus der Taufe gehoben. Als Mitglieder treten ihr bei (in der Reihenfolge ihrer Gründungsjahre): Die Société Romande de Radiodiffusion à Lausanne, die Radiogenossenschaft Zürich, die Société des émissions Radio Genève, die Radiogenossenschaft Bern, die Radiogenossenschaft Basel, die Ostschweizerische Radiogesellschaft in St. Gallen und das Ente autonomo per la radiodiffusione nella Svizzera italiana (EARSI) in Lugano. Der erste Vorstand umfasst neun Mitglieder, je einen Vertreter der sieben Mitgliedgesellschaften und zwei Delegierte des Eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartements als Vertreter der Konzessionsbehörde.
25.02.1931 Ein vom "Departement of Post and Telegraph" betriebener "Philips"-Sender in Bankok, überträgt die Krönungsrede von König Rama VII. Seitdem heisst dieser Tag "Thailändischer Radiotag". Zwei Jahre später übernimmt das "Public Relations Departement" die Kontrolle über den Sender, dessen Name in "Radio Thailand" umgewandelt wird.
01.03.1931 Petit Lancy, ein Lokalsender der "Schweizerischen Rundspruchgesellschaft", nimmt den Betrieb auf. Mit 1,3 kW wird die Region Genf auf 401 kHz (748 m) versorgt. Die erste Konzession an die "Schweizerische Rundspruchgesellschaft" tritt in kraft. Das Eidgenössische Post- und Eisenbahndepartement erteilt der "SRG" zu Händen ihrer Mitgliedergesellschaften eine einzige Konzession für die Benutzung der Rundspruchsender der eidgenössischen Telegrafen- und Telefonverwaltung. Die wesentlichen Grundzüge der ersten Konzession haben sich durch die Jahrzehnte erhalten. Die Aufgabenbereiche im Rundspruch wurden wie folgt eingeteilt: Bau und Ausbau, technischer Betrieb der Sendestationen und der Übertragungsleitungen von den Studios zu den Sendern und unter Diesen. Einrichtung, Ausbau, Unterhalt und Betrieb der Studios war Sache der Studiogesellschaften. Der Programmdienst wurde der "SRG" und ihren Studios übertragen, wobei dem Direktor der neugegründeten Gesellschaft die Oberleitung über den Programmdienst anvertraut war. Für den letzteren wurden in der Konzession folgende Richtlinien aufgestellt: "Der Radiorundspruch soll im Rahmen der Landesinteressen ideale Ziele verfolgen. Er soll im Geist der Unparteilichkeit betrieben werden. Es ist zu vermeiden, was die guten Sitten verletzen, die öffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung im Lande oder die guten Beziehungen mit anderen Staaten stören könne".
25.03.1931 Der schweizer Landessender "Sottens" (25 kW) beginnt mit der Ausstrahlung des welschen Programms auf 743 kHz (403 m).
27.03.1931 Manfred von Ardenne beantragt ein Patent für ein TV-System mit Elektronenröhren sowohl am Sender als auch am Empfänger. Das Patent beschreibt die Verwendung einer Elektronenröhre, die einen Lichtpunkt produziert, mit dem transparente Vorlagen systematisch abgetastet werden können. Auch am Empfäner soll eine Elektronenröhre verwendet werden.
März 1931 Über einen instituteigenen UKW-Sender wird vom Jenaer Technisch-Physikalischen Institut die erste Live-Reportage ausgestrahlt und im Leipziger Funkhaus zur direkten Wiederausstrahlung empfangen.
01.04.1931 Mit der Aufnahme der Tätigkeit der neugegründeten "Schweizerischen Rundspruchgesellschaft" geben die lokalen Radiogesellschaften ihre Selbständigkeit zugunsten der Dachgesellschaft auf.
14.04.1931 René Barthélémy führt in Paris die erste Fernsehübertragung (30 Zeilen) mit Ton vor.
21.04.1931 Portugal lizenziert als erste reguläre kommerzielle Station den Sender "Radio Clube Português".
23.04.1931 Der Präsident der "Société des Emissions Radio-Genève", Roger Olivet, eröffnet den Sender "Sottens" mit den Worten: "Unser Westschweizer Landessender soll für uns wie das Rütli sein".
01.05.1931 Mit einer Sendestärke von 60 kW wird der Landessender "Beromünster" (653 kHz = 459,4 m) dem Betrieb übergeben. Im Beisein der Behörden wird die Station im Kanton Luzern am 11. Juni 1931 offiziell eingeweiht.
06.05.1931 Zu Beginn der Kolonialausstellung in Paris nimmt der französische Rundfunk seinen Auslandsdienst auf. Es steht ein 12 kW Kurzzwellensender in Pontoise zur Verfügung. „Poste Colonial“, so die offizielle Bezeichnung der Station, soll vor allem Kontakte zu den Franzosen in den Kolonien herstellen. Die Zielgebiete Afrika, Asien und Amerika werden in 20 Sprachen mit Informationen und Unterhaltung bedient. Zu diesem Zweck unterhält Poste Colonial ein eigenes, 40 Mann starkes, Unterhaltungsorchester. Ab dem 2. März 1938 wird die Bezeichnung „Paris Mondial“ eingeführt. Die Sendungen werden am 17. Juni 1940 eingestellt.
08.05.1931 Die "Baird Television" verwendet ihre neue Freilicht-Fernsehausrüstung, die in einem Wagen untergebracht ist, um Außenaufnahmen bei ihren Studios in Long Acre zu machen.
25.05.1931 Das polnische Radio nimmt in Warschau den stärksten Sender Europas in Betrieb.
31.05.1931 In Luxemburg wird die "Compagnie Luxembourgeoise de Télédiffusion" (CLT) gegründet. Das Ziel von "CLT" ist, nicht nur nationale, sondern vor allem werbefinanzierte Sendungen für die Nachbarländer auszustrahlen.
03.06.1931 Der Aufnahmewagen der "Baird Television" überträgt das Derby in Epson Downs. Die Kamera wird vor der Haupttribüne und dem Zieleinlauf postiert. Die Signale werden über Kabel zu einem Kontrollraum in Long Acre, von dort nach Savoy Hill und weiter zum Sender in Brookmans Park gesendet. Es wird berichtet, dass die Bilder noch in 192 km Entfernung empfangen worden seien.
15.06.1931 Das Reichspost-Zentralamt Berlin sendet zum ersten Mal Tonfilmprogramme auf Kurzwelle.
01.07.1931 Der schweizer Zeitungsverlegerverband und die schweizer Rundspruchgesellschaft kommen nach längeren Verhandlungen betreffend das Aussenden von Nachrichten über die Landessender zu einem "gentlemen agreement". Die wesentlichen Klauseln dieser Übereinkunft sind die folgenden:
Als Nachrichtenlieferant des Radios ist eine einzige Stelle vorgesehen, die im Einvernehmen mit den Verlegern bezeichnet wird. Die Zahl der täglichen Nachrichtenbulletins wird auf zwei beschränkt. Die Radiostudios dürfen Ergebnisse von Wahlen und Abstimmungen jederzeit übertragen. Sie können desgleichen Auszüge aus den parlamentarischen Debatten und jenen des Völkerbundes durchgeben. Der Nachrichtenlieferant kann den Studios Nachrichten von außerordentlicher Bedeutung außerhalb der Nachrichtenbulletins übermitteln. Die lokalen Nachrichtendienste der Stationen werden aufgehoben. Die Sender verzichten auf die Wiedergabe von Meinungsäußerungen der Zeitungen. Auf Grund dieses Abkommens muss das Studio Genf mit sofortiger Wirkung auf sein "Journal parlé", einem Vorläufer der heute bei allen Sendergruppen geläufigen Presseschauen, verzichten.
Am 15. Juli wird zwischen der "SRG" und der schweizer Depeschenagentur, als Nachrichtenlieferant, ein Vertrag abgeschlossen.
Gründung des schweizer Radioorchesters, das spätere Sinfonieorchester Basel. Der 29 Mann starke Orchesterkörper steht in den ersten Jahren unter der Leitung von Kapellmeister Herman Hoffman.
21.07.1931 Das "Columbia Broadcasting System" (CBS) nimmt seine neue TV-Station "W2XAB" in New York City in Betrieb. Es wird angekündigt, dass mit dieser Eröffnung eines amerikanischen Netzwerks erstmals ein regelmässiges Programm von Bild- und Tonsendungen ausgestrahlt werde. Am 31. Juli engagiert die Station die erste Fernsehansagerin der Welt. Miss Nathalie Tower darf laut Vertrag nur im Fernsehen auftreten.
Ende 1931 konnte "CBS"-Präsident W. Paley verkünden: Von nun an sind wir sieben Stunden pro Tag (14-18 Uhr und 20-23 Uhr) und sieben Tage pro Woche im Äther." Dieses Sendeschema wird bis zum 25. Februar 1933 eingehalten, danach stellt "CBS" den gesamten TV-Sendebetrieb "bis zur Verfügbarkeit besserer technischer Einrichtungen" ein.
21.08.1931 8. Große Deutsche Funk-Ausstellung und Phonoschau in Berlin vom 21.08. - 30.08.1931 wurde durch den Oberbürgermeister von Berlin, Heinrich Sahm, eröffnet. Das elektronische Übertragungsverfahren von Manfred von Ardenne wird als Sensation gefeiert. Das Bild von der Größe einer Postkarte mit einem Raster von 100 Zeilen bei 20 Bildwechseln pro Sekunde schlägt alle anderen ausgestellten mechanischen Systeme.


