header

Old Time Radio - Die Seite für Sammler und Liebhaber alter Radiogeräte
 · Firmengeschichte(n)
 · Logos
 · Fernseher
 · Mikrofone
 · Plattenspieler
 · Abtastsysteme
 · Radios
 · Kofferempfänger
 · Tonband- und
 · Kassettengeräte

 · Magnetbandköpfe
 · UKW-Vorsetzer
 · Verstärker
 · TGL´s
 · RGW-Standards
 · Bauelemente
 · nach Werkstandards

 · Bauelemente
 · ohne Standards
 · Ostdeutsche
 · Rundfunksender

 · Ostdeutsche
 · Fernsehsender

 · Senderlogos
 · Deutsches Reich
 · DDR
 · BRD
 · Sammeln, aber wie?
 · Ein altes Radio betreiben?
 · Restaurieren
 · Kondensatoren
 · austauschen?
 · Schone Dein
 · Rundfunkgerät!

 · Bestimmung
 · des Baujahres

 · Gemeinschaftsem-
 · pfänger 1933 - 1945

 · DDR-Handy
 · Magnetbandköpfe
 · Tonabnehmer
 · TV-Normen
 · Wellenlängen und
 · Frequenzen

 · Schellack-Platten-Story
 · Tefi-Story
 · Antennen
 · Bücher, Literatur
 · Diverses
 · Lautsprecher
 · und Kopfhörer

 · Mikrofone
 · Militärische Geräte
 · Radio- und TV-Bauteile
 · Röhren
 · Rundfunkempfänger
 · Stromversorgung
 · Telefone
 · Tonspeichergeräte
 · Abtastsysteme (Nadel)
 · Tonträger
 · TV, Fernseh-Empfänger
 · Verstärker
 · Werkstattbedarf
 · Zubehör und
 · Vorsatzgeräte
 · Sammler
 · Museen
 · Handel
 · Linkangebot


 

Sender Leipzig – Wiederau

Rundfunksender

Sendestation / Ort Zeit Band Frequenz Meter Programm Leistung Bemerkungen
Leipzig
Wiederau
Großsender Leipzig
11.1975
bis
1978
MW 528,0 kHz   Messewelle Leipzig   Während der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September) 7:00 - 19:00 Uhr.
von ???
1977
bis ???
MW 528,0 kHz   Sportfestwelle   Sonderprogramm aller 4 Jahre zu den "Turn- und Sportfesten der DDR".
28.10.1932
bis
15.01.1934
MW 770,0 kHz 389,6 MIRAG Leipzig 120 kW Inbetriebnahme
Ersatz für Sender Technische Messe
28.10.1932
bis
min. 1940
MW 1.157,0 kHz 259,3      
15.01.1934
bis
12.04.1945
MW 785,0 kHz 382,2 MIRAG Leipzig
Reichssender Leipzig (ab 31.01.1934)
120 kW

Abschaltung
1939
bis
12.04.1945
MW ???     Leipzig II 100 kW Inbetriebnahme 2. Sendeanlage

Abschaltung
02.09.1945
bis ???
MW 785,0 kHz 382,2 Berliner Rundfunk
Mitteldeutscher Rundfunk (ab 1946/47)
100 kW  
20.12.1945
bis
1950
MW 722,0 kHz 415,5 Radio Moskau    
1950
bis
09.1953
MW 1.043,0 kHz 287,5 Berlin II 70 kW

Frequenzübergabe an Sender Wilsdruff
1950
bis
ca. 1979
MW 1.322,0 kHz 227,0 Radio Volga / Radio Moskau 70 kW
(150 kW)
 
