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Restaurieren  Restaurieren - persönliche Tipps 

Restaurieren - persönliche Tipps

Trägt man sich mit dem Gedanken ein altes Rundfunkgerät, Tonmöbel, Tonbandgerät, Plattenspieler usw. zu restaurieren sollte man einige Grundregeln beachten.

Wichtig ist das Wissen darum, dass es sich bei solchen Geräten um elektrische Geräte handelt. Elektrotechnische Kenntnisse sind eine wichtige Grundlage. Am besten ist es, wenn der Restaurator selbst Elektrofachkraft ist!

Meist ist das Gerät kein eigenes Erbstück. Stammt es von einem Flohmarkt oder einer Internetauktion, kann man die genaue Geschichte nur erahnen. In seltenen Fällen stand es wirklich noch in einer Wohnung und wurde bei einer Haushaltsauflösung gerettet. Oft hat es ein Händler, kann aber auch auf einem Schrottplatz, in einem Keller, einer Garage oder auf einem Boden gefunden worden sein. Im Internet gibt es sogar Geräte, die nach einer völligen Überflutung durch einen Hochwasserschaden angeboten werden. Dies ist alles meist unbekannt. In jedem Fall ist davon auszugehen, dass das Gerät Jahre oder Jahrzehnte nicht mehr in Betrieb war.

Das Gerät darf deshalb keinesfalls an den elektrischen Strom angeschlossen werden um zu testen ob es noch funktioniert!

Es muss erst einmal eine optische Bestandsaufnahme gemacht werden.

  • Wie ist der optische Allgemeinzustand?
  • Wie ist der Verschmutzungsgrad?
  • Sind fehlende oder defekte Teile erkennbar?
  • Hat schon ein Anderer daran "herumgebastelt"?
  • Handelt es sich z.B. um ein Allstromgerät? (Lebensgefahr, siehe hier)
  • Spätestens jetzt sollte man sich darüber im Klaren sein was man eigentlich will.

    Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Geräte bereits 50 Jahre und älter sind, haben sie in dieser Zeit schon einiges mitgemacht. Ich vergleiche das gern mit einem Menschen, auch der funktioniert nach 50-60 Jahren nicht mehr so wie mit 15 Jahren, vom Aussehen mal ganz abgesehen.

    Was soll also mit der Restauration erreicht werden?

    Handelt es sich z.B. um ein Einzelstück, das vielleicht sogar wieder als "Schmuckstück" im Wohnzimmer stehen soll und dann natürlich auch ab und zu einmal vorgeführt werden soll (und muss!), handelt es sich um ein Teil einer Sammlung, bei dem es mehr auf Originalität ankommt oder soll es in einem Museum ausgestellt werden?

    Vom Ergebnis abhängig gibt es dann durchaus Unterschiede, wie an die Restauration herangegangen werden muss und welche Kompromisse damit verbunden sind.

    Noch wenige Kompromisse erfordert die Wiederherstellung der äußeren Schönheit des Gerätes.
    Je nach Zustand des Gehäuses, des Lautsprecherstoffes, der Skala usw. ist der Aufwand unterschiedlich. Oft reicht schon eine gründliche Reinigung und Pflege mit einer Möbelpolitur. Dabei muss jeder selbst entscheiden, ob er mit kleinen Kratzern usw. leben kann.
    Leider gibt es aber auch Geräte, deren Zustand so schlecht ist, dass nur noch ein komplettes Abschleifen und eine Neulackierung helfen können.

    Möchte man das Gerät wieder "betreiben" ist es in den meisten Fällen nicht zu vermeiden, dass bestimmte Bauteile durch neue (nicht der Zeit des Radios entsprechende) ersetzt werden müssen. Dies geht zu Lasten der Originalität. Im schlimmsten Fall hat man dann ein neues Gerät in einem alten Gehäuse. Bitte beachten Sie hierzu unbedingt auch meine Hinweise Ein altes Radio betreiben?.

    Auf diese Methode der Restauration möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

    Etwas anders muss man herangehen wenn das Gerät Teil einer Sammlung werden soll oder für eine Ausstellung in einem Museum vorgesehen ist. Hier liegt der Schwerpunkt auf einem größtmöglichen Anteil der Originalität.

    Als Sammler bevorzuge ich deshalb die:

    Sanfte Restauration

    "Sanft restauriert" bedeutet, das Gerät behält eine größtmögliche Anzahl der originalen Bauteile.

    Wurde schon einmal in seinem "Vorleben" daran herumgebastelt, wird auch dies wieder weitestgehend in den originalen Zustand "zurückgebaut".

    Wenn möglich, ersetze ich sogar jüngere Kondensatoren wieder durch zeitgemäße, funktionstüchtige.

    Vor Beginn der Arbeiten finde ich es sehr sinnvoll einige Fotos vom Originalzustand zu machen (die können nach Beendigung der Arbeiten ja wieder gelöscht werden). Im Notfall können diese Bilder sehr sinnvoll sein, um noch zu wissen wo welche Schraube oder welcher Draht war.

    Es erleichtert eine gründliche Reinigung und die Behandlung des Gehäuses ungemein, wenn das Chassis und die Lautsprecher erst einmal aus dem Gehäuse gebaut werden. Man kommt dadurch einfach besser "an den Schmutz heran". Dazu müssen in der Regel nur sehr wenige Schrauben und Lötstellen gelöst werden.
    Ich nutze dann diesen Zustand noch zum Zwecke der Katalogisierung und Anfertigung von Detailfotos zur Vorstellung der Geräte auf dieser Webseite.

