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Sender Gleiwitz

Rundfunksender

Sendestation / Ort Zeit Band Frequenz Meter Programm Leistung Bemerkungen
Gleiwitz
Gleiwitz - Richtersdorf
Raudener Str.
15.11.1925
bis
1928
MW 1.195,2 kHz 251,0 Schlesische Funkstunde 0,5 kW Inbetriebnahme
1928
bis
1940 ???
MW 1.184,0 kHz 253,4 Schlesische Funkstunde
Reichssender Breslau (ab 04.1934)
5 kW Diese Frequenz wird noch in einer Wellentabelle "Blaupunkt W 400" von 1940 aufgeführt
bis Kriegsende ???
Gleiwitz
Gleiwitz - Petersdorf
Tarnowitzer Landstraße
23.12.1935
bis
1945
MW 1.231,0 kHz 244,0 Schlesische Funkstunde
Reichssender Breslau
8 kW Gleichwellenbetrieb mit Sendern Reichenbach/O.L., Troppau, Kattowitz
bis Kriegsende

Am 15.11.1925 wurde der erste Rundfunksender in Gleiwitz ca. 2 km westlich des Stadtzentzums im Stadtteil Richtersdorf in der Nähe der Raudener Str. (heute Ulica Radiowa 2 - Rundfunkstr. 2) in Betrieb genommen. Zum Senden verwendete er eine vierfache T-Antenne, die an zwei 75 Meter hohen Stahlfachwerktürmen befestigt war. Er diente als Relaisstation für die "Schlesische Funkstunde" mit Sitz in Breslau.
Die Sendeleistung betrug 0,5 kW.

Ab 1927 sendete er auch eigene Produktionen.

1928 wurde die Senderleistung auf 5 kW gesteigert, damit genügte diese Antenne nicht mehr den Anforderungen.

Wann genau der Sender in der Rundfunkstraße außer Betrieb ging ist derzeit noch unklar. Zumindest wird die Frequenz 1.184 kHz noch in einer Wellentabelle eines Rundfunkempfängers "Blaupunkt W 400" noch 1940 aufgeführt.

Zwischen dem 01.08.1934 und dem 23.12.1935 wurde westlich der Tarnowitzer Landstraße (heute Ulica Tarnogórska 129), ca. 4 km vom alten Standort entfernt, im Stadtteil Petersdorf ein neuer Sender gebaut.

An diesem Standort gab es nur die technischen Einrichtungen für den Sendebetrieb sowie Wohnungen für den Leiter und die Mitarbeiter der Sendestation. Die Verwaltung sowie das Aufnahmestudio verblieben am ursprünglichen Standort in der Rundfunkstr. 2. Die fertigen Sendungen wurden per Erdkabel zum neuen Sender übertragen und von dort ausgestrahlt.

Der neue Sender erhielt einen Funkturm aus Holz, welcher von der Firma Christoph & Unmack AG, Niesky/Oberlausitz erbaut wurde und, einschließlich des 8 Meter hohen Antennenmastes, eine Höhe von 118 Metern und eine Grundfläche von 20 x 20 m hatte. Er besteht aus Lärchenholz und wird von Bronzedübeln zusammengehalten. In je 40,4 Metern, 55,3 Metern, 80 Metern und 109,70 Metern Höhe hat der Turm begehbare Plattformen. Die Plattform auf der Spitze, die über eine Leiter mit 365 Sprossen zugänglich ist, misst 2,13 × 2,13 Meter. Da er in seiner Bauweise an den Eiffelturm erinnerte, trug er auch den Spitznamen "Schlesischer Eiffelturm".

Der Sendeturm Gleiwitz besitzt in seinem Innern eine Drahtantenne, welche von der Turmspitze zum Abstimmhaus unter den Turmfüßen führt. Diese Drahtantenne wurde als Sendeantenne für Mittelwellenrundfunk verwendet.

Die Sendestation umfasste 3 Gebäude südöstlich des Holzturmes.