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(Ansprache Heinrich Sahm)
28.08.1931 "Radio Bern" zieht vom Kursaal in das neue Studio an der Schwarzentorstrasse um.
07.09.1931 Die RAVAG demonstriert bei der Genfer Völkerbundtagung die Leistungsfähigkeit des österreichischen „Selenophon“-Tonaufzeichnungssystems.
01.10.1931 Das sowjetische Fernsehen beginnt mit Versuchssendungen. Es wird mit dem mechanischen System der Nipkow-Scheibe auf einer Wellenlänge von 479 m experimentiert.
11.10.1931 Das erste Sonntagskonzert für gesponserte Radiosendungen vom europäischen Festland aus für englische Hörer wird am 11. Oktober 1931 8 Uhr von "Radio Normandy" verbreitet. 10.40 Uhr gelangt "Radio Toulouse" mit der ersten "Radioshow" an die englischen Hörer. Es folgt "Radio Paris" (29. November 1931) und "Radio Rome" (24. Januar 1932). Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stellt die "IBC" ihre Tätigkeit ein.
27.10.1931 Das neue Genfer Radiostudio wird seiner Bestimmung übergeben.
13.11.1931 Aufgrund einer Reichsgerichtsentscheidung wird dem deutschen Rundfunk verboten, in seinen Programmen weiterhin Schallplatten der meisten deutschen Schallplattenfirmen zu verwenden. Der daraufhin beginnende "Schallplattenkrieg" wird am 26. März 1932 mit einem Vergleich beendet, wonach die deutschen Rundfunkgesellschaften ein monatliches Schallplattenprogramm von 60 Stunden senden dürfen. Die Industrie stellt diese Schallplatten kostenlos zur Verfügung.
29.11.1931 "Poste Parisien, the Paris Broadcasting Station" beginnt mit Sendungen in englischer Sprache. Sprecher Rex Palmer kündet ein Konzert von "His Masters Voice Records" an. Im Oktober 1937 läuft der Vertrag zwischen der "International Broadcasting Company" in London und "Radio Paris" aus.
November 1931 Die "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" führt das Kondensatormikrophon ein, das heute noch in weiterentwickelter Form nicht nur im deutschen Rundfunk verwendet wird. Die Membran dieses Mikrophons ist als Teil eines Kondensators ausgebildet, dessen Kapazität durch die auftreffenden Schallwellen verändert wird. Diese Veränderungen werden in elektrische Spannungsschwankungen umgesetzt, die so schwach sind, dass sie, bevor sie weitergeleitet werden, bereits in unmittelbarer Nähe des Mikrophons vorverstärkt werden müssen. Mit dem Vorverstärker zusammengebaut erhält das Kondensatormikrophon in seiner damaligen Ausführung das Aussehen einer Flasche. Das Kondensatormikrophon erfasst den gesamten Bereich der hörbaren Töne und ist frei vom Grundgeräusch des Kohlemikrophons.
18.12.1931 Um Störungen des Dresdner Senders auszuweichen, wechselt der Basler Stadt-Sender von 318 auf 244 m.
20.12.1931 Die "WERAG" Köln nimmt den Telefunken-Gross-Sender Langenberg mit einer Leistung von 60 kW in Betrieb.
25.12.1931 Der Missionssender "HCJB" - die "Stimme der Anden" - in Quito (Ekuador) beginnt mit einem 250 W Sender mit der Ausstrahlung religiöser Programme auf Kurzwelle 5.986 kHz. Ein umgebauter Schafstall dient als Sendehaus. Ab 1940 wird die religiöse Botschaft mit 10 kW in den Äther geschickt. Unter der Leitung von David Nachtigal wird 1953 der "Deutsche Dienst" eingeführt.
1931 In Tananarive (Republik Malagasy) führen die Franzosen den Rundfunk ein. Täglich wird mit 500 W ein zweistündiges Programm ausgestrahlt.
Mit Inbetriebnahme der Landessender in der Schweiz wird auch der "Telefonrundspruch" aus der Taufe gehoben. Zuerst werden die Städte und größere Ortschaften mit einem bis zwei Programmen versorgt. Die Programme beschafft die PTT sich über Leitungen aus den Nachbarländern Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich. Wesentliche Gründe, den Drahtrundspruch einzuführen, sind die überlasteten Rundfunkbänder, besondere topografische Verhältnisse der Schweiz, störende Witterungs- und elektrische Einflüsse, und nicht zu letzt der Wunsch, die bestehenden Telefonleitungen besser auszunutzen. Ein Jahr nach der Gründung des "Telefonrundspruchs" zählt man bereits 6.000 Abonnenten. Die für die Empfangsgeräte und Anschlussleitungen zuständigen Firmen "Radibus" und "Rediffusion" beginnen mit einem eigenen Kabelrundspruchprogramm. Die eine Gesellschaft, die Allgemeine Radibus AG erhält die Konzession in den Netzen Basel und Bern, die andere, die Rediffusion AG in den Netzen Biel, Lausanne, St. Gallen und Zürich tonfrequente Drahtrundspruchnetze zu betreiben. Beide Unternehmen beginnen im Jahre 1932 mit dem Aufbau ihrer Netze und stehen seit 1946 unter der gleichen Leitung, nachdem die Rediffusion AG die Aktien der Allgemeinen Radibus AG übernommen hat. Alec Reeves arbeitet an einem Verfahren, das die "Single-Sideband"-Modulation auch auf Kurzwelle einsetzbar machen soll, und demonstriert es erfolgreich auf der Hochfrequenz-Radioverbindung zwischen Paris, Madrid und Buenos Aires.
Januar 1932 Beginn des experimentellen französischen Fernsehens. Täglich, außer Sonntag, wird ein 30 bis 40 minütiges Testprogramm von "Radio Paris PTT" auf 441 m mit 0,8 kW ausgestrahlt.
05.02.1932 Die CBS-Station "W2XAB" benutzt das Medium Fernsehen zum ersten Mal für akademische Bildung.
07.02.1932 "Radio Basel" beendet die Sendungen aus dem Studio im Bahnhof SBB und zieht ins neue Studiogebäude im Margarethenpark ein. Die Studios Zürich und Bern übernehmen während der zwei folgenden Wochen die Sendungen für "Radio Basel" damit die technischen Apparate installiert und die akustischen Verhältnisse der neuen Studioräumlichkeiten ausprobiert werden können.
22.02.1932 Erste Sendung von "Radio Basel" aus dem neuen Studio im Margarethenpark. Als erste Sendung wird 19.30 Uhr eine Rede des Generaldirektors A. Freuler über "die Sprechfreiheit am Radio" über den "Landessender Beromünster" und die angeschlossenen Lokalsender Basel und Bern ausgestrahlt. In Zeesen wird der erste "Richtstrahler" in Betrieb genommen, der wegen seiner Konstruktion "Tannenbaum-Antenne" genannt wird. Diese Richtantenne besteht aus zwei hintereinander angeordneten Gruppen von vier nebeneinander und sechs übereinander angebrachten horizontalen Dipolen. Diese Anordnung bewirkt in der Hauptstrahlrichtung eine Verstärkung der Ausstrahlung auf etwa das 50-fache, so dass also ein 8 kW-Sender in seiner Wirkung im Zielgebiet etwa einem 400 kW-Sender gleichkommt.
Februar 1932 Aus Österreich sind wieder regelmässige Kurzwellensendungen zu empfangen. Ab 9. Juli 1934 wird an allen Wochentagen von 15 bis 23 Uhr gesendet.
"Radio Luxembourg" beginnt mit Testsendungen in französischer Sprache. Auf Langwelle 1.304 m wird ein 150 kW starker Sender in Junglinster eingesetzt.
17.05.1932 Gründung der "Australian Broadcasting Commission" (ABC).
22.05.1932 Erste Sendung von "Radio della Svizzera Italiana" (RSI). Die Programme sind vorläufig nur den Abonnenten des unlängst eingeführten Telefonrundspruchs zugänglich. Der Sender Monte Ceneri ist noch nicht einsatzbereit.
Mai 1932 Die "Canadian Radio Broadcasting Commission" (CRBC) wird gegründet und in einem Rundfunkgesetz verankert. Im Jahre 1936 wird aus der "CRBC" die "Canadian Broadcasting Corporation" (CBC).
11.06.1932 Beginn der "Neuregelung des Rundfunks" durch die Regierung von Papen. Ab sofort müssen alle deutschen Rundfunkgesellschaften eine "Stunde der Reichsregierung" in ihr Programm aufnehmen. Dafür wird der deutsche Rundfunk für parteipolitische Ansprachen (Wahlkampf) bedingt freigegeben.


