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Sender Berlin - Britz

Rundfunksender

Sendestation / Ort Zeit Band Frequenz Meter Programm Leistung Bemerkungen
Berlin
Britz
Britzer Damm 176
05.09.1946
bis
1947
MW 610,0 kHz 491,8 RIAS Berlin 0,8 kW Inbetriebnahme
1947
bis ???
MW 629,0 kHz 477,0 RIAS Berlin 20 kW  
1949
bis
1990 ???
MW 989,0 kHz 303,0 RIAS Berlin / RIAS 2 100 kW
300 kW

300 kW ab 1953
01.11.1953
bis
min. 1976
MW 683,0 kHz 439,0 RIAS 2 100 kW  
von ???
1976
bis 1990 ???
MW 854,0 kHz   RIAS 1 100 kW  
1949
bis ???
KW ???     Stimme Amerikas    
1948
bis
1990 ff.
KW 6005,0 kHz   RIAS 1 100 kW  
von ???
ca. 1950
bis ???
UKW 88,8 MHz 3,38 RIAS Berlin 250 W  
von ???
1963
bis ???
UKW 89,7 MHz   RIAS Berlin 30 kW  
von ???
bis
1990 ff.
UKW 89,6 MHz   RIAS 1 100 kW  
von ???
1963 - 1966
bis ???
UKW 94,2 MHz   RIAS Berlin 50 kW  
von ???
bis
1990 ff.
UKW 94,3 MHz   RIAS 2 50 kW  
von ???
1953/54
bis ???
UKW 93,6 MHz   RIAS 2 3 kW  

1946 wurde die Sendeanlage durch die amerikanische Militärverwaltung auf dem Gelände einer ehemaligen Baumschule gegründet. Sie war die wichtigste Sendeeinrichtung des einstigen RIAS.

Bis 1947 wurde ein 800-W-Mittelwellen-Sender, der auf der Ladefläche eines amerikanischen Militärlastwagens aufgestellt war, verwendet. Die Sendeantenne war eine T-Antenne, die zwischen zwei, 30 m hohen, Holzmasten gespannt waren.

Im März 1947 wurde diese T-Antenne durch einen gegen Erde isolierten, selbststrahlenden, 60 m hohen Gittermast ersetzt, der im Juni 1947 auf 100 Meter Höhe aufgestockt wurde.

Anfangs wurde dieser Mast von einem fahrbaren Militärsender aus dem Zweiten Weltkrieg ("Lili-Marleen-Sender") gespeist.

1948 wurde der Gittermast von zwei, gegen Erdung isolierte, selbststrahlende, abgespannte Stahlfachwerkmasten von je 100 Metern Höhe abgelöst. Diese Masten wurden in den nächsten Jahren mehrfach aufgestockt und hatten zuletzt die Höhen 146 m (Südostmast) und 160 m (Nordwestmast). Der Südostmast wurde auch mit Sendeantennen für UKW versehen.

Höhendiagramm der Sendemasten der Lang- und Mittelwellensender
Quelle: [10] Vakarel aus der deutschsprachigen Wikipedia

Ab 1948 wurde von Berlin-Britz aus auch auf Kurzwelle gesendet. Hierfür wurde eine, in Ost-West-Richtung orientierte, Dipolantenne auf dem Stationsgelände errichtet. Kurzwellenantenne
Quelle: [130]

1949 wurde der erste 100-kW-Sender installiert.

1953 erhielt die Anlage den ersten 300-kW-Sender in Deutschland, der von Telefunken gebaut wurde.

1954 wurde eine Sendeantenne für Kurzwelle in Form eines horizontalen Faltdipols errichtet.

1961 wurde ein zweiter Mittelwellensenders in Betrieb genommen. Der Nordwest-Sendemast wurde wiederum demontiert und etwas weiter westlich im Abstand von 88 m zum Südostmast wiedererrichtet. Dies wurde erforderlich damit nicht Sender auf dem Balkan durch die zweite Frequenz gestört wurden.

Die Sendetürme vom Britzer Damm aus gesehen
Quelle: [10] Clemensfranz

1978 wurde eine Steilstrahlantenne für die Mittelwellenfrequenz 990 kHz in Form eines Kreuzdipols errichtet, der an fünf geerdeten, seilverankerten Stahlrohrmasten von je 30,5 Meter Höhe befestigt war. Nachts wurde über diese mit Zirkularpolarisation ein 300-kW-Signal steil in die Ionosphäre abgestrahlt. Dadurch wurde während der Nachtstunden einen guten Empfang des RIAS- Programms in der gesamten DDR erreicht.



Der Kreuzdipol in Berlin-Britz, Quelle: [131]
 

Der Kreuzdipol in Berlin-Britz, Quelle: [131]

Tagsüber sendete man über den 160 m Mast.

Der erste Sender, dessen Endstufe nach dem Prinzip der dynamischen Amplitudenmodulation arbeitete, wurde in Betrieb genommen.

1983 wurde der Kurzwellen-Faltdipol durch eine zweite Kurzwellenantenne ergänzt, eine geknickte Ganzwellendipolantenne.

Bis Mitte der 1980er Jahre war der erste 100-kW-Sender in Betrieb.

1988 ging der erste volltransistorisierte Großsender mit einer Leistung von 100 kW für die Frequenz 855 kHz in Betrieb.

Seit 1993 befindet sich der, 1949 installierte, 100-kW-Sender im Deutschen Technikmuseum in Berlin.

1995 wurde die Steilstrahlantenne stillgelegt und die Leistungen der beiden Mittelwellensender reduziert.

2004 wurde die Steilstrahlantenne abgerissen.


Quelle: [10]

nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 04.05.2017