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Rundfunkgeschichte − 1984 bis 1988

01.01.1984 Die ersten privaten Fernsehprogramme gehen in Deutschland auf Sendung.
Das Ludwigshafener Kabelpilotprojekt nimmt seinen Sendebetrieb auf. Es bietet acht neue Fernseh- und vier neue Hörfunkkanäle an. Von den öffentlichrechtlichen Anstalten beteiligen sich das "ZDF" mit dem zeitversetzten "ZDF 2" und der "SWR" mit dem "Schlauen Kanal" an dem Pilotprojekt.
In der Schweiz wird der Teletext definitiv eingeführt. Seit dem 1. Oktober 1981 unternahmen die "Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft" und der "Schweizerische Verband der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger" (SZV) einen Versuch mit dem Fernseh-Bildschirmtext.
Um 00:01 Uhr nimmt der Winterthurer Lokalsender "Radio Eulach" seine Sendungen auf. Die Station ist rund um die Uhr auf 102,1 MHz mit einem eher konventionellen Musikprogramm zu hören. "Radio Eulach" beschäftigt vier ferste Mitarbeiter und zwölf Teilzeit-Moderatoren.
02.01.1984 Nach mehrmonatigen Testsendungen auf Kanal 7 (VHF) eröffnet "Radio-Tele-Luxembourg" unter der Bezeichnung "RTL-Plus – Television" um 17.28 Uhr das deutschsprachige Fernsehprogramm. Der starke Sender in Dudelange strahlt etwa 120 Kilommeter nach Deutschland hinein und kann im Saarland sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen empfangen werden. Das bescheidene Team der ersten Stunde besteht aus Dr. Helmut Thoma (Programmdirektor), Thomas Wilsch (Programmleiter), Horst Tempel (Produktion), Réné Steicher ( Regisseur) Edy Hildebrandt (Moderator), Hartmut Schröter (Redaktion), Mathias Krings (Redaktion Jugend) und Marina Daerden (Sekretärin).
"TV 5" heißt ein neues, französischsprachiges Fernsehprogramm, das versuchsweise täglich während dreier Stunden über den Fernmeldesatelliten "ECS-F1" ausgestrahlt wird. Produziert wird das werbefreie Programm gemeinsam von den drei nationalen Ketten des französischen Fernsehens ("TF 1", "Antenne 2" und "FR 3"), der belgischen Rundfunkanstalt "RTBF" und dem Westschweizer Fernsehen "SSR". "TV 5" wird den Betreibern von Kabelnetzen kostenlos zur Verfügung gestellt. Täglich werden zwischen 19 und 22 Uhr Unterhaltung, Information und kulturelle Sendungen angeboten.
Die Programme von "Radio DRS" in rätoromanischer Sprache werden von bisher 37 Minuten auf etwa 2,5 Stunden täglich ausgedehnt. Mit der am Berchtoldstag erstmals, über den Kanal "DRS 2" der Bündner UKW-Sender, ausgestrahlten Radiosendung "Allegra" erfährt das tägliche Angebot an rätoromanischen Sendungen vorab in Graubünden eine bedeutende Erweiterung.
In Südafrika beginnt, als Konkurrenz zur staatlichen "South Africa Broadcasting Corporation", die Station "Bop TV" zu senden.
12.01.1984 Nach fast dreijähriger Sendepause meldet sich aus der Pyrenäenrepublick "Radio Andorra" wieder zurück. Die Station ist täglich 16 Stunden auf 702 kHz zu hören.
Aus urheberrechtlichen Gründen verbietet ein Gericht in Amsterdam die Verbreitung des französischen Satelliten-Programms "TV 5" über Kabelnetze.
16.01.1984 Das englische "Satellite-TV" nennt sich seit kurzem "Sky Channel" und erweitert von nun an das Programmangebot von täglich drei auf fünf Stunden.
22.01.1984 "Radio France International" nimmt den ersten 500 kW-Relaissender auf Französisch-Guyana in Betrieb. In den nächsten Monaten kommen noch zwei Kurzwellen-Sender dazu.
23.01.1984 Japan startet vom Stützpunkt Tanegashima aus den ersten Satelliten zur direkten Fernsehübertragung. Bei den bisher eingesetzten Satelliten müssen die Sendungen von Erdstationen aufgefangen und ins Fernsehnetz eingespeist werden. Mit dem Satellit "BS 2" will man den 420.000 unterversorgten Haushalten einen einwandfreien Fernsehempfang ermöglichen.
10.02.1984 Die "Degeto-Film GmbH", eine Tochtergesellschaft der "ARD", kauft zum Gesamtpreis von rund 220 Millionen DM die Ausstrahlungsrechte für rund 1.500 Filme bei der US-Firma "Metro-Goldwyn-Mayer/United Artists". Das Filmpaket schließt auch neue Produktionen ein, die in den nächsten 15 Jahren hergestellt werden.
18.02.1984 In der französischsprachigen Schweiz nehmen zwei neue Lokalsender den Betrieb auf. Die eine Station "Fréquence Jura", startet um 11.30 Uhr auf 103,9 und 98,8 MHz. Ab dem 28. April 1984 wird der dritte Sender auf 88,4 MHz dazugeschaltet.
Das "Radio der Walliser", so der Slogan von "Radio Martigny", ist ab 18 Uhr auf 90,8 MHz zu hören.
24.02.1984 Mit der Aufnahme der zweisprachigen Sendungen des Bieler Lokalsenders "Canal 3" um 18 Uhr, sind nun 17 der insgesamt 36 bewilligten Lokalsender der Schweiz in Betrieb. Das deutschsprachige Programm ist auf 98,8 MHz zu hören und französisch tönt es auf 89,5 MHz.
01.03.1984 In Schweizer Neuenburg startet der Lokalsender "Radio-Télé-Neuchâtel" mit einem französischen Programm auf 90,4 MHz.
"Canal Plus" beginnt für den Großraum Paris zu senden. Zwischen 13 und 17 Uhr kann das Fernsehprogramm vorläufig noch gratis empfangen werden. Ab 1. November 1984 ist "Canal Plus" nur noch mit Decoder als Pay-TV im Äther.
Mit dem Sendebeginn von "Radio L" (92,0 MHz) ist nun auch die Agglomeration Lausanne im Einzugsgebiet eines schweizerischen Lokalsenders. "Radio L", hinter dem unter Anderem die Herausgeber von vier Lausanner Tageszeitungen stehen, ist mit 25 Mitarbeitern, darunter sieben Journalisten, das größte private Radiounternehmen in der Romandie.
Bewaffnete salvadorianische Aufständische betetzten für kurze Zeit zwei Radiostationen in San Salvador. Sie erzwingen das Abspielen von Tonbändern mit Aufrufen gegen die Präsidentenwahlen. Darin heißt es, die Wahlen sind nur Vorwand dafür, dass die amerikanische Regierung sich in El Salvador einmischen könne.
04.03.1984 Aus Libyen meldet sich auf Kurzwelle unregelmäßig ein englischer Dienst, "The Voice of Africa".
05.03.1984 Das Westschweizer Fernsehen startet das Mittagsmagazin "Midi public". Es handelt sich um eine Mittagssendung mit allgemeinen regionalen und kulturellen Informationen, die an Werktagen zwischen 12 und 13:25 Uhr ausgestrahlt wird. Mit "Midi public" soll ein wichtiges potentielles Publikum erreicht und die Abwanderung zu französischen Fernsehketten und zum Satellitenfernsehen verhindert werden.
14.03.1984 Die PTT droht allen Kabelnetzen mit einer Abstellverfügung und mit einem verwaltungsgerichtlichen Strafverfahren wenn "Sound Radio" weiter übertragen wird. "Sound Radio" (ex. Radio 24) ist nach schweizerischer Auffassung illegal und darf laut einem bundesrätlichen Erlass vom 17. April 1983 nicht mehr von privaten oder öffentlichen Kabelnetzen in der Schweiz verbreitet werden.
Der seit dem 1. November 1983 in der Region Basel verstummte Elsässer Alternativsender "Radio Dreyeckland" meldet sich zusätzlich zur gestörten Hausfrequenz (100,9 MHz) jetzt auch auf 102,6 MHz.
15.03.1984 Das Sendezentrum von "Radio Omdurman" in der gleichnamigen sudanesischen Stadt ist durch einen Bombenanschlag zerstört worden. Fünf Todesopfer fordert der Abwurf der Bombe durch ein nichtidentifiziertes Kampfflugzeug vom Typ TU-22.
20.03.1984 "Radio Förderband", das Berner Kulturradio, ändert die Frequenz und dehnt das Programm aus. Seit 11 Uhr wird auf 104,2 MHz rund um die Uhr in Stereo gesendet.
31.03.1984 In der Nacht zum 1. April nimmt der Freiburger Lokalsender "Radio Sarine" mit einem Eröffnungskonzert den Sendebetrieb auf. Zwei Drittel der Sendezeit werden in französischer und ein Drittel in deutscher Sprache moderiert. "Radio Sarine / Saane" ist auf 88,5 MHz zu empfangen.
Der "Concertrsender Amsterdam" nimmt den Sendebetrieb offiziell auf. Vorläufig ist der Sender für klassische Musik jeden Samstagabend von 19 bis 02.00 Uhr im Amsterdamer Kabelnetz zu hören. Ab dem 2. Juni 1984 wird das Programmangebot auf den Sonntag ausgedehnt.
März 1984 Das Programmangebot für britische Kabelhaushalte wird um "TEN – The Movie Channel" reicher. Die Gesellschaft "United Cable Programms" betreibt den Spielfilmkanal, der über den Fernmeldesatelliten Intelsat V abgestrahlt und als Abonnements-TV angeboten wird. Ende 1984 erreicht "TEN" mit rund 50.000 Abonnenten seinen höchsten Stand, danach sinkt die Zahl bis Mai 1985 auf 34.000. Daraufhin ziehen sich die Geldgeber zurück und "TEN" meldet Konkurs an.
Der britische Pressemagnat Robert Maxwell übernimmt nun die Filmrechte von "TEN" und baut mit "Mirrorvision" einen neuen PAY-TV-Kanal auf, der 14 Stunden pro Tag hauptsächlich Spielfilme ausstrahlt.
Der englische Sportkanal "Screen Sport" wird vom "Intelsat V" verbreitet. Da die Rechte für aktuelle und publikumsträchtige Sportübertragungen bei "BBC" und "ITV" liegen, muss sich "Screen Sport" auf Sportarten wie Surfen, Basketball, American Football, Ringen usw. beschränken.
01.04.1984 Start des Münchner Kabelpilotprojekts mit 16 Fernseh- und 23 Hörfunkprogrammen.
Das Zeitalter des Satellitenfernsehens in Deutschland beginnt. 10:30 Uhr wird in der Sendezentrale der Anstalt für Kabelkommunikation in Ludwigshafen die Satelliten-Sendeabwicklung in Betrieb genommen. Als erstes wird ein von der privaten Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erstelltes Programm über den Satelliten "ECS 1" abgestrahlt.
In Zürich startet das erste Quartierradio der Schweiz. "Radio Riesbach" sendet jeweils Donnerstag von 18.30 und Sonntag von 12.00 Uhr ein einstündiges Informationsprogramm auf 100,3 MHz in Mono. Das werbefreie Programm wird von den Quartierbewohnern gestaltet. Finanziert wird durch Mitgliedschaft, für jährlich 30 Franken kann auch aktiv an der Programmgestaltung mitgearbeitet werden.
Lausanne erhält ein zweites Lokalradio. "Radio Acidule", ein von Gewerkschaften getragener Alternativsender, ist wegen Frequenzproblemen im Versorgungsgebiet praktisch unhörbar (95,6 MHz).
02.04.1984 "Radio Japan", der Auslandsdienst von "NHK" in Tokio, ist von nun an täglich sechs Stunden über die gemieteten Sendeanlagen von "Africa No 1" in Gabun zu hören. Man will so eine bessere Hörbarkeit der Programme in Europa und Nahost erzielen. Diese Relaissendungen gelangen von Japan über einen Satelliten nach Paris, von dort über einen andern nach Gabun und anschließend wird das Signal in die Sendeanlage von "Africa No 1" eingespeist. Diese Anlage, bestehend aus vier Kurzwellensender von je 500 kW, und befindet sich im tropischen Regenwald, etwa 500 Kilometer von Libreville entfernt.
Der illegale belgische Popsender "Radio Delmare" wird von den Behörden geschlossen. Im Gegensatz zu den tolerierten belgischen "freien Radios" auf UKW, strahlt "Delmare" sein Programm auf Mittelwelle und Kurzwelle (1.323 und 6.205 kHz) aus und kann somit europaweit gehört werden.
06.04.1984 Durch einen Brand werden die Sendeanlagen von "Radio Brenner" auf der Flatsch-Spitze zerstört. Die Direktion des italienischen Privatsenders mit deutschsprachigem Programm vermutet einen Sabotageakt.
15.04.1984 Kommandos des salvadorianischen Guerilla besetzen in gleichzeitig laufenden Operationen fünf Radiostationen in der Hauptstadt San Salvador, und in einer Botschaft zum 1. Mai die Arbeiterschaft des Landes zur "Fortsetzung des revolutionären Kampfes" aufgefordert.
16.04.1984 Als 43. Lokalsender der kommerziellen "IBA" in England hat 6:55 Uhr die Station "Viking Radio" ihre Sendungen aufgenommen. Im Einzugsgebiet des Senders, dem Raum Humberside, wohnen rund 900.000 Menschen. "Viking Radio" sendet auf Mittelwelle 1.161 kHz und UKW 102,7 MHz.
30.04.1984 "Radio Aktuell", das St. Galler Lokalradio, nimmt 12 Uhr seinen Sendebetrieb auf. Täglich sollen auf 101,5 MHz Informationen und Musik ausgestrahlt werden. Nachts werden die Sendungen von "Radio Basilisk" übernommen. "Radio Aktuell" wird getragen von der "Kabel-Fernseh-Radio-AG", an der die Verlage des "St. Galler Tagblatts", der "Appenzeller Zeitung", der "Ostschweiz" und des Gratisblatts "Anzeiger" beteiligt sind.
01.05.1984 Die seit dem Staatsstreich in Surinam verstummten Privatsender "Radio Paramaribo" und "Radio Apintie" nehmen den Sendebetrieb wieder auf. Ab 4. Mai ist das reguläre Programm zu hören. "Radio Paramaribo" ist auf 1.030 kHz und "Radio Apintie" auf 820 kHz zu empfangen.
02.05.1984 Das "Bürgerfernsehen Rorschach, Rorschacher Berg und Goldach" verbreitet über die drei örtlichen Kabelnetze ab 19 Uhr die erste von insgesamt sechs Versuchssendungen. Die rund 40 Minuten lange Sendung ist von Einwohnern der Region zusammengestellt worden.
03.05.1984 In der PTT-Betriebszentrale Zürich-Herden wird die Bodenstation (der sogenannte UP-Link) zum Fernmeldesatelliten "ECS-F 1" in Betrieb genommen, die es erlauben wird, interessierte Kabelnetzteilnehmer in der Schweiz und bald auch in Österreich und Deutschland mit Abonnementsfernsehen zu versorgen, das zur Hauptsache aus Spielfilmen besteht. Nachdem der Schweizer Bundesrat im vergangenen Jahr die Konzession für die versuchsweise Einführung von Pay-TV an eine breit abgestützte Trägerschaft erteilt hatte, wurde eine Betriebsgesellschaft "Pay-Sat" gegründet, in deren Auftrag die "Zürcher Teleclub AG" (mehrheitlich im Besitz der "Rediffusion" befindlich) nun den Programmdienst betreibt. Monatlich werden 20 Spielfilme neueren Datums ausgestrahlt. Das Vorprogramm von 19:45 bis 20:15 Uhr wird uncodiert ausgestrahlt und kann somit auch von Nichtabonnenten empfangen werden. Der "Teleclub" hat seit Mai 1982 im Raume Zürich eine lokale Pilotphase hinter sich. Als erste Kabelnetze in der Schweiz werden Thun und St. Gallen und etwas später Luzern, Aarau, Chur und Olten ihren Abonnenten das "Teleclub"-Angebot zur Verfügung stellen.
07.05.1984 Mit den Worten "Broadcasting from international waters, this is alleurope radio Laser 558" kündigt sich ein neuer Piratensender in der Nordsee an. Das amerikanische Unternehmen beabsichtigt, ein Programm für die jüngeren Hörer auszustrahlen. Die ersten Testsendungen auf 729 kHz, vom Sendeschiff "Communicator" aus, fanden am 21. und 22. Januar 1984 statt und wurden eingestellt, als die an einem mit Helium gefüllten Ballon befestigte Antenne vom Wind losgerissen wurde. Weitere Tests folgten vom 14. bis 19. Februar, ebenfalls auf 729 kHz und vom 7. Mai an auf 558 und 1.294 kHz. An Bord befinden sich zwei 25 kW-Sender, Studios und ein Tonträgerarchiv. Die Musik wird auf sog. "Cartrige"-Bandkassetten überspielt um auch bei rauher See senden zu können.
12.05.1984 Der japanische TV-Direct-Satellite "BS 2" wird offiziell in Betrieb genommen.
19.05.1984 Seit 6 Uhr früh ist das von kirchlichen Kreisen getragene Genfer Lokalradio "Cité" auf Sendung. Sechs Moderatoren und ebensoviele Redaktoren gestalten rund um die Uhr ein lokales Programm auf 91,8 MHz. Die geräumigen Studios an der Rue du Valais wurden früher von "Radio Mont Blanc" benutzt.