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(Reichsinnenminister Freiherr Wilhelm von Gayl spricht über die Nutzung des Rundfunks durch die Reichsregierung)
Juni 1932 Der Franzose Henri France experimentiert in Zusammenarbeit mit dem privaten Sender "Radio Normandie" mit dem Medium Fernsehen.
01.07.1932 Sendebeginn der "Australian Broadcasting Commission". Ca. 12 bisherige Stationen werden in die "ABC" integriert.
19.08.1932
9. Große Deutsche Funk-Ausstellung in Berlin vom 19.08. - 28.08.1932. Der "FE 1" von Telefunken, ein Fernsehempfänger mit Bildröhre, wird vorgestellt. Die Deutsche Reichspost erklärt 90 Zeilen bei 25 Bildwechseln pro Sekunde zur neuen Norm, womit das Ende der mechanischen Ära eingeläutet wird.
Quelle: [35]
27.08.1932 Am Standort Rothsürben (14,5 km südlich vom Breslauer Stadtzentrum) wurde ein weiterer Mittelwellen-Sender mit einer Sendeleistung von 60 kW (später 100 kW) gebaut. Der Sender nennt sich jetzt „Großsender Breslau“. Der Sendeturm war mit 140 m Höhe einer der höchsten Holztürme der Welt. Er trug auf seiner Spitze einen achteckigen Bronzering mit 10,6 Meter Durchmesser zur elektrischen Verlängerung.
Die Sendeanlage baute Telefunken. Es wird ebenfalls das Programm der "Schlesischen Funkstunde" übertragen.
07.10.1932 Ein Ferninterview aus Berlin nach Übersee machte für den Kurzwellensender Zeesen Schlagzeilen und die Kurzwelle populär.
28.10.1932
Feierliche Einweihung des neuen Großsenders Leipzig (Wiederau). Die Rundfunkgesellschaft "MIRAG" nahm einen 120 kW-Sender in den Dienst.
In Frankfurt nimmt der "Südwestfunk" den neuen 15 kW-Sender von "Lorenz" in Betrieb.
     