1950
bis ???
MW 1.484,0 kHz 202,0   2 kW  
09.1953
bis ???
MW 962,0 kHz 311,5 Radio DDR 70 kW
(20 kW)
ab ca. 1954 Leipzig 1
1957
bis
1979
MW 575,0 kHz 522,0 Radio DDR / Radio DDR 1 120 kW
100 kW
20.05.1963 Außerbetriebnahme der 120 kW Sendeanlage von 1932
Radio DDR 1 ab 01.01.1964
13.03.1971
bis
1979
MW 557,0 kHz 538,2 Messewelle Leipzig 5 kW während der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September) 7:00 - 19:00 Uhr
1979
bis
1990 ???
MW 729,0 kHz 411,0 Messewelle Leipzig 5 kW während der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September) 7:00 - 19:00 Uhr
1979
bis
01.08.1990
MW 531,0 kHz 564,5 Radio DDR 1 100 kW Ab 1990 "Radio Aktuell".
1979
bis
01.07.1990
MW 729,0 kHz 411,0 Berliner Rundfunk 5 kW

ab 01.07.1990 "Sachsenradio"
1979
bis
24.09.1989
MW 1.323,0 kHz 226,5 Radio Moskau 150 kW

Wechsel zum Sender Wachenbrunn
1943
bis
1945
KW       4 Feuerkreissender   Funkstörsender gegen alliierte Flugzeuge
von 06.1945
bis ???
KW         20 kW Sender für militärische Zwecke
von 11.1945
bis ???
KW       Berliner Rundfunk    
1947
bis ???
KW 9.730,0 kHz 30,8 Leipzig
Berlin II (ab ca. 1950)
Radio DDR 1 ( ab 12.1953)
Stimme der Deutschen Demokratischen Republik (1965)
12 kW
(25 kW,
50 kW)
 
von ???
1947
bis ???
KW 9.590,0 kHz 31,0 Leipzig 12 kW  
06.1972
bis
03.10.1990
KW ??? kHz   Radio Berlin International 100 kW Inbetriebnahme Senders, Funkwerk Köpenick

ab 03.10.1990 "Deutsche Welle"
von ???
1954
bis ???
UKW 87,9 MHz 3,41      
30.04.1960
bis
01.08.1990
UKW 88,4 MHz 3,39 Radio DDR 1 10 kW  
13.03.1971
1975
bis ???
UKW 89,3 MHz 3,36 Messewelle Leipzig   Während der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September) 7:00 - 19:00 Uhr,
Mono,
Mitte/Ende der 1970er Frequenzumzug auf 98,5 MHz
12.05.1960
bis ???
UKW 90,4 MHz 3,32 Berliner Rundfunk 10 kW  
von ???
bis ???
UKW 90,4 MHz 3,32 Sender Leipzig 10 kW Regionalprogramm stundenweise.
Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug auf 93,9 MHz.
von ???
bis ???
UKW 90,4 MHz 3,32 Radio DDR 1 10 kW Kurzzeitig, vor UKW-Wellentausch Frequenzumzug auf 93,9 MHz.
Außerhalb des Regionalprogramms des Sender Leipzig.
von ???
bis
1990 ???
UKW 90,4 MHz 3,30 Sender Halle   Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug von 93,9 MHz.
Früh- und Regionalprogramm stundenweise.
von ???
bis ???
UKW 90,4 MHz 3,30 Radio DDR 2   Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug von 93,9 MHz.
Außerhalb der Sendezeiten des Früh- und Regionalprogrammes des "Senders Halle".
von ???
bis
30.04.1993 ???
UKW 90,4 MHz 3,30 Jugendradio DT 64   13:00 - 17:00 + 19:00 - 24:00 Uhr, ab Dezember 1987 4:00 - 24:00 Uhr, ab 01.04.1990 ganztägig
von ???
bis ???
UKW 93,9 MHz 3,19 Sender Halle   Regionalprogramm stundenweise.
Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug nach 90,4 MHz.
01.01.1964
1967
bis ???
UKW 93,9 MHz 3,19 Radio DDR 2 10 kW Außerhalb der Sendezeiten des Regionalprogrammes des "Senders Halle".
Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug nach 90,4 MHz.
von ???
bis ???
UKW 93,9 MHz 3,19 Messewelle Leipzig   Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug von 98,5 MHz.
während der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September).
Mo.-Fr. 4:00 - 20:00 Uhr, Sa./So. 6:00-20 Uhr.
von ???
bis ???
UKW 93,9 MHz 3,19 Sender Leipzig   Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug von 90,4 MHz und 98,5 MHz.
Außerhalb der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September).
4:00 - 13:00 Uhr und 17:00 (später 16:00) - 19:00 Uhr.
von ???
bis 06.1990
UKW 93,9 MHz 3,19 Jugendradio DT 64   13:00 - 17:00 Uhr und ab 19:00 Uhr
von ???
bis 06.1990
UKW 93,9 MHz 3,19 Radio DDR 1   Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug von 90,4 MHz.
Außerhalb der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September).
Außerhalb des Regionalprogramms des Sender Leipzig bzw. außerhalb des Senders DT 64.
von ???
bis
15.11.1971
UKW 96,6 MHz 3,10 Deutschlandsender 10 kW  
15.11.1971
bis
12.02.1990
UKW 96,6 MHz 3,10 Stimme der DDR    
von ???
bis ???
UKW 98,5 MHz 3,04 Messewelle Leipzig   Mitte/Ende der 1970er Frequenzumzug von 89,3 MHz, jetzt Stereo.
(während der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse (März und September).
Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug auf 93,9 MHz.
von 1986
bis ???
UKW 98,5 MHz 3,04 Sender Leipzig   Nachmittagsmagazin (einzige dieser Art in der DDR überhaupt) .
Nach UKW-Wellentausch Frequenzumzug auf 93,9 MHz.
von 1986
bis ???
UKW 98,5 MHz 3,04 Jugendradio DT 64   Außerhalb der Sendezeiten vom Nachmittagsmagazin des Senders Leipzig.
von ???
bis
06.1990
UKW 98,5 MHz 3,04 Berliner Rundfunk
10 kW
 