19 Uhr nimmt das erste, nicht ausschließlich über Kabel sendende Lokalfernsehen der Schweiz, seinen Betrieb auf. Der Kleinversuch "Hasli-TV" läuft im Rahmen der Rundfunkversuchsordnung und ist bis Ende 1988 befristet. Vorerst wird an jedem letzten Mittwoch im Monat gesendet. Ab 1985 will die Trägerschaft, eine Genossenschaft, jede Woche ein Mal senden. Programmschwerpunkte: Regionalnachrichten und Berichte aus Kultur und Sport, dazu Unterhaltung. "Hasli-TV" ist mit Antenne (Kanal 36 = 591,25 MHz) und über Telecomunal-Kabelnetze (Sonderkanal 4) zu empfangen
Mai 1984 Im Zuge der Vorbereitung der Wahlen 1985 hat die Regierung Nicaraguas das Fernsehnetz des Landes in eine staatliche Körperschaft nach westeuropäischem Vorbild umgewandelt. Seit der Revolution von 1979 befanden sich die beiden Sendeanstalten in den Händen der regierenden Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront. Der neuen Körperschaft wird per Regierungsdekret die ausschließliche Zuständigkeit für alle Fernsehübertragungen im ganzen Staatsgebiet eingeräumt. Der Vorstand der Staatsgesellschaft wird aus je einem Vertreter der Junta, der Ministerien für Kultur, Erziehung und des Fernmeldewesens, des Lehrerverbandes und der Journalistengewerkschaft gebildet.
Der amerikanische Mediengigant "CBS" zahlt dem ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon 500.000 Dollar für ein 90-minütiges TV-Interview.
Das von London via Satellit verbreitete Fernsehprogramm "Sky Channel" wird jetzt auch von sieben niederländischen Kabelverteilern übernommen.
08.06.1984 Ein bewaffnetes Kommando der "Vaterländischen Front Manuel Rodriguez" überfällt eine Radiostation in Viña del Mar (Chile) um eine regierungsfeindliche Botschaft zu verlesen. Zehn Stunden vor diesem Vorfall zwang ein anderes Kommando derselben Organisation den Sender "Mineria" in der Hauptstadt ein Tonband mit Proklamationen gegen die Regierung von General Pinochet abzuspielen.
15.06.1984 Der neue 500 kW-Kurzwellensender von "Radio Norway International" wird für Testzwecke erstmals eingeschaltet.
16.06.1984 Auf den dänischen Färöer-Inseln nimmt die öffentlichrechtliche Fernsehanstalt "Sjonvarp Foroya" den regulären Betrieb auf. Seit dem 3. April 1984 wurden Testsendungen ausgestrahlt. Durch die begrenzte Zahl von Mitarbeitern und Ressourchen kann "SVF" bisher nur an 5 Tagen in der Woche senden.
20.06.1984 In Monthey nimmt der Lokalsender "Radio Chablais" den Betrieb auf 92,6 MHz auf. Er will sich auf Informationen, Dialog und Unterhaltung konzentrieren. Zum Teil werden die Sendungen von "Radio Suisse Romande" übernommen.
Juni 1984 Die "RAI" verbreitet von nun an ihre Programme auch über den Satelliten "ECS F 1".
03.07.1984 "Radio Italia", der leistungsstarke Privatsender mit Sitz in St. Louis ist verstummt. Die Polizei schließt das Sendestudio und beschlagnahmt den Sender auf dem Ballon d`Âlsace. Die Aktion erfolgt im Auftrag der Schweizerischen PTT. Die Schweiz hatte bei den französischen Verantwortlichen die Ausstrahlung von Sendungen des Senders, wie auch mehrerer Stationen im Grenzgebiet von Genf in die Schweiz und die dadurch belegten Frequenzen beanstandet.
05.07.1984 Im Kanton Waad nimmt ein weiteres Lokalradio den Betrieb auf. "Radio Echallens-Région Plus" will täglich am Nachmittag und später auch am Abend vier bis sechs Stunden auf 104,8 MHz senden und dem Hörer Lokalinformationen, kulturelle Animation und leichte Musik anbieten sowie die Kontakte in der Region fördern.
11.07.1984 Ab sofort werden die, in London von "Thorn EMI", "Virgin Records" und "Yorkshire TV" produzierten, "Music-Box"-Sendungen auf einem eigenen Kanal des europäischen Fernmeldesatelliten ECS F 1 übertragen, und zwar 16 Stunden täglich in Stereoton. Drei Stunden davon werden noch in das Programm von "Sky Channel" eingespeist. Am Ende des Jahres läuft der Vertrag mit diesem Unternehmen aus, die "Music-Box" wird separat fortgeführt.
13.07.1984 Der Intendant des "ZDF", der Generaldirektor des "ORF" sowie der Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft "SRG" unterzeichnen einen Vertrag über ein gemeinsames deutschsprachiges Satelliten-Fernsehprogramm. Das Programm namens "3 SAT" soll ab 1. 12. 1984 über den Ostbeam des ECS-Satelliten in Kabelanlagen der Bundesrepublik, Österreichs und der Schweiz eingespeist werden.
Juli 1984 Mehr Meinungsfreiheit für Radio und TV in den USA. Auch öffentliche Radio- und Fernsehstationen, welche staatliche Subventionen erhalten, sollen in Zukunft Kommentare senden dürfen. Dies hat das Oberste Gericht der USA in einem Grundsatzurteil beschlossen. Den subventionierten Sendern war es bisher gesetzlich verboten, "editorials" (Beiträge mit klar ausgesprochener Meinung: Leitartikel, Kommentare) zu senden. Vertreter der Reagan-Administration verteidigten dieses Verbot vor dem Obersten Gericht. Das Gericht entschied aber mit fünf zu vier Stimmen, dieser "Leitartikel-Bann" verletze die in der USA-Verfassung verankerte Presse- und Meinungsäußerungsfreiheit.
02.09.1984 "Radio Surinam International" beginnt mit niederländischen Sendungen in Richtung Europa. Die Programme aus Paramaribo gelangen via Satellit nach Brasilien, von dort werden sie über den 250 kW-Sender von "Radiobras" ausgestrahlt.
16.09.1984 Im Walliser Städtchen Siders wird versuchsweise ein privates Lokalfernsehprogramm ausgestrahlt. 13 Uhr beginnt auf Kanal 9 ein 90-minütiges Programm, das von 20.000 Einwohnern verfolgt werden kann.
27.09.1984 In der London wird erstmals ein Fernsehkanal von Piraten gekapert. Nach Sendeschluss der "BBC" und der kommerziellen Gesellschaft "ITV" meldet sich in London "Channel 36". Mit einem selbstentwickelten Sendegerät von 2 kW Leistung können Bildschirme im Radius von zehn Meilen versorgt werden. Unter dem Motto "Local Community Television" sollen in erster Linie ethnische Minderheiten angesprochen werden.
September 1984 Der britische Mulitimedienkonzern "Thorn EMI" steigt zusammen mit "Goldcrest", dem größten Filmproduzenten des Landes, ins "Pay-TV"-Geschäft ein. Der Konkurrent von "Mirrorvision" nennt sich "Premiere – The No 1 Movie Channel" und erreicht via den "Intelsat" etwa 2.000 Abonnenten.
Von "Thorn EMI" wird über den gleichen Kanal auch "The Children`s Channel" angeboten. Acht Stunden täglich werden Kinder bis zu 13 Jahren mit Zeichentrickfilmen, Magazinen und TV-Serien angesprochen.
01.10.1984 In Freiburg beginnt das erste deutsche Stadtradio zu senden. Täglich von 11 bis 12 Uhr und von 17 bis 18 Uhr strahlt der lokale Fernsehturm in Freiburg das Programm aus (102,0 MHz), auf der gleichen Frequenz, auf der das "Südwestfunk 1"-Programm läuft. Das "SWF"-Programm wird in den beiden Sendestunden vom Stadtradio abgelöst. Zu empfangen ist der Lokalsender, etwa 20 km um Freiburg. Vier südbadische Tageszeitungen beteiligen sich in einer GmbH an dem Pilotprojekt, die "Badische Zeitung", der "Südkurier", der "Schwarzwälder Bote" und das"Badische Tagblatt". Die vier Verlage tragen ein Drittel der Kosten am Versuchsprojekt, zwei Drittel finanziert der "Südwestfunk". Das Jahresbudget beträgt 1,5 Millionen DM.
12.10.1984 Der "European Communications Satellite – ECS F 2" ist einsatzbereit. Er bietet einen Fernsehkanal für Norwegen sowie zwei Fernsehkanäle für die "European Broadcasting Union" (EBU). Diese zwei Kanäle dienen der Eurovisions-Übertragung.
29.10.1984 In Genf findet die zweite Sitzungsperiode der regionalen Funkverwaltungskonferenz für den UKW-Rundfunk von 67 Ländern der Region 1 (Afrika, Europa, Sowjetunion, Naher Osten) statt. Die Konferenz endet mit der Unterzeichnung eines Abkommens über einen neuen Frequenzplan, der am 1. Juli 1987 an die Stelle des Plans aus dem Jahr 1961 treten soll.
31.10.1984 Das Basler Lokalradio "Basilisk" legt eine eintägige Sendepause ein. 24 Stunden lang weist ein Endlosband darauf hin, dass "Radio Basilisk" vor einem Jahr noch gar nicht existierte und das die ganze Belegschaft sich am Vortag des einjährigen Bestehens einen freien Tag genommen habe.
04.11.1984 In Frankreich beginnt die Aera des Pay-TV. "Canal Plus" sendet täglich ein Info- und Unterhaltungsprogramm, das zur Hauptsendezeit nur mit einem Decodiergerät von den Abonnenten empfangen werden kann. Um rentabel zu werden, muss "Canal Plus" 750.000 Abonnenten finden.
22.11.1984 Ein belgischer Düsenjäger vom Typ Alpha Jet stürzt nach einer Kollision mit dem Sendeturm der deutschen Bundespost auf dem Feldberg im Schwarzwald ab.
01.12.1984 18:00 Uhr nimmt das öffentlichrechtliche Satellitenfernsehprogramm "3 SAT" den Sendebetrieb auf. Es wird vom "ZDF", dem "ORF" und der "SRG" getragen und über den Fernmeldesatelliten "ECS 1" abgestrahlt. Die Generaldirektoren dieser drei Fernsehanstalten in der Bundesrepublik, in Österreich und in der Schweiz erklären übereinstimmend, sie wollen mit ihrer neuen Kooperation ein Gegengewicht zum Angebot der kommerziellen Programmgestalter bilden. Das gemeinsame Programm wird durch das "Fernsehen DRS" vertreten und täglich zwischen 18.00 und 24.00 Uhr ausgestrahlt. Das "ZDF" bestreitet 67 Prozent des Programms, der "ORF" 29 und die "SRG" vier.
Als letzter Lokalsender im Kanton Waad hat "Radio Corol" den Sendebetrieb aufgenommen. Der Sender richtet sich an die rund 120.000 Einwohnern der Côte mit den Zentren Nyon, Rolle, Aubonne und Morges. Unterstützung erhält "Radio Corol" von Tourismus-, Wirtschafts- und Industriekreisen aus der Region sowie der Pressegruppe "Manz-Filanosa". Der neue Sender auf 103,5 MHz ist täglich von 6:00 bis 24:00 Uhr in Betrieb. Rund vier Stunden Eigenproduktion werden mit dem ersten und dritten Programm des Westschweizer Radios ergänzt.
06.12.1984 Nach sechs Jahren Bauzeit nimmt das "ZDF" auf dem Lerchenberg in Mainz sein neues Sendebetriebsgebäude in Dienst.
16.12.1984 "Radio Caroline" erhält eine Schwesterstation. Vom Sendeschiff "Ross Revance" aus meldet sich "Radio Monique" mit einem niederländischen Programm auf 963 kHz. Die Sendungen von "Monique", von 6 bis 19 Uhr, werden teilweise live ausgestrahlt, aber auch vorproduzierte Programme stehen zur Verfügung. Tagsüber verläßt "Radio Caroline" 963 kHz und ist auf 578 kHz zu hören. Das Sendeschiff ist mit einem 90 Meter hohen Mast, einem 50 kW-"Continental"-Sender, einem 10 kW-Sender sowie zwei modernen Studios ausgerüstet.
28.12.1984 Auf den Philippinen wurde der 48-jährige Journalist Vicente Villordon erschossen, der bei seinen Radiokommentaren wiederholt die Regierung und die Großindustrie kritisiert hatte.
1984
Das "Radio-Data-System" (RDS), die Aussendung von Zusatztexten, wird eingeführt.
Start des Kabelpilotprojekts Ludwigshafen unter der Obhut der öffentlich-rechtlichen Anstalt für Kabelkommunikation. Der niedersächsische Landtag verabschiedet als erstes Landesparlament ein Landesrundfunkgesetz zur Zulassung privatwirtschaftlichen Rundfunks.
Der Auslandsdienst der USA, die "Voice of America" (VOA) hat neue Korrespondentenbüros in Rom, Genf, Islamabad und in Costa Rica eingerichtet. 1985 werden weitere Büros in Bonn, Madrid und Hongkong eröffnet. In London wird das erste "regionale Nachrichten-Zentrum in Übersee" eröffnet. Bei einer Besetzung mit journalistischen Spitzenkräften aus den Reihen der "VOA" ist dieses London News Center täglich 24 Stunden über eine Satellitenverbindung mit der Zentrale in Washington in engstem Kontakt.
Kupfer- und Glasfaserkabel im Vergleich
Quellen: [13], [26]
01.01.1985 Mit dem Start von "SAT 1" beginnt in der Bundesrepublik die Ära des Privatfernsehens. In der Eröffnungssendung bewerteten die Regierungschefs von Rheinland-Pfalz, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen den Beginn des Privatfernsehens als eine bedeutende Veränderung der deutschen Medienlandschaft.
"SAT 1"wird künftig werktags ab 13:30 Uhr und sonntags ab 12:00 Uhr rund zwölf Stunden über den europäischen Fernmelde-Satelliten "ECS" ausgestrahlt. Am Premierentag konnten, nach Angaben der Veranstalter, in 16 Städten Haushalte mit Kabelfernseh-Anschluss das erste deutsche Privatfernsehen empfangen. Träger des "SAT 1"-Programms sind zehn Verlage und Programmgesellschaften: die "PKS Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk" der "Otto Maier Verlag Ravensburg", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die Verlage Axel Springer, Bauer, Georg von Holzbrinck sowie die "Kabel Media Programmgesellschaft"" (KMP) und die "Neue Mediengesellschaft" (ULM).
Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Leitung von Lorin Maazel wird in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Fernsehgesellschaft "WNET / Channel 13 – New York" aus dem Großen Musikvereinssaal in dreissig Länder übertragen.
Der Teletext wird nun auch in französischer Sprache ausgestrahlt. Mit den nötigen Zusatzeinrichtungen (Decoder) ist er über den Kanal des Westschweizer Fernsehens empfangbar.
02.01.1985 In Grossbritannien wird die Vorkriegsnorm von 405 Zeilen abgeschafft. Mit dieser Norm, in der Literatur als "Standart A" bezeichnet, wurde im November 1936 der englische Fernsehprogrammdienst über den Londoner Sender im Alexandra Palace aufgenommen. Das Ende der 405 Zeilen-Norm zeichnete sich in den sechziger Jahren ab, als die "BBC" und "Independent Television" auf 625 Zeilen umrüsteten. Bis zum 1. Januar 1985 waren immerhin noch 43 Sender mit der alten Norm in Betrieb.
07.01.1985 Der neue PTT-Sender "St. Chrischona" in Basel wird in Betrieb genommen. Der Sendeturm ist mit 250 Metern das höchste Bauwerk der Schweiz. Er nimmt nicht nur die Radiokanäle DRS 1, 2, 3 und Basilisk sowie SWF 1, 2, und 3 auf, sondern auch die drei schweizerischen Fernsehprogramme, ferner Radiotelephonieanlagen für den internationalen Rheinfunk, den Sprechfunk der Kantonspolizei Baselland, Telephon- und Telexverbindungen für das Elektrizitätswerk Laufenburg u.a.m. Mobiler Datenfunk, Mobiltelephon und andere Fernsprechsysteme sind geplant.
Das österreichische Fernsehen strahlt die erste Kinder-Tagesschau aus. Die Themen sind die gleichen wie bei der üblichen Tagesschau, nur eben für Kinder verständlicher dargestellt.
Januar 1985 Der Aufbau eines afrikanischen Systems zum Austausch von Fernsehnachrichten, ähnlich den Vorbildern Eurovision und Asiavision, nimmt konkrete Formen an. Auf der jüngsten Generalversammlung der "Afrikanischen Rundfunk- und Fernsehunion" (URTNA) in Brazzaville (Kongo) wurde jetzt grünes Licht gegeben für ein Projekt, das als ersten Schritt die Ausbildung von afrikanischen Fernsehteams vorsieht. Per Beschluss wurde der Generalsekretär der "URTNA" von der Generalversammlung Ende Januar aufgefordert, entsprechende Verträge bis Mitte 1985 zu unterzeichnen.
01.02.1985 "Radio Basilisk" zieht ins neue Studio am Fischmarkt ein. Im ehemaligen Börsenhaus soll ein eigentliches Medienzentrum entstehen. Auch ein zukünftiges Basler Fernsehen soll hier untergebracht werden. Das alte Studio an der Rittergasse erwies sich bald als zu klein.