Quelle: [14] Jan Balzer Quelle: [4] Wolfgang Eckardt
Oktober 1932 Vom Berliner Funkturm werden Versuchssendungen für die Einführung des Fernsehens auf der Ultrakurzwelle ausgestrahlt. Die "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" beschließt, die Schallaufzeichnung auf dünnen Scheiben aus Gelatine, Kunstharz oder Metallfolien, die mit einem Lacküberzug versehen sind, einzuführen. Diese Schallfolien mit der Bezeichnung "Decelith" erlauben aufgrund ihrer hohen Widerstandfähigkeit eine hohe Anzahl von Abspielvorgängen, verfügen jedoch nur über einen Frequenzgang von 50 - 3.000 Hz.
01.11.1932 Der Schulfunk in der deutschen Schweiz wird endgültig eingeführt.
14.11.1932 Der Kurzwellensender "Daventry" beginnt mit Testsendungen.
17.11.1932 Neue "Richtlinien des Rundfunks" treten in Kraft. Reichskanzler von Papen setzte eine weitreichende Rundfunkreform durch: Die RRG wurde verstaatlicht. 51% der Anteile blieben in der Hand der Post, die Programmaufsicht wird von Staatskommissaren übernommen.
02.12.1932 Der Groß-Sender München nimmt mit einer Sendeleistung von 60 kW auf 563 kHz sein Programm auf. Der Mittelwellensender in Ismaning ist ein "Lorenz"-Fabrikat.
19.12.1932 Die "British Broadcasting Corporation" (BBC) startet mit dem "Overseas Service", den Auslandsdienst auf Kurzwelle. Das Sendezentrum befindet sich in Daventry. Hier stehen sieben 10 bis 50 kW-Kurzwellensender im Einsatz, die täglich ein 10-stündiges Programm ausstrahlen.
25.12.1932 Über BBC spricht König George V. zu seinen Landsleuten auf der ganzen Welt. Die Sendung ist zuerst nach Zentralasien ausgerichtet, anschließend werden andere Erdteile angepeilt.
29.12.1932 In Zeesen wird ein zweiter Kurzwellensender für Sendungen nach Übersee in Betrieb genommen. Für Nordamerika stehen drei Richtstrahlantennen zur Verfügung.
1932 "Internationale Rundfunkkonferenz Madrid".
In dem Bestreben, eine unabhängige und direkte Verbindung mit den Mitgliederstaaten zu besitzen, eröffnet der Völkerbund eine bedeutende Station in Prangins bei Genf, die außer einem Langwellensender für die Radiotelegrafie zwei Kurzwellensender (je 20 kW) für Radiotelefonie und Rundfunk umfasst. Aufgrund des am 21. Mai 1929 mit der schweizerischen Bundesregierung abgeschlossenen Vertrages, versieht das Sekretariat des Völkerbundes den Programmdienst, während die Gesellschaft für drahtlose Telegrafie und Telefonie "Radio Schweiz" den technischen Dienst besorgt. Allwöchentlich werden Nachrichtenbulletins in Englisch, Französisch und Spanisch gesendet, außerdem Sonderprogramme anlässlich der Hauptversammlungen und der Tagungen der Kommissionen. Bei Ausbruch des Krieges werden die regelmässigen Sendungen von "Radio Nations" eingestellt.
Gründung von "Ecuador Radio" als kommerzielle Station mit dem Rufzeichen "HC2JSB" und der zugeteilten Frequenz 7.850 kHz.
"Radio Sofia" beginnt mit dem regulären Sendebetrieb. Mit dem Aufbau von Regionalsendern (zunächst in Varna und Stara Zagora) wird 1936 begonnen.
In den USA sind bereits 700.000 Autoradios verkauft worden.


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(1932 Zeitansage der Funkstunde Berlin)

In Belgien führt Van Dijk Fernseh-Testsendungen durch. Nach den ersten Versuchen wird klar, dass das Studio in Brüssel zu klein ist. Ein größeres Studio wird in Veltem eingerichtet. Das 30 Zeilen-Bild wird auf der französischen Welle 509 m (Bild) und auf der flämischen Welle 337 m (Ton) ausgestrahlt. Zwei Monate lang werden nach Radioprogrammschluss Filme und Dias ausgestrahlt. Die Empfangsberichte kommen aus den Niederlanden, Frankreich und Belgien.
Der zuständige Postbeamte H. Corteil ist zwar begeistert vom neuen Medium, aber nicht wenn es von einem flämisch sprechenden Belgier demonstriert wird. Die Ausstrahlungen werden gestoppt.
1937 realisiert Van Dijk wieder Testsendungen - diesmal im 6 m-Band. Vom Dachboden des Turmgebäudes in Antwerpen aus, werden zuerst 30 dann 90 zeilige Bilder ausgestrahlt. Nach drei Wochen werden diese Tests eingestellt, weil sie die Sendungen von "Radio t Kerkske" stören.
Auf Mittelwelle macht sich der portugiesische Staatsrundfunk mit Testsendungen bemerkbar.
01.01.1933 In Frankreich gibt es offiziell 13 private Radiostationen, darunter "Poste Parisien", "Radio Toulouse" und "Radio Normandie".
Die "Deutschlandsender GmbH" wird ins Leben gerufen. Der Deutschlandsender ersetzt die "Deutsche Welle", behält aber die Wellenlänge 1.250 m bei. Zum Einsatz gelangt der 24 kW-Langwellensender der Sendestelle Zeesen.
25.01.1933 Die Versuchsfernsehstation "W9XK" der Universität von Iowa beginnt mit einem regelmässigen Bildungsprogramm.
30.01.1933 An diesem Tage hat Reichspräsident Hindenburg den Vorsitzenden der NSDAP, Adolf Hitler, zum Reichskanzler berufen. Über den Rundfunk erfolgt die erste Jubelsendung der Nazis.
Hans Bredow, der Schöpfer des deutschen Rundfunks und Vorstandsvorsitzender der Reichsrundfunkgesellschaft tritt noch am gleichen Tage von diesem Posten zurück und legt auch sein Amt als Reichsrundfunkkommissar nieder. Er fühlt sich in dieser spontanen Handlung bestätigt, als wenig später Joseph Goebbels sein Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda aufbaut und als eine der ersten Amtshandlungen den bisher liberalen deutschen Rundfunk mit der "NSDAP" gleichschaltet.
Januar 1933 "RCA" baut und betreibt in Camden N. J., ein komplettes Fernsehsystem. Es verwendet die neue Kameraröhre Zworykins, das Ikonoskop, als Aufnahmeinstrument. Dabei fällt besonders die hervorragende Leistung der neuen Kameraröhre auf, die detailgetreuere Bilder liefert, im Studio und natürlich auch bei Außen- und Direktaufnahmen eine größere Bildabdeckung leistet als jede bisher benutzte Kamera.
15.02.1933 Eine Wahlrede des neuen Reichskanzlers Hitler in der Stuttgarter Stadthalle kann vom "Süddeutschen Rundfunk" nicht bis zu Ende übertragen werden, weil ein Kabel durchgeschnitten wurde (Kabel-Attentat).
18.02.1933 Die erste Nummer von "Radioprogramma", der offiziellen Programmzeitschrift der italienischen Schweiz, erscheint.
03.03.1933 "Radio della Svizzera Italiana" (RSI) beginnt mit Versuchssendungen für die Schulen.
05.03.1933 Auf Mittelwelle macht sich der portugiesische Staatsrundfunk mit Testsendungen bemerkbar.
13.03.1933 Erlass über die Errichtung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Am 16. März übernimmt Goebbels die Rundfunkkompetenzen des Reichsministers und am 27. März die des Reichspostministers.
15.03.1933 "Radio Luxembourg" beginnt mit einer Serie von Testsendungen auf 1.191 m. Die Station sendet jeden Abend von 19 bis 23 Uhr jeweils für ein anderes Land. Die Ansagen werden in der jeweiligen Landessprache gehalten. Das Sendeschema des 200 kW-Senders sieht wie folgt aus: Mo: Italien, Di: Belgien, Mi: Luxembourg, Do: Deutschland, Fr: Niederlande, Sa: Frankreich und So: England. Das Programm besteht vorwiegend aus populärer Tanzmusik, unterbrochen durch Nachrichten und Wetterberichte.
18.03.1933 Der Radio-Klub von Mosambique nimmt einen Rundfunksender in Betrieb.
25.03.1933 Vor den Indentanten und Direktoren der Rundfunkgesellschaften hielt Joseph Goebbels eine Rede, in der er die neue Richtung des deutschen Rundfunks festlegte.


