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Sender Brocken

Rundfunksender

Sendestation / Ort Zeit Band Frequenz Meter Programm Leistung Bemerkungen
Brocken 1938
bis
1939
UKW          

Ende der zivilen Nutzung
1939
bis
15.04.1945
            bis zu 40 Sender, vorwiegend Störsender gegen alliierte Luftangriffe
06.07.1961
bis
01.08.1990
UKW 88,95 (89,0) MHz   Radio DDR 1
10 kW
 
28.03.1963
bis
1990 ???
UKW 91,55 (91,5) MHz   Berliner Rundfunk
10 kW
 
01.05.1951
1954
bis ???
UKW 94,5 MHz   Berliner Rundfunk 250 W
1 kW
10 kW
 
13.03.1971
1975
bis ???
UKW 94,6 MHz   Messewelle Leipzig   Während der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September)
Mo. - Fr. 8:00 - 9:00 Uhr (später 6:00 - 10:00 Uhr), Sa. - So. von 6:00 bis 10:00 Uhr (später 6:00 bis 13:00).
von ???
bis
1990
UKW 94,6 MHz   Sender Magdeburg
 
Außerhalb der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September).
Regionalprogramm ab 10:00 Uhr (später ab 13:00 Uhr) stundenweise.
28.03.1963
bis ???
UKW 94,6 MHz   Radio DDR 2
10 kW 
außerhalb der Sendezeiten des Regionalprogrammes des "Senders Magdeburg"
06.07.1961
bis
12.02.1990
UKW 97,4 MHz   Deutschlandsender
Stimme der DDR
10 kW
 
von 1987
bis
30.06.1992
UKW 101,4 MHz   Jugendradio DT 64   13:00 - 24:00 Uhr, ab Dezember 1987 4:00 - 24:00 Uhr, ab 01.04.1990 ganztägig

Fernsehsender

Sendestation / Ort Art Zeit Norm Band / Kanal Bild MHz Ton MHz Raster MHz Programm Leistung Bemerkungen
Brocken Fernsehsender 1935
bis
1939
          Deutscher Fernseh-Rundfunk   erste Versuchssendungen
01.07.1955
bis
ca. 1957
OIRT VHF I / 04
außerhalb
Raster
169,25 175,75 6,5 DFF  

Umstellung von OIRT auf CCIR
ca. 1957
bis min
1990 ff.
CCIR VHF III / 06 182,25 187,75 5,5 DDR 1 /
DFF 1
100 kW  
01.11.1967
1975
bis ???
CCIR UHF IV / 34 575,25 580,75 5,5 DFF /
DFF 2 /
DDR 2
10 kW
20 kW
1.000 kW
 

Der Brocken ist mit 1.141,1 m ü. NN der höchste Berg im Norden Deutschlands und somit idealer Standort zur Übertragung von Rundfunk- und Fernsehprogrammen.

1928 werden mit einem 3,2 m Sender vom Brocken aus erste Ausbreitungsmessungen durchgeführt. Die Reichweiten betragen über 100 km.

Im September 1934 wurden vom Reichspostzentralamt vom Brocken aus die ersten Ausbreitungsversuche im Meterwellenbereich unternommen. Empfangsversuche von Fernsehsendungen aus Berlin-Witzleben über 200 km Luftlinie verliefen erfolgreich, mit dem Ergebnis, dass bei weiterer Verbesserung der Technik die Ballempfangsversorgung eines Fernsehsenders auf dem Brocken vom Sender in Berlin möglich wäre.

Im Herbst 1935 rollten Lastzüge zum Brocken mit einem transportablen Fernsehsender, der von hier einen Versuchsbetrieb aufnahm. Es gelang die erste Fernsehübertragung vom Brocken. In ausgewählten umliegenden Ortschaften waren in Rathäusern Fernsehempfänger aufgestellt, wo man die abgestrahlte Sendung verfolgen konnte.

Hier ein Zitat aus [133] Nr. 10 von 1936:
"Die von der Deutschen Reichspost seit dem Jahre 1935 auf dem Brocken durchgeführten Versuche haben seine Eignung als Standort eines Ultra-Kurzwellensenders für Fernsehzwecke erwiesen und dazu geführt, daß jetzt auf seinem Gipfel ein Fernsehsender für Bild und Ton errichtet wird. Bekanntlich müssen Fernsehsender zur Erzielung günstiger Reichweiten auf möglichst "hoher Warte" stehen, da die zur Übertragung der Bilder benutzten ultrakurzen Wellen im allgemeinen nur bis zur optischen Sichtgrenze reichen."