Der populäre Londoner Piratensender "Radio Jacky" wird nach 16-jähriger Tätigkeit von der Polizeit ausgehoben. Am folgenden Tag wird mit einem Reservesender weitergesendet, doch auch dieser wird von der Polizei konfisziert.
19.02.1985 148 Menschen kommen ums Leben als eine Boeing 727 der spanischen Fluggesellschaft "Iberia" in der Nähe von Bilbao gegen den Sendemast des baskischen Regionalfernsehens fliegt.
22.02.1985 Die Relaisstation in Französisch-Guyana wird offiziell in Betrieb genommen. Die Relaisstation (drei Kurzwellensender mit je 500 kW Sendeleistung) in Montsinery versorgt Lateinamerika mit dem Programm von "Radio France Internationale". Der erste Sender ging bereits am 23. Januar 1984 in Betrieb. Die beiden anderen Sender folgten am 2. April und 2. Juli des gleichen Jahres. Der Bau dieser Anlage kostete rund 142 Millionen Francs.
Februar 1985 Die finnische Regierung hat 33 Bewerbern eine befristete Sendelizenz erteilt. In fünfzehn Städten gibt es jeweils nur eine Konzession, in fünf weiteren teilen sich mehrere Betreiber eine Frequenz und in Helsinki werden beide Modelle kombiniert: Eine Frequenz wird exklusiv einer Station zugesprochen, die zweite wird von sieben Gruppen gemeinsam belegt. Zugelassen sind Sender mit 100 W. Als erste Station nimmt "Radio Lakeos" auf 90,8 MHz den Betrieb am 1. Mai 1985 auf. In Helsinki wird "Radio City" auf 96,2 MHz aktiv. Diese Station ist für Minderheiten-Gruppen reserviert. Das zweite Projekt in Helsinki wird von Zeitungsverlegern realisiert. Pro Stunde sind sechs Minuten Werbung erlaubt.
Der "NDR" nimmt in Hamburg eine neue Aufnahme- und Sendezentrale (die derzeit modernste Europas) für den Hörfunk in Betrieb. Im Neubau, der die mehr als 20 Jahre alte Einrichtung ersetzt, befinden sich vier Sendekomplexe. Sie bestehen aus je einem Regie- und Sprechraum und einem Raum für den Leiter vom Dienst für das Hörfunkprogramm des Landesfunkhauses Hamburg (NDR Hamburg-Welle), für NDR 1, NDR 2 und NDR 3 sowie für Sondersendungen.
06.03.1985 Verschiedene Elsässer Lokalsender erhalten eine Sendefrequenz zugeteilt. Unter den Stationen befindet sich auch "Radio Dreyeckland".
29.03.1985 In den Niederlanden wird Pay-TV eingeführt. Nach dem Zusammenschluss von "Filmnet", einem Gemeinschaftsunternehmen der schwedischen "Esselte-Gruppe" und des niederländischen Filmproduzenten Rob Houwer einerseits und "Abonnee Televisie Nederland" (ATN) andererseits, wird über den Satelliten "ECS F 1" das Programm "Filmnet/ATN" abgestrahlt.
01.04.1985 Als zweite Lokalradiostation in Winterthur erhält "Radio Flutwelle" eine Sendeerlaubnis. Diese ist auf sechs Veranstaltungen pro Kalenderjahr beschränkt. Zu empfangen ist "Radio Flutwelle" auf 107,4 MHz.
03.04.1985 Der Baselbieter Lokalsender "Radio Raurach" auf 102,9 MHz erhöht die Sendeleistung. Der 100 W-Sender auf der Sissacherfluh wird mit einem zusätzlichen Endverstärker bestückt und strahlt jetzt das 24-Stunden-Programm mit 400 W aus.
27.04.1985 Mit einer Eröffnungsfeier aus der Wiler Reithalle beginnt das zweite Ostschweizer Lokalradio "Radio Will" auf 99,3 MHz mit dem Sendebetrieb. Chefredaktor des, durch Werbung finanzierten, Senders ist Urs Wäckerli. An der Trägerschaft sind die "Buchdruckerei Flawil" als Herausgeberin einer Lokalzeitung zu 26 Prozent und fünf weitere Unternehmen zu 74 Prozent beteiligt.
29.04.1985 Die Mittelwellen-Antenne von "Radio Belgrano" in Buenos Aires wird von einer politischen Gruppe in die Luft gesprengt. Der Kurzwellensender wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.
April 1985 "Worldnet", ein Programm der "United States International Communications", wird über den französischen Kanal auf dem "ECS-F 1"-Satelliten abgestrahlt. Von Montag bis Freitag wird ein zweistündiges, englischsprachiges Programm gesendet. Es bestand aus einer halbstündigen Nachrichtensendung sowie aus Dokumentationen, Berichten über Debatten des US-Senates.
13.05.1985 Bis zum 20. Mai ist im Amsterdamer Kabelnetz der Jugendsender "WAPS" versuchsweise auf 102,4 MHz zugelassen. Ermöglicht wird das Projekt durch "Stad-Radio Amsterdam". Es soll nun abgeklärt werden, wie groß das Bedürfnis nach einer solchen Musik- und Dienstleistungsstation für die jüngeren Hörer ist.
20.05.1985 Von Florida aus beginnt "Radio Marti" um 5:30 Uhr auf 1.180 kHz mit den Sendungen für Kuba. "Radio Marti" ist ein Lieblingsprojekt des ehemaligen Radioreporters und damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Ziel des Radios, welches ähnlich aufgebaut ist wie die nach Osteuropa sendenden "Radio Free Europe" und "Radio Liberty", ist es, eine "freiheitliche Ergänzung" zum staatlich kontrollierten Medienfluss in Kuba zu bieten. "Radio Marti" sendet politische Nachrichten und Kommentare sowie Sendungen zu Wirtschaft, Kultur und Sport nach Kuba. Die Station ist der "Voice of America" unterstellt, einem Zweig der "United States Information Agency" (USIA). Ein Kurzwellensender in Greenville, Nord Carolina, überträgt das Programm ebenfalls (6.075 kHz).
28.05.1985 In München starten die ersten drei privaten Lokalradios der BRD, die nicht an ein Kabelnetz gebunden sind. Die 300 Watt-Sender von "Radio Gong", "UFA Radio" und "Radio 89" gehören dem "Bayerischen Rundfunk". Er hat sie an die Post vermietet, die sie ihrerseits weitervermietet. Erst im Herbst kann die Post eigene Sender auf dem Olympiaturm in Betrieb nehmen. Die jetzt in München terrestrisch empfangbaren Programme werden von Anbietern bestritten, die bereits im Kabelnetz des Münchner Pilotprojektes für Kabelrundfunk vertreten sind. Dazu gehören neben zahlreichen bayerischen Zeitungsverlegern auch Großverlage, die bundesweit bereits mit Zeitschriften und Zeitungen auf dem Markt sind.
Als Rechtsgrundlage für die Verbreitung der Privatprogramme im Äther wird offiziell das Ende 1984 in Kraft getretene Bayerische Medienerprobungs- und Entwicklungsgesetz angesehen.
01.06.1985 In Dortmund wird das dritte Kabelpilotprojekt, nach München und Ludwigshafen, gestartet. Das vom "WDR" eingerichtete Funkhaus befindet sich in der ehemaligen Bergmanns-Schule. Neben dem bescheidenen Lokalfernseh-Angebot werden auch die Programme von "ARD" und "ZDF" sowie "3-SAT" übertragen. "Radio Dortmund" ist über Kabel, aber auch drahtlos auf 87,8 MHz mit einem 100 Watt-Sender vom Fernsehturm Schwerte zu empfangen. Der Versuch ist auf drei Jahre befristet.
06.06.1985 In Peru wird der kritische Sender "Radio Quillabamba" gesprengt. Die beiden Mittel- und Kurzwellensender waren nicht mehr zu verwenden. Die offiziellen Ermittlungen werden ohne Ergebnis eingestellt. Direktbetroffene Mitarbeiter vermuten hinter dem Anschlag die berüchtigte Spezialeinheit der Peruanischen Armee, die vor allem im Kampf gegen den Terrorismus eingesetzt wird.
20.06.1985 Die PTT haben nach einer Bauzeit von knapp drei Jahren ihre erweiterte Richtstrahlstation am Jungfraujoch-Ostgrat offiziell eingeweiht. Die Station auf einer Höhe von 3.705 Metern dient als wichtige Drehscheibe für Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen der Telefonie und des Fernsehens.
21.06.1985 Rundfunkrat und Verwaltungsrat des "SWF" stimmen der Zulassung von täglich drei fünfminütige Werbeblöcke im "Stadtradio Freiburg" zu. Außerdem wird die Sendezeit zu Beginn des zweiten Betriebsjahres am 1. Oktober 1985 von bisher zwei auf drei Stunden erweitert.
13.07.1985 Das Rock-Spektakel "Live Aid" wird im Wembley-Station (London), dem JFK-Station (Philadelphia) und verschiedenen anderen Schauplätzen abgehalten. Schätzungsweise 1,5 Milliarden Fernsehzuschauer verfolgen die vom Musiker Bob Geldorf initiierte "Global Jukebox".
20.07.1985 Brandanschlag auf "Radio Republik Indonesia". Das Studiozentrum in Jakarata wird durch Feuer zerstört. Dabei kommen zwei Menschen ums Leben und zehn weitere werden verletzt. Seit November 1984 wird die Station durch eine Serie Mysteriöser Brandanschläge heimgesucht.
27.07.1985 Vor laufenden Fernsehkameras wurde ein Polizeikommissar in der brasilianischen Ortschaft Maraba erschossen als er Erklärungen über eine Korruptionsaffäre abgab. Der Kommissar hatte sich in einer Magazinsendung des Fernsehsenders "Calal 10" live über einen Bestechungsskandal geäußert, in dem ein Stadtrat von Maraba verwickelt gewesen sein soll. Ein sechsköpfiges Kommando stürmte das Fernsehstudio und schoss den Polizisten aus nächster Nähe mit sechs Schüssen nieder. Unter den Tätern befand sich auch der Bruder des beschuldigten Stadtrats.
Juli 1985 "Gwent Broadcasting", der lokale kommerzielle Sender für Newport, hat seine Sendungen eingestellt. Die Station, die seit gut zwei Jahren in Betrieb war, musste aus finanziellen Gründen aufgeben.
07.08.1985 Aus Protest gegen die Absetzung einer Magazinsendung über den Terrorismus in Nordirland im "BBC"-Fernsehprogramm sind in Großbritannien praktisch alle der rund 4.000 britischen Radio- und Fernsehjournalisten in einen eintägigen Streik getreten. Dem Streik schlossen sich neben den "BBC"-Journalisten auch die Kollegen des privaten Fernsehsenders "ITV" sowie die Techniker an.
15.08.1985 Durch einen Bombenanschlag wird der Sendemast von "AFN" in Mönchengladbach schwer beschädigt. In den frühen Morgenstunden explodieren zwei Bomben am Fuße des Funkturmes.
27.08.1985 "Radio Cité", das Lokalradio der Genfer Kirchen, stellt seine Sendungen ein. Auf der Frequenz von "Radio Cité" ist bis auf weiteres nur Musik zu hören.
28.08.1985 Das deutschsprachige Fernsehprogramm aus Luxemburg, "RTL-PLUS", wird jetzt über den Satelliten "ECS 1" auf Transponder 8 ausgestrahlt. Der Empfang in Mitteleuropa ist jedoch schwierig, da "RTL-PLUS" den Ostbeam zugesprochen bekam. "RTL-PLUS" sendet auch weiterhin terrestrisch auf Kanal 7 aus.
30.08.1985 35. Internationale Funkausstellung Berlin vom 30.08. - 08.09.1985.
August 1985 Die "SRG" reicht beim EVED ein Konzessionsgesuch für ein Fernsehpilotprojekt im Raum Basel ein. Im Rahmen einer vierten Fernsehkette möchte die Arbeitsgruppe "Basler Fernsehen" (Basler Handelskammer, Schweizer Mustermesse, Basler Zeitung, Radio Basilisk und SRG) ein lokales, auf die Nordwestschweiz zugeschnittenes TV-Programm realisieren.
05.09.1985 Die Schweizerische PTT belegt aus Protest die Frequenz des französischen Lokalsenders "Thollon" rund um die Uhr mit dem 1. Programm von "Radio Suisse Romande". Der französische Privatsender "Thollon" strahlt unerlaubterweise mit 10 kW-Sendeleistung in die Schweiz ein.
08.09.1985 In der Zeit vom 8. - 12. September 1985 findet, organisiert von der Internationalen Fernmeldeunion (UIT) in Genf die erste von zwei Sitzungsperioden einer weltweiten Funkverwaltungskonferenz für den Weltraumfunk ("WARC-ORB") statt. Auf der "World Administrative Radio-Conference-Orbit" befassen sich rund 1.000 Experten aus etwa 140 Ländern mit den Frequenzbereichen der Weltraumfunkdienste auf den geostationären Satelliten.
14.09.1985 Der "RIAS" verfügt nun über zwei, deutlich sowohl in den Wortbeiträgen als auch in der Musikfarbe voneinander unterschiedene, Vollprogramme. "RIAS 1" spezialisiert sich auf vertiefende Informationssendungen, "RIAS 2" enthält in der Art eines Service-Programms in Musik eingestreute Kurzinformationen und abends ab 20 Uhr ein neues Magazin mit aktuellen Beiträgen über Sport, Technik und Motorwelt. Die "RIAS"-Programme verstehen sich vor allem als Informationsquelle für DDR-Bürger.
19.09.1985 Das erste Tessiner Lokalradio "La voce del Bellinzonese" meldet sich auf 90,6 MHz. Im Tessin ist die Konkurrenz sehr groß. Verschiedene italienische Lokalradiosender wie "Radio Leonia", "Radio Sud Europa", "Radio International" und "Onda Blu" strahlen mit starken Sendern in die Schweiz ein und bieten dem Tessiner Gewerbe billige Werbung an.
September 1985 Die "ARD" beginnt mit Zweitonsendungen. Gegenwärtig sind etwa 25 der über 90 Grundnetzsender der "ARD" stereotontauglich. Stereoton-Sendungen tauchen im Programm der "ARD" und "ZDF" nur selten auf, obwohl die Geräteindustrie etwa 70 Prozent aller Großbildfernseher mit dieser Technik ausrüstet.
Aus einem Studio in Ceresio, das mit mehreren italienischen Umsetzern entlang der Schweizer Grenze verbunden ist, deckt "Tele Libera Campione" das Gebiet von Lugano über Como bis nach Varese ab. Täglich ab 10 Uhr bis Mitternacht wird auf zwei Kanälen ein buntes Programm unter der Leitung von Flavio Maspoli, einem früheren "SRG"-Mitarbeiter, geboten. Im Unterschied zu anderen grenznahen Privatstationen ist "Tele Libera Campione" ein vorwiegend schweizerisches Unternehmen. Für die Sendeeinrichtungen investierte die Tessiner Gruppe "Fulcro" vier Millionen Franken.
05.10.1985 Vom Fernmeldesatelliten "ECS 1" wird das Versuchsprogramm "Europa Television" ausgestrahlt. Die Fernsehanstalten "NOS" (Niederlande), "RAI" (Italien), "RTE" (Irland), "ARD" (Deutschland) sowie das spanische und portugiesische Fernsehen gestalten gemeinsam das Europa-Programm. Vorerst ist es nur in den Niederlanden der Öffentlichkeit zugänglich. Die Sendesprache ist Englisch. Produziert wird das Programm in Hilversum. Der offizielle Sendebeginn ist auf den 1. Juli 1986 festgelegt.
15.10.1985 Die "Voice of America" strahlt ein Sonderprogramm in Englisch für Europa aus. Das Programm wird über verschiedene gemietete Sender in Rom, Paris und in der Region Genf sowie über verschiedene Kabelnetze verbreitet.
02.11.1985 "Radio Finnland" nimmt, die 1945 abgebrochenen, deutschsprachigen Sendungen wieder auf. Vorerst werden die deutschen Programme nur an Wochenenden ausgestrahlt.
06.11.1985 Der englische Piratensender "Laser 558" beendet sein Programm und das Sendeschiff läuft in den Hafen von Harwich ein, wo die "MV Communicator" von den Behörden für seeuntauglich erklärt wird.
30.11.1985 Als erstes Abonnementsfernsehen der Westschweiz beginnt "Télécinéromandie" mit der Ausstrahlung seiner codierten Sendungen. Es werden drei Abonnemente angeboten, die über Kabelnetze und eine spezielle Frequenz des Senders La Dôle (UHF Kanal 69) empfangbar sind.
November 1985 Über den Fernmeldesatelliten "Intelsat V" wird ein deutschsprachig moderierter Videoclip-Kanal von der deutschen "Kabel Media Programmgesellschaft" (KMP) abgestrahlt. "Musicbox" bietet täglich 7,5 Stunden "Music-TV", also von V-Jays (Video-Discjockeys) präsentierte Videoclips, Musikfilme und Konzertmitschnitte. In der Bundesrepublik sind rund eine halbe Million Kabelhaushalte in der Lage, diese Programm zu empfangen.
01.12.1985 Das Baselbieter Lokalradio "Raurach" nimmt einen Umsetzer in Füllinsdorf in Betrieb (106,4 MHz). Die Region Pratteln-Liestal kann somit besser versorgt werden.
Das niederländische Radio passt sich der Zeit an. Von nun an heißt es statt "Hilversum 1-5" "Radio 1-5".