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(Ausschnitt aus der Rede von Goebbels)
März 1933 "CBS" stellt den Fernsehbetrieb ein, nachdem entschieden worden ist, dass bessere Übertragungstechnologie abgewartet werden sollen. Auch "NBC" hat den Sender am Empire State Building geschlossen und führt nun geheime Tests durch. Die einzigen Sender in den USA, die jetzt noch mir einiger Regelmässigkeit Sendungen ausstrahlen, sind Don Lee in L. A. und der Sender der Purdue University, die in eingeschrängtem Rahmen weiterhin Programme senden.
01.04.1933 Die deutsche Reichspost beginnt mit der Ausstrahlung von deutsch- und englischsprachigen Kurzwellensendungen in Richtung USA.
18.04.1933 Erste Probesendung des Landessenders "Monte Ceneri" auf 680 m. Drei Tage später überträgt der 15 kW Marconi-Sender zu Testzwecken das Programm von "RSI".
April 1933 Vor der kalifornischen Küste beginnt die erste Offshore-Radiostation der Welt zu senden (Piratensender). An Bord der "La Playa" befindet sich neben der Radiostation "RXXR" die mit 5 kW auf 815 kHz sendet, auch ein Spielcasino. Noch im gleichen Jahr schreiten die Hafenbehörden von Los Angeles ein und beschlagnahmen das Sendeschiff.
Das portugiesische Radio beginnt mit Testsendungen. Der Mittelwellensender ist in Barcarena stationiert. Der junge Minister für öffentliche Bauten, Duarte Pacheco, unterstützt von Anfang an die Hörfunkentwicklung, so dass vier Jahre später bereits eine zweite offizielle Station in Porto den Betrieb aufnimmt.
Von 1925 bis 1933 existierte in Portugal lediglich eine Amateurstation, die ein bescheidenes Programm ausstrahlte.
06.05.1933 Einweihung des ersten für Radiozwecke erbauten Studios für "Radio Zürich" an der Brunnenhofstrasse. Die ersten Probesendungen aus dem neuen Studio wurden am 10. April ausgestrahlt. Dem Architekt Otto Dürr gelang es, innerhalb eines Jahres, dieses moderne Gebäude für 675.000 Franken zu verwirklichen.
28.05.1933 Auf dem Bisamberg bei Wien wird der Großrundfunksender mit 100 kW der "Radio Wien AG" (RAWAG) eingeweiht.
Mai 1933 In Kanada startet die "Canadian Radio Broadcasting Commission" (CRBC) mit dem Rundfunkdienst.
24.06.1933 Durch Regierungs- und Parlamentsbeschluss wird die "Norsk Rikskringkasting" (NRK) gegründet. Diese Anstalt ist für den öffentlichrechtlichen Rundfunk in Norwegen zuständig.
Die niederländische Rundfunkgesellschaft "KRO" strahlt zum ersten Mal über den Sender "PCJJ" in Huizen ein Programm über Kurzwelle aus.
27.07.1933 Vertreter der "SRG", der PTT, der Radioindustrie, der Radiogrossisten und des Radiohandels gründen die "Pro Radio" (Vereinigung zur Förderung des Rundspruchs in der Schweiz).
Zu Beginn der fünfziger Jahre wird auch das Fernsehen als neues Medium in den Tätigkeitsbereich einbezogen. Von da an heißt die Vereinigung "Pro Radio-Television".
18.08.1933
10. Große Deutsche Funk-Ausstellung in Berlin vom 18.08. - 27.08.1933.

Der Volksempfänger VE 301 (= 30.1., Tag der nationalsozialistischen Machtübernahme) wird vorgestellt.
Er kommt danach als Gemeinschaftsprodukt von 28 Radiofirmen für 76 Mark auf den Markt.

Quelle: [13]

28.09.1933 Die staatlich genehmigte Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Urheberrechte (STAGMA), im Jahr 1947 in GEMA umbenannt, erhält in Deutschland das Monopol zur Wahrnehmung von Musikaufführungsrechten.
13.10.1933 Die "BBC" gibt bekannt, von ihrem UKW-Sender im Broadcast House eine Reihe von Tests mit Hochauflösungsfernsehausstrahlungen (high definition television) durchzuführen. Die erste Testreihe soll bis Ende des Jahres Baird übernehmen, die zweite soll im Januar 1934 beginnen und von "EMI" durchgeführt werden.
28.10.1933 Offizielle Einweihung des Landessenders "Monte Ceneri" und des Studios am Campo Marzino in Lugano. Die provisorisch zugeteilte Welle beträgt 1.145 Meter. Nach dem 15. Januar 1934 (Inkrafttreten des Luzerner Wellenplans) steht "Monte Ceneri" eine Exklusivwelle, und zwar 257,1 m, zur Verfügung.
Oktober 1933 Vom Propagandaministerium wird die Parole ausgegeben: "Rundfunk in jedes deutsche Haus!"
15.11.1933 Erster Programmaustausch zwischen Deutschland und Japan.
18.11.1933 Der private Sender "Radio Paris" wird vom Staat übernommen.
November 1933 Der Schweizer Telefonrundspruch übernimmt die österreichischen Radioprogramme.
20.12.1933 Inbetriebnahme des Mittelwellensenders Berlin-Tegel, ein von der Firma Telefunken gelieferte Großsender auf dem ehemaligen Tegeler Schießplatz. Gleichzeitig beenden der Sender Witzleben am Funkturm und der Sender Berlin Boxhagener Str. ihre Sendungen.
Eröffnung des auf 100 kW "Lorenz"-Senders München.
1933 Im Jahr 1933 wurden ca. 11,2 Millionen Radios (inclusive der Volksempfänger) im Wert von über 43 Mio. Reichsmark abgesetzt. Rund 160.000 Lautsprecher und 750.000 Lautsprecherchassis mit einem Wert von über 10 Mio. Reichsmark gingen über den Ladentisch. Etwa 8% (gemessen am Inlandsumsatz) wurde exportiert.
"Radio Budapest" nimmt einen neuen Sender mit einer Leistung von 120 kW in Dienst, der als "Gigant von Lakihegy" bezeichnet wird. Der Sendemast war mit einer Höhe von 314 m die damals höchste Stahlkonstruktion der Welt.
Edwin H. Armstrong führt Mitarbeitern der "Radio Corporation of America" die Frequenzmodulation (FM) vor. Dabei wird der bei Amplitudenmodulation (AM) auftretende ständige Rauschhintergrund beim Empfang, der dadurch entsteht, dass Blitze und andere elektrische Entladungen ebenfalls die Amplitude modulieren, verhindert. Armstrong schlägt deshalb vor, nicht mehr die Amplitude, sondern die Frequenz der Trägerschwingung im Rhythmus der zu übertragenden Signalschwingung zu modulieren. Bei Frequenzmodulation der Trägerwelle werden Störeinflüsse weitgehend ausgeschaltet. Da sie aber nur für hohe Frequenzen durchführbar ist, ergibt sich eine gegenüber der Amplitudenmodulation fünfmal grössere Bandbreite. Im darauffolgenden Jahr strahlt er in Zusammenarbeit mit der "RCA", die ersten frequenzmodulierten Testsendungen vom Empire State Building aus. Ab 1938 ist der FM-Sender auf dem Alpine-Gebäude in New York installiert.
Im südlichen Rhodesien wird der Rundfunk eingeführt. Ein Sender der "Imperial Airways" in Belvedere, der nur zwei bis dreimal wöchentlich für den Flugverkehr eingesetzt wird, benutzen die Techniker in ihrer Freizeit zur Verbreitung eines Rundfunkprogramms. 1940 werden neue Studios im alten Postgebäude an der Manica Road eingerichtet und John Parry erhält den ersten "Full-Time"- Radiojob.
Auf Veranlassung Haile Selassies I. wird der 2 kW-Kurzwellensender "Addis Adeba" von Italienern erbaut. Während des italienischen Überfalls auf Äthiopien (1935/36) wird die Station von einem schwedischen Ingenieur betreut. Die Nachrichtensendungen und Hilferufe von "Radio Äthiopien" werden auf der ganzen Welt wahrgenommen.
Gründung der Reichsrundfunkkammer, der alle Beschäftigten des Rundfunks angehören müssen.
Obwohl in den 1930er Jahren schon längst Röhrensender Stand der Technik waren, wurden die Maschinensender in Nauen weiter betrieben und 1937 noch modernisiert.