Der alte Fernsehturm 1936 wurde mit dem Bau des ersten Fernsehturmes der Welt auf dem Berg begonnen. Mit dem Bau einem Maschinenhaus und der Installation der Antennenanlage 1938 war der Fernsehsender auf dem Brocken funktionsbereit. Es war das erste "Wahrzeichen des Brockens".

Der "alte Fernsehturm" erreichte mit Antennenträger eine Höhe von 95 m. Er hat, im Unterschied zu modernen Fernsehtürmen, einen quadratischen Querschnitt mit insgesamt 16 Etagen und sieht eher wie ein Hochhaus aus.

Quelle: [10] Hans Müller

Im Jahre 1938 wurde durch die Firma Telefunken für 500.000 RM in der jetzigen 7. Turmetage ein Fernseh-UKW-Sender aufgebaut, der über eine Reusenantenne sendete. Diese Antenne befand sich in einem Holzaufbau, der die oberen 5 Etagen des Turmes bildete. Die ersten Versuche wurden mit einem Tonsender gemacht ( Modulation 800 Hz ) der auf eine Reusenantenne betrieben wurde. Der Sender diente der Übertragung von Witzleben aus ins ganze Land.

Ab 1939 sollte er zur Verbreitung von Fernsehprogrammen im nord- und mitteldeutschen Raum eingesetzt werden. Jedoch kam es nach Beginn des Zweiten Weltkrieges nicht mehr dazu. Die zivile Nutzung des Turmes war bereits wieder zu Ende, es begann die militärische Nutzung bis zum Ende des Krieges. Es erfolgte ein Umbau.

Während des 2. Weltkrieges nutzte das Reichsluftfahrtministerium den Fernsehturm. Der Rundfunkbetrieb wurde auf bis zu 40 Sender erweitert, vorwiegend Hyperbelstörsender, Jägersprechsender, Relaisstationen für Funknetze usw., unter anderem gegen alliierte Luftangriffe.

Am 15. April 1945 musste jeglicher Funkverkehr auf dem Brocken eingestellt werden.

Unmittelbar nach dem Krieg wurden die Sendeanlagen ebenfalls weiter militärisch genutzt, erst von den Amerikanern, danach von der UdSSR, dann von der DDR.

1947 wurde die Diesel-Netzersatzanlage abgebaut und zum Sender Königswusterhausen umgesetzt.

1948 wurde der Fernsehturm um sieben Etagen gekürzt, mit einem Flachdach versehen und
1953 eine Rohrschlitzantenne aufgesetzt.

Quelle: [10] Hans Müller

Am 1. Mai 1951 nahm die Deutsche Post der DDR auf dem Brocken den ersten UKW-Sender in Betrieb, der über eine Kreuzdipolantenne sein Programm abstrahlte.

Am 8. Dezember 1953 wurde die Leistung des UKW-Senders auf 1 kW erhöht und von einer Schlitzrohrantenne auf dem Turm abgestrahlt. Die Kreuzdipolantenne wurde vom Turm auf das Plateau umgesetzt und als Reserveantenne betrieben.

Der erste Fernsehsender der Nachkriegszeit auf dem Brocken konnte am 1. Juli 1955 mit der Übertragung des DDR-Fernsehens seinen Betrieb aufnehmen. Dieser sendete über eine Schmetterlingsantenne auf dem Plateau. Die Reichweite betrug ca. 100 km.

Am 14. Februar 1956 wurde die Leistung des Fernsehsenders von 3 kW auf 10 kW erhöht.

1957 wurde die Leistung des UKW-Senders auf 10 kW erhöht.

Am 6. Juli 1957 erfolgte die Umstellung des Fernsehsenders von der OIRT-Norm auf die CCIR-Norm.

Am 6. Oktober 1959 wurde eine neue Fernsehsendeanlage der Firma Siemens in Betrieb genommen. Auf dem 40 m hohen Turm war ein 50 m Stahlrohrmast mit neuen Antennen für die Bänder II und III aufgebaut worden. Dieses Bauwerk hat über viele Jahrzehnte die Brockenansicht geprägt.