15.12.1985 Das Westberliner Kabelnetz mit 230.000 angeschlossenen Haushalten ist um eine private Radiostation reicher. 14:00 Uhr meldet sich auf der Kabelfrequenz 96,85 MHz "Radio B 1". Die Station beschäftigt etwa 15 feste und 30 freie Mitarbeiter. Das Programm ist für jüngere Hörer zugeschnitten.
23.12.1985 Für die jüngeren Hörer in der BRD wird von nun an jeweils ab Mitternacht das Programm "ARD-Nachtrock" über die angeschlossenen Sender verbreitet.
29.12.1985 Ein Hörspiel mit dem Titel "Der nächste Krieg" hat in Teilen der finnischen Bevölkerung eine Massenhysterie ausgelöst. Zahllose besorgte Hörer riefen beim Sender und bei der Polizei an, um sich zu erkundigen, ob tatsächlich ein Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion ausgebrochen sei. In der einstündigen Sendung war fiktiver Alarm gegeben und die Mitteilung verbreitet worden, dass Paris bereits in Schutt und Asche liege und Finnland rasche Verseuchung drohe.
Dezember 1985 Das Genfer Lokalradio "Cité" stellt den Sendebetrieb vollständig ein. Aus finanziellen Gründen war seit einigen Monaten nur noch ein unmoderiertes Musikprogramm auf 91,8 MHz zu hören.
"Radio RTN-2001", ein neuer Lokalsender auf 97,5 MHz, bedient mit einem 1000 W-Sender das Gebiet La Chaux-de-Fonds, Le Locle.
01.01.1986 Inkrafttreten des "Genfer Wellenplanes" für die Langwelle 148,5 - 238,5 kHz.
Der Sender der katholischen Kirche in Nicaragua, "Radio Catolica de Nicaragua" wird von der Regierung auf unbestimmte Zeit geschlossen, weil er am 31. Dezember 1985 die Silvester-Ansprache von Präsident Daniel Ortega nicht vollständig übertragen hatte. Sämtliche Radiostationen in Nicaragua wurden rechtzeitig aufgefordert, sich der Ausstrahlung des staatlichen Senders "Stimme von Nicaragua" anzuschließen.
02.01.1986 In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar startet die "SRG" ein nationales Programm für Klassik-Freunde: "Notturno". Das Deutschschweizer, Westschweizer und Tessiner Radio gestalten im Turnus das Nachtprogramm mit klassischer Musik.
13.01.1986 In Spanien wird das Morgenfernsehen eingeführt. Der erste staatliche Fernsehkanal "RTVE 1" strahlt von 7:30 bis 9:00 Uhr täglich die Nachrichtensendung "buenos dias" (guten Tag) aus. Die Nachrichten werden mit Werbung und Unterhaltungsfilmen aufgelockert. Weiter im Programm geht es dannn mit Frühturnen, Ratschlägen und einer Fernsehserie.
15.01.1986 Die PTT-Betriebe haben in einer ersten Etappe die Arbeiten für die Stereofonisierung der ersten UKW-Ketten (DRS 1, RSR 1 und RSI 1) nun soweit vorangetrieben, dass 76 UKW-Sender stereotauglich sind. Dank diesen Stereosendern werden rund 91 Prozent der Bevölkerung das erste UKW-Programm ihrer Sprachregion in Stereo empfangen können.
20.01.1986 Einen riesigen Frequenzsprung macht das Basler Lokalradio "Basilisk" von 100,6 auf 94,5 MHz.
26.01.1986 Sendebeginn von "Radio Maputo" als Auslandsdienst von Mozambique. Als Frequenzen werden 3.262, 4.855 und 11.818 kHz festgelegt.
29.01.1986 Der "Verein Alternatives Regionalfernsehn Zürich" (ARTV) reicht beim Bundesrat ein Konzessionsgesuch für ein werbefreies privates Zürcher Regionalfernsehen ein. Mit sechs festangestellten Mitarbeitern will "ARTV" täglich ein einstündiges Magazin produzieren und durch das Kabelnetz der "Rediffusion" verbreiten. Für den jährlichen Aufwand wird mit rund 600.000 Franken gerechnet. Die Studioeinrichtung kostet zusätzlich 300.000 Franken. Die Unkosten sollen zur Hälfte aus Mitgliederbeiträgen und Spenden gedeckt werden, die andere Hälfte durch einen neu zu schaffenden schweizerischen Radio- und Fernsehfonds, wie er in der Medien-Gesamtkonzeption von 1982 vorgeschlagen wurde.
Januar 1986 Der UNO-Radiodienst stellt unfreiwillig den Sendebetrieb ein. "United Nations Radio" strahlte über gemietete Sendeanlagen der "Voice of America" während den Vollversammlungen der Vereinten Nationen täglich und außerhalb dieses Zeitraums einmal wöchentlich Nachrichtensendungen in 15 Sprachen nach Mittel- und Südamerika, Asien, Afrika sowie Osteuropa aus. Seit längerer Zeit ärgerte man sich in Washington über die Sendungen von UN-Radio. Nach Ansicht der Reagan-Administration seien die Programme für Mittelamerika zu wenig objektiv. Kurzerhand erhöhte die "VoA" den Preis für eine Sendestunde von 30 auf 179 Dollar. Diese Mehrbelastung kann die finanzschwache Weltorganisation nicht verkraften.
01.02.1986 "Swazi-Radio" stellt seinen kommerziellen Dienst für die Inder im südlichen Afrika ein. Die Werbeeinnahmen von "Radio Truro" in Swaziland waren zu gering, um diesen Service aufrechtzuerhalten.
02.02.1986 Das Schweizer Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement (EVED) bewilligt je einen Kurzfernsehversuch für Zürich und Winterthur. In Zürich will die "Zürivision" (Ringier, Radio 24) vor und während den Wahlen vom 2. März 1986 ab dem 26. Februar dreimal senden. Die Wahlsendungen werden ins "Rediffusions"-Netz in der Stadt Zürich und in 16 weiteren Gemeinden eingespeist. Das Studio ist im Foyer des "Ringier"-Pressehauses an der Dufourstrasse untergebracht. In Winterthur ist es die Arbeitsgruppe "Winti-Media", die eine kontradiktorische Diskussion zu den Gemeindewahlen am Lokalfernsehen übertragen will. Hinter der Gruppe steht vor allem "Radio Eulach".
03.02.1986 Als sich Fernsehzuschauer in der südafrikanischen Provinz Natal die Sieben-Uhr-Nachrichten ansehen, wagen sie ihren Augen nicht zu trauen: Statt des gewohnten Gesichts des Nachrichtensprechers sehen sie eine Pornoszene mit einem schwarzen Mann und einer weißen Frau. Zehn Sekunden lang flimmert dieser doppelte Verstoß gegen die Moralvorstellungen Südafrikas über die Mattscheibe, dann ist nur noch eine schwarze Fläche zu sehen. Eine Stimme verkündet: "Wir haben ein Problem. Bitte verstellen sie nicht ihr Gerät". Die Fernsehleitung reagiert sofort und kündigt mehreren Angestellten fristlos.
06.02.1986 Der christliche Sender "Radio Veritas" auf den Philippinen wird durch Marcos-Anhänger zerstört. Die Station in der Hauptstadt Manila war in letzter Zeit das Sprachrohr der philippinischen Opposition. Die Mittel- und Kurzwellenanlagen werden stark beschädigt. Zwei Tage später gelingt es der Opposition, eine Rede von Präsident Marcos über die TV-Station "Channel 4" zu unterbrechen und anschließend mit eigenem Programm weiterzufahren.
10.02.1986 Brand bei der "BBC" im Keller des Radiostudios in London. Das Feuer wurde kurz vor der abendlichen Nachrichtensendung entdeckt. Nach kurzer Unterbrechung wurde das Programm fortgesetzt. Aus Sicherheitsgründen ordnete die Polizei die Räumung des Gebäudes an. Durch das Feuer wurde wichtiges Archivmaterial stark in Mitleidenschaft gezogen.
20.02.1986 In Frankreich wird das Privatfernsehen eingeführt. Die sozialistische Regierung gibt noch vor dem Beginn der offiziellen Wahlkampagne grünes Licht für ein fünftes und sechstes Fernsehnetz. Die bereits bestehenden Netze, "Télévision Français 1" (TF 1), "Antenne 2" (A 2), "France Régions 3" (FR 3) und das jüngste Netz "Canal Plus" als Pay-TV, sind staatlich (Canal Plus halbstaatlich).
Das fünfte Netz wird betrieben vom Konsortium "Seydoux-Berlusconi". Umstritten ist die Beteiligung des Italieners Berlusconi, der seit Dezember 1985 Generaldirektor ist und 40 Prozent des Grundkapitals mitbrachte. Ihm gehörten zudem die drei populären italienischen TV-Sender "Canale 5", "Rete 4" und "Italia 1".
Die Konzession für das sechste Netz haben die Firmen "Gaumont" – "Publics" – "NRJ" – "Gilbert Gross" (alle aus der Radio-, Film- und Werbebranche) erhalten.
Patrick Sébastien eröffnet um 20:30 Uhr "TV-Cinq" mit einer Galashow, die bis um Mitternacht dauert. Das reguläre Programm beginnt täglich um 19:30 Uhr und wird gegen 23:30 Uhr beendet. Das Eröffnungsprogramm wird bereits von 14 Sendern verbreitet (unter anderen Paris Tour Eiffel auf Kanal 30, Lille Kanal 65, Cannes Kanal 63, Toulouse Kanal 32). Bis zum 15. Dezember 1986 wird das Netz um 43 Relaisstationen in ganz Frankreich erweitert.
Februar 1986 "Radio Ivory Coast", Elfenbeinküste, nimmt in Abidjan seine neue 500 kW-Sendeanlage von "Thomson" in Dienst. Auf 11.920 und 15.230 kHz werden Programme in Englisch und Französisch ausgestrahlt.
01.03.1986 Einen Musik-Kanal nach englischem und amerikanischem Vorbild erhalten Frankreichs Rock- und Popliebhaber. "TV 6" strahlt hauptsächlich Video-Clips aus.
07.03.1986
Zum ersten Mal in der Geschichte des Rundfunks strahlt das Schweizer Radio eine Quadrofoniesendung aus. "Radio DRS 2" verbreitet die zwei vorderen Kanäle und "Radio DRS 1" sendet synchron die beiden hinteren Kanäle. Um in den Genuss des vollständigen Quadro-Signals zu kommen, sind zwei Stereo-Radios notwendig. Die Quadro-Ausstrahlung findet im Rahmen eines Hi-Fi-Abends statt, der unter dem Motto "Musik und Raum" steht. Zur Aufführung gelangen das Klavierkonzert Nr. 3 und die Symphonie Nr. 2 von Beethoven, die Tonmeister Jürg Jecklin vom "Radio Studio Basel" am 5. Januar mit seiner selbst entwickelten OQS-Technik aufgenommen hatte (OQS: Optimales Quadro-Signal). Die beiden vorderen Kanäle werden dabei mit einer ebenfalls von Jecklin entwickelten Scheibe und zwei darauf angebrachten Mikrofonen ("Jecklin-Scheibe") aufgenommen. Die beiden Kanäle werden zeitverzögert in Kunstkopfstereofonie aufgezeichnet.
Sendebeginn mit eigener UKW-Hörfunkkette für "Jugendradio DT64". Anfangs wurde in der Zeit von 13:00 bis 24:00 gesendet.
Quelle: [13]
10.03.1986 Die französische Regierung verteilt die Kanäle des direkt strahlenden Rundfunksatelliten "TDF 1". Empfänger ist die Satellitengemeinschaft "Consortium Européen pour la Télévision Commerciale" mit Sitz in Luxemburg. Ihm gehören an: der Engländer Robert Maxwell, der Münchner Leo Kirch sowie der Franzose Jérôme Seydoux zu jeweils 25 Prozent. Auf einem der vier "TDF 1"-Kanäle möchte die Gruppe ein englischsprachiges, auf dem zweiten Kanal ein italienischsprachiges Programm verbreiten; ein deutschsprachiges war nicht vorgesehen.
Die anderen zwei Kanäle sollen mit einem öffentlichrechtlichen Kulturprogramm und dem "Canal 5" des in Frankreich lebenden Italieners Berlusconi belegt werden.
14.03.1986 "Southern Sound", ein Sender der "South African Broadcasting Corporation", meldet sich in den Abendstunden nach dem Sendeschluss von "Capital Radio" auf dessen Frequenzen. Das leichte Unterhaltungsprogramm aus der Transkei ist von 19:00 bis 4:00 Uhr auf 585, 603 und 3.930 kHz zu hören.
29.03.1986 Die ersten Sendesignale von "Eins plus", dem Satellitenprogramm der ARD, werden aus dem Baden-Badener Studio auf den "Intelsat Va F 12" geleitet. Dieses europäisch orientierte deutschsprachige Kulturprogramm kann von rund 430.000 an Kabelverteilnetze angeschlossenen Haushalten in der Bundesrepublik Deutschland empfangen werden. In zweiter Instanz hatte der Verwaltungsgerichtshof Mannheim am 27. März 1986 die von der Landesregierung Baden-Württemberg gegen "Eins plus" vorgebrachten Bedenken als für die Rechtslage "nicht evident" zurückgewiesen. Die Entscheidung besagt jedoch ausdrücklich nichts über die Rechtsmässigkeit des Programms "Eins plus".
14.04.1986 In Rheinland-Pfalz schließen sich vier private Programmanbieter zusammen und heben "Radio 4" aus der Taufe. Im 24-Stunden-Betrieb melden sich abwechslungsweise die "Rheinland-Pfälsische Rundfunkgesellschaft", "Radio 85" die "Private Rundfunk Organisation" und der "Linksrheinische Rundfunk". Neben 103,6 MHz (5 kW) werden am 28.11. 1986 drei weitere Sender auf 100,3 (1 kW), 101,0 (50 kW) und 103,5 MHz (30 kW) dazugeschalten.
29.04.1986 In Asunción (Paraguay) wurde in der Nacht zum 30. April der unabhängige Sender "Radio Nanduti" überfallen und verwüstet.
12.05.1986 Die Ministerpräsidenten der süddeutschen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unterschreiben einen Staatsvertrag über die gemeinsame Vergabe eines Satellitenfernseh- und eines Satelliten-Radiokanals an einen privaten Programmanbieter.
30.05.1986 Nach jahrelanger Diskussion im dänischen Parlament wird mit zwei Stimmen Mehrheit die Einrichtung eines zweiten, landesweiten TV-Programms beschlossen. Das "TV 2" soll im Laufe des nächsten Jahres den Betrieb aufnehmen. Das Sendernetz wird aus zwölf leistungsstarken UHF-Sendern bestehen, auch sollen sechs bis acht Regionalprogramme gesendet werden. "TV-2" ist unabhängig von "Danmarks Radio" und wird sich, anders als "DR", auch aus Reklame finanzieren.
01.06.1986 Unter Leitung von Vladimir Louvrier nimmt das Schweizer Lokalradio "Lac" den Sendebetrieb auf. Die Region Genf empfängt jetzt auf 97,6 MHz französischen Chansons und Oldies.
02.06.1986 In mehr als 40 Jahren produzierte der "SWF" 10.000 Jazz-Sendungen, betreut von Joachim Ernst Berendt. Mit einem "Open-Air"-Konzert feiert die Jazz-Redaktion unter Beteiligung namhafter Musiker wie John McLaughlin und Albert Mangelsdorff dieses Jubiläum im Schloss Hohentübingen.
Juni 1986 Die beiden privaten Peripherie-Sender, "Europe 1" (Standort Deutschland) und "RTL" (Standort Luxemburg), erhalten vorerst in Paris je eine UKW-Frequenz. Diese französischsprachigen Langwellensender werden in den nächsten Monaten ein landesweites UKW-Netz aufbauen.


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(RTL)
01.07.1986 Der Schweizer Teletext erweitert das Programmangebot. Ab sofort gibt es auch ein italienischsprachiges Teletext-Programm mit 200 Basisseiten. Das Programmangebot des deutsch- und des französischsprachigen Dienstes wird je von 200 auf 300 Seiten erhöht. Hinter der "Teletext AG" stehen die "SRG" sowie der "Schweizerische Zeitungsverleger-Verband" als gemeinsame Trägerschaft.
Der erste private Rundfunksender in Schleswig-Holstein nimmt das Programm im 24-Strunden-Betrieb auf. "Radio Schleswig-Holstein" beschäftigt 30 Redaktoren, fünf Techniker und zehn Personen in der Verwaltung. Hinter dem Sender stehen zudem 14 Zeitungsverleger. Das werbefinanzierte Programm (20% der Sendezeit) richtet sich an die Hörer zwischen 15 und 45 Jahren. Die Station ist auf neun verschiedenen Frequenzen oberhalb 100 MHz zu hören.
02.08.1986 Die französische Regierung hat die Verträge für die beiden privaten Fernsehkanäle "La 5" und "TV 6" gekündigt. Sie sollen am 31. Januar 1987 auslaufen, wenn das gegenwärtig im Parlament umkämpfte neue Mediengesetz der Regierung in Kraft ist und eine neue "Nationalkommission für Kommunikation und Freiheit" die Lizenzen neu vergibt. Die bürgerliche Regierung will den Fernsehsektor völlig umordnen und dabei auch die größte staatliche Anstalt "TF 1" privatisieren.