von ???
bis
30.04.1993
UKW 102,9 MHz 2,91 Jugendradio DT 64
 
13:00 - 24:00 Uhr, ab Dezember 1987 4:00 - 24:00 Uhr, ab 01.04.1990 ganztägig

Fernsehsender

Sendestation / Ort Art Zeit Norm Band / Kanal Bild MHz Ton MHz Raster MHz Programm Leistung Bemerkungen
Leipzig
Wiederau
Großsender Leipzig
Fernsehsender 01.11.1959
bis
1990 ff.
CCIR VHF III / 09 203,25 208,75 5,5 DFF /
DDR 1 /
DFF 1
  Ersatz für Sender Leipzig-Karl-Marx-Hochhaus
03.10.1969
bis
1990 ff.
CCIR UHF IV / 22 479,25 484,75 5,5 DFF 2 /
DDR 2 /
DFF 2
1000 kW  

Am 28. Oktober 1932 war die feierliche Einweihung des neuen Großsenders Leipzig. Er hatte seinen Standort in einem 19,8 km von Leipzig entfernten Dorf, in Wiederau. Die genaue Entfernungsangabe der 19,8 km war damals wichtig da die Gesetzeslage forderte, dass der Name eines Senders nur den Namen der Stadt tragen durfte, wenn er nicht weiter als 20 km davon entfernt war. Dadurch war die offizielle Bezeichnung "Großsender Leipzig" und nicht "Wiederau".

Es handelte sich zu diesem Zeitpunkt mit 150 kW modulierter Sendeleistung um den größten und modernsten Sender Deutschlands mit den größten Holztürmen Europas.

Die erste Antennenanlage bestand aus zwei 125 m hohen Türmen aus amerikanischem Pitchpinienholz im Abstand von 308 m, dazwischen 312 m Hanfseil gespannt, an dem die 90 m lange Reusen-Antenne (Vertikal-T-Antenne) hing.

Unter der Antennenanlage befindet sich das Abstimmhaus, zu welchem die Energiefreileitung aus dem Senderhaus führt. Der Kaminkühler der Rückkühlanlage ist zwischen den Masten zu sehen.

   Quelle: [224]            Quelle: [14] Jan Balzer
Gesamtansicht der Sendeanlage

Das Verbindungsseil zwischen den Masten wurde durch Gewichte selbsttätig gespannt.