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(Achtung, Achtung, hier Phono-Nauen! 1. Teil)
      
(Achtung, Achtung, hier Phono-Nauen! 2. Teil)
01.01.1934 Die französische Regierung verbietet den Staatssendern die Ausstrahlung religiöser Programme.
15.01.1934 1933 fand die "Europäische Rundfunkkonferenz Luzern " statt. Es gab schon über 200 Sender in Europa. Für den gesamten Mittelwellenbereich wurde ein 9 kHz-Frequenzraster festgelegt, auf Langwelle blieben unterschiedliche Kanalabstände von 7 bis 9 kHz. Leistungsstarken Sendern wurden Exklusivfrequenzen (insgesamt 63 von 130 Kanälen) zugewiesen. Die Gemeinschaftswellen wurden dichter belegt und die Leistungsgrenze der Sender auf 2 kW angehoben. Der "Luzerner Wellenplan" trat am 15. Januar 1934 in Kraft.
"Radio Luxembourg" beginnt auf Langwelle 1304 m mit einem englischen Programm. Die Werbesendungen werden in London auf 78er-Schallplatten geschnitten und nach Luxembourg geflogen. Für eine halbstündige Sendung werden mehrere Programmschallplatten benötigt, weshalb im Luxemburger Studio auch sechs Plattenspieler im Einsatz sind.
16.02.1934 Erstmals wird eine Sendung von "Radio della Svizzera Italiana" von den Stationen des italienischen Radios übernommen.
11.03.1934 "Radio Bloemendaal" nimmt einen neuen 0,1 kW-Sender auf 245,9 m in Betrieb genommen. Seitdem ist der christliche Sender, abgesehen von kriegsbedingter Unterbrechung von 1943 bis 1948, jeden Sonn- und Feiertag mit Predigten und kirchlicher Musik im Äther.
15.03.1934 Das deutsche Kammergericht hat in seinem grundlegendem Beschluss zur Zivilprozessordnung (§ 811 Ziffer 1) entschieden: Der Rundfunkempfänger eines Schuldners ist nicht pfändbar!
01.04.1934 "Verstaatlichung" des Rundfunks in Deutschland. Die bis dahin bestehenden 11 selbständigen Rundfunkgesellschaften wurden durch die RRG aufgelöst und die Sendebetriebe als Zweigstellen, genannt „Reichssender", der RRG unterstellt.
Das bei der deutschen Reichspost in Entwicklung begriffene Fernsehen führt die 180-Zeilen-Norm bei 25 Bildwechseln pro Sekunde ein.
Der Sender Königsberg begann in einem Neubau von Architekt Hanns Hopp, dem "Neuen Funkhaus", gegenüber dem Landgericht am Hansaring mit sieben Senderäumen als "Reichssender Königsberg" sein Programm auszustrahlen.
Auch die "Schlesische Rundfunk G.m.b.H., Breslau" wurde in eine Filiale der "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mbH." umgewandelt. Der Name war jetzt "Reichssender Breslau".


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(Kennung des Senders Königsberg)