25.08.1986 Nach zehntägigem Minimalprogramm meldet sich "Radio ExtraBE" wieder unter neuer Leitung und mit einer neuen Programmstruktur. Matthias Lauterburg, Gründer und Mitbesitzer des Berner Lokalradios, wurde am 13. August von seiner Funktion als Programmleiter suspendiert. Vorläufig tritt Peter Ineichen, der zugleich der neue Verwaltungsratspräsident ist, an seine Stelle. Anfang September ernannte der Verwaltungsrat den bisherigen Leiter der Werbeagentur "Publico AG", Hans-Rudolf Matscher, zum neuen Programmdirektor.
13.09.1986 Auf Kosten des englischen Programms weitet "BRT-Brüssel" die deutschsprachigen Sendungen aus. Mit der Ansage "Hier ist Brüssel" wird täglich außer Sonntag ein 25-minütiges Programm ausgestrahlt.
14.09.1986 Das "Stadtradio ULM" stellt den Versuchsbetrieb (seit 4. 2. 1985) ein. Vorzeitig kündigte der "Süddeutsche Rundfunk" den Vertrag.
21.09.1986 Neben dem Lokalsender "La Voice del Bellinzonese" erhält das Tessin ein zweites Lokalradio, "R 3i", das vor seiner definitiven Niederlassung in Mendrisio vorwiegend von einem provisorischen Studio in Lugano aus für die Region des Sottoceneri sendet. Direktor ist Dino Bornastico, Wirtschaftsjournalist mit langjähriger "DRS"-Erfahrung, dem zehn Mitarbeiter zur Seite stehen. Unterstützt wird "Radio 3i" vom Warenhausbesitzer Baumgartner sowie dem Elektro-Kaufmann Gemetti. Das drei mals i steht für Informatione, Interviste, Intratenimento.
26.09.1986 Die Versuchsphase für das "Stadtradio Freiburg im Breisgau" ist nach zweijähriger Dauer beendet. In Freiburg bedauert man diesen Umstand, aber ändern lässt sich an dem Beschluss nichts mehr. Im neuen Mediengesetz des benachbarten Bundeslandes Baden-Würtemberg ist eine Zusammenarbeit zwischen privaten Anbietern und der öffentlichrechtlichen Anstalt "Südwestfunk" nicht vorgesehen.
04.10.1986 In München wird das erste drahtlose Privatfernsehen in der Bundesrepublik durch Edmund Stoiber, Chef der Münchner Staatskanzlei, eröffnet.. Das Programm von "Kanal 4" wurde mit der Live-Show "Musikbox" eingeweiht. Die 13 Programmanbieter wollen jeden Abend rund eine Million Zuschauer erreichen.
06.10.1986 Der "Hessische Rundfunk" beginnt mit einem vierten Hörfunkprogramm. Auf vorerst 102,5 und 103,2 MHz ist ab 6:00 Uhr neben stündlichen Nachrichten und Verkehrshinweisen viel Musik und Regionales zu hören. Um 18:20 Uhr folgen tägliche Sendungen für Ausländer in Italienisch, Spanisch, Griechisch und Türkisch.
Nach 14-monatiger Pause wegen technischer Schwierigkeiten meldet sich "Radio Argentinien" wieder mit einem deutschsprachigen Programm auf Kurzwelle. Täglich um 18:45 Uhr Ortszeit ist man auf 15.345 kHz direkt mit Argentinien verbunden.
Mit einem bescheidenen Programm beginnt Amerikas jüngstes "Network", die "Fox Broadcasting Company" von Rupert Murdoch. Wochentags um 23:00 Uhr steht eine Live-Talk-Show mit dem Komiker Joan Rivers auf dem Programm.
07.10.1986 Aus Taipeh meldet sich die "Stimme des Freien China" (VOFC),ergänzend zu den bisher 14 Sprachen, mit einem täglichen deutschsprachigen Programm. Die einstündige Sendung wird von drei Mitarbeitern betreut, die auch für die Übersetzung zuständig sind.
15.10.1986 Der Westberliner Piratensender "Schwarzer Kanal" geht auf Sendung. Ab 22:00 Uhr wird auf 99,2 MHz die DDR-Regierung zum sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie aufgefordert. In Zukunft soll an jedem letzten Freitag im Monat ein Informationsprogramm ausgestrahlt werden.
22.10.1986 Während einer Live-Reportage ist ein, mit zwei Personen besetzter, Helikopter über New York abgestürzt und in den Hudson-River gefallen. Der Pilot und die Reporterin, die minutenlang im Helikopterwrack unter Wasser eingeschlossen waren, wurden bewusstlos in ein Hospital gebracht. Ärzte gaben am darauffolgenden Tag den Tod der 38jährigen Journalistin Jane Dornacker bekannt. An ihren Radiogeräten konnten die Hörer von "WNBC"-Radio den Absturz miterleben. Die Reporterin unterbrach plötzlich ihren Bericht über die Verkehrslage während der Rush-Hour und schrie: "Wir fallen ins Wasser, wir fallen ins Wasser". Dann brach die Verbindung ab.
01.11.1986 Um 15:30 Uhr fällt in Hannover der Startschuss für das bundesdeutsche "Pay-TV". Rund 100 Kabelteilnehmer Hannovers können seit diesem Tag erstmals ein Fernsehprogramm gegen einen Monatsbetrag von 29 DM abonnieren. Die Münchner "Teleclub GmbH" bietet im Monat 30 aktuelle Kinofilme an. Zusammengestellt wird das Programm von dem schon seit dreieinhalb Jahren in der Schweiz tätigen "Teleclub". Das Filmangebot wird über den Fernmeldesatelliten "ECS F 1" ausgestrahlt.
02.11.1986 Das "Schweizer Radio International" benutzt für die Sendungen in Richtung Lateinamerika die Kurzwellenanlage in Moyabi (Republik Gabun). Zwischen 22:15 und 1:00 Ortszeit wird Lateinamerika täglich auf 9.885 kHz in spanischer, italienischer, portugiesischer und französischer Sprache bedient. Moyabi, die leistungsstärkste Kurzwellenanlage Afrikas, liegt im Urwald südwestlich von Franceville an der Grenze zum Kongo. Das "Centre ondes courtes international" nennt sich "Africa No 1" ist mit vier Sendern von je 500 kW Leistung und 21 Antennen ausgerüstet. Die Anlage wurde von "Thomson-CSF Paris" erstellt. "Radio France International" und "Radio Japan" sind ebenfalls Kunden von "Africa No 1".
05.11.1986 Die Regionalstation "BBC-Essex" nimmt ihren Sendebetrieb auf. Das Programm wird über die Mittelwellenfrequenzen 765, 729 und 1.530 kHz sowie auf UKW ausgestrahlt.
06.11.1986 In seinem vierten Rundfunkurteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 6.11.1986 erklärte es Teile des niedersächsischen Rundfunkgesetzes für verfassungswidrig (es ging um privaten Rundfunk). Es sah aber die Zukunft des Rundfunkes in Form von zwei Säulen - einer öffentlich-rechtlichen und einer privaten.

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(Urteilsverkündung)
12.11.1986 Offizielle Gründung von "RIAS-TV" in Berlin. "Radio im Amerikanischen Sektor – Television" ist eine Einrichtung des US-Informationsamtes, bei dem auch die Sende- und Programmhoheit liegt. Die Radio- und Fernsehprogramme richten sich in erster Linie an die Bevölkerung in der DDR.
27.11.1986 Das internationale Satellitenprogramm "Europa TV", an dem neben Rundfunkorganisationen aus den Niederlanden, Italien, Irland und Portugal auch die ARD beteiligt ist, muss wegen finanzieller Schwierigkeiten den Sendebetrieb einstellen. "Europa TV" war erst am 5. Oktober 1985 gestartet.
28.11.1986 75 Jahre nach der Vergabe der ersten Radioempfangskonzession feiern PTT und "SRG" den 2.500.000sten Konzessionär. Eine Uhrenmacherschule in La Chaux-de-Fonds konnte am 4. Oktober 1911 die erste Empfangskonzession entgegennehmen.
01.12.1986 Der polnische Untergrundsender "Radio Solidarnosc" ist wieder aktiv. Auf dem Tonkanal des polnischen Fernsehens wendet sich der Sender mit nicht regierungsgenehmen Informationen an die Bevölkerung.
"NHK Tokio", der Auslandsdienst aus Japan, nimmt einen neuen 300 kW Kurzwellensender in Dienst.
06.12.1986 Der englische Piratensender "Laser" kehrt in den Äther zurück. Aus "Laser 558" wird "Laser Hot Hits", auf 576 kHz.
17.12.1986 Mit der durch das EVED dem "Verein Radio Grischa" erteilten Konzession ist der rechtliche Weg frei zur Realisierung eines einmonatigen Lokalradio-Kurzversuchs im kommenden Sommer in weiten Teilen des Kantons Graubünden diesseits und jenseits des Alpenkamms. Dieser Kurzversuch soll vom 13. Juni bis 12. Juli 1987 stattfinden.
Nach Matthias Lauterburg, der für dieses Projekt als Programmleiter engagiert wurde, will "Radio Grischa" "auf unterhaltende und sympathische Art die Kenntnisse der Bündner(innen) über ihren Kanton, seine Kultur, seine Politik und seine Probleme" in allen drei bündnerischen Landessprachen fördern. Zumindest geplant ist innerhalb des 24-Stunden-Programms auch eine tägliche Nachrichtensendung in Rumantsch Grischun, der neugeschaffenen romanischen Schriftsprache.
20.12.1986 Ein Brand beim Zürcher Lokalradio "LORA" hat einen Sachschaden von 200.000 Franken angerichtet und die Redaktionsräume und das Sendestudio derart verwüstet, dass sie bis auf weiteres nicht mehr benutzt werden können.Die Sendungen kamen danach aus einem Notstudio.
31.12.1986 "Radio Hamburg", das kürzlich die Lizenz zur Ausstrahlung eines Privat-Programmes erhielt, geht auf Sendung. Vorläufig sind zwei 100 Watt-Sender auf 95,0 und 97,1 MHz eingeschalten. Im Juli 1987 wird ein 80 kW-Sender auf 103,6 MHz in Betrieb genommen.
Ebenfalls zum Jahresende startet "Funk und Fernsehen Nordwestdeutschland" (FFN) mit einem privaten Hörfunkprogramm auf 102,6 MHz für Cuxhaven und 103,4 MHz für Osnarbrück sowie fünf weiteren Frequenzen. Punkt 12:00 Uhr beginnt das 24-stündige Vollprogramm, bestehend aus Top Hits, Oldies und interessanten und unterhaltenden Informationen.
Peinliche Panne beim ARD-Fernsehen. Aus Versehen spielte der "NDR" die letztjährige Neujahrsansprache des Bundeskanzlers ein. Beim "ZDF" hatte Bundeskanzler Kohl mehr Glück. Dort wurde die aktuellere Aufzeichnung ausgestrahlt. Tags darauf sendete auch die "ARD" die richtige Fassung.
1986 Der digitale Rundfunk, welcher eine Wende im Rundfunkempfang bringen soll, nimmt seinen regelmäßigen Betrieb auf.
Sendebeginn der DDR-Hörfunkkette über UKW für "Jugendradio DT64".
Das Bundesverfassungsgericht weist den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die "Grundversorgung" zu.
01.01.1987 Vier Hörfunkprogramme, drei umgestaltete und ein neues viertes, bietet der "SFB" jetzt seinen Hörern. Jedes der Programme ist gekennzeichnet durch eine spezielle Musikfarbe und eine in sich einheitliche Form der Präsentation:
  • SFB 1 bringt umfassende und gründliche Informationen und ein melodiöses Musikangebot mit deutschen und internationalen Schlagern, Musical- und Operettenmusik.
  • SFB 2 will mit Pop, Rock, Unterhaltung und Informationen die Hörer über den Tag begleiten. Dazu gehören Wunschmusiksendungen wie die "Wählscheibe" und ein neues Berlin-Magazin, das "Stadtradio".
  • SFB 3 ist der Klassik- und Kulturkanal. ein Programm zum konzentrierten Zuhören.
  • SFB 4 übernimmt von 10:00 bis 18:00 Uhr testweise "WDR 4" und bringt anschließend die Sendungen für ausländische Mitbürger und bei Bedarf Parlamentsdebatten.
"RIAS Berlin" reformiert sein erstes Hörfunkprogramm und verlängert dessen Sendezeit um drei Stunden täglich. "RIAS 1" wird somit rund um die Uhr ausgestrahlt.

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(SFB 4)
05.01.1987 Der sowjetische Ministerpräsident Nikolai Ryschkow wirbt für den Start ausländischer Satelliten mit sowjetischen Trägerraketen. In einem Interview der amtlichen Nachrichtenagentur Tass stellte Ryschkow in Aussicht, dass westliche Kunden bei solchen Aufträgen ihre Nuttzlasten in versiegelten Behältern über die Grenze bringen und von eigenen Technikern bis in die Startanlagen begleiten lassen können.
14.01.1986 Die Sowjetunion verzichtet auf die systematische Störung der russischsprachigen Sendungen der "BBC". Dieser Dienst der "BBC" wurde täglich von mehreren Millionen Russen trotz elektronischen Störgeräuschen mit Interesse verfolgt.
15.01.1987 Der "Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft" (SRG) steht ein neues Alarmsystem zur Verfügung. Es soll in erster Linie der raschen Orientierung der Bevölkerung bei Katastrophen und sonstigen Vorkommnissen dienen.
16.01.1987 Ein neues Studio für Mittelhessen eröffnet der "Hessische Rundfunk" (HR) in Wetzlar. Damit kann "Radio Lahn" seine Arbeit aufnehmen. Es sendet montags bis freitags auf den Frequenzen von "HR 4".
26.01.1987 Auf den Philippinen besetzen etwa 200 Putschisten die private Fernsehstation "Kanal GMA 7" und den, von Anhängern des gestürzten Staatschefs Marcos betriebenen, Radiosender "DZBB". Das Fernsehgebäude wird von der Armee umstellt und der Strom abgeschaltet. Am 29. 1. wird die fehlgeschlagene Aktion unblutig beendet.
30.01.1987 Das neue Satellitenprogramm "Super Channel" (Eutelsat 1 F 1) startet 19:00 Uhr mit einer großen Eröffnungsparty aus den Limehouse Studios in London. Durch Live-Einschaltungen werden Bilder von den gleichzeitig in Helsinki, Oslo, Kopenhagen, Berlin, Wien, Paris, Den Haag, Lissabon und Zürich stattfindenden Eröffnungsfeiern zu sehen sein. Im 24 Stunden-Vollprogramm, in dem nun auch der Satellitenfernsehsender "Music Box" integriert ist, werden Serien, Spielfilme, Kindersendungen und dokumentarische Beiträge geboten. Von Montag bis Freitag steht um 22:00 Uhr die Super Channel News auf dem Programm. "Super Channel" ist ein gemeinsames Unternehmen der britischen kommerziellen "ITV"-Fernsehgesellschaften "Granada", "Central Television", "Virgin Vision", "London Weekend Television" und "Television South".
"Radio Finnland" sendet von nun an ein französisches Auslandsprogramm.
Januar 1987 In Washington werden versuchsweise erste "High-Definition-Television"-Sendungen übertragen. "HDTV" ist eine japanische Erfindung und sieht eine Verdoppelung der bisherigen Zeilenzahl der Fernsehbilder von 525 auf 1125 vor. Mit diesem System sind hochauflösliche und damit auch qualitativ bessere Fernsehbilder möglich.
02.02.1987 Vom 2.2. - 6.3.1987 findet in Genf die zweite Sitzungsperiode der Funkverwaltungskonferenz der Internationalen Fernmeldeunion (UIT) statt. Es geht um die Neuverteilung der Kurzwellenbänder im Radiobereich, welche zuletzt durch ein Übereinkommen im Jahre 1979 geregelt wurde. Verschiedene Mitgliedstaaten fühlen sich durch die großen Rundfunkorganisationen benachteiligt und fordern Gleichberechtigung in der Zuteilung der Frequenzen.
03.02.1987 Der französische Großverleger Robert Hersant erhält eine Lizenz für die Übernahme des fünften Fernsehkanals "La Cinq". Der sechste Kanal "TV 6" wird der Gruppe "Metropole TV" zugeteilt, die von der Muttergesellschaft von "Radio Luxemburg CLT" und der französischen Gruppe "La Lyonnaise des Eaux" gebildet wird. Die beiden nationalen Fernsehsender finanzieren sich nur mit Werbung.
01.03.1987 Der erste legale alternativen Hörfunksender, "Radio 100", geht in Berlin auf Sendung. Die Geldgeber haben nicht gleichzeitig den bestimmenden Programmeinfluss oder die Mikrofonmacht. Dadurch will sich der Sender weder dem Diktat des Privatprofites noch dem Diktat der Parteien und des Staatseinflusses ausliefern. Am 1. Dezember 1987 bewilligt der Kabelrat eine Ausdehnung der täglichen Sendezeit von vier auf sechs Stunden (17-23 Uhr). Gleichzeitig wird die neue Frequenz 103,4 MHz in Betrieb genommen.
05.03.1987 Als jüngstes Glied der weltumspanenden Sendekette von "Adventist World Radio", nimmt auf der Pazifikinsel Guam die Station "KSDA" das englischsprachige Missionsprogramm auf. Die zwei Kurzwellensender haben eine Leistung von je 100 kW.
16.03.1987 Das zweite Lokalradio im Tessin, "Radio 3 I", geht offiziell auf Sendung. Wegen technischen Schwierigkeiten wurde der Start um ein halbes Jahr verschoben. "Radio 3 I" sendet auf 106,8 MHz (Luganersee) und 106,5 MHz (Mendrisiotto).
