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Programm "Königsberg (Opr.)" und "Königsberg II"

Am 14.06.1924 begann der offizielle Sendebetrieb der "Ostmarken Rundfunk AG" (ORAG).
Die ORAG wurde zuvor als private Einrichtung gegründet. Sie war die erste Rundfunkanstalt in Preußen. Der Sendebezirk sah folgendermaßen aus:

   Quelle: [13]

Zum Sendegebiet gehörten Königsberg, Gumbinnen, Köslin, Frankfurt/Oder, Stettin. Im Zeitraum 1924-1929 wohnten dort ca. 3,1 Millionen Menschen.

Die Programminhalte lassen sich aus der jeweiligen Verwaltungsstruktur des Senders ableiten.

1924 bestand das Programm lediglich aus zwei Nachrichtensendungen (um 10 und 14 Uhr), der Ausstrahlung des Zeitzeichens und den Börsennachrichten.

Ab Juli 1924 kamen musikalische und literarische Beiträge hinzu. Zum Senderpersonal gehörten einzelne Musiker und ein literarischer Beirat.

Solisten: Walter Kelch (Geige),Hermann Drichel (Cello),Fritz Philippi (Piano). Sprecher: Joseph Christean.

1924 wurde auch die erste Programmzeitschrift "Der Königsberger Rundfunk" heraus gegeben. Redakteur war, der spätere Intendant, Dr. Alfred Lau.

Ab Januar 1926 gab es bereits einen Kapellmeister und ein Kammerorchester mit 7 Musikern. Sprecher: Kurt Lesing.

Am 20.09.1926 wird der Sender Danzig feierlich eröffnet, der von nun an die Programme der „ORAG“ verbreitet.

1927 leiteten 2 Kapellmeister das Kammerorchester mit nun 14 Musikern. Sprecher: Kurt Lesing, Bruno Bellmann.

Ab dem 1.1.1928 wurde das Programm vielseitiger. Die Zahl der Kapellmeister stieg auf 4. Das Programm bestand jetzt aus:
Operette, Tanzmusik, Unterhaltungsmusik, Vorträgen, Schachfunk, Sportberichten, Wetterdienst, Nachrichten und Kursnachrichten, Schulfunk mit fremdsprachigen Unterricht (englisch, spanisch, Esperanto) und literarischen Beiträgen. Außerdem gab es Werbeausstrahlungen und Messeinformationen.

Das ORAG-Orchester bestand aus 15 Mitgliedern und wurde noch durch das Orchester des Stadttheaters von Königsberg verstärkt.

1928 wurde Dr. Alfred Lau Intendant des Reichssenders Königsberg.

Ab 1929 gehörten zum ORAG-Sendegebiet neben bisher Königsberg, Gumbinnen, Köslin, Frankfurt/Oder und Stettin zusätzlich der Freistaat Danzig.
Die Messegesellschaft kaufte, im Auftrag der Stadt Königsberg, die Anteile des Senders von der Deutschen Reichspost ab. 1929 kaufte die Messegesellschaft, im Auftrag der Stadt Königsberg, die Anteile des Senders ab. Der Sender Königsberg war damit die einzige deutsche Sendeanstalt in städtischem Besitz.

In den fremdsprachigen Unterrichtssendungen wurde jetzt französich (statt Esperanto) ausgestrahlt. Neben literarischen Beiträgen gab es Sendespiele.

Das Orchester war auf 36 Musiker angewachsen und es gab erstmals einen Funkchor mit 6 Sängern und 12 Sängerinnen. Sprecher: Kurt Lesing, Bruno Bellmann, Hans Günter von der Burchard.

Ab dem 15.12.1930 wurde das ORAG-Programm auch vom den Sender Heilsberg abgestrahlt.

1931 besaß der Sender bereits einen eigenen Klangkörper mit 59 Orchestermitgliedern. Bekannt wurde der Sender durch das Orchester am Sender Königsberg, das von Hermann Scherchen aufgebaut wurde, und durch Werke zeitgenössischer Komponisten wie Otto Besch (Kurische Suite, Ostpreußische Tänze) und Herbert Brust (Bernsteinkantate, Oratorium der Heimat). Aber auch mit Konzert- und Musikprogrammen von Erich Börschel, der das Tanz- und Unterhaltungsorchester leitete und zusammen mit dem Dirigenten des Rundfunkorchesters Eugen Wilken das Spatzenkonzert in ganz Deutschland bekannt machte.

Im Rundfunk wurde eine "Frühturnstunde" und eine "Turnstunde für die Hausfrau" übertragen.

Folklore am Reichssender Königsberg
Quelle: [10]
Quelle: [11], B 145 Bild-P016468 Quelle: [11], B 145 Bild-P016464

1932 wurden weiterhin Vorträge, Schulfunk mit fremdsprachigen Unterricht (englisch, französisch), die "Frühturnstunde" und eine "Turnstunde für die Hausfrau", Reportagen, Schachfunk, Sportberichte, Wetterdienst, Nachrichten und Kursnachrichten und Werbedienste übertragen.

Hinzu kamen Sendungen des Kinder- und Frauenfunks und Hörspiele (mit eigenem Ensemble, 7 Mitglieder).

Es gab jetzt eine Schallplattenabteilung.

Die musikalische Abteilung bestand aus einem Orchester-Ensemble, dem Funkchor und dem, vertraglich gebundenen, Opernhaus-Orchester Königsberg mit 68 Mitgliedern.

Am 11.06.1932 begann die "Neuregelung des Rundfunks" durch die Regierung von Papen. Ab sofort mussten alle deutschen Rundfunkgesellschaften eine "Stunde der Reichsregierung" in ihr Programm aufnehmen. Dafür wurde der deutsche Rundfunk für parteipolitische Ansprachen (Wahlkampf) bedingt freigegeben.

Im Januar 1933 wurde die ORAG in eine GmbH umgewandelt. Der Name war jetzt: "Ostmarken - Rundfunk G.m.B.H., Königsberg".

Dieser "Sender Königsberg" war ein Regionalsender und eine Relaisstation der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) in Königsberg. Ausstrahlungsort war Berlin.

Am 31.1.1934 wurde die GmbH liquidiert und der Sender endgültig in eine Filiale der RRG umgewandelt. Der Name ist jetzt: "Reichssender Königsberg".


Kennung des Senders - Anhören:
  

Das Programm des "Reichssenders Königsberg" vom 28.2.1936:

   Quelle: [110] Heft 8, Februar 1936

Von 1940 bis kurz vor Kriegsende war der Reichssender Königsberg eine Sendestelle des "Großdeutschen Rundfunks" mit regionalem Fenster. Am Vormittag gab es für ein bis zwei Stunden ein lokales Eigenprogramm. Etwa ab Mitternacht bis zum Sendebeginn um 5.00 oder 6.00 Uhr morgens war eine Sendepause. Diese wurde durch das Programm des Deutschlandsenders ausgefüllt, der mittags um 12.30 Uhr mit seinen Sendungen begann, die nach den Frühnachrichten endeten. Bei unmittelbarer Luftgefahr wurden nur Luftlagemeldungen gesendet.

Einmal pro Woche wurden für 20 Minuten, unter Mithilfe von etwa 30 schwedischen Kollaborateuren, nazifreundliche Nachrichten und Propaganda in schwedischer Sprache gesendet. Etwa ein Zehntel der schwedischen Bevölkerung soll den Sender regelmäßig eingeschaltet haben.

Die letzte Sendung wurde am 7. April 1945 ausgestrahlt.


Quellen: [10], [13], [109]

nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 21.03.2017