   Quelle: [224]
Mastfußdetail und Vorrichtung zum Spannen des Antennenseils

Der Sender arbeitete mit 7 Stufen, von denen die ersten vier zur Herstellung der Trägerfrequenz dienten.

   Quelle: [224]
Die Sendestufen während der Montage. In der Mitte das Schaltpult mit den Regulier-, Anlaß- und Signalgeräten

Die erste Stufe war kristallgesteuert, der Steuerquarz arbeitete auf der doppelten Welle, also mit der halben Trägerfrequenz. Die Senderwelle betrug 389,6 m, die Frequenz war daher 770 kHz, der Steuerquarz hatte die Eigenfrequenz von 385 kHz, was einer Eigenwelle von 779,1 m entsprach. Da die Eigenwelle des Quarzkristalls sehr temperaturabhängig war, befand er sich in einem Thermostaten, welcher die Temperatur des Kristalls auf zirka 1/2oo° C konstant hielt. Die erste Stufe lieferte zirka 3 Watt Hochfrequenzenergie.

Diese steuerte die Stufe 2, in welcher die Leistung auf zirka 75 Watt verstärkt wurde.

In der Stufe 3 erfolgte eine Frequenzverdopplung, so dass im Anodenkreis dieser Stufe schon die tatsächliche Senderfrequenz von 770 kHz (389,6 m) auftrat. Das Prinzip der Frequenzverdopplung wendete man als einfaches Mittel gerne an, um Rückwirkungen der folgenden Stufen auf die ersten Stufen zu vermeiden. Bei der ungeheuren Energievervielfachung, die von Stufe 1 bis 7 im Verhältnis 1 : 50.000 erfolgt, genügten naturgemäß schon kleine Beeinflussungen der Steuerstufen, um große Rückwirkungen auszulösen. Der Wirkungsgrad der Verdopplungsstufe war gering, die Nutzleistung dieser Stufe war daher wieder nur 75 Watt.

In einer vierten Senderstufe wurde die Energie aus der dritten Kaskade auf etwa 300 Watt verstärkt.

Die Senderstufe 5 war mit 2 Röhren je 2-kW-Leistung ausgerüstet. Im Gitterkreis dieser Stufe wurde die, von den ersten 4 Kaskaden erzeugte, Trägerwelle durch die Sprach- oder Musikschwingungen , die aus dem Studio über Besprechungskabel, Messeinrichtungen und zuletzt über einen zweistufigen NF-Verstärker (100 Watt) beeinflusst, moduliert. Die Modulation erfolgte nach der Gitterspannungsmethode derart, dass mit der Gittervorspannung hintereinander geschaltet die Niederfrequenzspannungen dem Gitterkreis aufgedrückt wurde, welche die Trägerfrequenz vom Anodenkreis der Stufe 3 enthielt.

Die Stufen 6 und 7 übernahmen die Verstärkung der modulierten Energie. Sie verstärkten die Leistung im Verhältnis 1 : 120, wobei die 120 kW in der Antenne auftreten, zwischen der Antenne und der Stufe 7 traten allerdings noch geringe Verluste auf.

Stufe 6 arbeitete mit zwei 40-kW-Wasserkühlröhren, in der Stufe 7 befanden sich 4 wassergekühlte Hochleistungsröhren mit je 150 kW. Alle Röhren waren Erzeugnisse der Telefunken Ges. m. b. H., Berlin.

   Quelle: [224]
Bei der Montage der Senderöhren für je 150 kW Leistung. Auch die Heizzuführungen sind wassergekühlt

Die Hochfrequenzenergie der Stufe 7 wurde in einer Siebkette weitestgehend von Oberwellen gereinigt und über eine Freileitung der Antenne zugeführt. Die Energieversorgung der Senderanlage geschah mit Ausnahme der Anodenenergie für die Stufen 5, 6 und 7, für welche ein Quecksilberdampfgleichrichter von 13.000 Volt Gleichspannung bei 40 Ampere Gleichstrom zur Verfügung stand, durch rotierende Umformer.