18.03.1987 Die amerikanische Christian-Science-Bewegung steigt ins Radiogeschäft ein. Das Versuchsprogramm trägt die Bezeichnung "World Service". Genutzt werden dafür die Frequenzen 15.280 kHz (16-18 Uhr), 21.640 kHz (18-20 Uhr), 9.465 kHz (20-22 Uhr), 7.365 kHz (22-02 Uhr), 9.465 kHz (02-04 Uhr), 9.840 kHz (04-06 Uhr), 7.365 kHz (06-10 Uhr) und 17.640 kHz (10-12 Uhr).
Christian Science zählt zu den vielen Freikirchen der Vereinigten Staaten. Ihr Zentrum hat sie in Boston. Dort wird auch eines der profiliertesten amerikanischen Blätter publiziert, der "Christian Science Monitor", eine Tageszeitung, die seit 1908 erscheint. Diese Zeitung hat sich vorgenommen, mit den stärksten privaten Kurzwellensendern der USA, die es je gegeben hat (500 KW), in alle Welt zu senden. Mit den Ausstrahlungen für Hörer in Europa, Afrika und im Nahen Osten wird offiziell im April begonnen. Im Staate Maine wurde zu diesem Zweck einer von vier geplanten KW-Sendern in Betrieb genommen, der mit modernsten Antennenanlagen diesen Raum versorgen soll. Noch im laufenden Jahr wird ein Sender auf der Marianeninsel Saipan den Betrieb aufnehmen. Seine Ausstrahlungen sind bestimmt für Japan, China, Südostasien, Australien und Neuseeland.
März 1987 Die Jugendwelle von Radio France, das Pariser "Radio Sept", wird aus finanziellen Gründen geschlossen.
01.04.1987 Die eigentlich zerstrittenen Bundesländer, mussten sich dem vierten Rundfunkurteil des Bundesverfassungsgerichtes anpassen. Nach über vierjährigen Verhandlungen wurde In einem Staatsvertrag die veränderte Situation verankert. Er sicherte Bestand und Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und gab privaten Anbietern Zusagen zu deren Entfaltung. Er regelte weiterhin die Nutzung der Hörfunk- und Fernsehkanäle auf einem Rundfunksatelliten der Bundespost. Die Zulassung privater Veranstalter erfolgt durch die Landesmedienanstalten. Als letztes der zuständigen Länderparlamente ratifiziert der Landtag von Nordrhein-Westfalen den Vertrag am 26. November 1987, der daraufhin am 1. Dezember in Kraft tritt.
04.04.1987 Als erstes lokales Privatradio in Baden-Württemberg meldet sich "Hochrheinradio Antenne 3" aus Bad Säckingen. Geschäftsführer und Chefredaktor ist Joachim Schlicht. Zehn feste und 20 freie Mitarbeiter gestalten rund um die Uhr ein Programm für beide Seiten des Rheins. Die ursprüngliche Frequenz 87,6 MHz wurde noch während den Testsendungen von Anfang April verlassen um den Störungen auszuweichen. Der Sender Rheinfelden (100 W) wechselte auf 102,4 MHz. In Laufenburg wird am 5. Mai ein 50 W-Umsetzer auf 102,4 MHz dazugeschaltet; der Sender Rheinfelden wird wieder auf 87,6 MHz umgestellt.
10.04.1987 Der ehemalige Filmproduzent U. Schamoni versorgt Berlin täglich 20 Stunden lang mit seinem Radio "Hundert,6". Chefredakteur Gaffron betont, dass "Hundert,6" kein reiner Musiksender mit oberflächlicher "Schubi-Dubi"-Redaktion werden soll. "Wir fassen heiße Eisen an, werden täglich vor Ort und aktuell berichten und Radio von Berlinern für Berliner machen". Die restlichen vier Sendestunden von 19 bis 23 Uhr werden schon seit dem 1. März vom Alternativsender "Radio 100" produziert.
05.05.1987 Das italienische Verfassungsgericht in Rom bestätigt in einem Urteil, dass die, auf drängen der schweizer Behörden, erfolgte Schließung des, von Roger Schawinsky, auf dem Pizzo Groppera betriebenen Privatsenders "Radio 24" widerrechtlich war. In der 44 Seiten umfassenden Urteilsbegründung wird dargelegt, dass es weder in der italienischen noch in der internationalen Gesetzgebung eine Grundlage gebe, die das Ausstrahlen von privaten Radio- und Fernsehsendungen über die Landesgrenze hinaus verbietet. Der neue Besitzer der Sendeanlagen, der Verleger Jürg Marquard, erwägt nun seine Station "Sound Radio" wieder aufleben zu lassen. Er hatte 1983 die Anlage und die Studios von Roger Schawinsky gekauft und für eineinhalb Jahre sein "Sound Radio" betrieben.
06.05.1987 In Aschaffenburg teilen sich vier private Programmanbieter die Frequenz 91,6 MHz: "Neue Welle Untermain", "Neue Welle Antenne Aschaffenburg", "Anbietergesellschaft Mittelstand GmbH" und die "Anbietergesellschaft Philipp & Partner".
08.05.1987 Auf der Frequenz 103,0 MHz meldet sich in Würzburg der Privatsender "Radio Frankenwarte". Programmbeiträge kommen unter anderem vom "Studio Gong", "Radio Würzburg 1", "Neue Welle Würzburg" und dem "Sportfunk Franken".
09.05.1987 Der BBC-Auslandsdienst startet den Europasender "BBC 648" auf der Mittelwelle 648 kHz. Die mehrsprachigen Programme verbreitet der 500 kW-Sender Orfordness, an der Küste von East Anglia. Das Zielgebiet umfasst die Niederlande, Belgien, Nordwestdeutschland und Nordfrankreich.
In Regensburg startet auf der Frequenz 89,7 MHz "Radio Donauspatz" mit verschiedenen Anbietern.
Auf der zweiten Regensburger Frequenz, 98,2 MHz, meldet sich am gleichen Tag erstmals "Radio Charivari", hinter dem sieben Anbieter stehen.
20.05.1987 Der "Deutschlandfunk" nimmt einen neuen UKW-Sender auf dem 885 m hohen Witthoh in Betrieb. Der Sender versorgt auf der Frequenz 100,6 MHz mit 40 kW Leistung den Bodenseeraum bis in die Schweiz.
23.05.1987 Die Sowjetunion hat aufgehört Sendungen des amerikanischen Radiosenders "Voice of America" und der britischen "BBC Worldservice" zu stören, die auf Russisch oder in anderen Sprachen ausgestrahlt wurden. Die "VOA"-Sendungen für Afghanistan werden allerdings weiterhin gestört. Die in Deutschland stationierten US-Propagandasender "Radio Liberty" und "Radio Free Europe" werden weiterhin "gejammt".
31.05.1987 "Radio Athen" (98,4 MHz) nimmt als nicht öffentlichrechtlicher Sender den Betrieb als Gemeinde-Radio auf. Etwas später meldet sich auch "Pireus Kanal 1". Beide zum Teil werbefinanzierte Stationen erhalten 1988 eine Lizenz.
Mai 1987 Überraschend stellt der Untergrundsender "Voice of the People of Malaysia" den Betrieb ein. Der Standort der, seit Jahren tätigen, Station wurde in der Volksrepublik China vermutet.
01.06.1987 Der französische Dienst "Radio France" startet ein Programm namens "France Info" nach amerikanischem Vorbild, das nur Informationen ausstrahlt. Das Programm wird von 7:00 bis 00:30 Uhr auf der Frequenz 105,5 MHz gesendet und ist vorläufig in Paris und Umgebung sowie zehn weiteren Städten zu empfangen. Im Laufe des Jahres sollen 30 weitere Städte dazukommen. Die einzelnen Sendeeinheiten des neuen Angebots bestehen aus Halbstundenblöcken und enthalten nicht nur Nachrichten, sondern auch Serviceleistungen wie Hinweise auf Veranstaltungen, das Wetter, den Verkehr , Börsennachrichten sowie die Ergebnisse von Pferderennen.
"France Info" beschäftigt 28 festangestellte Journalisten.
04.06.1987 Das Bundesverfassungsgericht erklärt das, 1985 verabschiedete, badenwürttembergische Landesmediengesetz teilweise für verfassungswidrig und folgt damit weitgehend den Beschwerden von "SDR" und "SWF".
Der Ausschluss der öffentlichrechtlichen Anstalten von der Veranstaltung regionaler und lokaler Programme ist, so das höchste Gericht, unzulässig und mit der im Grundgesetz gewährleisteten Rundfunkfreiheit nicht vereinbar. Andere, von den beiden Rundfunkanstalten ebenfalls beanstandete Vorschriften werden von dem Richter als verfassungskonform eingestuft, beispielsweise das Verbot von Werbung in öffentlichrechtlichen Regional- und Lokalprogrammen sowie die Beschränkung der Kooperationsmöglichkeiten zwischen privaten und öffentlichrechtlichen Veranstaltern.
06.06.1987 Der Lokalsender "Radio Berner Oberland" nimmt in Interlaken seinen Betrieb auf. Von "Radio DRS" werden Nachrichtenbulletin, Regionaljournal und beliebte andere Sendungen übernommen.Nach Angaben von Verwaltungspräsident Erich Reber muss mit Startkosten von rund 400.000 Franken gerechnet werden. Die jährlichen Betriebskosten sind mit 350.000 Franken veranschlagt. Gesendet wird auf 95,0 MHz (Brienz/Meiringen), 95,9 MHz (Spiez/Thun) und auf 96,8 MHz (Interlaken).
13.06.1987 Bis zum 12. Juli 1987 kann beinahe im ganzen Bündnerland das Versuchsprogramm von "Radio Grischa" empfangen werden. Schwerpunkte im Programm sind die hauptsächlich lokalbezogenen Informationssendungen in deutscher, italienischer und rätoromanischer Sprache. In den Randstunden des 24-Stunden Betriebs übernimmt ein Computer mit einem CD-Plattenspeicher das Programm. Zeitansagen, Signete und Werbung werden ab Band automatisch eingespielt. Für den einmonatigen Versuchsbetrieb, ein Jubiläumsgeschenk der Bankgesellschaft, wurde der erfahrene Radioprofi Matthias Lauterburg engagiert.
18.06.1987 Im Weißen Haus wurde ein Vertrag zwischen den USA und Israel unterzeichnet. Er sieht die Errichtung einer großdimensionierten Relaisstation für die "Voice of America", für "Radio Free Europe" und "Radio Liberty" auf israelischem Boden vor. Die Station wird mit insgesamt 16 Kurzwellensendern von je 500 kW Leistung eine der größten Radiostationen der Welt sein. Sie soll die Signale der amerikanischen Sender besser nach Osteuropa, in den Süden Asiens und, vor allem, in den asiatischen Teil der Sowjetunion übermitteln.
19.06.1987 In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni hatten die welschschweizer Fernsehzuschauer der Region Delsberg keinen Empfang. Unbekannte Täter beschädigten den Fernsehsender Les Ordons.
01.07.1987 Die schweizerische PTT senkt die Gebühren zum Empfang von Satellitenprogrammen drastisch. Besitzer von Einzelanlagen müssen nur noch 8 Franken monatlich bezahlen. Bisher betrug die Gebühr im Monat 96 Franken für jedes empfangbare Programm.
Der auf der internationalen Funkverwaltungskonferenz in Genf erarbeitete neue Frequenzplan für den UKW-Hörfunk tritt in Kraft. Er regelt die Verteilung im Frequenzbereich zwischen 87,5 und 108 MHz.
Der zweite Hamburger Privatsender "Radio 107" meldet sich erstmals auf der Frequenz 106,8 MHz.
23.07.1987 Vor der Küste von Long Island (New York) geht das, in Honduras registrierte, Radioschiff "Sarah" vor Anker. In den Abendstunden beginnt die Station "Radio New York International" (RNI) mit Testsendungen. Die DJ`s Ivan Rothstein und Allan Weiner eröffnen die Station mit dem Song "Come on down to my Boat".
"Radio New York International" war als Alternative zum Rock-Radio-Angebot in New York gedacht, doch die Federal Communications Commission (FCC) machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Bereits fünf Tage später wurde die Crew der Sarah auf offener See verhaftet und der Sender abgeschalten.
25.07.1987 Der evangelische Missionssender "Radio Buenas Nuevas" mit dem Rufzeichen "TGMI" nimmt in Guatemala den Sendebetrieb auf. Der schwache 250 Watt-Sender in Huehuetenango deckt nur die nähere Umgebung ab.
01.08.1987 Mit einem Gala-Konzert, das am Abend live aus dem Roxy-Club in Amsterdam übertragen wird, verbreitet die amerikanische "Music Television" (MTV) nach Japan und Australien ihre Programme nun auch in Europa.
1981 vom Medienkonzern Warner Communications gegründet und inzwischen in den Besitz von Viacom International übergegangen, gilt "MTV" als Wegbereiter eines Fernsehens, das sich ganz auf Musikvideos stützt und als visuelles Pendant zum Rock-Radio betrachtet. " MTV"-Europe wird unverschlüsselt in Stereo vom "Intelsat VA-F11" ausgestrahlt und wird von den Firmen Viacom, der britischen Mirror Group und der British Telecom mitfinanziert.
17.08.1987 Über den Fernmeldesatelliten Eutelsat erreicht die "BBC" Millionen von potentionellen Hörern in Europa. Die Auslandsdienste der "BBC" belegen zwei 24-stündige Radiokanäle auf Eutelsat (Westspot), der ebenfalls das Fernsehprogramm von "Super Channel" auf europäische Bildschirme überträgt. Mit Beginn der "BBC"-Übertragungen auf Eutelsat stehen der ständig wachsenden Zahl von europäischen Kabelgesellschaften und lokalen Radiostationen die Sendungen des englischsprachigen "World Service" sowie weitere "BBC"-Dienste in rund zwanzig Sprachen zur Übernahme zur Verfügung.
Das Zweikanaltonsystem wird auch beim Schweizer Fernsehen Wirklichkeit. Von nun an können Sportübertragungen oder andere auf der zweiten oder dritten Senderkette übertragene Spezialsendungen auch an der Sprachgrenze zwischen West- und Deutschschweiz problemlos in der gewünschten Sprache empfangen werden. Vorerst werden die Sender Bantiger, Niederhorn, Rigi, Säntis, St. Chrischona und Uetliberg mit dem neuen System versehen. 1988 wird der Sender la Dôle für das französichsprachige Programm mit Zweikanalton-Ausrüstung bestückt sein.
28.08.1987 36. Internationale Funkausstellung Berlin vom 28.08. - 06.09.1987.
01.09.1987 Das Konstanzer "Seefunkradio Bodensee" geht auf Sendung. Das Programm wird rund um die Uhr auf 101,8 MHz mit 100 W ausgestrahlt.
12.09.1987 Im bayerischen Staubing und Landshut nehmen zwei neue Lokalradios ihren Sendebetrieb auf. In Staubing sendet auf der Frequenz 87,9 MHz "Radio Aktuelle Welle Niederbayern" und "Radio SR 1". Mehrere Einzelanbieter müssen sich auch in Landshut die Frequenz 91,8 MHz teilen.
23.09.1987 Anderthalb Wochen vor dem angekündigten Stichtag hat der deutschluxemburgische Privatfernsehveranstalter "RTL plus" sein "Frühstückfernsehen" gestartet. Anlass zu dieser Blitzaktion war allem Anschein nach das Bekanntwerden von Plänen des Konkurrenzunternehmens "SAT 1", seinerseits am 1. Oktober auf Sendung zu gehen. Die, in Anlehnung an "Good Morning America", auf "Guten Morgen Deutschland" getaufte Sendung will werktags zwischen 6:30 Uhr und 8:30 seine Zuschauer mit Informationen, Studiogesprächen und einem Serviceteil versorgen.
"SAT 1" geht mit "Guten Morgen mit SAT 1" gemäss Terminplan in den Äther. Ausgestrahlt wird die Rubrik, außer Sonntags, zwischen 6:00 und 9:00 Uhr.
26.09.1987 Thomas Gottschalk moderiert in der Hofer Freiheitshalle erstmals die Fernsehsendung "Wetten, dass ..?".
27.09.1987 Die "BBC" nimmt in Hong Kong eine Relaisstation in Betrieb. Nach Testsendungen im August, wird der "BBC-Worls Service" von nun an auf 15.435, 15.280, 7.180 und 7.160 kHz in Englisch zu hören sein. Auf den Frequenzen 5.965 und 7.240 kHz wird das japanische Programm von den zwei 250 kW-Kurzwellensender verbreitet.
September 1987 "Sud Radio" stellt sämtliche Aktivitäten in Andorra ein. Der 900 kW-Sender auf 819 kHz wird abgeschaltet. Die Studios von "Sud Radio" befinden sich jetzt in Toulouse. Auf 819 kHz arbeiten jetzt in Frankreich stationierte Mittelwellensender. Die private Station betreibt zudem ein UKW-Netz.
"Tele 5" heißt künftig das Fernsehprogramm der Münchner Kabel-Media-Programmgesellschaft (KMP), nachdem die finanzielle Beteiligung des italienischen Fernsehunternehmers Silvio Berlusconi in München vertraglich besiegelt wurde. Die Namensänderung von "Musicbox" in "Tele 5" ergibt sich aus der Kooperation zwischen Berlusconis "Canale 5" und der "Tele München". Im Januar 1988 wird ein neuen Programmschema eingeführt, das sich vorwiegend an Interessen einer jugendlichen Zielgruppe ausrichtet.