    Das Gehäuse darf ruhig kleine Kratzer behalten. Es handelt sich schließlich nicht um ein neues Gerät, das darf man auch (in gewissen Grenzen) sehen.

    Besondere Vorsicht ist bei der Reinigung der Skala angebracht. Ein Ausbau muss nicht unbedingt sein, aber auch hier lässt diese sich so besser reinigen. Wichtig ist: spannungsfrei die Befestigungen lösen und wieder anbringen, das Glas ist sehr spröde. Achtung, der Aufdruck ist manchmal sehr brüchig und sehr empfindlich. Selbst bei sehr vorsichtiger Reinigung mit lauwarmen, klaren Wasser (max. ein wenig Spülmittel), kann es passieren dass sich die Farbe im Nichts auflöst. Am besten vorsichtig an einer nicht sichtbaren Stelle ausprobieren.
    Da die Skalen sehr schwer einzeln zu beschaffen sind scanne ich sie vorher hochauflösend ein. Im größten Notfall lässt sich davon dann ggf. eine Ersatzfolie herstellen. Nicht schön, aber besser als z.B. ein Radio ohne Skala.

    Nach Kontrolle und Reinigung der Lautsprecher und des Lautsprecherstoffes ist natürlich das Chassis an der Reihe.
    Am besten erst einmal noch ohne Skala, zur Verringerung der Bruchgefahr.

    Auf dem Chassis und zwischen den Bauelementen hat sich normalerweise sehr viel Staub angesammelt.
    Ich benutze hierfür (im Freien) einen Pinsel und einen Kompressor. Natürlich mit äußerster Vorsicht, dünne Drähte könnten dabei abgerissen werden oder kleine Teile fliegen einfach weg.
    Ein Staubsauger würde sicher ähnliche Dienste leisten, aber wie bekommt man dann die Kleinteile wieder heraus?

    Es folgt eine weitere Sichtprüfung, bei der nach (offensichtlich) defekten Bauelementen oder "kalten" Lötstellen gesucht wird. Die Bauelemente werden ggf. getauscht, die Lötstellen i.O. gebracht.

    Die beweglichen mechanischen Teile danken es sehr, wenn sie mit etwas harzfreiem Uhrenöl behandelt werden. Besonders Drehkondensatoren, Variometer und die Rollen der Skalenseilführung bewegen sich anschließend viel leichter. Die Antriebswellen der Skalenseile dabei keinesfalls mit Öl benetzen! Auch die beweglichen Teile des Wellenschalters müssen gründlich gereinigt und auf leichten Gang geprüft werden. Für die Kontakte des Wellenschalters benutze ich lediglich etwas Kontaktspray. Meist genügt es dann schon wenn der Schalter mehrfach bewegt wird. Die Kontakte reinigen sich selbst und werden dabei gleichzeitig konserviert.
    Hilft dies nicht, dann artet es richtig in Arbeit aus ....

    Es fehlt jetzt noch die Prüfung der Röhren. Auch die Skalenlampen können überprüft werden, später kommt man dann nicht mehr so gut heran.

    Bitte auch nicht vergessen die Nennspannung von 220 V auf 240 V zu ändern!

    Vor dem endgültigen Zusammenbau kann schon einmal eine Vorprüfung der Isolationswerte durch eine Elektrofachkraft erfolgen, falls ein Wechsel der Netzanschlussleitung erforderlich ist.

    Die Restauration ist damit auch schon abgeschlossen und der Erfolg sollte sich eingestellt haben, jetzt ein schönes Sammelstück (Ausstellungsstück) vor sich stehen zu haben.

    Oft höre ich die Frage "Funktioniert das Radio noch?". Nun, nicht immer (aber es ist wieder Original!).

    Sehr oft können die Radios nach der beschriebenen Behandlung aber mit wenig Aufwand wieder funktionstüchtig gemacht werden (siehe: Kondensatoren austauschen?).

    Eine endgültige Prüfung durch eine Elektrofachkraft ist nach dem Zusammenbau und vor Inbetriebnahme zwingend erforderlich!

    Unter "funktionstüchtig" verstehe ich jedoch: das Gerät wurde schonend wieder an die Aufnahme von Strom gewöhnt, Sender können empfangen werden. Meist ist schon diese Tatsache allein mehr als man altersgemäß erwarten kann.

    Leider hält dieser Zustand aber nur an, wenn dann eine regelmäßige Nutzung erfolgt.

    Dies ist in einer Sammlung meist nicht der Fall. Das Gerät verliert also wieder seine Funktionstüchtigkeit, so dass nach relativ kurzer Zeit zumindest die Kondensatoren wieder formiert werden müssen.

    In vielen Fällen erachte ich es von vornherein nicht für erforderlich ein Gerät wieder "funktionstüchtig" zu machen. Das Risiko, dadurch ein gutes Sammlerstück einzubüßen ist einfach vorhanden.

    Hier nur ein Beispiel:

    Dieser Deutsche Kleinempfänger 1938 wurde "sanft restauriert", nach vorliegender Beschreibung, jedoch nicht auf seine elektrische Funktionstüchtigkeit geprüft. Schon dies hätte den Austausch von Originalteilen erfordert. Dies wäre aus meiner Sicht schade darum gewesen.

    Mit der Vorstellung dieser Gedanken erhebe ich keinesfalls Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Jeder kann es auch so machen, wie er es selbst möchte und seinen Ansprüchen Genüge tun.
    Bitte jedoch keine Kompromisse, wenn es um die elektrische Sicherheit geht!

    Jürgen Tiedmann

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    Letzte Änderung dieser Seite: 29.12.2015