Im Frühjahr 1960 wurde, anlässlich eines Besuches Chrustschows in Westeuropa, eine mobile Richtfunkstrecke Typ TM 110 von und nach dem Sender Torfhaus im Westharz in Betrieb genommen. Sie wurde für viele Jahre die einzige Verbindung zwischen "Eurovision" und "Intervision" in Deutschland.

Am 6. Juli 1961 wurden zwei neue 10-kW-UKW-Sender vom Funkwerk Köpenick in der 7. Turmetage für den "Deutschlandsender" und "Radio DDR I" in Betrieb genommen.

Am 28. März 1963 Inbetriebnahme zwei weiterer 10-kW-UKW-Sender für den "Berliner Rundfunk" und "Radio DDR II".

Am 6. Juli 1964 wird ein neues Notstromgebäudes mit allen Funktionen in Betrieb genommen Baubeginn war 1960.

Am 2. Oktober 1966 wurde ein neuer 10/2 kW-Fernsehsender aus dem Funkwerk Köpenick in der 5. Etage des Turmes in Betrieb genommen. Der Siemens-Sender von 1959 wurde zum Reservesender.

Am 1. November 1967 ging eine weitere 10/2-kW-Fernseh-Sende-Anlage der Firma Thomson in Betrieb, der erste UHF-Fernsehsender (Band IV).
Da ein Direktimport zu dieser Zeit wegen der Embargopolitik nicht möglich war erfolgte dieser über die Sowjetunion. Dadurch hatte der Sender russische Beschriftung, englische Bauelemente und eine französische Beschreibung.

1972 - 1973 erfolgte der Umbau des UKW-Senders auf Stereo-Betrieb.

Am 7. Oktober 1973 wurde ein neuer 20/2 kW-Fernsehsender aus dem Funkwerk Köpenick für das Band IV in der 4. Etage des Turmes in Betrieb genommen. Hiermit konnte auch vom Brocken Farbfernsehen gesendet werden.

Ab dem 19. April 1974 war auch die Band-III-Sendeanlage (Kanal 6) farbtüchtig umgerüstet.

1976 wurde ein neuer 123,5 m (mit Antenne 152 m) hoher Sendeturm stahlbaumäßig fertig gestellt (Baubeginn 1973), das neue Wahrzeichen des Brockens. Dieser Turm ist ein, auf vier Beinen stehender, Stahlrohrturm, der knapp oberhalb seiner Vierfußkonstruktion drei Richtfunkplattformen trägt.

Heute dient der "alte Fernsehturm" als "Brockenherberge" und Aussichtsturm und besitzt eine mit dem Aufzug erreichbare verglaste Aussichtsplattform. Über dieser befindet sich noch eine Radaranlage der Deutschen Flugsicherung. Der Turm hat heute eine Höhe von 53 m.

Die abgebaute Siemens-Sendeanlage ist im Postmuseum Berlin ausgestellt.

Quelle: [10] Dirk Schmidt Quelle: [10]

Die geographische Lage macht den Standort insbesondere für die Ausstrahlung von UKW-Hörfunk attraktiv. Der Rundfunk der DDR konnte bis 1990 über den Brocken in weiten Teilen der BRD empfangen werden. Abgedeckt wurden die östliche Hälfte Niedersachsens mit den Großräumen Hannover und Braunschweig, Nord- und Osthessen, nördliche Randgebiete Bayerns, das östliche Nordrhein-Westfalen bis in die Ausläufer des Ruhrgebiets, Bremen und teilweise auch Hamburg und Berlin. In der DDR deckte der Sender nahezu ganz Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie den Großraum Leipzig in Sachsen ab.

Der Sender Brocken hatte in Deutschland eines der größten Versorgungsgebiete und gilt als reichweitenstärkste und leistungsfähigste deutsche Sendeanlage im UHF-/VHF-Bereich. Im theoretischen Einzugsgebiet des Senders Brocken leben 25 Millionen Menschen, das übertrifft in Deutschland kein anderer Sender. Durch Überreichweiten konnten die DDR-Sender oft auch in Skandinavien empfangen werden.

    Quelle: [10]

Übrigens:

Es ist nur eine Legende, dass das "Westfernsehen" des NDR, welches in großen Teilen der DDR zu empfangen war, vom Sender Brocken ausgestrahlt wurde.
Dieses kam vom Sender Torfhaus auf der nächsten Erhebung (etwa 800 m ü. NN) jenseits der Grenze. Auf dem Bild im Hintergrund zu sehen.

    Quelle: [10]


Quellen: [10], [133], [141]

nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 15.01.2016