01.10.1987 "Radio Wachenburg" nimmt als erste private Station in Nordbaden den Betrieb auf. Das Programm wird mit 100 W von der Weinheimer Wachenburg auf der Frequenz 100,7 MHz ausgestrahlt. Ein Großteil des Programms kommt aus Stuttgart. Dort hat sich "Radio Media", eine Tochter des Holtzbrinck-Verlags, Studios aufgebaut. Seit dem 1. Oktober strahlt der Sender über den "Intelsat V" ein sogenanntes "Basisprogramm" aus. Es enthält neben Musik und Berichten auch weltweite Nachrichten und kann von jeder Lokal- oder Regionalstation im Südwesten Deutschlands rund um die Uhr übernommen werden.
05.10.1987 Der "Bayerische Rundfunk" stellt in München-Freimann seine neue Fernseh-Betriebszentrale in Dienst. In drei neuen Ansagestudios und einem Produktionsstudio sorgen u.a. elektronische Standbildspeicher und rechnergesteuerte Ablaufsysteme für einen verbesserten Betriebsablauf.
07.10.1987 "Radio Monte Carlo – Trans World Radio" nimmt den neuen Mittelwellensender Roumoules in Südfrankreich in Betrieb. Der 1000 kW-Sender (1.467 kHz) steht auf einem 700 m hohen Plateau in der Haute Provence. Der Empfang der christlichen Station "Trans World Radio" ist von nun an in ganz Europa problemlos.
09.10.1987 Aus Costa Rica sendet, nach langer Verzögerung, "Radio for Peace" auf 7.380 kHz. Die Station wird gemeinsam von der Worls Peace University in Oregon und der Universität von Costa Rica betrieben.
28.10.1987 Der englische Piratensender "Radio Caroline" testet auf 6.220 kHz. Der 3,5 kW starke Kurwellensender wird demnächst ein religiöses Programm verbreiten.
Anläßlich der Landesgartenschau vom Mai bis September 1985 meldete sich zum ersten Mal das "Frankenradio Heilbronn" des "Süddeutschen Rundfunks". Danach mußte es aufgrund der medienpolitischen Situation seinen Betrieb einstellen. Zwei Jahre später nimmt das "Frankenradio" einen neuen Anlauf. Seine Sendungen mit allen wichtigen Informationen aus der Region werden jetzt jeden Werktag von 7:06 bis 7:54 Uhr und 13:05 bis 13:54 Uhr über die UKW-Frequenz 99,5 MHz mit 300 W verbreitet.
Oktober 1987 "All India Radio" strahlt regelmäßig Sendungen der Vereinten Nationen aus. Damit wird der UNO-Rundfunkdienst aus New York nach über einem Jahr Funkstille wieder aktiv.
01.11.1987 Der Kooperationsvertrag zwischen "Radio Peking" und "Schweizer Radio International" tritt in Kraft.
Der Schweizer Auslandsdienst "SRI" nutzt zwei chinesische Kurzwellensender von je 125 kW mit den Standorten Beijing und Kunming für die täglich zweistündige Versorgung des südostasischen Raumes. "Radio Peking" erhält als Gegenleistung je zwei Stunden über die beiden Sender Lenk und Beromünster zu 250 kW für die europaweite Verbreitung von Programmen in mehreren Sprachen. "Schweizer Radio International" entschloss sich zu dieser Kooperation, nachdem verschiedene Neubaupläne einer leistungsstarken Kurzwellensendeanlage in der Schweiz auf starken Widerstand gestoßen waren.
08.11.1987 Die beiden Berner Lokalradios, "ExtraBE" und "Bern 104", werden am frühen Nachmittag von Zaffaraya-Sympathisanten (Berner Jugendbewegung) besetzt, und "Radio Zaffaraya" sendet auf beiden Frequenzen ein eigenes Alternativ-Programm. Offenbar unter kundiger Anleitung, denn alles klappt, sogar die Funkverbindung zu Hans Dampf im Demonstrationszug. Nach einer reichlichen Stunde war der Spuk vorbei. Die beiden Sendeleiter entschuldigen sich für den Zwischenfall und nahmen das reguläre Programm wieder auf.
09.11.1987 "Radio RT4" aus Reutlingen geht auf Sendung. Das Programm wird vom Raichenberg auf der Frequenz 103,4 MHz ausgestrahlt. Seit dem 1. Dezember 1987 meldet sich "Radio Neufunkland" als zweiter Programmanbieter auf der gleichen Frequenz. Während "Radio Neufunkland" von linksalternativen Organisationen unterstützt wird, sind die Träger von "Radio RT4" insgesamt sechs Tageszeitungsverlage aus der Region.
25.11.1987 Der Heilbronner Sender "Radio Regional" nimmt den Betrieb auf. Das von sechs Zeitungsverlagen produzierte Programm wird auf den Frequenzen 103,2 MHz in Heilbronn und 100,1 MHz in Waldenburg / Langenburg ausgestrahlt.
November 1987 In Österreich treibt der Piratensender "ÖGB" (Österreich geht’s blendend) sein Unwesen. Das Schwergewicht der jeweils 45 Minuten dauernden "belanglos und Niederhaltungssendung" ist heftige Kritik an der Sozialpolitik der Regierung. Der mobile Sender war zuletzt in Oberösterreich unterwegs und kündigt sich meistens durch kurze Einblendung in die Frequenz von "Österreich 3" an.
01.12.1987 Aus Ulm meldet sich "Radio Donau 1" auf 94,0 MHz. Insgesamt drei Einzelanbieter teilen sich die tägliche Sendezeit: "Radio Tele 1" sendet von 6:00 bis 12:00 Uhr, die Pressefunk-Anbieter-Gesellschaft von 12:00 bis 18:00 Uhr und das "Radio Unteres Illertal" von 18:00 bis 22:00 Uhr.
Der Berliner Alternativsender "Radio 100" verläßt die, gemeinsam mit "Radio Hundert,6", belegte Frequenz (100,6 MHz) und weitet das Programm um zwei Stunden aus. Der Sender ist jetzt täglich von 17:00 bis 23:00 Uhr auf 103,4 MHz zu hören.
11.12.1987 13:00 Uhr beginnt "Schwarzwaldradio" mit seinem offiziellen Programm. Der regionale Sender im Schwarzwald arbeitet mit einer Stärke von 8,4 kW auf 101,1 MHz. Das "Schwarzwaldradio" hat sich den "Südwestfunk 1" als Vorbild genommen und möchte Hörer zwischen 25 und 55 Jahren ansprechen. Unterscheiden von "SWF 1" will sich der Regionalsender vor allem durch die lokalen Informationen, welche im Südwestfunk zu kurz kommen.
14.12.1987 Täglich von 7:00 bis 9:00 Uhr und Wiederholungen um 12:00 und 17:00 Uhr sendet die Hamburger Privatstation "OK-Radio" auf 95,0 MHz ein Testprogramm. Ab dem 1. März 1988 will "OK-Radio" rund um die Uhr senden. Das Programmformat bewegt sich zwischen Rock`n`Roll, Oldies und Reggea.
18.12.1987 Der Karlsruher Privatsender "Welle Fidelitas" nimmt den Betrieb auf. Das Programm wird auf der Frequenz 101,8 MHz vom Sender Grünwettersbach (25 kW) ausgestrahlt.
28.12.1987 Die neue Kurzwellenstation "KUSW" in Salt Lake City nimmt den regulären Betrieb auf. Mit Testsendungen war die Station seit Anfang Dezember zu hören (u.a. auf 15.225 kHz von 16:00 bis 19: Uhr und auf 17.715 kHz von 19:00 bis 22:00 Uhr Ortszeit).
31.12.1987 Nicht mit dem ursprünglichen Namen "Radio Berlin", sondern mit "Radio in Berlin" feiert der neue Privatsender am Silvester seine Premiere auf der Frequenz 103,4 MHz.
1987 Als zweites Lokalradio in Baden-Württemberg startet "Radio Ohr" aus Offenburg. Das Programm wird über die zwei Sender in Haslach/Kinzigtal auf 101,6 MHz und in Neumühl bei Kehl auf 104,9 MHz ausgestrahlt.
Verabschiedung des "Staatsvertrags zur Neuordnung des Rundfunkwesens" in der BRD, in dem Regelungen für den öffentlich-rechtlichen und den privaten Rundfunk in einem "dualen System" enthalten sind.
Die Bezirkssender des DDR-Rundfunks erhalten mehr Sendezeit und werden dem stellvertretenden Komiteevorsitzenden unterstellt.
01.01.1988 Antonia Riva tritt das Amt des Generaldirektors der "SRG" als Nachfolger von Prof. Dr. Leo Schürmann an. Nach erfolgtem Ausbau des Programmangebotes und der Umgestaltung der "SRG" zu einem modernen Unternehmen, geht es dem neuen Generaldirektor um die Erhaltung der "SRG" als unabhängige nationale Institution. Ulrich Kündig, bisher Programmdirektor des Fernsehens DRS, übernimmt als Nachfolger von Antonio Riva die Direktion der Programmdienste bei der Generaldirektion SRG.
Auch das Radio der italienischen Schweiz "RSI" verfügt nun über ein drittes Programm, genannte "Rete 3", das zum größten Teil aus Musikbeiträgen besteht und "junge und moderne Hörer bis 30" als Zielpublikum ansprechen soll. Damit wird den privaten Sendern im italienischen Grenzgebiet, denen Werbung und Konsum zentrales Anliegen sind, eine echte Alternative entgegengesetzt. Geleitet wird das "Rete 3"-Team (durchschnittsalter unter 25 Jahren) von Jacky Marty.
In Polen konnten am Neujahrstag erstmals seit Dezember 1981 die polnischen Dienste der "BBC", der "Voice of America" und von "Radio Free Europe" störungsfrei empfangen werden. Laut der "BBC" in London hat die UdSSR die Störsender abgestellt.
Die private Fernsehstation "RTL-plus" operiert mit Beginn des neuen Jahres nicht mehr aus dem Stammland Luxemburg, sondern aus Köln und München. Nach vier Jahren Sendebetrieb von Luxemburg aus werden von nun an Geschäftsleitung, Verwaltung, Programm- und Chefredaktion in Köln, Unterhaltungs- und Filmproduktion, Synchronisation sowie Filmeinkauf in München residieren. In beiden Städten werden, mit Ausnahme der in Luxemburg verbleibenden Arbeitsgruppe für das Frühstücksfernsehen, 180 Mitarbeiter tätig sein.
"Cable One", das erste englischsprachige kommerzielle Radioprogramm aus den Niederlanden, ist europaweit via Satellit "Eutelsat 1 F 1" zu hören. Der offizielle Sitz der Betreiberfirma "Cable Music Europe Ltd." ist London. Das Programm, Hits der vergangennen 30 Jahre, wird im Produktionsstudio in Hilversum zusammengestellt.
04.01.1988 "Radio Suisse Romande" verbreitet versuchsweise täglich zwischen 10:00 und 12:00 Uhr statt "RSR 1" ein Alternativ-Programm auf Mittelwelle. Die Versuchssendung über den Sender Sottens auf 765 kHz läuft vorerst bis Ende 1988.
11.01.1988 Die "Musicbox", das von der Kabel-Media-Programmgesellschaft (KMP) veranstaltete TV-Programm , nennt sich jetzt "Tele 5".
28.01.1988 "Radio Buenas Nuevas" aus Guatemala nimmt im 60 m-Tropenband einen 1 kW-Sender in Betrieb. Der Missionssender erreicht nun auf 4.800 kHz über 500.000 Indios in den Gebieten San Marcos, El Quinché und Quetzaltenango.
Januar 1988 Mit dem Spielfilm "Kramar gegen Kramer" geht der erste private Fernsehkanal Spaniens auf Sendung. "Canal 10" wird von einem Londoner Studio aus über "Intelsat VAF 11" nach Spanien übertragen. Zum Empfang des Pay-TV-Kanals ist eine Parabolantenne sowie ein Decoder nötig. Mehrheitsaktionär bei "Canal 10" ist der spanische Kaufmann Enrique Talarewitz, zu den weiteren Gesellschaften zählt auch "Canal Plus" (Frankreich).
Der Kleinstaat San Marino ist nicht länger ein weißer Fleck auf der Rundfunkkarte. Auf 97.0 MHz (5 kW) und 97,3 MHz (10 kW Stereo) meldet sich "Radio Titano" mit einem italienischsprachigen Programm.
05.02.1988 Der Rundfunkrat des "Hessischen Rundfunks" beschließt, Werbesendungen in das 4. Hörfunkprogramm aufzunehmen. Damit soll eine Entzerrung der Werbezeiten in "HR 1" und "HR 3" erreicht werden.
09.02.1988 Die Regierung Panamas hat zwei Oppositionssender wegen "Anstiftung zu Verbrechen" und "Nichtachtung der Gesetze" vorläufig geschlossen. Innenminister Rodolfo Chiari teilte die Entscheidung den Geschäftsführern der betroffenen Radios "Exitosa" und "Chiriqui" mit. Die Regierung wirft ihnen vor, Interviews mit Oppositionspolitiker ausgestrahlt zu haben, in denen diese zur "Besetzung" Panamas durch ausländische Truppen und zum Generalstreik aufgerufen haben sollen.
23.02.1988 Das "Televisione della Svizzera italiana" (TSI) nimmt den leistungsstarken Fernsehsender Castel San Pietro im Südtessin in Betrieb, weil die italienischen Fernmeldebehörden eine Frist zur Bereinigung der unkoordiniert operierenden UKW- und Fernsehsender in Norditalien ungenutzt verstreichen ließen. Vorher wurden die Sendungen der SRG-Programme im Grenzgebiet von 21 Radio- und 17 Fernsehanstalten gestört. Der neue Sender erlaubt einen besseren Empfang der SRG-Programme im Mendrisiotto, stört aber verschiedene italienische Sender (darunter die beliebten Berlusconi-Sender "Canale 5" und "Rete 3") im Tessin und in der Lombardei.
Der Piratensender "Radio Caroline" sendet neben 558 kHz jetzt auch die Kurzwellenfrequenz 6.210 kHz (10 kW). Hier wurden hauptsächlich englischsprachige religiöse Sendungen verbreitet.
28.02.1988 Das älteste DX-Programm, "Sweden Calling Dxers", feiert den 40. Geburtstag. Die erste Sendung für die Freunde des weltweiten Kurzwellenempfangs wurde am 28. Ferbruar 1948 vom "Swedisch Broadcasting Service" ausgestrahlt.
Februar 1988 Das Rastater "Radio Merkur" beginnt mit Testsendungen auf 100,9 MHz (800 W).
01.03.1988 Nach einer mehrmonatigen Testphase beginnt Hamburgs Rock-Sender "OK-Radio" mit dem regulären Programm. Der 0,1 kW-Sender auf dem Heinrich-Hertz-Turm arbeitet auf 95,0 MHz. Der Hilfssender HH-Lohbrücke überträgt das Programm auf 88,1 MHz.
05.03.1988 Die "Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft" (SRG) zieht ihre Beteiligungen an den beiden Abonnementsfernsehprojekten "Teleclub" und "Téléciné Romandie" zurück. Die Generaldirektion wurde vom Zentralvorstand beauftragt, den Rückzug aus diesen Gesellschaften einzuleiten. Grund sind nicht zuletzt die privaten Direktübertragungen von Fußballmeisterschaftsspiele.
07.03.1988 Über "Eutelsat 1 F 1" strahlt das niederländische Satellitenradio "10" ein Top 40 und Oldies-Programm aus. Die Sendungen werden in Amsterdam zusammengestellt und via PTT-Leitung nach Brüssel transportiert. Dort übernimmt die belgische PTT das Signal und schickt es zum Satellit.
17.03.1988 Zur Tausendjahrfeier Dublins wird eine neue Mittelwellenstation eröffnet: "Radio Millenium" bringt auf 1.278 kHz von 7:00 bis 13:00 Uhr eigene Programme, ansonsten wird "RTE 2" übertragen.
04.04.1988 Das dritte Niederländische Fernsehen "Nederland 3" beendet die Testsendungen und verbreitet von nun an Sport- und Minderheitenprogramme. Der 382 m hohe Sendeturm in Ijsselstein strahlt das Signal mit 2 x 20 kW auf Kanal 30 (UHF) aus.
05.04.1988 Das Schwetzinger "Rheintal-Radio" geht auf Sendung. Das Programm wird von einem Sender in Wiesloch mit 100 W auf der Frequenz 107,4 MHz ausgestrahlt. "Rheintal-Radio" sendet allerdings nur von 18:00 bis 20:00 Uhr. Für die restliche Sendezeit wird das Programm des Mannheimer Senders "Radio Regenbogen" übernommen.
25.04.1988 Im Rahmen der SRG-Zielsetzungen für eine bessere Vertretung der Regionen in den Programmen von Radio und Fernsehen, eröffnet die "Radio-Télévision Suisse Romande" in Delsberg ein regionales Studio.
27.04.1988 Das private Fernsehprogramm "RTL plus" ist in Hamburg auf Kanal 46 terrestrisch zu empfangen. Das Programm wird zunächst nur mit 1,7 kW ausgestrahlt.
29.04.1988 "The American Music Hour", eine Country-, Rock- und Pop-Radio-Show, wird zweimal wöchentlich vom Chinesischen Rundfunk landesweit ausgestrahlt. Diese kommerzielle Sendung, eine Werbeminute kostet 5.000 Dollar, soll 500 Millionen Chinesen erreichen. In der Eröffnungssendung übermittelte US Präsident Ronald Regan Grüsse an das Chinesische Volk.