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(Kennung des Senders Breslau)
18.04.1934 Der von "Telefunken" im Auftrag der Deutschen Reichspost errichtete 20 kW-Bildsender in Berlin strahlt die ersten Bild- und Tonsendungen aus. Das 180 Zeilen-Bild wird auf Welle 6,77 m ausgestrahlt, der dazugehörige Ton ist auf Welle 7,06 m zu hören.
22.05.1934 Die "Marconi Wireless Telegraph Co. Ltd" und "EMI" vereinigen sich zu "Marconi-EMI Ltd".
31.05.1934 Der staatliche Rundfunk in Ägypten wird gegründet. Die Privatsender, die in den zwanziger Jahren entstanden, sind aufgrund behördlicher Auflagen bereits außer Betrieb. Mit zwei leistungsschwachen Sendern in Vororten von Kairo und Alexandria und mit Studios im Gebäude der "Marconi-Gesellschaft" fängt die neue "offizielle" Radioanstalt mit der Sendung eines von einem ägyptischen Komitee zusammengestellten und der britischen Verwaltung gebilligten Programm an.
Mai 1934 Indien macht sich auf Kurzwelle bemerkbar. Die Station "VUB" in Bombay ist mit 4,5 kW auf 9.570 kHz zu hören und "VUC" in Calcutta meldet sich auf 6.110 kHz.
12.06.1934 65 Delegierte aus 20 europäischen Ländern treffen sich in London zu einer Tagung der "Union Internationale de Radiodiffusion". Auf dem Programm steht die Verteilung der Langwellen, zu jener Zeit wohl der heikelste Punkt der internationalen Radioverständigung.
14.06.1934 Über die Landessender Beromünster werden die im "Studio Basel" zusammengestellte Sendungen für die Auslandsschweizer erstmals ausgestrahlt. Angesichts der relativ geringen Reichweite des Landessenders werden die wöchentlichen Sendungen ab Dezember 1934 auch regelmässig vom Kurzwellensender des "Radio-Club Basel" übertragen.
15.06.1934 Der "Radio-Club Basel" strahlt erstmals die auf Stahlband aufgenommene Sendung vom "Studio Basel" für die Auslandsschweizer auf Kurzwelle (42,14 m) aus. Das Rufzeichen der Amateurstation lautet: "HB9B". Als Sender dient ein "Collins 40B" (40/50 Watt).
19.06.1934 In den USA wird per Gesetz die Federal Communications Commission (FCC) als zentrale Behörde zur Regelung des Telefon-, Telegrafen- und Funkverkehrs eingerichtet.
25.06.1934 In Wien kommt es zu einem Putschversuch der Nationalsozialisten. Die Putschisten besetzen das Radiogebäude in der Johannesgasse und zwingen den Nachrichtensprecher eine vorbereitete Meldung zu verlesen, die Regierung Dolfuss sei gestürzt. Wenige Stunden später sind die Putschisten überwältigt.
Juli 1934 Die "AEG" kündet die Markteinführung eines Tonbandgerätes mit dem Namen "Ferroton" an. Vor der Berliner Funkausstellung wird der Name in "Magnetophon" umgeändert. Die "BASF" hat die ersten 50.000 m Magnetophonband fertiggestellt.
01.08.1934 Anfang des "Schweizerischen Kurzwellendienstes". Die "Schweizerische Rundspruchgesellschaft" mietet für eine einmalige Sendung den Völkerbundsender in Prangins. Ein auf Stahlband aufgezeichnetes Programm vom "Studio Bern" wird nach Südamerika ausgestrahlt.
17.08.1934 11. Große Deutsche Funk-Ausstellung in Berlin vom 17.08. - 26.08.1934.
27.08.1934 Der Landessender "Beromünster" wird bis zum 16. September 1934 abgeschaltet, um die Sendeleistung von 60 auf 100 kW zu erhöhen. Während der Umbauphase strahlt der Landessender "Sottens" die Hälfte seiner Sendungen in deutscher Sprache aus.
August 1934 In Portugal werden Testsendungen auf Kurzwelle durchgeführt.
01.09.1934 Aus der Mongolei meldet sich "Radio Ulan Bator". Die dreiköpfige Belegschaft produziert vorerst pro Tag ein zweistündiges Programm aus Ulan Bator.
15.09.1934 In Berlin wird zwischen dem Reichspostzentralamt im Tempelhof und dem Fernseh-Laboratorium in der Rognitzstrasse in Witzleben das erste Breitband-Koaxialkabel zur Übertragung von Fernsehsendungen verlegt. Es weist eine Länge von 11,5 Kilometern auf.
02.10.1934 Durch Beschluss des "SRG"-Vorstandes wird das Radioorchester der italienischen Schweiz gegründet. Sein erstes Konzert gibt es unter der Leitung von Leopold Casella am 2. Januar 1935 im Studio Lugano.
07.10.1934 Der 150 kW starke englische Sender "Droitwich" wird offiziell eingeschaltet. Testsendungen sind seit dem 6. September zu hören.
15.11.1934 Beginn der regelmässigen Versuchssendungen des sowjetischen Fernsehens.
23.11.1934 Die ersten Kurzwellensendungen aus Ungarn werden ausgestrahlt. Das nach Nordamerika gerichtete Programm ist vorerst nur am Wochenende zu hören.
Dezember 1934 Ein paar Basler Funkpioniere führen mit Erlaubnis der PTT UKW-Versuchssendungen durch. Jeweils samstags um 14 Uhr wird vom Warteck-Turm im Kleinbasel aus mit den Worten "Hier ist das Basler UKW-Radio" auf etwa 56 MHz das Wort- und Schallplattenprogramm eröffnet.
1934 Im Laufe des Jahres wurden 840.000 Volksempfänger hergestellt.
Für die "Radio Corporation of America" (RCA) entwickelt Wladimir Zworykin ein elektronisch arbeitendes TV-Aufnahmeverfahren. Er stützt sich dabei auf die Theorie von A. Campbell-Swinton, der den Ikonoskop schon im Jahre 1908 beschrieben hatte. Nach sechsjähriger Forschungsarbeit wird der Ikonoskop 1934 in Produktion genommen.
Nach dem Staatsstreich von Ministerpräsident Päts wird die estnische "Radio-Rundfunkgesellschaft aufgelöst und an ihrer Stelle ein "Staatlicher Rundfunkdienst" (Riigi-Ringhääling) gegründet.
Die Deutsche Reichspost unternimmt in Breslau erste Versuche zur leitungsgebundenen Übertragung von Rundfunksendungen, die auch für den Anschluss konventioneller Empfangsgeräte (z. B.: VE 301) geeignet sein sollen. Wegen der schlechten Trennschärfe des Volksempfängers können im Langwellenbereich von 150 bis 250 kHz allerdings höchstens drei Programme über Leitungen verbreitet werden.
Anfang 1935 Die Nazis instrumentalisierten zumindest die bastelnden Knaben und gründeten die erste Rundfunkschule der Hitlerjugend in Göttingen. "Sie dient nicht dem Zwecke, einseitige Bastler und Techniker auszibilden, sondern den nazionalsozialistischen Jugendwart zu formen, der das technische Wissen und die technischen Fähigkeiten in den Dienst der politischen Idee zu stellen weiß. Die Hitlerjungen und Führer, die an den Lehrgängen der Funkschule teilnehmen, sind nicht Bastler, sondern politische Soldaten."
26.02.1935 In Bulgarien wird das Staatsmonopol im Radiobereich eingeführt. 1929 wurden erstmals Radiosendungen ausgestrahlt.
02.03.1935 Das neue Radiohaus vom "Studio Lausanne" in La Sallaz wird offiziell eingeweiht. Im Jahre 1928 zog die "Société Romande" aus ihren alten Räumlichkeiten im Champ de l' Air, wo sie seit 1923 untergebracht war, in ein Miethaus am Escalier du grand Chêne um. Es zeigte sich jedoch bald, dass auch die neue Behausung zu klein war.
22.03.1935 Mit einer Ansprache des Reichssendeleiters Eugen Hadamowsky beginnt die "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" in Berlin den ersten regelmässigen Fernsehprogrammdienst der Welt. Gesendet wurde ein 180 Zeilen-Bild. 3 x wöchentlich 8:00 - 10:00 abends, 8:00 - 9:00 und Wiederholung 9:00 - 10:00. Am 29 Mai erhält dieser erste öffentliche Fernsehsender den Namen "Paul Nipkow".
Der öffentliche Verkauf passender Empfangsgeräte wird für den August angekündigt. Alle Sendungen kommen von Zelluloidfilm.
Zwar wird dieser erste deutsche TV-Dienst "hochzeiliges Fernsehen" genannt, doch es weist zwei erhebliche Mängel auf: Schwache Detailtreue sowie starkes Bildflimmern. Der Dienst wird nur bis August betrieben, dann führt ein Brand zur Zerstörung der Sendeanlagen.
09.04.1935 Eröffnung der ersten öffentlichen Fernsehempfangsstelle im Berliner Reichspostmuseum. Im Mai werden vier weitere "Fernsehstuben" in Berlin geöffnet.
26.04.1935 Geburtsstunde des offiziellen Fernsehens in Frankreich. Die Ansagerin Béatrice Bretty eröffnet um 20.15 Uhr das Programm aus dem Studio an der Rue de Grenelle. Der 500 W-Sender auf der Wellenlänge 175 m wird bald durch den 10 kW-Eiffelturmsender ersetzt. Zuerst wird mit der 60 Zeilen-Norm gearbeitet. Im Dezember wird auf 180 Zeilen umgerüstet. Zuständig für diesen Dienst ist die französische PTT, die die Apparatur von René Berthelemy benutzt.
30.04.1935 In Deutschland wird die erste aktuelle Fernsehübertragung mit Hilfe des Zwischenfilmverfahrens und eines Übertragungswagens realisiert. Journalisten der Rundfunk- und Tagespresse wohnen der Demonstration bei.
29.05.1935 Hohe Ehrung für den "Vater des Fernsehens" Paul Nipkow, der in diesem Jahr 75 Jahre alt wird. Im Rahmen eines Festaktes wird der Sender Berlin-Witzleben in "Fernsehsender Paul Nipkow" umbenannt. Die Feierlichkeiten finden im grossen Sendesaal des neuen Rundfunkhauses in der Masurenallee statt.