   Quelle: [224]
Maschinensaal: Im Hintergrund die beiden Hochspannungsgleichrichter für 13 kV, dazwischen die Bedientafel

   Quelle: [224]
Maschinensaal: Hinten die Maschinenschalttafel, rechts die großen Heizumformer 45 V, 2.600 A

Die ganze Energieversorgungsanlage war mit 100% Reserve ausgeführt. Zu einem Maschinensatz gehörten:

  • 1 Zweimaschinen-Heizaggregat, das 45 V, 2.600 A Gleichstrom für die Heizung aller Senderstufen lieferte,
  • 1 Drei- maschinen-Aggregat, das durch je einen Generator, 240 V, 30 A Gleichstrom für die Erregung der Umformer und die Hilfsstromkreise, sowie 2.200 V, 3 A Gleichstrom für die Anodenstromversorgung der Senderstufen 1 bis 4 und den Endverstärker lieferte
  • 1 Zweimaschinen-Umformer, der für die Gittervorspannungen 600 V, 20 A Gleichstrom erzeugte
  • 1 Dreimaschinen-Aggregat für die Erzeugung der Heiz- und Anodenspannungen der Vorverstärker und Überwachungseinrichtung.
  • Auch die Rückkühlanlage war mit 100% Reserve ausgerüstet. Die Anlage war zweikreisig. Das destillierte Wasser, welches mit den Anoden der Wasserkühlröhren in Berührung kam, durchlief über eine Pumpe einen geschlossenen Kreislauf.

    Dieses wurde in einem Gegenstromkühler durch gewöhnliches Wasser rückgekühlt, welches im Kreislauf eines Kaminkühlers lag. Die Rückkühlanlage konnte 480.000 Wärmeeinheiten pro Stunde vernichten.

       Quelle: [224]
    Teil der Rückkühlanlage mit den Isoliertrommeln im Keller unter dem Senderaum

    Zur Erprobung und Prüfung des Senders stand eine aus wassergekühlten kreuzgewickelten Widerständen gebildete künstliche Antenne zur Verfügung, in welcher 120 kW umgesetzt werden konnten.

       Quelle: [224]
    Künstliche Antenne mit Wasserkühlung, rechts ein Wassermesser

    Für den Sender ("Wiederau 1") der Firma Lorenz setzte man 4 Stück der modernen wassergekühlten Röhre RS 267 ein. Jede Röhre benötigte 330 A bei 35 V für die Heizung, 10 kV Anodenspannung und hatte ein Gewicht von über 30 kg.

       Quelle: [4] Wolfgang Eckardt

       Quelle: [1]
    Röhre RS 267

    Die Sendungen des neuen Großsenders waren jedoch nur in einem Umkreis von etwa 80 km wirklich gut zu empfangen und starke Schwunderscheinungen (Fading) störten vor allem nachts. Nach ausführlichen Untersuchungen und Messungen kam es danach zu einigen Umbauten.

    1935 wurden die beiden Antennentürme abgerissen.

    Sie wurden durch einen 155 (156) m-Holz-Fachwerkturm ersetzt, in dem eine Vertikalantenne hing. Der neue Turm war damals das höchste hölzerne Bauwerk in Ostdeutschland und bis zum 27. Oktober 1953 das Wahrzeichen von Wiederau. An diesem Tag erfolgte dann auch seine Sprengung.

    Gleichzeitig modernisierte man die Senderendstufe und der erneuerte Großsender ging am 15. Oktober 1935 mit den damals modernsten Röhren RS 300 in Betrieb.

       Quelle: [1]
    Röhre RS 300

    1939 wurde eine zweite Sendeanlage (ebenfalls Lorenz) mit einem 100 kW-Sender errichtet die für einen schnellen Frequenzwechsel ausgelegt war. Eine Dreieckflächenantenne war für jede Frequenz im MW-Bereich geeignet. Sie war bis in die 1990er Jahre in Betrieb.