Der Regionalfernsehversuch "Bernsehen" realisiert zum ersten Mal das sogenannte Kooperationsmodell in der Zeit vom 29.04.-01.05.1988 zwischen einem privaten Veranstalter und der "SRG". In einem BEA-Studio findet der Regionalfernsehversuch mit je einem einstündigen Regionalfernsehprogramm, das in einem Rahmenprogramm der "SRG" eingebettet ist, statt. Der PTT-Sender Bantiger verbreitet das Programm auf dem UHF-Kanal 43. Für die Kabelabonnenten der Region Bern steht der Service-Kanal zur Verfügung.
01.05.1988 Nachdem "Radio Sarine / Saane" am 1. April 1984 seinen Sendebetrieb aufgenommen hatte und seine Sendetätigkeiten wegen finanzieller und struktureller Probleme bereits Ende 1986 wieder einstellen mußte, hat nun die Nachfolgegesellschaft "Radio Freiburg" um 10:00 Uhr begonnen, ihre deutsch- und französischsprachigen Programme auszustrahlen. Vor dem offiziellen Sendebeginn war für über 70.000 Franken Werbezeit verkauft.
Das deutsche Programm von "Radio Freiburg" sendete auf 88,50 MHz, auf den Frequenzen 90,40 und 92,50 MHz wird in französischer Sprache gesendet.
Aus Frankfurt meldet sich vom 1. bis 10. Mai das "Kunstradio". Ein Versuch, öffentlichrechtliches, privates und alternatives Radio unter einen Hut zu bringen. Von 19:00 bis 24:00 Uhr wird auf 100,2 MHz gesendet.
Über den Piratensender "Radio Caroline" meldet sich auf 6215 kHz der Missionssender "World Mission Radio".
09.05.1988 Der Rastatter Privatsender "Radio Merkur" hat um 5:30 Uhr offiziell den Sendebetrieb aufgenommen. Das Programm wird vom Baden-Badener Merkur auf der Frequenz 100,9 MHz mit 800 W ausgestrahlt. Der Großteil des Programms kommt jedoch aus Luxemburg. Eine Parabolantenne auf dem Merkur empfängt das deutschsprachige Programm von RTL-Radio direkt vom "ECS 1"-Satelliten.
31.05.1988 Nach drei Jahren geht das Kabelpilotprojekt Dortmund zu Ende. "Radio Dortmund" und das "Lokalfernsehen Dortmund" werden unter Regie des Landesfunkhauses Dortmund fortgeführt.
Mai 1988 Von Ostberliner Seite wurde das Programm "Radio Glasnost" des privaten berliner Anbieters "Radio 100" gestört.
25.06.1988 "Radio Hall", das Lokalradio für Schwäbisch Hall, startet auf der Frequenz 102,6 MHz mit 100 W. Der Großteil des Programms wird vom Mannheimer "Radio Regenbogen" übernommen. Knapp sechs Stunden sendet "Radio Hall" in eigener Regie.
29.06.1988 Der Schweizer Bundesrat stimmt einer Beteiligung der SRG am Satellitenprogramm "Eurosport" zu. Dieses werbefinanzierte Sportprogramm wird in England zusammengestellt und über Satellit in ganz Westeuropa verbreitet. 14 Mitglieder der Union der europäischen Rundfunkorganisationen "UER" gründeten Anfang Mai in Genf ein Konsortium für einen mehrsprachigen "Eurosport"-Satellitenkanal, der vom britischen Medienunternehmer Rupert Murdoch betrieben wird.
01.07.1988 Das "Vision Interfaith Satellite Network" sendet von nun an täglich rund um die Uhr Gottesdienste, Predigten, Beratungssendungen sowie Kinder- und Unterhaltungsprogramme.
04.07.1988 Das "Badenradio" des Süddeutschen Rundfunks startet um 5:30 Uhr. Es wird vom Regionalsender Mühlacker auf 100,7 MHz (5 kW) in der Zeit von 5:30 bis 8:00 Uhr ausgestrahlt. Die restliche Sendezeit wird nicht, wie sonst bei den SDR-Regionalprogrammen üblich, das Programm SDR 1 übernehmen, sondern das Programm des privaten Bürgerradios Stuttgart.
05.07.1988 Das "Schweizer Radio International" mietet einen Kurzwellensender von "Radiobras" in Brasilien um ihr dortiges Publikum besser bedienen zu können.
23.07.1988 Im badischen Freiburg sendet von nun an der Alternativsender "Radio Dreyeckland" legal auf 100,7 MHz. Die zuständige Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart hat die eingereichten Beschwerden abgewiesen, worauf die Badische Zeitung aus Protest ihre Sendelizenz zurückgegeben hat.
25.07.1988 Erstmals in der Geschichte der ARD kommt die "Tagesschau" nicht aus Hamburg, sondern vom Bayerischen Rundfunk. Der Grund ist ein Warnstreik bei den "Tagesschau"-Machern.
01.08.1988 "Radio France International" und "Radio Japan" tauschen ihre Kurzwellensender. Japan übernimmt den RFI-Sender in französisch Guiana und setzt ihn für den Lateinamerika-Service ein. Frankreich erhält als Gegenleistung die japanische Station in Yamata für ihre Asiensendungen.
Der Sender "WCVJ" in Kentuky strahlt von nun an nur noch Elvis Presley-Songs auf 1.420 kHz aus.
22.08.1988 Nach mehreren Testläufen startet "RIAS-TV" in Berlin. Zunächst wird nur die Nachmittagssendung von 17:50 bis 18:25 Uhr ausgestrahlt. Ab 3. Oktober soll das Frühstücksprogramm beginnen.
"Star Sat Radio" nimmt den Sendebetrieb rund um die Uhr auf. In Deutschland ist das Satellitenprogramm via Kabel in ca. 7 Mio. Haushalten zu empfangen. "Star Sat Radio" ist außerdem terrestrisch empfangbar in München, Würzburg und Teilen von Baden-Württemberg.
August 1988 Die "Stimme Indonesiens" nimmt einen neuen leistungsstarken Kurzwellensender in Betrieb und ist erstmals mit gutem Signal auf 7.125 kHz in Europa zu empfangen.
01.09.1988 Über die Relaisanlage der "Deutschen Welle" auf Malta meldet sich "The Voice of the Mediterrenian", eine maltesisch-lybische Zusammenarbeit.
Die Angestellten des staatlichen französischen Fernsehens "Antenne 2" treten bis zum 2. Oktober 1988 in den Streik. Einen Tag später schließen sich jene von "FR 3" sowie von "Radio France" an. Die TV-Journalisten der beiden öffentlichen Sender "Antenne 2" und FR 3" fühlen sich gegenüber den Konkurrenten des privatisierten Kanals "TF 1" benachteiligt, da sie weniger Finanzen für die Produktion von Reportagen und Direktsendungen zur Verfügung haben.
03.09.1988 Der Südwestfunk startet in Freiburg mit "Radio Breisgau" sein erstes subregionales Hörfunkprogramm in Baden-Württemberg.
05.09.1988 Der landesweite Privatsender "Antenne Bayern" nimmt den Betrieb auf. Über 27 UKW-Sender wird das Programm in ganz Bayern ausgestrahlt, einer davon ist sogar der höchste Sender der Bundesrepublik. Die Bundespost hat auf der Zugspitze einen Sender installiert, der auf 102,7 MHz die Region Augsburg / Allgäu versorgt.
An dem Privatsender sind acht Gesellschaften beteiligt. dazu gehören die Mediengesellschaft Bayerischer Tageszeitungen, die Verlage Burda und Springer, UFA-Radio, Studio Gong und die Amperwelle München. Geschäftsführer von "Antenne Bayern" ist Donald Mc Loughlin, der bereits Radio Schleswig-Holstein in gleicher Funktion geleitet hatte.
07.09.1988 Das afrikanische Königsreich Leshoto führt Fernsehen ein. Der kommerzielle Südafrikanische Fernsehsender "M-Net" stellt sein gesamtes Programmangebot zur Verfügung. Es soll nach und nach durch Eigenproduktionen aus Maseru erweitert werden. Zunächst wird täglich zwei Stunden gesendet.
"Radio RSA" die Stimme Südafrikas, nimmt ein Programm in dänischer Sprache auf. Es wird jeden Mittwoch von 17:00 bis 17:15 Uhr auf 21.535 kHz ausgestrahlt.
09.09.1988 Der Ansbacher Privatsender "Radio 8" startet. Das Programm wird auf drei Frequenzen ausgestrahlt: 89,80 MHz Dinkelsbühl, 100,80 MHz Rothenburg ob der Tauber und 89,40 MHz Ansbach.
14.09.1988 Zum ersten Mal findet live via Satellit eine stereofone Hörfunk-Übertragung aus den USA unter dem Titel "Hallo Europa – Hallo Amerika" statt. An der Gemeinschaftssendung, die zwischen 20:05 und 22:00 Uhr ausgestrahlt wird, sind der "SWF", "BR", "RIAS Berlin" und der "Schweizerische Telefonrundspruch" beteiligt.
30.09.1988 Als erste kommerzielle Kabel-Radio-Station Europas beginnt "Sky Radio" ein 24 Stunden-Musik-Programm ohne Moderation über den Satellit "Eutelsat 1 F1" auszustrahlen."Sky Radio" spielt im Programm ausschließlich "Soft Pop" von CD.
03.10.1988 Das neue Tagesschau-Studio in Lugano-Comano wird seiner Bestimmung übergeben. Damit ist die Regionalisierung der wichtigsten Informationssendungen des Schweizer Fernsehen abgeschlossen. Die Tagesschau der italienischen Schweiz wird nun nicht mehr in Zürich, sondern in Comano produziert und von dort aus gesendet.
Als Konkurrenz zu den drei großen kommerziellen Networks "CBS", "NBC" und "ABC", lanciert Ted Turner sein "Turner Network Television" (TNT). Wie die großen Networks will auch "TNT" sein Schwergewicht auf Fernsehserien, Spielfilme, Sport und Unterhaltung legen.
07.10.1988 17:30 Uhr Ortszeit verstummt der legendäre Sender "WNBC-660 kHz", der vor 66 Jahren, genau im April 1922 errichtet wurde. Unter dem Rufzeichen "W2XY" begann damals die Testphase im Reigen mit erst wenigen anderen Stationen in den USA. Eigner war "American Telephone & Telegraph" (AT&T). Das Rufzeichen wurde im Juli 1922 in "WBAY" geändert, als die zuständige Fernmeldebehörde dem Besitzer eine Dauerlizenz übergab. Im August des gleichen Jahres erhielt die Station das Rufzeichen "WEAF". Die "Radio Corporation of America" (RCA) erwarb den Sender von "AT&T" im Jahre 1926 für eine Million US Dollar, als man die "National Broadcasting Corporation" (NBC) gründete, um den Verkauf von "RCA"-Radiogeräten zu fördern. Aber erst 1946 erfolgte die Rufzeichenänderung in "WNBC". Am Schlussakt, der letzten Sendeminute also, waren bekannte Personen wie z. B. Bill Cullen, Gene Rayburn, Ed McMahon, Lee Leonard, Bob Fitzsimmons und Buffalo Bob Smith dabei. Der popoläre Morgen-DJ Imus ließ es sich nicht nehmen, selbst die symbolische Zeremonie im Shea Station durchzuführen, den "Aus-Schalter" zu betätigen.
"WNBC" war das Aushängeschild des Sendenetzes, die die Heimat von so bekannten Künstlern wie Jack Benny, Bob Hope, Fred Allen, Big Wilson und Wolfman Jack (Geburtsname: Bob Smith) war, vom "NBC-Symphonie-Orchester", geleitet von Arturo Toscanini, ganz zu schweigen. In 35 Bundesstaaten konnte nachts die Legende "WNBC" auf der "Clear Channel"-Frequenz 660 kHz mit ihrem Musikprogramm für 25- bis 49-jährige und der Larry King-Show empfangen werden.
08.10.1988 "Radio Ladies First", ein neuer Privatsender in Baden Württemberg, geht auf Sendung. Das für Frauen bestimmte Programm des Baden-Badener Senders wird von Hornisgrinde auf der Frequenz 100,4 MHz von 13:00 bis 16:00 Uhr und von 20:00 bis 24:00 Uhr ausgestrahlt. In der restlichen Sendezeit wird der Sender abgeschalten.
10.10.1988 Die private italienische TV-Station "Video Music" hat 55 Prozenz der Aktien des in finanzielle Schwierigkeiten geratenen britischen Satelliten-Fernsehsenders "Super Channel" erworben. In den vergangenen zwei Jahren hatte "Super Channel", der britische Unterhaltungs- und Informationsprogramme über ganz Europa ausstrahlt, Verluste von rund 60 Millionen Pfund Sterling gemacht.
11.10.1988 Die Kirch-Gruppe startet den Spielfilmkanal "Teleclub" im Kabelnetz Oldenburg als Schritt in Richtung einer bundesweiten Verbreitung des neuen Angebots, nachdem der Pay-TV-Kanal zwei Jahre im Kabelnetz Hannover einen Markttest unterzogen worden war.
Oktober 1988 Der zweite nationale Fernsehkanal in Dänemark strahlt zum ersten Mal seine Sendungen aus. Mit dem Einsatz des zweiten Kanals "TV 2" wird das nationale Fernsehmonopol von "Danmarks Radio" abgeschafft, ebenso der Begriff des nichtkommerziellen staatlichen Fernsehens. "TV 2" wird überwiegend durch Werbeeinnahmen finanziert (80%), der Rest stammt aus erhöhten Rundfunkgebühren. "TV 2" strahlt ein nationales und weitere acht regionale Programme aus.
03.11.1988 Der "European Business Channel" (EBC) strahlt zum ersten Mal seine Sendungen aus. Das erste europäische Wirtschaftsfernsehen mit Sitz in Schlieren (Schweiz) bringt bereits frühmorgens Wirtschafts-Aktualitäten in deutscher und englischer Sprache in knapp 20 Millionen Haushalte Westeuropas. Die "EBC"-Aktien sind mehrheitlich in schweizerischen Händen, Verwaltungsratspräsident ist Leo Schürmann.
12.11.1988 "Radio Jordan" nimmt einen Langwellensender auf 207 kHz in Betrieb, der über eine mögliche Maximalleistung von 1.200 kW verfügt. Damit hat im nahen Osten ein Sendesystem Einzug gehalten, das es bisher dort nicht gab. Langwellensender kannte man lange Zeit nur in Europa, vor wenigen Jahren erst kamen Stationen in Algerien, Marokko und der Türkei hinzu.
28.11.1988 Der französische direktstrahlende Satellit "TDF 1" strahlt die ersten Testsendungen in der neuen D2-Mac-Fernsehnorm aus.
30.11.1988 Die Sowjetunion hat auf ihrem Staatsgebiet die Störung der amerikanischen Rundfunksender "Radio Liberty" und "Radio Free Europe" erstmals seit deren Gründung vor 35 Jahren eingestellt. Das teilte der Vorsitzende des Amtes für internationalen Rundfunk (BIB), Malcom Forbes, in Washington mit. Nach Erkenntnissen von Technikern in der Münchner Zentrale der, von "BIB" betriebenen und von der US-Regierung finanzierten, Sender hätten die Störungen heute aufgehört.
Israelische Vertreter berichteten, seit dem 30 November könne auch das internationale Programm des israelischen Rundfunks störungsfrei in der UdSSR empfangen werden.
09.12.1988 Als erstes Bündner Lokalradio nimmt "Radio Grischa" seinen regulären Sendebetrieb auf. Im Sendegebiet leben hier rund 120.000 Personen oder 70 Prozent aller Bündnerinnen und Bündner. Zu empfangen ist "Radio Grischa" über die Sender Arosa (98,5 MHz), Davos (97,2 MHz), Domleschg (95,1 MHz), Prättigau (99,7 MHz), Lenzerheide (89,8 MHz), Vorderrheintal (89,6 MHz) und Chur 107,0 MHz).
11.12.1988 Der Satellit ASTRA 1A wird auf 19° Ost positioniert.
Dezember 1988 Die internationale Umweltorganisation "Greenpeace" ist auch über Kurzwelle zu hören. Man benutzt dazu den religiösen Sender "KUSW" in Salt Lake City, der vereinzelt auch in Europa empfangen werden kann. Das Ziel dieser ungewöhnlichen Sendungen formuliert ein Greenpeace-Mitarbeiter: "Wir wollen damit die Zensur anderer Medien umgehen und unsere Gedanken direkt nach Europa, die UdSSR, Asien und Lateinamerika bringen". Das Programm war englischsprachig und wurde von Greenpeace in Los Angeles produziert. Gesendet wurde zu täglich wechselnden Zeiten mit Beginn zwischen 10:30 und 12:30 Uhr Ortszeit und auf 15.650 kHz ausgestrahlt.
Für die Rekordsumme von 401 Millionen Dollar hat die US-Fernsehgesellschaft "NBC" den Zuschlag für die Übertragungsrechte von den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona erhalten. Für die Rechte an den Winterspielen in Calgary hatte "ABC" 309 Millionen Dollar bezahlt. "NBC" hatte für 300 Millionen Dollar auch schon die Übertragungsrechte der Olympischen Sommerspiele in Seoul erworben.
1988 Der 100. UHF-TV Sender von TELEFUNKEN nimmt bei der Deutschen Bundespost seinen Betrieb auf.
nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 04.09.2014