Es wurden Sender der Firmen Lorenz, Siemens & Halske und Telefunken betrieben mit einer Leistung von 8 kW betrieben. Sie hatten 9 Sendetrioden.

1937 wurde die Antennenanlage am alten Standort in der Rundfunkstr. 2 demontiert.

Am 31.08.1939 erhielt der Sender Gleiwitz Bekanntheit durch die historischen Ereignisse, welche zum Beginn des 2. Weltkrieges führten.
Jedoch gab es Probleme: Die, als [gem. 261] schlesische Aufständige verkleideten, Angreifer wussten nicht, dass es am Standort Tarnowitzer Landstraße kein Mikrofonstudio gab (dieses befand sich 4 km entfernt in der Rundfunkstr.). Es konnte nur ein sogenanntes "Sturmmikrofon" verwendet werden. Dieses Mikrofon hatte lediglich die Aufgabe Ansagen für das Abschalten und Erden der Antenne vor einem herannahenden Gewitter zu machen.
So hatte die Proklamation:

"Achtung, hier ist Gliwice. Der Radiosender ist in polnischer Hand..."

zur Folge, dass die Erklärung nur wenige Kilometer gehört werden konnte. [259]

Ende Januar 1945 wurde Gleiwitz durch die Rote Armee besetzt und die Stadt am 18.03.1945 von der polnischen Verwaltung übernommen.

Ab dem 04.10.1945 diente der Sendeturm in Gleiwitz bis 1950 als Hauptsender des polnischen Rundfunks für Mittelwellenrundfunk in Oberschlesien.
Die neue Bezeichnung war "Polskie Radio Kattowice". Der Grund lag darin, dass der vormalige polnische Sender Kattowitz von den zurückweichenden deutschen Truppen zerstört worden war und man mit dem Namen wieder in der Vorkriegszeit anknüpfen wollte.

Ein Vergleich von Fotos aus der Frühzeit des Turmes und von heute zeigen, dass die Holzkonstruktion und die im Turm angebrachten Leitern erheblich verändert worden sind. Vor allem gilt dies für die neuen zusätzliche montierten Horizontalverbände in der unteren Hälfte des Bauwerks. Sie waren als Verstärkung unbedingt notwendig, da man, vermutlich in der Nachkriegszeit, zusätzlich zu der zentral hängenden Mittelwellenantenne in drei der vier Eckräume des Bauwerks dicke Kabelstränge bis zur Höhe der 55 m-Plattform hinauf verlegt hat.

1950 bis 1956 fungierte er noch als Störsender, der den Empfang des Signals von "Radio Free Europe" behinderte.

Bis 1955 wurde er noch als Reservesender verwendet.

Danach befand sich in den Innenräumen eine Produktions- und Testhalle, in der Radioteile und Antennen hergestellt wurden.

Seit dem 01.01.2005 befindet sich im mittleren Sendegebäude des Senders Gleiwitz ein Museum.

Der Sendeturm ist der mit Abstand höchste Holzturm der Welt und einer der wenigen verbliebenen Sendetürme in Holzbauweise überhaupt (Stand 2021).

Er trägt noch einige kleine Antennen verschiedener Kommunikationssysteme. Die Sendeantenne für Mittelwelle ist noch vorhanden, allerdings ist die ursprüngliche Sendeeinrichtung nicht mehr funktionsfähig, da die Senderendstufe demontiert wurde.

Der unmittelbare Bereich des Sendegebäudes sieht im Prinzip noch so aus wie in der Erbauungszeit. Erhalten ist auch die mit Eichenlaub gezierte Säule vor dem Sendegebäude sowie das Tor zum Sendegebäude in historischer Gestalt.

Das alte Sendegebäude aus dem Jahr 1925 im Stadteil Richtersdorf, Ulica Radiowa 2, wird noch heute vom städtischen Krankenhaus Nr. 3 (Klinik "Vito Med") genutzt.

Quellen: [10], [258], [259]


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Letzte Änderung dieser Seite: 05.11.2021