    Sendehaus: Abstimmhaus:
    Sendehaus   Quelle: [1] Abstimmhaus   Quelle: [1]

    100 kW Lorenz-Sender:
       Quelle: [1]    Quelle: [1]    Quelle: [1]

       Quelle: [1]    Quelle: [1]    Quelle: [1]

       Quelle: [1]    Quelle: [1]  

    Der Sender war mit den Röhren SRW 357 bestückt, welche im März 2010 noch vorhanden waren.

       Quelle: [4] Sven Heymann
    Röhre SRW 357

    Dreiecksflächenantenne:

    Dreiecksflächenantenne   Quelle: [1]

    Von 1940 bis 1945 war Leipzig II der Muttersender für alle im Gleichwellenbetrieb angeschlossenen Sender. Das "Gleichwellennetz" konnte dazu genutzt werden die Navigation alliierter Bomber im 2. Weltkrieg zu erschweren. Zusätzlich wurden zwischen 1943 und 1945 vier Kurzwellensender zur Störung des Funkverkehrs betrieben.

    Am 12. April 1945 verstummte die Sendeanlage durch Ausfall der Stromversorgung, am 16. April besetzten US-amerikanische Soldaten das Sendegelände, danach übernahmen noch 1945 sowjetische Truppen den Standort.

    Am 2. September 1945 nahm Wiederau den Sendebetrieb mit dem Programm "Radio Leipzig" wieder auf, wurde aber bald darauf als Außenstelle der "Berliner Rundfunk GmbH" festgelegt.

    1953 wurde ein neuer, 156 m hoher, Stahlrohr-Sendemast (Durchmesser 1,5 m) gebaut. Er war gegen Erde isoliert. Die J-1-Antenne ging am 19. September 1953 in Betrieb.

       Quelle: [1]

    Eine Netzersatzanlage mit zwei 1000-PS-Schiffsdieseln aus der Görlitzer Maschinenfabrik ging in Betrieb. Damit standen 2 x 736 kW elektrische Leistung zur Verfügung.

    1957 werden die Schiffsdiesel der Netzersatzanlage erneuert.

       Quelle: [1]    Quelle: [1]

       Quelle: [1]    Quelle: [1]

    1958 wurde das Gelände mit einem Deich geschützt, da dieses im Mai 1954 bis zu 70 cm überschwemmt war. Ein neues Sendehaus für UKW- Rundfunk und Fernsehen wird gebaut.

    1959 erhielt der Sendemast eine Antenne für UKW-Rundfunk und Fernsehen auf seine Spitze. Hierdurch erhöhte sich seine Höhe auf 236 Meter.

    Am 20.05.1963 ging der 120 kW-Mittelwellensender aus dem Jahr 1932 außer Betrieb und wurde abgerissen.

    Am 19.12.1964 wurde ein neuer 100 kW-Mittelwellensender aus dem VEB Funkwerk Köpenick in Betrieb genommen:

    100 kW-Mittelwellensender   Quelle: [1]

    1968/69 wurde ein zweiter, abgespannter, Sendemast mit einer Höhe von 211 Metern errichtet. Dieser ist im Unterschied zum alten Mast geerdet und kann deshalb nur zur Verbreitung von UKW- und Fernsehprogrammen (UHF Band IV) verwendet werden.

    Sendemast   Quelle: [1]

    Bau eines Sendehauses für einen neuen 100 kW Kurzwellensender und für UHF-Fernsehsender.

    1971 wird eine 5 kW Sendeanlage zur Ausstrahlung der "Messewelle Leipzig" in Betrieb genommen. Zu den "normalen" Sendezeiten wird hierüber das Programm des Berliner Rundfunks ausgestrahlt:

       Quelle: [1]    Quelle: [1]

       Quelle: [1]    Quelle: [1]

       Quelle: [1]    Quelle: [1]

    Der erforderliche 51,6 m hohe Antennen-Gittermast mit Dachkapazität diente noch lange Zeit als Reserveantenne für Mittelwelle:

       Quelle: [1]

    Interessanter Link: www.jans-radioseiten.de


    Quellen: [4], [10], [224], Hagen Pfau, "Radio-Geschichte(n)"

    nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 20.07.2016