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(Taufe des Fernsehsenders Paul Nipkow)
01.06.1935 "Radio Tokio", der japanische Auslandsdienst, wird ins Leben gerufen. Täglich wird eine Stunde in Englisch und Japanisch in Richtung Nordamerika ausgestrahlt. 1937 gesellt sich zum 20 kW-Sender einer mit 50 kW für Sendungen in Richtung Südost-Asien und Europa.
17.06.1935 Erster Einsatz des fahrbaren 10 kW-Fernsehsenders für Bild und Ton auf dem Hamburger Heiligengeistfeld. Die mobile Sendestation von "AEG", "Telefunken" und "Daimler Benz" umfasst 14 Fahrzeuge, betreut von 15 Technikern. Später strahlt die fahrbare Sendeeinheit drei Monate lang Versuchsprogramme für Meßzwecke vom 1.143 m hohen Brocken aus.
Juni 1935 Die "Schweizerische Rundspruchgesellschaft" erhält die Bewilligung, die Antennenanlage des Völkerbundsenders "Radio Nations" in Prangins für regelmässige Auslandsendungen auf Kurzwelle zu benutzen.
31.07.1935 Mit dem Rufzeichen "ZOY" meldet sich in der britischen Kolonie "Goldküste", dem heutigen Ghana, der erste Radiosender des Landes. Noch vor der Unabhängigkeit (1957) wird ein zweiter Sender dazu geschaltet. Mit bescheidenen finanziellen und somit auch technischen Mitteln, entwickelt sich die "Ghana Broadcasting Corporation" nur langsam.
01.08.1935 Aus Anlaß des Nationalfeiertages der Schweiz erfolgt die erste Gemeinschaftssendung aller drei Landessender - "Beromünster", "Sottens" und "Monte Ceneri".
In Portugal beginnt der Staatssender "Emissora Nacional de Radiodifusao" von Lissabon aus seine regelmässigen Ausstrahlungen auf Mittel- und Kurzwelle. Das seit 1934 fertiggestellte Studio ist in der Rua do Quelhas untergebracht. Die Kurzwellensendungen stellen ein wichtiges Bindeglied zwischen der Heimat und den portugiesischen Emigranten in Amerika dar. Ab 1937 ist ein 15 kW-Kurzwellensender auf den Frequenzen 9.940, 11.040 und 11.840 kHz aktiv. Die Finanzierung erfolgt durch Gebühren und ab 1949 auch durch die Einnahmen aus Werbesendungen.
16.08.1935 12. Große Deutsche Funk-Ausstellung in Berlin vom 16.08. - 25.08.1935.
Das Publikum hat erstmals Gelegenheit, in einer "Fernsehstraße" 20 Fernsehgeräte von 6 verschiedenen Firmen miteinander zu vergleichen.
Die Firma "AEG" stellt das Tonbandgerät "Magnetophon K 1" vor. Das Modell besitzt den nach einer Idee von Theo Volk entwickelten Dreimotorenantrieb zur besonderen Schonung des Bandes, einen schnellen Rücklauf, Drucktastensteuerung sowie ein 6,5 mm breites Tonband, das mit 1 m/s gefahren wird und Frequenzen bis 6.000 Hz aufzeichnet. Eine Spule mit 30 cm Durchmesser hat eine Spieldauer von 20 Minuten.
Am 19. August kam es auf der Funkausstellung zu einem Brand, dem auch der erste "Paul-Nipkow-Sender" zum Opfer fiel.
15.09.1935 Der niedrigzeilige TV-Dienst der "BBC" wird endgültig eingestellt. Alle 30-zeiligen 12,5 Bilder in der Sekunde liefernden Bairdschen "Televisor"-Empfänger haben jetzt ausgedient. Es scheint, dass nicht viele davon tatsächlich in Gebrauch sind, weshalb auch gegen die Einstellung des Sendebetriebs keine Einwände erhoben werden. Eine Umfrage durch eine Postkarten-Aktion bleibt ergebnislos. Das Baird-Experiment mit dem Sendebetrieb hat insgesamt sechs Jahre gedauert und die "BBC" mit reichlich Erfahrung im Betrieb eines praktischen TV-Systems versorgt.
01.10.1935 Die ersten Kurzwellensendungen aus Polen in Richtung Amerika werden vom Sender "SPW" mit 10 kW Sendeleistung abgestrahlt.
08.10.1935 Es werden regelmässig KW-Sendungen von Prangins ausgestrahlt. Die Landesstudios der "Schweizerischen Rundspruchgesellschaft" stellen abwechselnd monatlich ein 60-minütiges Programm zusammen.
12.10.1935 Jazz-Musik im deutschen Rundfunk wird verboten.
27.10.1935 Der Weltrundfunkverein beauftragt den deutschen Rundfunk mit der Durchführung der ersten "Weltringsendung". In 31 Ländern verbreiten 1.300 Radiostationen das Programm "Jugend singt über die Grenzen".
04.12.1935 Der "Reichssender Saarbrücken" (17 kW) wird offiziell seiner Bestimmung übergeben. Bereits im März verbreitete ein wesentlich schwächerer Sender das Programm.
12.12.1935 In Frankreich wird ein regelmässiges Fernsehprogramm mit feinzeiligem System (180 Zeilen) eingeführt.
19.12.1935 Auflösung des "Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer", der letzten bestehenden Rundfunkhörerorganisation.
Dezember 1935 In Deutschland gibt es fast sieben Millionen Rundfunkteilnehmer.
1935 Die ersten Empfänger mit Abstimmanzeigen (Glimmröhren) kommen auf den Markt.
In Berlin werden Ultrakurzwellen-Sendungen zu Testzwecken auf 6,95 m durchgeführt. Armstrongs theoretische Arbeit zur Frequenz-Modulation (FM) verhelfen dem System auf Ultrakurzwelle (UKW) zum Durchbruch. Bei der parallelen Ausstrahlung eines Versuchs-Musikprogramms, das während eines Gewitters einmal mit Amplitudenmodulation und gleichzeitig mit Frequenzmodulation gesendet wird, geht das "FM"-Programm eindeutig als Sieger hervor.
In Brazzaville lebende Europäer gründen die Station "Radio Brazzaville", die 1940 von den Franzosen übernommen und mit einem neuen 50 kW-Sender aus den USA verstärkt wurde.


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(Kennung des Reichssenders Berlin)
nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 04.09.2014